Wie andere hoch seltenen Kakteen auch, werden diese Winzlinge überwacht
In den USA scheinen die selteneren der Kakteenarten seit einiger Zeit ziemlich streng überwacht zu werden, und falls diese auf den riesigen umzäunten Privat-Ranches wachsen, kommt man ggf. gar nicht in den Genuss, diese zu sehen. In Mexico ist das ggf. einfacher zu realisieren. Ich erinnere mich noch an den Hype um Astrophytum caput medusae. Ansonsten ist in Mexico ziemlich übel geplündert worden; dort haben u.a. europäische Kakteen-Sammler Kontakte zu Einheimischen gesucht und sich von diesen z.B. Ariocarpus-Exemplare ausgraben und verkaufen lassen. Bei einer Arbeitsberatung mit dem Zoll hat man uns ca. 2015 ein auf dem Flughafen Leipzig-Halle von einem sächsischen Rentner beschlagnahmtes, hochattraktives Exemplar aus dieser Gattung gezeigt. Dem Botanische Garten Dresden hatte man es zur Pflege übergeben. Für mich besonders interessant sind Youtube-Beiträge über die Kakteen-Vorkommen in den US-amerikanischen Gips-Steppen.
Ich habe seit meinem 10. LJ zeitweise hunderte Kakteen besessen, aber der sich ständig wiederholende Befall der Exemplare mit Spinnmilben sowie Wurzel-/Schmierläusen verleitet einem dieses Hobby. Meinen Echinopsis kermesina bringt aber seit Jahren nichts um.

Hallo Kauz,
ja, Du hast recht, auch in den USA werden die Pflanzen nun mehr geschützt. Zum Glück. Allerdings sind die am meisten geplünderten Standorte jene, welchen den Behörden bekannt sind...
Man findet z. B. an einer Dirt Road so rund 60 cm hohe Steinpyramiden aufgeschlichtet. Und ab dann in Sichtweite, kleinere, so 20 cm hoch. Das ist eine „Spur“ welche bis zum Standortort von Kakteen geht. Wozu? Ganz einfach. Es gibt reiche Leute, meist Chinesen, Russen, etc. welche diese Kakteen haben wollen. Das Risiko erwischt zu werden und im amerikanischen Knast zu gelangen ist sehr hoch; die Pflanzen müssen ja außer Landes geschafft werden. Jetzt erhalten Leute, meist aus Polen, Tschechien oder noch ärmeren Gegenden den Auftrag, diese aus den USA zu bringen. Die erhalten dann Geo-Koordinaten wo sich die erste große Pyramide befindet. Dann wird mittels der „Spur“ der Standort gefunden.
Wie oft habe ich an den Standorten, welchen Behörden bekannt sind, so etwas gefunden. Und Löcher, wo einst Pflanzen wuchsen.
Der beste Schutz ist, das Standorte, insbesondere neu gefundene, nicht bekannt werden! Und so halte ich das auch, meine Standorte kenne wirklich nur ich. Und das ist gut so.
In Gegenden mit Gips war ich auch oft, hier wächst natürlich Utahia sileri.
Bei Spinnmilben die Kulturbedingen ändern. Luftbewegung mögen die nicht. Seit ich mit Kakteen zu tun habe, hatte ich noch niemals Wurzel- oder Schmierläuse oder so Sachen. Das kenn ich nicht. Lediglich 3-mal hatte ich an einigen Pflanzen Spinnmilben. Und: es gibt endlich wieder ein systemisches Mittel. Sanium System.
Nördlich des Grad Canyon ist meist Public land. Südlich meist Indian Reservation. Zum Glück habe ich einmal einen jungen Navajoa dort getroffen, den Besitzer großer Teile des Landes. Seither bin ich dort jederzeit herzlich willkommen.
Über die Kakteen in diesem Gebiet kann ich stundenlang berichten...
Viele Grüße,
Steffen