Beiträge von boccaccio

    Hallo Martin,


    ohne jetzt Mikromerkmale verglichen zu haben, würde ich Nr. 3 makroskopisch eher für Peniophora incarnata halten.


    Björn

    Hallo Sebastian,


    die Sporen bei Nr. 6 sehen sehr zylindrisch aus. Wenn ich das mit der Sporen-Abbildung bei Neuhoff vergleiche, sehen die Sporen da deutlich allantoider aus Bei Nr. 7 würde ich eher zu Exidia glandulosa tendieren. Exidia pithya ist sehr flach, wächst eher flächig und ist meist konzentrisch zoniert. Ich hatte jetzt am Wochenende auch mal E. pithya und E. glandulosa mikroskopiert und bilde mir ein, daß sich das braune Hyphen-Gezumpel der Fruchtschicht bei beiden Arten unterscheidet. Bis das aber wirklich spruchreif ist,muß ich noch mehr davon unters Mikro kriegen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich eine Runde in der Ohligser Heide in Solingen unterwegs. Abgesehen von einer Zeugin Jehovas, die mit mir über Gott sprechen wollte, gab es dort zum Glück auch jede Menge interessante Pilze.


    1. Myxarium nucleatum agg. Ich habe 71 Sporen gemessen und komme dann auf 12.1+-0.8 x 5.1+-0.3, Q=2.4+-0.2, 10.3-14.1 x 4.5-6.1, Q=2.0-3.1, was laut Spirin zu Myxarium hyalinum führt. Hat jemand Funderfahrung mit dieser Gruppe und kann da mehr zu sagen?

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    2. Am gleichen Ast wie oben saß auch noch Exidia nigrescens


    3. An Pinus sylvestris gab es dann Therrya fuckelii. Mal schauen, ob die Fruchtkörper hier zu Hause noch schöner nachreifen

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    4. Exidia pithya


    5. Anthrodia xantha


    6. Das würde ich Diatrype bullata nennen. Mich irritiert nur das Substrat. Ich hätte hier eher zu Roteiche statt Weide tendiert. Die Knospen auf dem 2. Bild gehören zum Holz

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    7. Diplodia sapinea im weiteren Sinne.


    8. Nemania serpens


    9. Anthostomella rubicola ex Rubus fruticosus agg.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Dienstag bin ich mal wieder auf einer kleinen Runde in der Rheinaue Walsum unterwegs gewesen und konnte dabei einige Pilze einsammeln.


    1. In Walsum selber wuchsen einige Ginkgos am Straßenrand (interessanterweise weibliche Pflanzen, die im Herbst schrecklich stinkende Fürchte produzieren). An den abgestorbenen Blättern Bartheletia paradoxa


    2. Cryptosphaeria eunomia ex Fraxinus excelsior


    3. Valsa ambiens ex Acer pseudoplatanus


    4. Eine unbekannte Diaporthe an Clematis vitalba


    5. Diatrype bullata

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    6. Schizophyllum amplum


    7. Gnomoniella rubicola ex Rubus fruticosus agg.


    8. Diaporthe oncostoma ex Robinia pseudoacacias


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe gestern in der Ohligser Heide auf liegenden Ästen von Pinus sylvestris (Dicke etwa 1 cm) auch eine Diplodia gefunden. Die Konidien sind deutlich rauwandig und messen 35.8-41.5 x 13.3-15.0, im Mittel 39.5 x 14.3. Das wäre also ein Kandidat für D. scrobiculata. Was denkt ihr? Was mich in dem Artikel von Phillips et al. etwas irritiert ist die Beschreibung der konidiogenen Zellen. Die sollen bei D. scrobiculata ja braun sein und bei D. sapinea hyalin. In den entsprechenden Abbildungen sind aber beide Male hyaline Zellen zu sehen.



    Björn

    Hallo Ingo,


    das kommt immer drauf an. Normalerweise sitzen die Fruchtkörper ja am Substrat, das man dann auf den Objektträger legt, d.h. wenn man gezielt drauf achtet, kriegt man da automatisch Kontakt zwischen Fruchtkörper und Objektträger hin.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich mal wieder eine Runde im Stadtwald unterwegs und habe nach Pilzen geschaut. Viel tut sich aktuell gerade nicht, aber ein bißchen was geht ja immer.


    1. Exidia nigricans


    2. Phleogena faginea


    3. Leptosphaeria acuta an Brennessel


    4. Tremella mesenterica


    5. Vaginatispora fuckelii an Rubus fruticosus agg.


    6. Plagiostoma aesculi an Aesculus hippocastanum


    7. Diese komischen Gebilde wuchsen ebenfalls an dem Aesculus-Ast, in der Nähe der Plagiostoma, allerdings nicht direkt auf ihnen.


    8. Lange gesucht und endlich gefunden: Massaria inquinans an Acer pseudoplatanus

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    Björn

    Hallo zusammen,


    bei der Gallertträne sieht das mikroskopisch tatsächlich eher nach einer Anamorphe aus. Ich meine da Konidien zu erkennen und keine Sporen, die an Basidien wachsen sollten. Ich hatte seinerzeit mal eine D. stillatus Anamorphe mikrokopiert, das sah dann aber irgendwie doch noch mal einen Ticken anders aus...eher wie ein Gewusel von Würsten.

    Andererseits sieht das auf dem ersten Foto schon nach Basidiosporen aus, man erkennt ja z.B. einen Apikulus. Bei Gallerttränen gibt es die Besonderheit, daß die Sporen nur dann ihre wahre Septierung zeigen, wenn sie beim Abwurf auch in Kontakt zum Hymenium stehen. Wenn man einfach einen normalen Abwurf macht, hat man fast nur unseptierte Sporen.


    Björn


    PS: Ich würde Dacrymyces auch immer in Kongorot mikroskopieren, das gibt einfach einen schönen Kontrast.

    Hallo Kirsten,


    Gallerttränen sind nur mikroskopisch zu bestimmen (und auch das macht wenig Freude, selbst wenn die an und für sich mikroskopisch sehr hübsch aussehen). Ich könnte mir hier wegen der zipfeligen Form auch noch junge Hörnlinge vorstellen, die evtl. mal Frost abbekommen haben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich denke, daß große Lob gebührt dem Feldhasen. Ich habe dann ja nur fotografiert, was er so produziert hat :D


    Eine Pilobolus-Übersicht klingt gut, wobei ich selber fast immer nur P. roridus/umbonatus auf meinen Proben habe und da dann entsprechend wenig Bildmaterial beisteuern kann. Außerdem ist Pilobolus in einem blöden Größenbereich: Zu klein für gescheite Fotos mit dem Makroobjektiv, aber zu groß und vor allem zu 3D für Fotos durchs Mikrokop.


    Björn

    Hallo Martin,


    ich denke, daß man mit 4 Sporen keine wirkliche Aussage treffen kann. Da solltest du wie bereits geschrieben einen Sporenabwurf machen und dann mindestens 20 Sporen messen. Dann hast du eine bessere Statistik und kannst auch mit den Sporenmaßen in den Beschreibungen in dem von Nobi verlinkten Artikel besser vergleichen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei meiner Tour durch die Holtwicker Wacholderheide im Dezember ist mir dieses nette Grüppchen Schafdung ins Auge gefallen


    Da konnte ich natürlich nicht dran vorbei und habe mir eine Portion für zu Hause mitgenommen. Das hat sich auch gelohnt, denn es gab schon einige Dungpilze zu bestaunen.


    1. Thelebolus stercoreus


    2. Pilobolus roridus, wieder mal vergesellschaftet mit seinem buckligem Bruder P. umbonatus.


    3. Ascozonus woolhopensis


    4. Ascobolus albidus


    5. Letztens hatte ich ja auf dem Depot-Pferd schon einen Kandidaten für Podospora excentrica, der sich leider wegen fehlender Caudae-Bilder nicht dingfest machen ließ. Zum Glück hat sich die Art dann hier noch mal gezeigt, diesmal auch mit Caudae (die aber offenbar sehr leicht kollabieren).


    6. Lasiobolus ciliatus


    7. Ich habe zwar keine Sporen gezählt, tendiere aber zu 256 Sporen pro Ascus und damit zu Podospora curvicolla. Caudae waren definitiv nicht aus zwei Filamenten bestehend, wie das bei P. granulatostriata mit 512 Sporen der Fall ist, sondern sahen "normal" aus und waren ziemlich unscheinbar.


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit einigen Pyrenomyceten der letzten Tage.


    1. An Populus sp. fanden sich Haupt- und Nebenfruchtform von Plagiostoma populinum


    2. Wieder mal an Platane: Hapalocystis berkeleyi


    3. An Corylus avellana gab es Diatrypella favacea


    4. Eine Diaporthe an Acer. Sporen messen 13.7-18.4 x 4.9-5.2 µm, was für Diaporthe pustulata zu groß ist.


    5. Noch eine Diaporthe, diesmal an Robinie. Sporen messen 15.7-20.2 µm x 4.2-5.1 µm, was gut zu Diaporthe oncostoma paßt.


    6. Auf lebenden Blättern von Rubus fruticosus agg. dann noch Coleroa chaetomium

    Hallo zusammen,


    bei der Exkursion in der Rheinaue Walsum am 4.12. habe ich auch wieder mal eine Portion Dung vom Feldhasen eingesammelt. Das hatte sich bei einer Exkursion ziemlich genau ein Jahr zuvor schon als sehr gewinnbringend herausgestellt. Und auch dieses Jahr hat sich da mittlerweile schon einiges an Arten eingestellt.


    1. Pilobolus roridus wuchs in rauen Mengen. Dazwischen waren auch (wieder mal) einige Exemplare von Pilobolus umbonatus.


    2. Ein Ascobolus mit relativ kleinen Sporen von 10.7-12.7 x 5.9-6.9 µm, den ich gerne Ascobolus crenulatus taufen möchte.


    3. Ein Saccobolus mit Sporen von 14.5-16 µm x 7-8 µm. Die Sporencluster sind nur durch Druck aufgebrochen und wo eine Musterung des Epispors erkennbar ist, waren die Sporen wohl ursprünglich mal zusammengepappt. Deshalb Tendenz zu Saccobolus versicolor.


    4. Ein weiterer Ascobolus, von dem ich leider kein makroskopisches Bild gemacht habe, bevor ich ihn zerlegt habe. Er war aber von mittlerer Größe (sprich irgendwo zwischen albidus und sacchariferus) und gelb. Die Sporen messen 18.5-19.3 µm x 9.7-10.5. Auffällig auch eine gelbe Schleimschicht, in die die Paraphysen eingebettet sind. Leider will van Brummelen bei den gelben Ascobolussen Dinge wissen, die ich ohne Makrobild des Fruchtkörpers nicht mehr beantworten kann...

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    5. Dann gab es auf einem Köttel kleine hyaline Knubbelchen, die sich mikroskopisch als Anamorphe entpuppten und viele kleine Konidien an stäbchenförmigen Konidienträgern bilden.


    6. Ein Schizothecium mit relativ ausgeprägten Squamulen und Sporen von 25-27.4 x 13.5-16.1 µm. Damit lande ich dann bei Schizothecium conicum.


    7. Ein haariger Zeitgenosse: Podospora fimiseda


    8. 64 Sporen im Ascus, also Podospora myriaspora


    9. Wir bleiben bei 64 Sporen im Ascus, wechseln aber die Farben und landen bei Coprotus niveus


    10. Keine vollständige Dokumentation, aber der Vollständigkeit halber und weil die Tuberkeln so hübsch sind: Podospora decipiens


    Björn

    Hallo Martin,


    Tremella globispora ist das sicherlich nicht. Die hat nämlich rundliche Sporen. Mit den länglichen Sporen landet man am ehesten in den Gattungen Exidia oder Myxarium. In dem Kontext ist dann wichtig, ob die Basidien gestielt sind oder nicht.


    EDIT: Die ganzen Gallertpilze lassen sich eigentlich sehr gut in Kongrot mikroskopieren (Lugol braucht es da nicht). Am besten nimmt man dafür ein kleines Stück Pilz, gibt das in Kongorot, läßt es einmal ganz eintrocknen, spült dann mit Wasser das überflüssige Kongorot aus und kann dann ein Quetschpräparat anfertigen. Dann sind nämlich die Pilzstrukturen gut rot gefärbt vor klarem Hintergrund zu erkennen.


    Björn

    Hallo Toni,


    ich kann von Klenke und Scholler das Buch "Pflanzenparasitische Kleinpilze: Bestimmungsbuch für Brand-, Rost-, Mehltau-, Flagellatenpilze und Wucherlingsverwandte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol" empfehlen. Damit lassen sich die im Titel erwähnten Pilzgruppen in Mitteleuropa hervoragend bestimmen.


    Björn

    Hallo Nobi,


    die Cercophora war eindeutig homöopathiefrei und hatte keine Globuli in ihren Asci ;) Die unreifen Sporen messen 36-39 µm x 3.1-4.4 µm und passen damit zu dem, was Lundqvist angibt. Zumindest bis Anfang November hatte Hans die Art noch nicht im Depot gefunden, da hatte er nämlich eine Exceltabelle mit seinen Dungpilzfunden und entsprechender Verlinkung zu Artportraits auf seiner Homepage herumgeschickt und da fehlt C. septentrionalis. Witzigerweise meinte er damals noch, daß die Tabelle als Einstiegshilfe für Anfänger gedacht sei. Daß Anfänger etwas finden, was nicht in der Liste ist, sei ja eher unwahrscheinlich :D


    Björn

    Hallo Manfred,


    zu deinem Pilz kann ich zwar erstmal nichts Konkretes sagen, außer, daß ich das auch für einen sehr spannenden Fund halte. Was Phragmobasidiomyceten angeht, möchte ich aber auf die Schlüsselsammlung der Holländer und Belgier verweisen. Die Schlüssel sind zwar auf Niederländisch, aber man kommt damit eigentlich trotzdem ganz gut zu Rande. Was im Allgemeinen noch wichtig ist, sind die folgenden Angaben: Größe der Basidien, Größe und Form der Sporen, Schnallen vorhanden oder nicht.

    Ich habe jetzt auch einfach mal den Gattungsschlüssel durchgeschaut. Da gibt es mit Xenolachne eine Gattung, die auf Ascomyceten wie Hymenoscyphus, Cudoniella und Hyaloscypha parasitiert.


    Björn

    Hallo Martin,


    wenn ich mir in der Arbeit von Jaklitsch und Voglmayr zu den grünsporigen Hypocrea-Arten die beiden in Frage kommenden Arten anschaue, geht meine Tendenz auch klar zu H. strictipile. Da sind die Oberflächen der Stromata nämlich flach, während sie bei H. gelatinosum deutliche Nupsies haben, wo die Perithecienhälse das Licht der Welt erblicken.


    Auf Erscheinungszeiten und Häufigkeiten würde ich im Zweifelsfall wenig geben. Pilze haben keinen Kalender und lesen selten Bücher.


    Björn