Beiträge von Clavaria

    Hallo Alex


    ich habe vor einiger Zeit eigene und fremde Funde von A. baeospora sequenziert. Das damalige Ergebnis überraschte mich, denn die Spezies ist bei den Lyophyllaceae s.l. einzuordnen, etwa bei Atractosporocybe inornata und Clitocybe subditopoda. Inzwsichnen gibt es zwei gute Sequenzen bei Genbank die das Ergebnis bestätigen aber es hat sich noch niemand getraut die Lyophyllaceae aufzuräumen. Das wird eh ne harte Nuss!


    Das finde ich sehr interessant. Ich habe kürzlich acht alpine Kollektionen von Omphalina s.l. sequenzieren lassen, mit wenig Erfolg.

    Die meisten sind in dem Beitrag hier: Turtmannspitze 12.08.2022


    Ergebnis der Sequenzierung: Einige ohne Treffer. Andere mit einem Wirrwarr aus Sequenzen zu Kollektionen, die irgendwie pyxidata, rivulicola oder chionophila genannt werden.

    Aber alle über 97% Match, also teilweise oder alle fehlbestimmt.

    Und leider kein einziger Treffer mit einer Typus-Sequenz. Ich bin also eigentlich keinen Schritt weiter, aber immerhin habe ich die Sequenzen für später.


    Ich hoffe inständig, dass sich irgendwann jemand an eine genetische Überarbeitung von Clitocybe, Lyophyllum und Omphalina traut.

    Bei Arrhenia scheint es erste Schritte zu geben, Voitk et al. haben da kürzlich drei Papers raus gebracht die etwas Licht ins Dunkel bringen.

    Bis es bei den anderen Gattungen soweit ich, sammle ich fleissig Sequenzen.


    Gruss Raphael

    Hallo Günter


    P. dorsipora ist makroskopisch nicht unterscheidbar. Gleiche Farben, gleich schleimig usw.

    Hier zum Vergleich:


    Protostropharia dorsipora


    Protostropharia semiglobata


    Den genannten Artikel gibt es hier: https://mycologia-bavarica.de/download-baende/


    Die Art ist wenig bekannt und in den meisten Büchern nicht drin. Deshalb taucht sie dann auch auf vielen Pilz-Webseiten nicht auf.

    Wenn man kein Mikroskop hat, spricht auch nichts dagegen wenn man einfach "Protostropharia semiglobata s.l." dran schreibt.


    Ach ja, damit es nicht zu einfach ist, gibt es noch eine dritte ähnliche Art:


    Protostropharia luteonitens


    Die hat oft (nicht immer) einen kleinen Buckel, ansonsten auch makroskopisch kaum mit Sicherheit zu bestimmen.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Am Freitag war ich auf einem Trockenrasen auf ca. 550m unterwegs.

    HIer und da wuchsen einzelne Kiefern, Birken und Flaumeichen.

    Dabei fand ich zwei Rhodocybe-Arten, die wie üblich schwer bestimmbar sind. Eine moderne Überarbeitung der Gattung wäre dringend nötig.


    1:

    Im Feld dachte ich erst an eine Gamundia. Damit lag ich sowas von daneben.

    Geruch wenig ausgeprägt, allerdings war es auch recht kalt. Hutdurchmesser bis etwa 15 mm.

    Der Sporenabwurf war zu dünn für eine Einschätzung.


    Die Sporen sind recht fein knotig. Basidien 4-sporig, Schnallen konnte ich nicht finden.


    In den Lamellen finden sich zahllose Pseudozystiden, die in KOH gelbbraun gefärbt sind.


    Nach Gröger und meinen eigenen Unterlagen lande ich bei Rhodocybe ardosiaca.

    Einzig die Sporen gefallen mir nicht: Nach der spärlichen Literatur sollten die viel stärker höckerig sind.

    Die blauviolette Stielspitze verliert sich wohl recht schnell. Das kleine Exemplar war leider schon etwas trocken.

    Wobei die Autoren da wohl mehrheitlich einander abschreiben, es gibt ja kaum Fundmeldungen dazu.

    Kennt jemand die Art aus eigener Anschauung, oder kann sonst etwas Hilfreiches beitragen?



    2:

    Die sehen halb vergammelt aus, waren sie aber eigentlich nicht. Im Schnitt zeigt sich, dass alles schön vital ist.

    Ich dachte zunächst an die Gattung Clitocella, dieser rissige Hut wäre typisch.

    Aber die dunklen Lamellen passen nicht, verfärben tun sie auch nicht, mit KOH reagieren sie auch nicht.

    Der Clitocella-Schlüssel von Vizzini et al. 2023 führt zu keinem plausiblen Ergebnis.


    Die Sporen sind rund oder rundlich, und schwach höckerig. Sporenpulver hellrosa. Basidien 4-sporig, keine Schnallen, keine Zystiden.


    Auch hier komme ich auf eine kaum bekannte Art: Rhodocybe tugrulii (= Rhodocybe parilis ss. auct.)

    Ich habe mir die Original-Beschreibung von 2016 beschafft, die passt eigentlich recht gut. Kennt jemand diese Art?


    Natürlich geht beides in die Sequenzierung.


    Gruss Raphael

    Hi Steve


    There are two recent papers from Antonin et al. about the podospileus and romellii group:


    https://www.researchgate.net/publication/362262689_Holarctic_Species_in_the_Pluteus_romellii_Clade_Five_New_Species_Described_and_Old_Names_Reassessed


    https://www.researchgate.net/publication/373617250_Holarctic_Species_in_the_Pluteus_podospileus_Clade_Description_of_Six_New_Species_and_Reassessment_of_Old_Names


    But I don't know if they continue with other Pluteus clades and if they are interested in your sequence. If your collection is really good documentated, you could ask them.


    best regards

    Raphael

    Wikipedia schreibt, dass die Art bevorzugt submontane Höhenstufen besiedelt.

    Stimmt mit meinen bisherigen Funden überein, die waren alle zwischen 1000m und 1500m.

    Den Glimmerschüppling sieht man viele Jahre wenig bis gar nicht, in anderen Jahren taucht er als Massenpilz auf:



    Das ist ein kleiner Ausschnitt eines Hexenringes mit hunderten Exemplaren.


    Der Glimmerschüppling gehört phylogenetisch übrigens in die Gattung Cystoderma, obwohl morphologisch erhebliche Unterschiede bestehen.

    Der korrekte Name wäre Cystoderma aureum, das scheint sich aber nicht durchzusetzen.


    Gruss Raphael

    Hallo Thorben


    Ui da hast du dir etwas vorgenommen... Nabelinge sind eine sowas von vernachlässigte Gattung, da blickt man kaum durch.

    Eine moderne Aufarbeitung der Gattungen fehlt grösstenteils noch. Sequenzieren bringt vorerst auch wenig, weil es kaum verlässliche Referenz-Sequenzen in den öffentlichen Datenbank gibt.


    Wie auch immer: Ich würde deinen Pilz mit Vorsicht als Arrhenia velutipes ansprechen.

    Leider gibt es auch einige andere Nabelinge mit fein haarigem Stiel, deshalb ist das keineswegs eine sichere Bestimmung.


    Gruss Raphael

    Hallo Andy


    Wow, wo warst du denn unterwegs? Die Wälder hier sind sowas von leer, trotz Regen.

    Heute war ich auf einem Trockenrasen, da gab es immerhin etwas spannendes Zeugs. Das Mikroskop wird heute wieder Überstunden leisten müssen.


    Gruss Raphael

    Hallo Lukas


    Der erste könnte Lepiota felina sein, diese dunklen, fast konzentrischen Schuppen und die schwärzliche Ringzone passen gut dazu.

    Zum zweiten fällt mir spontan nichts ein.


    Gruss Raphael

    Und wenn die Reaktionen verhalten sind, oder keine Diskussion einsteht, ist das sehr schade.

    Hallo zusammen


    Hochwertige Diskussionen vermisse ich hier auch.

    Das geht wohl allen so, die sich mit Pilzgruppen beschäftigen, von denen hier bestenfalls 1-2 Mitglieder richtig Ahnung haben.

    Dann: Je hochwertiger Beitrag und je erfahrener der Schreiber, umso weniger Raum lässt sie/er für Diskussionen, weil da kaum jemand mithalten kann.

    Hinzu kommt, dass die Literatur in den letzten 10-20 Jahren sehr viel besser geworden ist.

    Solide Bestimmungen eines Experten sind dadurch meist eindeutig und unwiderlegbar, dann gibt es kaum einen Ansatz für eine Diskussion.

    Man könnte dann jeweils irgend sowas schreiben: Danke für den Beitrag, gratuliere zu den Funden.

    Das ist aber nicht viel mehr wert als ein Like.


    Ich antworte auch selten auf Beiträge, das hat folgende Gründe:

    • Ich traue mich fast nicht das zu sagen, aber ich finde Röhrlinge, Täublinge und sogar die meisten Saftlinge langweilig.
      Nach gefühlt 100 Netzhexen-Bildern pro Jahr schaue ich die entsprechenden Beiträge kaum mehr an.
      Die Bilder dieser Pilze sind natürlich sehr schön, aber sie wecken halt nicht mein Interesse.
    • Ich interessiere mich nicht für Speisepilze. All die begeisterten Speisepilzberichte mit vollen Fundkörben mache ich gleich wieder zu.
    • Wenn dann mal ein (für mich) interessanter Pilz angefragt wird, entschuldigt sich der Thread-Ersteller meist im Voraus, dass er kein Mikroskop hat. Danach die obligate Frage, ob genau dieser Faserling oder Wasserkopf vielleicht auch mit einem schlechten Foto ansprechbar (und essbar???) ist. Da vergeht mir dann auch die Lust, eine Antwort zu schreiben.
    • Dann all die miesen Schnappschüsse von Leichenpilzen, Fotos wo man mehr Hand als Pilz sieht, Fotos von Pilzen mit einer lila Zeitschrift als Hintergrund, Fotos von gerüsteten Pilzen in der Pfanne mit der Bitte um last-minute-Bestimmung... alles das schaue ich nicht mehr an. Da verliert man nur sinnlos Zeit.

    Generell hoffe ich immer, dass hier und da mal eine seltene Art gezeigt wird. Nicht immer wieder die gleichen Sachen, die jeder schon kennt.

    Aber eben nicht nur ein Foto und ein Name, sondern etwas mehr Details, am besten auch Mikrobilder. Nur so lernt man etwas.

    Leider sind solche Beiträge sehr rar geworden.


    Ich will mich aber bemühen, hier und da eine Diskussion in Gang zu setzen. Schliesslich sollte jeder seinen Beitrag dazu leisten.


    Lg Raphael

    Hallo Andreas


    natürlich unterstelle ich das weder dem Verlag, noch den Autoren. Wie kommst du da drauf.

    na deshalb:

    Es ist mir schlicht unerklärlich, außer Sabotage fällt mir da nicht wirklich was ein.

    Sabotage ist per Definition eine vorsätzliche Tat mit der Absicht Schaden anzurichten, kein Versehen.

    Naja wie auch immer, vermutlich hast du es anders gemeint.


    Statt zu streiten, lass uns eine Lösung finden.


    Was besagten Schlüssel angeht: Eigentlich gibt es darin zwei Fehler:

    • Ab Ziffer 6 bis 32 sind alle um 1 verschoben. Nach meinem Verständnis ist das nur ein Fehler, der sich aber dummerweise auf 26 Ziffern aufwirkt.
      Konsequenterweise sind sowohl die Ziffern als auch die Vorgänger-Ziffern falsch.
    • An zwei Stellen sind die Vorgänger-Ziffern anderweitig falsch, was man beim normalen Schlüsseln aber meist gar nicht merkt.

    Ich denke so wäre die Nummerierung richtig, Irrtum vorbehalten:





    Ich habe jetzt nur die Ziffern kontrolliert. Inhaltliche Fehler und Seitenverweise habe ich nicht angeschaut.


    Gruss Raphael

    Hallo Thomas


    Musumecia vermicularis ist eine recht neu beschriebene Art, die hat keinen älteren Namen (zumindest nicht offiziell).

    Hier zum Vergleich (sequenzierte Kollektion):


    Die Art wohl gar nicht so selten, aber kaum bestimmbar weil sie auch in der neuen Literatur fehlt und kaum jemand schaut Trichterlinge genauer an.


    Aber leider kann man da ohne Sporenpulver nichts mit Sicherheit sagen. Es könnte ebenso eine Rhodocybe oder Entoloma sein.

    Das typischste makroskopische Merkmal, diese auffälligen weissen Rhizomophen, sehe ich bei deinem Exemplar nicht.


    Die Sporen wären auch auffällig, in KOH oder Ammoniak so eigentümlich granuliert-schillernd:


    Gruss Raphael

    Hallo Andreas


    Also den Autoren oder dem Verlag eine Sabotage zu unterstellen, finde ich nicht konstruktiv und sehr grenzwertig.

    Wir reden da von zwei namhaften deutschen Mykologen mit jahrzehntelanger Erfahrung, die einen Ruf zu verlieren haben.

    Warum sollten die ihr eigenes Werk manipulieren, um sich selbst in Abseits zu schiessen?
    Oder wenn sie es nicht selbst waren: Warum sollte ein Verlag sein eigenes Buch mutwillig mit Fehlern versehen, damit den Namen "Kosmos" verschandeln die Autoren hintergehen?

    Und das alles mit dem "Ziel", dass jemand eine ohnehin nicht essbare Lepiota falsch bestimmt? Sorry aber ganz ehrlich, mit dieser Unterstellung gehst du wirklich zu weit.


    Ich habe nicht alle Schlüssel nicht im Detail studiert, weiss aber dass Nummern-Fehler in fast jedem grösseren Schlüssel vorkommen:

    Schau mal hier: Errata zu Funga Nordica und anderen Schlüsseln

    Oder hier, wo einer der Mitautoren die Inputs konstruktiv sammelt: https://forum.dgfm-ev.de/threa…5b-und-literaturhinweise/

    Damit meine ich explizit nicht inhaltliche Fehler, also nicht falsche Sporenmasse oder so. Sondern einfach Fehler in der Nummerierung des Schlüssels.

    Man könnte nun auch Kapazitäten wie Noordeloos oder Örstadius vorwerfen, dass sie ihren Schlüssel sabotiert haben. Aber warum sollten sie das tun?

    Da nach Regelmässigkeiten suchen, führt dich völlig am Ziel vorbei. Es ist einfach ein unabsichtlicher Fehler, dessen Auswirkungen nicht vorhersagbar sind, ausser dass er für den Anwender halt ärgerlich ist.


    Wie es vermutlich zustande gekommen ist, habe ich eigentlich schon erklärt (Zeitdruck, Komplexität eines Werks von fast 800 Seiten) und wiederhole es jetzt nicht nochmal.

    Man muss nicht hinter jedem menschlichen Fehler eine Sabotage oder sonstige Absicht vermuten, sonst driftet man schnell in eine Verschwörungstheorie ab.


    Jeder, der ein Buch von 800 Seiten ohne inhaltlichen Fehler schreiben kann, werfe den ersten Stein.

    Und wenn das jemand kann, möge er oder sie sich bitte in Zukunft für Lektioriatsarbeit zur Verfügung stellen und sämtliche Fehler eines solchen Werks vor Veröffentlichung ausmerzen.

    Solche Leute werden dringend gebraucht, niemand wird ein solches Angebot ablehnen.

    Ich schicke dir gerne meine nächste Publikation zum Korrekturlesen. In der letzten habe ich auch einen Fehler entdeckt: Zwei Mikrozeichnungen hatte ich mit den Buchstaben a-e beschriftet, in der Legende aber 1-5 geschrieben. Könnte das vielleicht auch eine Sabotage sein?


    Fazit: Mein Exemplar des Buchs ist drucktechnisch einwandfrei, um auf das Anfangsthema des Threas zurückzukommen.

    Ich gratulieren den Autoren zu diesem Werk. Es ist wie jedes andere Buch nicht fehlerfrei, aber insgesamt eine gelungene Leistung.

    Wenn in nächster Zeit zu den bekannten Fehlern an geeigneter Stelle Errata veröffentlicht werden, ist meines Erachtens alles in bester Ordnung.


    Gruss Raphael

    Mir ehrlich gesagt ein Rätsel, wie sowas passieren kann.

    Sowas passiert, wenn man als kleines Team unter dem Zeitdruck des Verlags das Buch fertig machen muss.

    Wer noch nie einen Schlüssel entworfen und gestaltet hat, kann sich nicht vorstellen was da für eine Arbeit drin steckt. Und wenn man irgendwann noch eine Art mehr aufnehmen will, ändern sich all die Ziffern, und dann kann es halt vorkommen dass Menschen einen Fehler machen.


    Das Problem mit den Schlüsselfehlern ist recht pragmatisch lösbar: hier im Forum die Fehler sammeln, damit man davon weiss. Dann nehme man einen Stift in die Hand, streiche die falsche Ziffer durch, und schreibe die richtige daneben.


    Übrigens haben die meisten Schlüssel solche Fehler drin, die biblische Funga Nordica ebenso wie diverse wissenschaftliche Publikationen. Menschen sind keine Roboter.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Man sollte ja meinen, eine Gattung mit etwa drei europäischen Arten sei einfach.

    Aber nein, ich verzweifle mit diesem (leider einzelnen) Pilz. Gefunden Oktober 2022 in einem Buchen-Fichten-Wald.




    In KOH sehen die Sporen irgendwie stachelig aus.


    In Kongorot sieht man es noch besser.


    Und in Melzer erkennt man, dass eigentlich die Aussenschicht glatt und amyloid ist, und die innere Schicht inamyloid.

    Damit ist mal klar, dass es eine Fayodia ist.


    Cheilozystiden hat der Pilz auch. Ach ja, die Basidien sind 2- oder 1-sporig. Schnallen gab es auch.


    Was mache ich denn jetzt damit...


    - Fayodia bisphaerigera und F. bisphaerigerella haben keine kopfigen Zystiden, keine so graue, faserige, ungeriefte Hutoberfläche. Und keine anastomosierenden Lamellen.

    - Fayodia gracilipes ist ein nomen dubium und soll sich von F. bisphaerigera vor allem durch längere Zystiden unterscheiden.

    - Fayodia campanella hat riesige, keulige Zystiden.

    - Fayodia anthracobia hat keine Schnallen und auch andere Zystiden.


    In der Mycobank gibt es noch diverse andere Fayodia-Arten. Die meisten heissen heute anders.

    Andere aus Südamerika oder Neuseeland, die habe ich jetzt mal noch nicht in Betracht gezogen.


    Hat jemand schon mal was ähnliches gefunden? Vielleicht ist Fayodia bisphaerigera makroskopisch variabler als man es in der Literatur vorfindet?

    Wäre um jede Hilfe dankbar.


    Ach ja: Bevor die obligate Sequenzier-Empfehlung kommt: In den öffentlichen Datenbanken sind keine Typussequenzen von Fayodia-Arten.

    Ich habe zwar eine Sequenz machen lassen, aber ohne gesicherte Vergleichs-Sequenzen ist die im Moment nicht viel wert.


    Gruss Raphael

    Hallo Uwe ( Cortinarius )


    Ich habe diesen kleinen Schleimfuss (Nr. 10 oben) sequenzieren lassen.

    Nun bin ich noch etwas verwirrter. Das Ergebnis ist sehr eindeutig, 99.2% Übereinstimmung mit dem Typus von Thaxterogaster alboamarescens.

    Die Art wurde 2015 von Kytöv. et al. als Cortinarius alboamarescens beschrieben und ist bisher fast nur in Skandinavien kartiert.

    Die Beschreibung passt soweit ganz gut, aber die Autoren geben als Habitat Nadelwälder an (Picea, Pinus), und eine Kollektion unter Fagus.

    In den untersuchten Kollektionen werden auch noch Betula und Populus erwähnt.

    Kann es sein, dass diese Art nun plötzlich in einem Polster von Salix herbacea auf 240m wächst?


    Von Cortinarius glacialis finde ich keine öffentlich zugänglichen Sequenzen. Vielleicht ist das am Ende das gleiche...


    Gruss Raphael

    Hallo Christian


    Ein Trichterling ist das sicher nicht, die haben in der Regel Schnallen die man sofort sieht.

    Hast du nach Zystiden gesucht? Vielleicht findest du merkwürdige, zylindrische, teils septierte Elemente an den Lamellenschneiden. Dann wäre es Clitopilopsis (Rhodocybe) hirneola.

    Ich würde mir dann die Sporen noch genauer ansehen, ob die wirklich ganz glatt sind. Oder doch eher ganz leicht eckig.

    Einige Sporen scheinen mir auf deinen Bildern schwack eckig zu sein, und mindestens eine auf dem ersten Bild ist auch grösser als du schreibst.

    Gruss Raphael