Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Andreas,


    oh, das ist ja super. War mir nicht bewusst. Gilt das Angebot generell für Autoren der Z. Mykol. oder nur für Mitglieder der DGfM?


    Ich finde es gut, wenn Vereine, die die finanzielle Möglichkeit haben, hier unterstützend tätig sind. Das heißt, wenn man einen Artikel für die Z. Mykol. vorbereitet und für diesen Sequenzierung(en) benötigt, dann kann man das über dich/die Redaktion beantragen?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Seass Peda,


    ois guade zum Buadseldog! I hoff, du feiast schee und dringgsd a guads Bier auf's neiche Lehmsjoar.



    Und da du de Lorcheln magst, hob I a Buidl von dera Rundsporigen Lorchel fia Di - de is aus'm Nationalpark drunt im Bayerwoid. Gyromitra sphaerospora auf schlau.


    Ois guade,

    dei Christoph

    Servus beinand,


    ich weiß nicht, in welches Unterforum das gehört - ich bitte ggflls. um Verschieben :-).


    Es ist soweit, der gemeinsame Youtube-Kanal der ÖMG und der BMG ist online. Im Moment haben wir einen Vortrag öffentlich hochgeladen, es werden aber weitere folgen. Wir wollen auch kurze Lehrvideos aufnehmen und zeigen - zum Beispiel Gegenüberstellung von Speise- und Giftpilzen oder was sonst noch interessant erscheint.


    Hier der Link zum ersten Vortrag:


    Man kann den Kanal natürlich abonnieren - dann sieht man, wenn man auf youtube geht und sich anmeldet, ob neue Inhalte da sind oder nicht. Jedenfalls könnt ihr mir hier eineinhalbstunden lang (wer das aushält) zuhören, wie ich ein paar Pilze vorstelle. Wer meinen Vortrag also nicht ansehen konnte, kann das nachholen. Der Vorteil: man kann hier auch einfach vorspringen, wenn einen ein Pilz nicht interessiert und sich die Teile rauspicken, die man für sich wichtig findet.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Bernd,


    interessanter Fund! Bei Pachyella bin ich aber relativ ahnungslos. Ich weiß auch nicht, was bereits sicher bestimmt und sequenziert ist. Bei Gyromitra weiß ich, dass viele Sequenzen vorliegen, auch von Typusmaterial. Deshalb werde ich da sequenztechnisch aktiv. Pachyella müssen aber andere machen ;-).

    Falls schon authentische Sequenzen vorliegen, würde es sich lohnen. Wenn du einen Artikel über den Fund schreiben willst und dafür die Sequenz nötig ist, zahlt die Sequenz ja die BMG und der Verein für Pilzkunde München (die mycologia Bavarica hat ja ein Budget, um Amaterumykologen hier zu unterstützen, indem sie Sequenzierkosten auf Antrag übernehmen kann).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jörg,


    danke für das Posten des Links! Der zweite Vortrag wird auch auf dem Kanal veröffentlicht. Zudem wollen wir auch ein paar kleine Lehrvideos vorbereiten (z. B. Gegenüberstellung von Gift- und Speisepilzen, Warnungen vor Vergiftungen usw.). Das ist alles in der Aufbauphase.


    In dem Zusammenhang möchte ich gleich an zwei Vorträge nächste Woche erinnern:

    Morgen halten Till Lohmeyer und Ute Künkele einen Vortrag über Australien (18.30 Uhr)


    Über diesen Link könnt ihr direkt dem Zoom-Meeting beitreten


    Launch Meeting - Zoom


    Ihr könnt auch über den Zoom-Client teilnehmen, wenn ihr folgende Daten verwendet:


    Meeting-ID: 959 4262 9422

    Kenncode: 855742


    Und am Donnerstag um 19.30 wird Karl Wehr über 20 Jahre Kartierung im NSG Depot berichten - das lohnt sich auch hundertprozentig. Wir haben übrigens unseren Account aufgestockt und haben keine 100er-Beschrämkung mehr.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schupfi,


    ich war ein paar Tage offline, deshalb melde ich mich erst jetzt zu Wort. Die Erbsenstreulinge sind noch zu jung - es geht zwar über die Sporenmaße wenig, aber anschauen würde ich das natürlich schon. Was aber für die Bestimmung wichtig ist: der Farbverlauf beim Ausreifen, also hier von gelb hin zu... Insofern ist die Beobachtung von jung zu alt sher wertvoll. Zum Glück haben wir nach aktuellem Stand ja nur ca. 5 Arten in Europa.


    Der Krempling sieht für mich nicht nach Paxillus involutus s.str. aus, wohl aber, wie du ja richtig schreibst s.l.


    Tolle Funde!


    Liebe Grüße und vielen Dank für das Streulingsangebot, auf das ich natürlich gerne zurückkomme,

    Christoph

    Servus Norbert, Björn und Karl,


    vielen Dank für euren Input! Falls die Sporenmaße davon abhängen, auf welchem Geschlecht der Wirtspflanze der Pilz hockt, wäre das sehr spannend. Offenbar ist aber die Angabe aus Brandenburger und Klenke & Scholler zu eng gefasst, wenn bei euch, Karl und Björn, auch entrsprechend größere Maße rauskommen.


    Vielleicht wird sowas auch zu selten mikroskopiert, da man über den Wirt makroskopisch bestimmen kann. Es zeigt aber, dass es sich lohnt, immer mal auch genauer hinzusehen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Andreas,


    sorry für die späte Reaktion - ich war ein paar Tage offline.

    Erstaunlich - aber dann weiß ich Bescheid, wo das her ist. Danke dir.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Ein Perispore ist per Definition eine Hülle außerhalb der eigentlichen Sporenwand, und das kann ich hier einfach nicht erkennen. Aber wo nun genau die Grenze zwischen einem echten Perispor liegt zu einer sich blasig abhebenden Sporenwand die aber kein echtes Perispor ist, das bin ich überfragt. Ultrastrukturell sicherlich nachweisbar, aber jetzt so für unsere Praxis?

    Servus Andreas,


    ich wollte da schon früher eingrätschen und nachfragen, hatte aber leider vorher keine Zeit. Jedenfalls bin ich etwas verwirrt, denn das Perispor kenne ich natürlich als Teil der Sporenwand.


    Die Sporenwand ist ja mehrschichtig und meist sehr komplex, weshalb sich viele verschiedene Begriffe gebildet haben. Manche Schichten sind lichtoptisch gut zu sehen - Pegler & Young haben da in der 80er Jahren des letzten Jahrhunderts lichtoptisch gearbeitet (anhand von Schnitten durch Sporen).


    Ich kenne klassisch für Basidiomyzeten (v. a. Agaricales und Russulales) folgende Schichtung in der Reihenfolge von außen nach Innen:


    Ektosporium

    Perisporium

    Exosporium (bei dickwandigen Sporen)

    Episporium

    Endosporium


    Das Perisporium ist nichtmal die äußerste Schicht. Oder unterscheidest du zwischen den Schichten, die vom Apikulus gebildet sind und denen, die von Innen bei der Umhüllung der Kerne gebildet werden? Die verschmelzen ja zu einer gemeinsamen Sporenwand. Dass das Perispor (und dann auch das Ektospor) nicht zur Sporenwand gehören, kenne ich so nicht. Du schreibst per definitionem - hast du eine Quelle dafür? Fände ich wichtig, damit ich weiß, was andere unter dem Begriff verstehen könnten. Oder meinst du eigentlich alle Schichten außerhalb des Episporiums?


    Das Ektosporium ist sehr dünn und lichtoptisch meist nicht sichtbar, deshalb scheint im Lichtmikroskop das Perispor die äußerste Schicht zu sein (man muss auf optische Täuschung durch die Beugungsringe aufpassen, das zweite Minimum wird gerne als Ektosporium missinterpretiert, das erste Maximum als Perisporium. Das Ektosporium ist oft sehr klebrig und sorgt dafdür, dass Sporen auch auf Glas festkleben können.

    Das Perispor ist meist gallertig und enthält - je nach Gattung/Art - amyloide Substanzen.

    Das Exosporium ist für grobe Ornamente zuständig. Das Perispor liegt dann als dünne Schickt auf diesem auf. Das Exosporium ist lichtoptisch gut zu sehen und wenn das Perispor amyloid ist, kann man beide Schichten lichtoptisch gut getrennt sehen.

    Das Episporium ist das innere Grundgerüst der Sporenwand und bildet auch die Apikuluswand (da fehlen Exo-, Epi- und Ektosporium). Deshalb müsste man, wenn, dann alles jenseits dessen meinen, wenn man von "nicht zur eigentlichen Sporenwand zugehörig" spricht. Wobei ich das so nicht sagen würde, denn warum sollen die anderen Schichten nicht zur Sporenwand gehören - nur, weil sie oft nicht säureresistent sind?


    Es werden auch andere Begrifflichkeiten verwendet, so z. B. Myxosporium vs. Eusporium. Oder Sporothecium, Epitunica, Coriotunica, Corium... Je nachdem, ob man es lichtoptisch oder elektronenoptisch definiert.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schupfi,


    Nr. 2 ist Leccinum versipelle s.str. für mich.

    Nr. 1 ist für mich schon abweichend, wenn die Farben passen. Das könnte in die Richtung dessen gehen, was Redeuilh als Leccinum callitrichum beschrieben hat. Die schwarzschuppigen Rotkappen brauchen eine aktuelle Revision anhand einer Multigenanalyse. Im Moment ist da einiges ungeklärt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claudia,


    freut mich, dass es dir gefallen hat! Und servus Jörg: ich hoffe, dass die Impfung gut verlaufen ist. Der Vortrag wird später online gestellt, bei Interesse kannst du ihn dann anschauen, nur halt nicht mitdiskutieren.


    Morgen werde ich nochmals vortragen - diesmal über den Zoom-Account der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft. Es geht dabei nur um makroskopische Bestimmungsmerkmale, vor allem die Hüllen der Großpilze.


    Einen ähnlichen Vortrag habe ich hier schonmal gehalten, nur ist der jetzt detaillierter, geht mehr in die Tiefe und ist genauer. Ich werde aber trotzdem zweisprachig bleiben, deutsch und wissenschaftlich. Wer mit dabei sein will, muss an Irmgard eine Mail schicken (irmgard.greilhuber "ät" univie.ac.at) – sie schickt den Teilnahmelink mit Passwort.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe heute beim Gassigehen als Beifang einen Morchelbecherling am Wegrand im Fichtenwald gefunden, ohne Esche etc. Aber das ist off topic. Ich habe am selben Weg, aber an anderer Stelle ebenfalls am Wgrand zahöreiche, von einem Rostpilz befallene Bingelkrautpflanzen entdecken können. Die Bestimmung sollte einfach sein. In Jules Buch wird nur Melampsora rostrupii erwähnt.

    Die Aecien sind vom Caeoma-Typ (die Fotos musste ich zuhause machen, da ich keine Kamera dabei hatte - deshalb der seltsame Hintergrund):



    Natürlich prüfe ich auch solche Funde mikroskopisch nach. Im Klenke & Scholler werden ja noch andere Melampsora-Arten an Mercurialis erwähnt.


    Nun, die Sporen der Aecien waren sehr groß und messen (25 lebend in Wasser gemessen) 17-22,6-30,5 x 15,5-20,1-23 µm


    Sie haben ein sehr schönes Ornament - hier zwei Tafeln (Kollegen) und ein Ausschnitt aus der zweiten Tafel, damit man das Ornament auch sieht, wenn man nicht auf die Bilder klickt:


    Sporenkollage mit Beispielmessung – die Form ist variabel von kugelförmig über fast quaderförmig mit abgerundeten Ecken bis länglich (Voranschau - draufklicken und vergrößern für maximale Auflösung)


    Sporen in unterschiedlichen Schärfeebenen. Richtig hübsch finde ich, wie sich die Öltröpfchen innerhalb der Sporen anlagern und so kleine Ringe bilden (mittlere Sporenreihe) – (Voranschau - draufklicken und vergrößern für maximale Auflösung)


    Auf die Sporenoberfläche und dort auf die Enden der Warzen scharfgestellt.


    Vergleiche ich nun die Maße mit dem Standardwerk von Klenke & Scholler (2015), dann ergibt sich ein kleines Problem:


    Schlüsselt man, dann wird erst gefragt, ob es eine mediterrane Aufsammlung sei, sie nur auf Mercurialis annua vorkäme oder ob der Wirt M. perennis oder M. ovata sei. Da es M. perennis ist, kommt man sofort aud M. rostrupii. Geht man den Alternativweg, geht's weiter auf 2 - da wird gefragt, ob die Aecidien orange oder weiß sind - also orange und man ist bei Melampsora pulcherrima.


    Soweit so gut, nur steht in der Beschreibung vom M. rostrupii, dass die Sporen nur 13–24 × 11–17 μm groß seien. Melampsora pulcherrima, die mediterrane Art an Mercurialis annua hingegen soll größere Sporen mit Maßen von 20–26 × 15–20 μm haben.


    So, jetzt habe ich also an M. perennis eine großsporige Melampsora, die inBezug auf die Sporenmaße allein also auf M. pulcherrima passt.


    Was tun? Ein Blick in den Klassiker - der Brandenburger... was sagt der? Der gibt für Melampsora pulcherrima sogar Maße von 15-29 x 15-22 µm an. Das passt sehr gut zu meinem Fund.

    Und für M. rostrupii gibt er 13-24 x 11-17 µm anm also genau das, was auch Klenke & Scholler schreiben.


    Trotzdem kann es M. pulcherrima nicht sein - falscher Wirt... Sporen nicht gelb genug gefüllt... Befall auf Blättern und nicht am Stängel... Oberbayerisches Voralpenland auf 700 m, nicht wirklich mediterran...


    Also bei Jule nachschauen. Sie hat den Erstnachweis für Deutschland (von M. pulcherrima) in der Z. Mykol. 2019 publiziert: (PDF) Bemerkenswerte Funde phytoparasitischer Kleinpilze (11)


    "Melampsora rostrupii dagegen parasitiert in Deutschland nicht selten auf Mercurialis perennis und wechselt

    insbesondere zu Populus tremula, seltener zu anderen Pappeln aus der Leuce-Gruppe

    (Klenke & Scholler 2015). Weiterhin werden die Caeoma-Lager am Ausdauernden

    Bingelkraut meist an dessen Blättern, seltener an den Stängeln ausgebildet. Die

    Aeciosporen sind mit 20-26 x 15-20 µm größer als die von Melampsora pulcherrima (13-

    24 x 11-17 µm)."


    Dort steht es also anders herum - jetzt soll Melampsora rostrupii die größeren Sporen haben?!


    Entweder haben also Brandenburger und auch Klenke & Scholler die Maße verwechselt und die beiden Arten hier über kreuz oder Jule hat es verdreht. Eigentlich müsste Jule die Maße verdreht haben, denn sie diskutiert ihre Ausssage nicht einmal (und gibt leider keine Quelle dafür an). Hätte sie bemerkt, dass die beiden Standardwerke die Maße verwechslet hätten, würde ich denken, dass sie dies in ihrer Publikation zumindest erwähnt und richtigstellt. Hätte ich jetzt also recht kleine Sporen gefunden, wäre ich sicher bei M. rostrupii.


    So bleibt eine Restunsicherheit. Gibt es noch eine Art mit großen Sporen an Mercurialis perennis? Haben sich die Standardwerke geirrt? Was sind eure Erfahrungen (es sind ja einige PhytofreundInnen hier unterwegs). Habt ihr die Sporen (I) vermessen und mit der Literatur abgeglichen?


    Ich habe jetzt mal Melampsora rostrupii als Namen gewählt, aber wegen der Unsicherheit der Angaben in der Literatur bleibt erstmal ein kleines cf. Ich muss mal die Originalbeschreibung nachrecherchieren (oder auf Input von euch und von Jule warten).


    Auf alle Fälle ist es ein schöner Pilz - die Sporen haben was, ein tolles Ornament.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Bernd,


    das schaue ich mir natürlich sehr gerne an. Oben bin ich auch bei Dissingia leucomelaena (die Artengruppe wurde mittlerweile als Gattung definiert). Die zweite kann aber auch eine Dissingia sein, wobei da die Rippen schon sehr deutlich sind. Ich schau's mir aber wie gesagt gerne genauer an ^^.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Die Pilze wuchsen in einer ringförmigen konstellation zwischen, Erlen und Äschen, in einem aber überwiegend mit Weiden bewachsenen teil des Waldes dicht am Wasser der Binnen- landschaft.

    Servus Jesse Paul,


    oh, die armen Äschen - die tun mir leid. Die ersticken doch an Land. ==Pilz26

    (Äschen sind die Fische, Eschen die Bäume)


    Bitte nicht übel nehmen, ich hatte nur gerade das Bild vor Augen ==Prust


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Da ist doch keine abgestutzt, oder?


    Melzer habe ich jetzt weggelassen, weil frisch war der Pilz wirklich nicht mehr.

    Servus Schupfi,


    nein, da sehe ich nichts Abgestutzes. Die Sporen von X. porosporus wurden ja bereits hier gezeigt, deshalb zum Vergleich, was ich mit subtrunkat (X. chrysenteron) meine:



    Die Sporenenden, auf die die roten Pfeile zeigen, sind nicht komplett rund, sondern ein bisserl wie bei einem Kastenbrot, also mit stumpfen Ecken. Deine Sporen sehen nicht so aus, aber X. chrysenteron wurde ja eh schon ausgeschlossen. Bei "wirklich" trunkaten Xerocomellus-Sporen sind die Zellwände an den stumpen Ecken verdickt, was dann einen Keimporus vortäuscht. Die Wand zwischen den Verdickungen ist ja nicht dünner als normal (wie beim Keimporus), sondern im Gegentiel dort verdickt und bilden von hinten gesehen eine Art Ringwulst.


    Xerocomellus truncatus wurde auch schon in Europa gefunden - im Elektronenmikroskop zeigen sich da Längsrippen und zudem Löcher in der Sporenand. Ich habe Material von Singer aus Nordamerika selber untersucht und auch gerastert - die Streifen konnte man mit Interferenzkontrast und Uni-Optik gerade noch sehen, im Elektronenmikroskop waren sie klar zu sehen, die Löcher aber auch. Aber auch der fällt raus durch die Sporenenden.


    Was Melzers angeht - mit frisch meinte ich lebende Sporen. Das wäre also vermutlich noch gegangen. Es wäre aber großer Zufall, wenn es eine der amyloiden Arten wäre (zwei sind beschrieben, eine unbeschrieben plus x, denn wer testet Melzers an den Sporen?).

    Pruinatus-Hyphen hättest du auch noch finden können, wenn der Fruchtkörper irgendwie noch lebt (dickwandige, amyloide Hyphen in der unteren Stieltrama). Bekannt sind die bisher m.W. nur von X. pruinatus und X. cisalpinus (müsste aber auch konsequent geprüft werden).


    Ich selber bin immer noch sehr zurückhaltend, was makroskopische Bestimmung von Xerocomellus-Arten angeht. Es wurden sicher noch nicht alle Arten beschrieben und es gibt eben doch mehr Mikromerkmale als nur die Sporen allein.


    Schade, dass der Fruchtkörper hinüber ist. Bitte bei interessanten Funden immer erstmal trocknen - wenn sich dann niemand findet und man wirklich keinen Platz hat, könnte man später ja immer nich entsorgen. Einen halb vergammelten Pilz aus der Biotonne nachzuuntersuchen macht aber wirklich wenig Spaß (daher danke, Schupfi, dass du mir das ersparst) ;-)

    Deine Nachbarn dürften Augen gemacht haben. Danke für den Einsatz deines Rufs, um nochmal Fotos zu machen ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servis beinand,


    X. cisalpinus sehe ich da ehrlich gesagt auch nicht (makroskopisch). Und X. porosporus kann durchaus auch mal stark blauen. Das würde mich nicht so stören. Um es als solchen abzusichern, würde ich aber gerne typische Sporen sehen, also mit klar verdickter Wand am hinteren Ende. X. chrysenteron hat subtrunkate Sporen, aber eben ohne Zellwandverdickung.


    Im Übrigen bitte nicht dem Umkehrschluss verfallen, dass es, wenn es nicht X. cisalpinus ist, deshalb X. prosporus sein müsse. Es gibt eine noch unbeschriebene Art in Europa, die makroskopisch X. porosporus sehr ähnelt, aber keine trunkaten Sporen hat, dafür aber amyloide Sporen (frisch). Getrocknet ist das Merkmal weg. Man sollte bei Xerocomellus immer mit Melzers arbeiten. Auch, um zu prüfen, ob die sogenannten pruinatus-Hyphen im Stiel vorkommen (die z. B. auch X. cisalpinus zeigt).


    Ich kann mir den Röhrling aber gerne anschauen, wenn Schupfnudel ihn mir schickt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Raphael,


    für mich sind die Sporen im Profil gesehen klar warzig / uneben. Rostbraunes Sporenpulver passt auch. Damit wäre ich auch bei einer der dunkellamelligen Naucorien, wobei ich die selber nie in der Hand hatte. P.-A- Moreau ist sicher der ideale Ansprechpartner. Trau dich - er wird es sicher nicht als Belästigung empfinden ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    beim Nelkenschwindling wäre ich auch (aber eben nur als Vermutung).


    Leider gibt es auch Pilze in der Wiese, die für Welpen gefährlich sind. Ich hatte als Pilzsachverständiger eine Hundevergiftung betreut. Der Welpe hat einen Risspilz gefressen. Die Bestimmung war einfach (es war Pseudosperma rimosum s.l., also einer der kegeligen), da der Hund einen Fruchtkörper einer Gruppe gefressen hatte. Durch die schnelle Diagnose Muscarin konnte die Tierklinik, die wenig (keine) Erfahrung mit Pilzvergiftungen bei Hunden hatte, direkt therapieren und den Welpen retten.


    Was aber hier klar ist: das ist natürlich kein Risspilz (und Symptome wären dann recht bald eingetreten)


    Nelkenschwindlinge enthalten für Pilze recht große Mengen an Blausäure. Inwiefern die Menge für Hunde gefährlich ist, kann ich nicht abschätzen. Vermutlich ist die Dosis zu gering. Ich würde aber wegen der Blausäure auch als Mensch keine Nelkenschwindlinge roh probieren (unabhängig von einer möglichen Magen-Darm-Giftigkeit durch Lektine oder anderes Zeugs).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    leider konnte ich heute bei der Mikroskopiersession nicht dabei sein - ich hatte sie aber über das BMG-Forum versucht, zu bewerben ;-).


    Morgen Abend bin ich dran...Mein Vortrag wird 18 Arten vorstellen (nur 18? Ja, nur 18, dafür hole ich jeweils ein bisserl aus) – dabei wird breit gefächert hoffentlich interessantes und wissenswertes mitgeteilt. So z. B. makroskopische Gattungs- und Artmerkmale, viel zur Mikroskopie (mit vielen Mikrobildern), aber auch zur Systematik und zur Bestimmung per DNA-Sequenz (drei der Arten wurden DNA-analytisch bestimmt). Es werden normale "Großpilze" (Lamellenpilze, Stachelpilze, Schlauchpilze) aber auch "Kleinpilze" gezeigt. Letztere geben makroskopisch oft wenig her, können aber im Mikroskop faszinierend sein. Kurz gesagt: einmal quer Beet anhand 18 ausgewählter Arten (manche sind sehr bekannt, manche sehr wenig...).


    Übernächste Woche, am 10. Juni, ist dann Karl Wehr an der Reihe (wisst ihr ja schon). Das "Depot" kennt jeder, der hier aufmerksam im Forum dabei ist. Eine Zusammenstellung von 20 Jahren Kartierung auf der Fläche ist aber sicher für jeden spannend. Ich freu mich schon sehr.


    Und am 17. Juni wird Rudi Markones Junipilze vorstellen. Eine bessere Animation, spätestens am Wochenende drauf selber aktiv zu suchen, kann es ja wohl kaum geben. Ich selber werde vermutlich nicht dabei sein können, da ich da meine 51. Sonnenumrundung feiere. Mir ist schon ganz schwindelig vom Herumschwirren...


    Die ÖMG bietet gemeinsam mit der BMG am 31. Mai einen Vortrag an - wiede halte ich ihn... es geht um Vela und Lamellenansatz. Das hatte ich hier schon gehalten und die Inhalte werden sich natürlich überschneiden, aber der Vortrag wird sich schon deutlich unterscheiden.


    Am 7. Juni werden Till R. Lohmeyer und Ute Künkele über Australien: Pflanzen, Tiere, Pilze, Landschaften referieren. Auch wenn die Pilze nur an dritter Stelle stehen, ist der Vortrag für alle Naturfreundinnen und -freunde sicherlich wärmstens zu empfehlen.


    Die Zugangsdaten für den Vortrag morgen sind im BMG-Forum schon online: Digitale Vortragsreihe der BMG - Start am 20. Mai 2021


    Infos zu den Vorträgen der ÖMG findet man hier: Onlinevorträge - Termine verschiedener Angebote (nicht nur BMG) (einfach auf den Vortragstitel klicken)


    Der Vortrag am 31. Mai wird auch auf youtube übertragen (hidden link, nicht öffentlich) - wer zoom nicht nutzen mag/kann, kann da über youtube mit dabei sein (und über den dortigen chat interagieren und Fragen stellen, nur halt ohne Mikro und Selberreden).


    Vielleicht sehen wir uns ja virtuell,

    liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Sebastian,


    ich kann vermutlich nur wenig beitragen, da ich – im Gegensatz zu Ingo – "Omphalina" praticola noch nicht selber gefunden / gesehen habe. Die Originalbeschreibung ist recht kurz und knapp. Jedenfall steht dort, dass keine Schnallen auftreten.


    Ich sehe auf deinen Fotos auch keine Schnallen – Schnallen sind doppelte Septen (der Schnallenbogen ist irrelevant), die zum Kerntransport gebildet werden. Rein theoretisch (das nur zur Erklärung) müsste man also zwei Doliporusapparate finden, an jedem Septum einen. Geht lichtoptisch nicht immer, daher nur Theorie. Will sagen: nicht der Auswuchs / die Verzweigung ist entscheidend, sondern das zweite Septum (deshalb ist auch die Aussage "Septen mit / Septen ohne Schnallen" eigentlich nicht wirklich korrekt, denn "die Schnalle" ist ja die Bildung eines weiteren Septums). Bei deiner ersten markierten Vielleichtschnalle sieht die Verzweigung zwar genau aus wie ein Schnallenbogen, aber der berührt die Folgezelle offenbar nicht einmal. Damit kann es gar keine Schnalle sein (man müsste aber gut durchfokussieren, ob im Hintergrund eine Verbindung da wäre).

    Die zweite Vielleichtschnalle sieht aus wie eine Verzweigung, die dann parallel an der Ausgangshyphe entlangwächst. Wären die Doliporen groß und das Mikroskop sehr detailreich auflösend, könnte man prüfen, ob da doch ein zweites Septum ist, aber da bin ich skeptisch (glaube das nicht).


    Um aber sicher zu gehen, solltest du (was ja auch Wolfgang schon geraten hatte) unbedingt junge Basidienbasen anschauen - da zwei Septen bilden da einen schönen Winkel und sind wenn, dann meist dort zu sehen.

    Manchmal sind auch nur in der HDS Schnallen, manchmal nur in der Lamellentrama (je nach Art/Gattung). In der Stieltrama treten häufiger Pseudoschnallen auf, also Verzweigungen, die wie Schnallen aussehen, da die Hyphen hier dicht gepackt parallel wachsen.


    Da die Originalbeschreibung ausdrücklich erwähnt "keine Schnallen", wäre das ein wichtiger Punkt.


    Das Epispor kann durchaus übersehen worden sein, wenn es sich so früh ablöst. Auf jeden Fall erhärtet das den Verdacht von Sennepilz, dass dein Fund und seiner konspezifisch sind.


    Amyloidie kann im Mikroskop sehr schwer zu beurteilen sein, wenn sie schwach ist. Willst du ganz sicher sein, brauchst du im Mikroskop dickere Lagen von Sporen (übereinander) oder noch besser: ein Sporenabdruck auf Glas - makroskopisch mit Melzers geht's am allereinfachsten und sichersten. Ich kann mir schon denken, dass die Sporen nicht wirklich amyloid sind.


    Rein von außen betrachtet und die Beschreibungen deutend, wäre ich auch bei "Omphalina" praticola - nach Überprüfen der Schnallen. Meines Wissens wurde der Typus noch nicht sequenziert (müsste mal recherchieren). Wäre spannend, wohin die Art gehört.


    Rickenella (weil angesprochen) kann man nicht nur wegen der Sporenform, sondern vor allem durch das Fehlen der Setae / Zystiden sofort ausschließen.


    Fayodia und Gamundia schließe ich ebenfalls aus (wurde ja auch schon von Ingo diskutiert). Auch makroskopisch passt das m.E. nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Philipp,


    die Basidien sehen sehr nach auricularioiden Basidien aus. Bist du sicher, dass das eine Tremella ist? Ich habe an Pyrenopeziza cf. mercurialis ebenfalls einen Befall gefunden, der nur intrahymenial war. Da hatte ich ebenfalls auricularioide Basidien. Hast du die Originalbeschreibung von Tremella discicola? Sind die Basidien da auch so oder eben doch typisch tremelloid? Ich weiß, dass es Arten gibt, die intermediäre Basidien haben (also mit schrägen Septen, daher fast noch auricularioid), aber hier sieht es schon sehr nach dem klassischen auricularioiden Basidien aus. Mangels schnellem Bestimmungserfolg habe ich meinen Fund erstmal im Fungarium geparkt.


    Liebe Grüße,

    Christoph