Hallo zusammen,
auch wenn ich denjenigen zustimme, die sagen, dass die lateinischen Pilznamen eine sinnvolle Sache sind: Ich habe schon vor langer Zeit aufgegeben, mir die einprägen zu wollen. Das hatte ich anfangs begonnen, weil ich dachte, die bleiben, wohingegen die lokal bevorzugten deutschen Namen sich mit jedem Umzug ändern. Und dann wurde spätestens mit den Sequenzierungen alles neu durchgemischt, und selbst der Maronenröhrling heißt anders als damals.
Das auswendig zu lernen, dafür fehlen mir die geistigen Kapazitäten.
Fast jeder, der sich intensiver mit Pilzen beschäftigen will, kommt früher oder später mit anderssprachiger Literatur (vor allem Englisch) in Berührung und da ist die Kenntnisse der wissenschaftlichen Namen schon fast ein Muss, denn die Pilze stehen da nun mal mit dieser Bezeichnung in den Büchern.
Ich suche die lateinischen Namen raus, wenn ich denke, dass es für das Verständnis (meines oder das des Gegenübers) nötig ist.
Ich würde das z.B. sehr spannend finden und interessiert zuhören. Wenn ich ein Medikament nehmen muss, interessiert es mich nämlich sehr, wie dieses im Detail wirkt. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich sehr neugierig bin und immer alles möglichst genau wissen will. 
Das hilft aber nur, wenn du die Sprache allgemein verstehst. Wenn sich zu viele Begriffe mit unbekannter Bedeutung aneinanderreihen, wird das selbst mit interessiertem Zuhören nichts.
Ich hatte mal ein eindrucksvolles Erlebnis bei einem Seminar zum Thema Globalisierung. Schon ewig her, ich war da Vortragende in einem technischen Bereich. Aber einer der Hauptvorträge war von einer renommierten Soziologin (?). Ich war wirklich interessiert und habe mir Mühe gegeben zuzuhören und etwas zu verstehen. Aber obwohl ich im Wesentlichen die einzelnen Wörter kannte, waren die anscheinend in dem Fachgebiet mit so ungewohnten Bedeutungen belegt, dass ich eine Stunde lang von vorne bis hinten nullkommagarnichts verstanden habe. Später beim geselligen Beisammensein hat eine andere Zuhörerin mit den Inhalt des Vortrags für Normalsterbliche übersetzt - wow, ich wäre nie drauf gekommen, dass die Vortragende *das* gesagt hatte.
aber auch da ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Denn irgendwann sieht man diesen Pilz und erinnert sich, daß es da doch ein Paper gab, wo die Pluteus leoninus Clade in mehrere Arten aufgedröselt wurde!
Oh nein, das war nicht ein aus der Luft gegriffenes Beispiel, sondern real? 
Beste Grüße
Sabine