Beiträge von Suku

    Liebe Freund*innen des gepflegten Pilzes,


    weil ich vom Auwald die Nase voll hatte, bin ich heute erstmals in diesem Jahr im Park gewesen. Und war überaus überrascht. Im schwülwarmen Wetter der letzten Tage hatten einige Pilze wohl ein ausgeprägtes Sommergefühl. Ich fand, neben Ackerlingen und Rötlingen, den ersten Täubling des Jahres. Weil er solitär stand, habe ich ihn nicht rausgerupft. Aus der Bestimmung halte ich mich da, mangels Reagenzien und Erfahrung, sowieso noch raus. Die abgebrochene Ecke schmeckte aber mild.



    Als an meiner Flocki-Stelle unter Eichen schon von weitem ein großer Fruchtkörper zu sehen war glaube ich meinen Augen nicht zu trauen: groß, überständig, vermadet mein Lieblingspilz.




    Etwas entfernt, sein kleiner Bruder:




    Gleiches Habitat, mit Perlpilzen die ersten Amanitae:





    Für die Stockschwämmmchen kam ich zu spät. Die waren schon hinüber.


    Das ist schon früh, oder?


    LG Michael


    Edit: den hatte ich noch vergessen


    Das heißt das Amanitine wenn sie Bestandteile der anderen Pilze berühren das Gift nicht an diese weitergeben können, egal um welche pilzgattung es sich handelt?

    Ne, das heißt, dass das Gift nicht über die Haut in den Körper gelangt. Wenn du die Finger ableckst oder einen Pilz verspeist, der im Kontakt mit Giftpilzen war, können sich Amanitide schon schädlich auswirken.


    LG Michael

    Na, das ist ja auch nicht der Standard der Teilnehmer*in. Die Fotos der anderen Beiträge wurden nicht gelöscht. Da würde ich, auch wenn das natürlich ungünstig ist, von einem Versehen oder einem sonstigen Einzelgrund ausgehen.


    LG Michael

    Liebe Pilzgemeinde,


    ich war heute im Auwald, wo ich traditionell keine Morcheln finde. So ist es auch in diesem Jahr verlässlich: körbeweise keine Morcheln. Dafür aber ein überraschender Erstfund: krass durchgefärbtes, stark verwittertes, türkises Totholz. Die Recherche hat ergeben: gefärbt durch einen Grünspanbecherling, wahrscheinlich vom Kleinsporigen (Chlorociboria aeruginascens), weil der viel häufiger ist, oder vom Großsporigen (Chlorociboria aeruginosa). Aber auch andere Schlauchpilze können wohl blaugrüne Anamorphe ausbilden. Die Farbe ist beständig, auch wenn der Pilz nicht mehr im Substrat ist. Hübsch und spannend, wie ich finde.


    LG Michael





    PS: die Fotos sind nicht farblich (z.B. Sättigung) verändert.

    Ich bekomm es einfach nicht in das richtige Format, geschweige denn Größe

    Upps, sorry. Ich hatte wegen der Aufforderung einen Schnaps-Schuss eingesendet, aber vorher das Kleingedruckte nicht gelesen...

    Danke Hilmi für den Hinweis. Ich denke, dass ich die Bedingungen nicht erfüllt habe, weil meine Finger schneller waren als mein Kopf :grotwerd:. Is abba ja nich so schlimm, wenn die erforderten 5 Bilder zusammen gekommen sind und der Bewerb trotzdem stattfinden kann.


    LG Michael

    Hi Steffen,


    das ist der gemeine Holzpilz (Boletus lignomis), ein direkter Verwandter des gemeinen Steinpilzes (Boletus petris), nicht zu verwechseln mit dem ordinären Baumpilz (Mushromus arboris). Er gilt nur als genießbar, wenn er mind. 3 Stunden auf 95 Grad in reiner Salzsäure gekocht wurde. Ein zäher Bursche.


    LG Michael

    Hallo Mashmarv,


    sich so überschwänglich bei allen über die Antworten auf deine SOS-Anfrage zu bedanken wäre doch gar nicht nötig gewesen.


    Respektvolle Grüße


    Michael

    Der Käfer ist recht sicher weder verstorben, noch hat er geplant veräppelt: > https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schreckstarre

    Hi PN2020,


    als ich das mit dem "plötzlichen Versterben" satirisch im ersten Entwurf geschrieben hatte, las es sich so hart, dass ich aus Jugendschutzgründen die Bemerkung mit dem "Veräppeln" noch dazu schrieb. So bleibt der Thread U16. Ich halte allgemein die Möglichkeiten des "geplanten Handelns" bei Insekten für überschaubar, vielleicht unterschätzte ich diese aber auch völlig. Danke für dein "Mitgehen" und den Link zu dem interessanten Wikipedia-Artikel. Überraschend, wir ausgefeilt und differenziert sich dieser Totstellreflex bei einigen Arten entwickelt hat.


    LG Michael

    Hi Pan,


    es bleibt einfach übersichtlicher, wenn zu einem Thema, auch wenn es eine zeitliche Abfolge betrifft, nur ein Threads eröffnet wird. Ansonsten verlieren auch die Leser*innen schnell den Überblick. Natürlich kannst du auch 10 Themen eröffnen, ich bezweifle allerdings, dass dir das hilft. Könnte sein, dass der Eine oder die Andere sonst die Lust verliert, sich einen Überblick zu verschaffen.


    Nett gemeinte Grüße


    Michael

    Hi Sigisagi,


    kannst du auch anders herum betrachten: wenn du sie gefunden, ist die Motivation zur Suche weg. Und damit auch die Chance, jede Menge andere spannende Sachen dabei zu finden. g:D


    LG Michael

    Liebe Pilzverückte!


    Frühling, Ostern, Sonnenschein, was ist zu tun? Ja klar: keine Morcheln finden im Auwald. Mit dem Fahrrad in 15 min zu erreichen, fließt fast vor meiner Haustür ein Flüßchen, in dessen Aue hier Totholz liegen bleiben darf.



    Ein lichter Bestand mit vornehmlich Buchen und Eichen und auch Weichhölzern. Vereinzelt finden sich Eschen, häufiger allerdings horizontal als vertikal. Ob die Opfer des aktuellen Eschensterbens sind, vermag ich nicht zu beurteilen, jedenfalls lag meine Aufmerksamkeit auf ihnen und ihrem Holz. Bei der Totholzbestimmung muss ich allerdings mehr raten, als ich sicher bin.


    Im Habitat zu dieser Jahreszeit die typischen Kalkanzeiger, viele Buschwindröschen, Scharbockskraut in Massen, Bärlauch, gefleckter Aronstab. Weil ich sie so schön finde, hier Hohler Lerchensporn:






    Momentan Hochkonjunktur haben Stoppelige Drüslinge (Exidia truncata). Vielleicht hat sich auch der ein- oder andere Warzige Drüsling untergemischt. Bei diesen hier vermute ich Esche als Substrat. Wenn' s aber Eiche wäre, würde es mich nicht wundern:




    Erstmalig gefunden habe ich viele Exemplare von Daldinia concentrica sl. (Kohlen-Kugelpilz). Hier bin ich mir mit Esche ziemlich sicher. Der deutsche Name ist Programm, in Konsistenz und Aussehen wie Holzkohle. Hat mich fasziniert:






    Der freute sich offensichtlich auch über das schöne Wetter. Waldmistkäfer (Geotrupes sterorosus):



    Ein olles Exemplar des Goldgelben Zitterlings (Tremella mesenterica):



    Und ein winziges, frisches Exemplar, weil die so hübsch sind:



    Wiederum an Esche fanden sich veralgte und angetrocknete Judasohren (Auricularia auricula-judae) in z.T. beachtlicher Größe:



    Diese würde ich Glimmertintlinge (Coprinellus miraceus sl.) nennen und hoffe, dass das mit dem sl. so stimmen kann. Sie wachsen im Wurzelbereich einer Esche:



    Ein Kollege des eben gezeigten Käfers gustierte die Lamellen oder Sporen eines Tintlings:



    Als ich ihn beim Fotografieren versehentlich berührte, fiel er auf den Rücken und verstarb augenblicklich. Jedenfalls rührte er sich nicht mehr. Ich glaube aber, er hat mich nur veräppelt. So konnte ich ein Foto von der Unterseite machen (wie war das noch mit Pilz von oben und Käfer von unten...?):



    Zum Schluss noch, versteckt in einem Baumstumpf, aus dem Aggregat rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus). Hat mich angesichts der Jahreszeit überrascht und ist etwas gemogelt. Den fand ich im gleichen Habitat ein paar Tage vorher:





    Die Fotos sind, mangels Kamera, mit den Smartphone gemacht und unbearbeitet (nur zugeschnitten). Danke für's Mitgehen.


    LG Michael

    Osterrituale


    Wie jedes Jahr, Mitte April,

    Früh am Morgen, halbe Nacht,

    Während noch die Leute chill‘n,

    Hab‘ ich mich zeitig aufgemacht.


    Streif‘ durch den Wald, durchwühle Laub,

    Den Blick auf Eschen nur geeicht.

    Laufe mir die Füße taub,

    Von Regen und Kälte durchgeweicht.


    März'becher, Maiglock', Lerchensporn,

    Bärlauch, Seidelbast, Scharbockskraut,

    Waldmeister, Aronstab, Weißer Dorn,

    Mit all' diesen bin ich vertraut.


    Weiche nicht ab von dieser Spur,

    Kriech' unter'n Busch auf meinen Knien.

    Sie will nicht enden, die Tortur.

    Ist das nur ein seltsamer Spleen?


    Ich suche die schon seit Mitte März,

    Witzfigur oder tragischer Held?

    Morcheln sind sicherlich nur ein Scherz,

    Legende! Genauso wie Bielefeld!

    Herzliche Glückwünsche an alle Teilnehmer*innen,


    Respekt vor diesen ausnahmslos tollen Fotos. Die orangen Becher von Erika hatten mir schon im letzten Monat gut gefallen, ich finde das Bild ist verdient oben auf dem Podium. Sehr gut gefällt mir dieses mal auch das Bild von Gerd. Ein tolles Motiv, besonderes hübsch mit dem Grün des Mooses als Hintergrund. Ich finde insbesondere den Schärfenverlauf des Hintergrundes exzellent gewählt.

    Hat was Österliches :) .


    LG Michael

    Hi Claudia,


    der Gesichtsausdruck des Modderhundes im Sitzbad ist für Außenstehende nicht einfach zu interpretieren. Hochzufriedener, tiefenentspannter Jubilar ==Pilz28 oder angewiderter Motzbrocken? ==stinker==lamgiftig Jedenfalls definitiv das Foto wert g:D .


    LG Michael

    Hi King,


    die Ohren können aus meiner Erfahrung mindestens leichten Frost (-5 Grad Celsius) locker wegstecken. Ich habe die schon steinhart gefroren geerntet. Aufgetaut waren sie knackig frisch. Die kleinen Fruchtkörper habe ich am Substrat belassen. Die sind bei wärmeren Wetter schön weiter gewachsen. Auch wenn sie im ganzen Jahr wachsen, haben die im Winter ihre Hoch-Zeit. Was du in diesem Zusammenhang mit Speisewert meinst, weiß ich nicht. Den Geschmack kann ich nicht vergleichen, weil ich Samtfußrüblinge noch nicht in Mahlzeitmenge finden durfte.


    LG Michael

    nun macht dem Themenstarter doch nicht so eine Angst

    Hi Peter,


    ich hatte nicht die Intention "Angst" zu machen. Zum Einen ist das Sicherheitsbedürfnis von Menschen unterschiedlich, zum Anderen heißt "verschiedene Aspekte betrachten" nicht unbedingt, Wahrscheinlichkeiten zu beschreiben. Selbstverständlich obliegt es jedem selbst, wie man in der vorliegenden Situation vorgeht. Es mag eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit geben, dass es sich um einen aggressiven Schädling handelt. Meine Vorgehensweise wäre da eben, wie ich beschrieben habe: Gute Fotos einstellen, Unterstützung bei der Pilzbestimmung suchen und davon abhängig entscheiden, wie ich weiter vorgehe. Wenig Aufwand, im schlimmsten Fall wenig neue Erkenntnis, im besten Fall was gelernt. Bei diesem Ratschlag sehe ich für mich nichts "Angst machendes", aber wer möchte, darf so etwas natürlich gerne darin lesen.


    LG Michael