Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    lange hat sich nicht mehr viel Neues auf dem Dung getan, aber jetzt gab es doch noch einen typischen Spätzünder: Eine Phomatospora. DIe Sporen messen 4 x 2 µm und sind in Reih und Glied in den Asci angeordnet (nicht schräg aneinander liegend wie bei Phomatospora minutissima), so daß es sich um Phomatospora coprophila handelt:



    Björn

    Hallo zusammen,


    da gibt es einiges was in Frage kommt, sowohl aus der Gattung Exidia als auch bei Myxarium. Da muß man dann mikroskopieren und schauen, ob die Basidien gestielt sind oder nicht und die Sporen vermessen. Auch wichtig ist, ob sich im Inneren weißes, festes Material befindet oder nicht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    wie der Zufall es so will, habe ich die letzten drei Tage jeweils bei diversen nichtpilzlichen Aktivitäten wie dem Weg zum Einkauf oder zur Vorlesung immer Ästchen diverser Bäume gefunden, auf denen sich Pyrenomyceten befanden, die ich hier einfach mal vorstellen möchte. Und wer weiß, vielleicht kommen ja bis Weihnachten noch weitere Exemplare dazu.


    1. Prosthecium pyriforme auf Acer pseudoplatanus


    2. Hapalocystis kickxii auf Platanus sp.


    3. Hapalocystis berkeleyi auf Platanus sp.


    4. Alnecium auctum auf Alnus glutinosa


    Björn

    Halllo zusammen,


    am Sonntag hat der APR sich zu einer Exkursion auf der Halde Lipper Höhe in Marl getroffen. Auch diesmal hat es sich gelohnt und wir konnten etliche interessante Pilze bestaunen:


    1. Phaeotremella frondosa. Das Exsikkat bräunt zwar, aber die Sporen messen 9.1+-0.6 x 6.5+-0.5, Q=1.4+-0.1, 7.5-10.5 x 5.4-7.3, Q=1.2-1.7


    2. Ein weißer Heterobasidiomycet. Im Subikulum sind recht dickwandige, breite Zellen mit Schnallen vorhanden, dazu auriculariode Basidien mit vier langen Sterigmen. Mit dem Phragmoschlüssel der Niederländer lande ich dann bei Colacogloea effusa. Der soll aber an Peniophorella praetermissa parasitieren und die ist hier weit und breit nicht zu sehen.


    3. Octospora musci-muralis an Grimmia pulvinata


    4. Diatrypella favacea an Betula sp.


    5. Merismodes/Cyphellopsis confusa


    6. Im Feld dachte ich erstmal an Lophodermium, aber dann wurde ich bei diesen kleinen Pilzen an Pinus strobus eines Besseren belehrt: Meloderma desmazieri


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich mal wieder auf einer kleinen Tour im Duisburger Stadtwald unterwegs und habe dabei ein paar Pilze eingesackt:


    1. Hier wäre ich selber wahrscheinlich gar nicht oder sehr mühsam zum Ergebnis gekommen, aber auf FB gab es schnelle Hilfe von Dirk: Strossmayeria basitricha


    2. Eine Gallertträne: Sporen sind dünnwandig, 3-fach septiert und messen 13.0+-1.2 x 5.1+-0.5 µm, Q=2.6+-0.2, bzw. 11.7-16.9 x 4.0-6.3, Q=2.3-3.0. Septen ohne Schnallen. Damit lande ich dann bei Dacrymyces capitatus.


    3. Macrotyphula fistulosa


    4. Paranectria oropensis


    5. Kuehneromyces mutabilis


    6. Phlebia subchracea


    7. Macrotyphula contorta


    8. Stereum rugosum


    9. Octospora gemmicola. Leider habe ich die Makrobilder durch falschen Weißabgleich verbaselt


    10. Dieses Nectria-artige Pilzchen wuchs an einem abgestorbenen Ast von Picea abies. Hat da jemand eine Idee, in welche Richtung ich da recherchieren sollte?


    11. Phacidium lauri


    Björn

    Hallo zusammen,


    es gibt Neuigkeiten von der Auricularia-Mikroskopie. Ich habe heute Judasohren gefunden und mal wieder einen Mikroskopieanlauf gewagt. Dabei habe ich den Pilz zunächst mal angeschnitten und festgestellt, daß er sich deutlich in die sterile Oberfläche, die fertile Unterseite und dazwischen ganz viel Glibber unterteilt. Der Glibber ist zum Glück flexibel, so daß man den Pilz schön auseinander ziehen kann. Anschließend nimmt man sich die fertile Seite mit etwas Glibber dran und schabt den Glibber mit der Rasierklinge ab, so als würde man eine Täublingshuthaut präparieren. Das hat ziemlich gut geklappt und anschließend kann man dann mit 2 Rasierklingen einen feinen Schnitt durch das Hymenium erzeugen. Etwas mit Kongorot anfärben und dann in KOH geben, ordentlich mit dem Radiergummi quetschen und man erhält dieses Ergebnis:



    Die Fruchtkörper waren sehr jung, deshalb sind noch keine Sporen zu sehen und die Basidien sind noch unseptiert, aber es scheint, als habe diese Methode Potential.


    Björn

    Hallo Nobi,


    ich glaube, ich konnte die beiden kritischen Arten auf dem Pferd noch einmal wiederfinden:


    Das hier dürfte der gleiche Pilz wie I.1. sein. Die Sporen messen hier 20-24 x 13-16 µm, sind also noch mal einen Deut größer als oben. Das Perithecium hatte wieder die üblichen Schizothecium-Schuppen und sonst keine weiteren Haare. Auf dem zweiten Foto kann man bei einer Spore erahnen, daß die obere Cauda längsgestreift ist, was dann zu dem von dir ins Spiel gebrachten S. miniglutinans passen würde.

    IMG_0618.JPG


    Auch II.2. konnte ich wiederfinden. Die doppelte obere Cauda konnte ich zwar nicht finden, aber die Schleimhülle um die ganze Sporen herum ließ sich mit Tinte dann doch sichtbar machen. Also Podospora bifida :)


    Hier dann noch mal II.2. Diesmal sind die Sporen in ihren Clustern geblieben (das ist ja auch alles immer eine Frage des Drucks). Die pigmentfreien Zonen hatte ich bei dem zermatschten Exemplar oben als die Stellen interpretiert, an dem die Sporen ursprünglich mal zusammenklebten. Wenn man sich die neuen Bilder anschaut, scheint diese These nicht haltbar zu sein. Da sind auch an den Clustern hier und da gefleckte Stellen auszumachen. Wenn ich dann mit van Brummelen und den wenigen Fotos von S. eleutherosporus, die man im Netz findet, vergleiche, scheint das auch nicht wirklich zu passen. Da würde ich dann ein noch fleckigeres Epispor erwarten.


    Hier dann noch mal was aus der Kategorie II.3 mit Sporen von 11-12 µm x 5-6 µm. Wie man sieht, kriegt man mit etwas Druck die Sporencluster dann durchaus auch geknackt ;)


    Die Sporen des Iodophanus messen 19 x 12 µm, so daß I. verrucisporus aus dem Rennen ist.


    Es gab jetzt auch noch ein paar neue Arten, aber die stelle ich dann demnächst in Ruhe vor.


    Björn

    Hallo zusammen,


    256 Sporen möchte ich ziemlich sicher ausschließen. Auf dem einen Foto sieht man ja quasi den Inhalt eines Ascus und kommt da auf um die 100 Sporen, Zählversuche bei anderen, nocht geschlossenen Asci liefen auch in diese Richtung. Nur ob es jetzt 100-128 oder genau 128 Sporen sind, kann ich nicht sagen. Leider gab es auch nur diesen einen Fruchtkörper, so daß ich da außer den obigen Bildern und der Hoffnung auf weitere Fruchtkörper nichts in der Hinterhand habe - außer natürlich der Hoffnung, daß Nobi mit seiner Erfahrung den Karren aus dem Sumpf zieht ;)


    Die Pilobolusse sind definitiv immer ein Hingucker. Nur schade, daß sie mit ihrer Größe irgendwo zwischen Makro und Mikro sind.... und mit dieser 3D-Struktur sind Stackingversuche auch immer sehr mühsam....


    Björn

    Hallo zusammen,


    als ich am 6.11. mit Karl, Hans und Jan-Arne im Depot unterwegs war, habe ich mir natürlich auch ein bißchen guten Dung von dort mitgenommen. Konkret war es eine Portion Pferdedung und eine Portion Damwilddung. So langsam zeigen sich da auch die ersten Pilzchen.


    Legen wir mal mit dem Pferd los. Da ist das Pilzwachstum bis jetzt noch zurückhaltend und es sind in erster Linie Einzelexemplare zu finden, was die Bestimmung natürlich nicht einfacher macht.

    I.1 Sporen messen 19-23 µm x 12-14 µm, so daß ich zu Schizothecium vesticola komme.


    I.2 Leider nur ein Einzelexemplar: eine Podospora mit vielen Sporen im Ascus. Die Sporen messen 21-24 x 14-15 µm. Wie viele es genau waren, ließ sich leider nicht genau ermitteln, es liegt aber um die 100. Damit sind dann nur noch Podospora bifida und setosa im Rennen. Da das Pedicel um die 5 µm breit ist, geht meine Tendenz hier zu Podospora bifida.


    I.3 Podospora decipiens

    IMG_9921.JPG


    Und nun zum Damwild.


    II.1 Auf frischer Losung darf natürlich ein Pilobolus nicht fehlen. Die Sporen messen 4.9-7.4 x 3.1-4.2 µm, Q=1.4-2.0, also Pilobolus roridus. Nicht abgelichtet, aber ebenfalls auf der Probe war auch noch Pilobolus umbonatus.


    II.2 Ein Saccobolus mit Sporen von 14-16 µm x 6-7 µm, die bis auf kleinere Unreinheiten ein recht glattes Epispor haben. Gelbes Pigment fehlt. Kann das noch S. depauperatus sein oder ist das schon S. versicolor?


    II.3 Nochmal ein Saccobolus, diesmal makroskopisch etwas kompakter. Sporencluster ca 35 x 12 µm, Sporen messen 12-13 µm x 6 µm. Das würde dann schon deutlicher zu S. depauperatus tendieren.

    IMG_9961.JPG


    II.4. Iodophanus carneus


    Björn

    Hallo Thorben,


    ja, ich habe hier einen Beleg. Könnte Dominik Begerow daran interessiert sein? Ich habe mittlerweile auch den Wirtspilz mikroskopiert Die Sporen sind mit 37-46 µm zu lang für Massarina arundinacea, aber irgendwas in die Richtung scheint es zu sein:


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag war ich mal wieder eine Runde auf der Mottbruchhalde in Gladbeck. Der obere Haldenteil ist zwar aktuell wegen eines Windradbaus gesperrt, aber unten kann man nach wie vor noch eine Runde drehen und Pilze finden.


    1. Phragmidium potentillae ex Potentilla sp.

    IMG_0186.JPG


    2. Diatrypella quercina

    IMG_0193.JPG


    3. Botryosphaeria stevensii ex Fraxinus excelsior


    4. Melampsoridium betulinum ex Betula pendula


    5. Im trockenen Zustand wirkte dieser Pilz auf Schilf erstmal wie Telien eines Rostpilzes, aber nach dem Einweichen war klar: Das ist Glibber! Richtig reif ist der Pilz leider noch nicht, aber es waren hier und da doch ein paar rundliche Sporen zu erkennen, die einen zusammen mit den Phragmobasidien mit Basalschnalle und Schnallen an allen anderen Septen zu Tremella bringen. Da würde dann Tremella spicifera ein heißer Kandidat sein, zumal der Befall an andere Stelle auch deutlich an länglichen Lagern eines Pyrenomyceten auftrat, der mal Massarina arundinacea gewesen sein könnte.


    6. Lamprospora hispanica an Aloina



    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern hat sich der MAB zu einer Exkursion in Leverkusen-Schlebusch getroffen. Zunächst ging es bei leichtem Nieselregen durch den Wald bis wir dann am Friedhof Schlebusch ankamen, der pilztechnisch einiges zu bieten hatte und an dem ich dann auch meine Kamera in Betrieb genommen habe.


    1. Ein hübscher Hautkopf, wo laut Bernd Cortinarius cinnamomeus und Cortinarius sommerfeltii in Frage kommen.


    2. Mycogone rosea ex Amanita rubescens. Ich hätte den Fund als verschimmelte Pilzleiche wahrscheinlich gar nicht weiter beachtet, aber Bernd hat den Rosaschimmer erkannt und meinte, daß das Mycogone rosea sein könnte, die mikroskopisch gut zu erkennen sei.


    3. Auch an diesem Pilz bin ich vorbeigelaufen, aber Bernd hat diese kleine Rarität zielsicher aufgespürt und wegen des sehr schnellen Rötens auf Leucoagaricus georginae getippt. Das hat sich dann auch mikroskopisch bestätigt.

    Huthaut in Wasser

    Huthaut in Ammoniak

    Lamelle mit geschnäbelten Cheilozystiden

    Sporen 7.6+-0.3 µm x 4.4+-0.2 µm, Q=1.7+-0.1, 7.0-8.5 µm x 4.0-4.7 µm, Q=1.6-1.9


    4. Zum Abschluß noch ein ganz hübscher Pilz in einer schönen Kollektion: Lactarius chrysorrheus

    Huthaut

    Lamelle

    Sporen


    Björn

    Hallo zusammen,


    sehe ich es richtig, daß der Schlüssel in diesem Artikel hier den aktuellsten Stand zu Hodophilus in Europa darstellt? Damit würde ich dann nämlich ohne Geruch, ohne schwarze Punkte und ohne gelbliche Farben am Stiel mit den länglichen Sporen bei H. decurrentior rauskommen. Auf den ersten Blick scheint die Beschreibung recht gut zu unserem Fund zu passen.


    Björn

    Hallo Jan-Arne,


    ah, ich hatte gar nicht auf dem Schirm, daß die beiden Arten in Pilze-Deutschland getrennt sind - das kommt davon, wenn man immer nur nach Camarophyllopsis sucht. Aber dein Hinweis scheint ins Ziel zu führen: Ich habe jetzt diesen Artikel hier gefunden, wo Camarophyllopsis und Hodophilus über die Huthaut getrennt sind. Damit landet man dann hier ganz klar bei H. hymenocephalus.


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil von der APR-Exkursion auf der Halde Hoppenbruch


    1. Ein Rötling unter diversen Laubbäumen. Im Feld erwähnten einige Exkursionsteilnehmer einen alkalischen Geruch. Den konnte ich allerdings nicht wirklich wahrnehmen (wie riecht alkalisch überhaupt?). Zu Hause hatte ich bei einem Fruchtkörper eher den Eindruck, daß ein Mehlgeruch vorliegt. Sporen messen 7.9-9.2 x 6.1-7.7 µm, Q=1.1-1.5, bzw. 8.5+-0.4 µm x 6.8+-0.5 µm, 1.3+-0.1, Basidien viersporig mit Basalschnalle, keine Cheilozystiden, Huthaut mit intazellulärem Pigment. Damit komme ich dann erstmal bei Entoloma lividoalbum raus, den ich aber nur in kräftiger kenne. Alternativ dann Entoloma rhodopolium s.l. Was sagen die Rötlingsexperten?


    2. Octosporopsis nicolai an Lunularia cruciata


    3. Cyclaneusma niveum ex Pinus nigra


    4. Botryobasidium aureum


    5. Und noch eine Erdzunge, von der ich allerdings kein Makrofoto habe. Sporen messen 67-80 µm, im Mittel 75 µm. Auch noch mal Geoglossum cookeanum mit etwas untypischen Paraphysen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag ging es mit dem APR wieder mal zur Halde Hoppenbruch, wo man im Spätherbst mit Erdzungen und anderen spannenden Pilzen rechnen kann. Und auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht.


    1. Direkt am Parkplatz ging es los: Octospora musci-muralis an Grimmia pulvinata, die ich dann später auf dem Heimweg auch noch an einer Bushaltestelle hatte.


    2. Miricatena prunicola ex Prunus serotina


    3. Neottiella albocincta


    4. Geoglossum cookeanum


    5. Trichoglossum hirsutum


    6. Ein Camarophyllopsis. Die Sporen messen 4.7-5.6 x 3.3-3.7 µm, Q=1.4-1.7, bzw. im Mittel 5.2 x 3.5 µm, Q=1.5. Geruch war (zum Glück) nicht vorhanden. Damit tendiere ich am ehestens zu C. hymenocephala/phaeophylla. In der Gattung fehlt mir allerdings bis jetzt jegliche Erfahrung (und außerdem scheint da auch einiges aufgespalten worden zu sein).

    Huthaut

    Lamelle

    An einer Stelle dann zystidenartige Elemente. Der Teil ist aber recht sicher keine Lamellenschneide gewesen.

    Zum Teil auch zystidenartige Elemente entlang der Lamellenschneide


    7. Eine Tricholoma unter Kiefer


    8. Eine Geopora. Die Sporen messen 22-27 x 14-17 µm. Damit kommen dann G. tenuis, G. arenicola und G. foliacea in die engere Auswahl...


    9. Leotia lubrica


    Björn

    Hallo Nobi,


    vielen Dank für den Artikel zu Saccobolus succineus. Dann hoffen wir einfach mal, daß der weiterhin in Thailand die Sonne genießt und uns hier nicht weiter behelligt ;)


    Daß Schizothecium dakotense recht selten ist, hatte ich schon gesehen. Um so schöner, daß sich der Pilz dann sowohl von außen als auch von innen ablichten ließ. Oft ist es bei den Dungpilzen ja so, daß von den spannenden Arten nur wenige Fruchtkörper wachsen und man dann keine Aufnahme mehr auf/im Substrat hinbekommt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da das Wetter bei uns am Samtag ziemlich usselig war, hat es bei mir nur für eine kleine Runde in den Landschaftspark gereicht, wo ich aber dennoch einige schöne Funde machen konnte.


    1. Tulostoma brumale


    2. Arrhenia spathulata


    3. Neottiella rutilans


    4. Pulvinula constellatio


    Björn