Beiträge von boccaccio

    Hallo Christoph,


    Leucotelium cerasi ist in Deutschland 1888 das erste Mal nachgewiesen worden (danach dann aber erst 2013 wieder in D nachgewiesen), also ist er wohl nicht neu eingeschleppt. Die Art ist aber submediterran, profitiert also wahrscheinlich vom Klimawandel. Ansonsten gilt aber ja bei fast allen Phytos, daß sie unterkartiert sind ;)


    Björn

    Hallo Christoph,


    Leucotelium cerasi kannst du auch im Spermogonienstadium kartieren. Es gibt zwar noch zwei Puccinia-Arten auf Leucotelium, die dort ebenfalls nur Spermogonien und Aecien bilden, bei denen sind die Lager aber dicht gedrängt und meist an Blattflecken (außerdem sind beide Arten in Deutschland noch nicht nachgewiesen).


    Björn

    Hallo Cognacmeister,


    ich hab die Teleomorphe dieser Art selber noch nie gefunden, aber wenn du einfach etwas Material von den Poren mikroskopierst, solltest du dort Basidien und Sporen finden (wobei ich ja nach wie vor anregen möchte von Porlingen einen Sporenabwurf zu machen und nicht einfach nur ein paar zufällig im Präparat schwimmende Sporen zu dokumentieren).


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag habe ich in Bonn im Hofgarten Septoria bellidis an Bellis perennis finden können. Die Art ist sicherlich nicht selten, aber übersehen. Sie verursacht nekrotische Blattflecken, an denen auf beiden Blattseiten kleine schwarze Pyknidien zu finden sind. Zur Unterscheidung von Septoria bellidicola muß man die Konidien mikroskopisch untersuchen (S. bellidis: Konidien einzellig, 30-44(-60) µm x 1-2 µm, S. bellidicola: Konidien undeutlich mehrzellig, 75-100 µm x 2-3 µm).


    Befallene Pflanze am Fundort


    Detailaufnahme der Pyknidien bei 40x und 100x Vergrößerung


    Konidien in Wasser


    Björn

    Hallo Markus,


    bei Tulasnella sind die Basidien nicht septiert. Außerdem sind die Basidien dort sehr charakteristische "Hasenohr-Basidien", wie man hier auf dem Bild ansatzweise erkennen kann:


    Bei Exidiopsis effusa hat man hingegen deutlich septierte Basidien mit langen Sterigmen:


    Björn

    Hallo zusammen,


    beim Phytoparasiten bin ich mir relativ sicher, daß es sich um Uromyces acutatus handelt. Man erkennt hier deutlich Brauntöne, während die Sori von V. ornithogali eher ins Schwarze tendieren.


    Björn

    Da gibt's keine Phytos. Hab ich gestern schon alles abgesucht ;) Ich bin ansonsten ja auch nicht zum Spaß hier, sondern mach die ganze Woche über Physik.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich ergänze mal einen Fund, den ich am 28.2.2026 im NSG Die Burg in Marl-Sinsen gemacht habe. Fundort ist ein feuchtes Waldstück mit Erlen und Eschen in Bachnähe


    Fruchtkörper am Fundort


    Detailaufnahme unter Mikroskop bei 40x und 100x Vergrößerung


    Basidiolen mit Phloxin gefärbt


    Sehr dicke Hyphen ohne Schnallen


    Sporen in Wasser


    Björn

    Zitat
    Habich schonmal nicht. Davon abgesehen, dass ich mit dem Holzpilzkram schon immer auf Kriegsfuß stand, insbesondere wenns ums Mikroskopieren geht.

    Phloxin kann man aber problemlos bei Andreas Gminder bestellen ;) Und zur Not kann man natürlich auch mit Kongorot färben. Ansonsten gilt hier wie bei allem: Übung macht den Meister. Auch wenn sich Rost- und Brandpilze natürlich viel bequemer mikroskopieren lassen als Rindenpilze ;-D


    Björn

    Hallo Harald,


    bei Radulomyces confluens solltest du aber Schnallen finden. Meiner Erfahrung nach geht das am besten, wenn man ein kleines Stück Pilz erstmal in Phloxin (färbt nur den Zellinhalt, wodurch alles etwas übersichtlicher wird) gibt, wartet bis das Phloxin komplett eingetrocknet ist. Dann mit Wasser auswaschen und anschließend das gefärbte Stück Pilz in KOH geben. Da gerne kurz einweichen lassen und anschließend mit zwei feinen Nadeln noch mal so weit wie möglich zerzutzeln. Deckglas drauf (idealerweise hat man zu diesem Zeitpunkt einen relativ großen Flüssigkeitstropfen, so daß das Deckglas etwas aufschwimmt, das hilft meiner Erfahrung nach beim Klopfen im nächsten Schritt), mit einem Radiergummi draufklopfen (das erfordert etwas Übung zwischen es passiert nichts und alles ist Brei) und dann auf die Schnallensuche begeben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich ergänze mal einige Bilder eines Fundes aus dem NSG Die Burg in Marl vom 1.3.2026 an Alnus glutinosa


    Fruchtkörper am Fundort


    Fruchtkörper bei 40x und 100x Vergrößerung unter dem Mikro


    In Wasser


    In Baralscher Lösung


    Mit Kongorot gefärbt


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich möchte hier einen Fund von Aphanobasidium pseudotsugae vorstellen, den ich am 1.3.2026 im NSG Die Burg in Marl auf Pinus sylvestris gemacht habe.


    Fruchtkörper am Fundort


    Fruchtkörper bei 40x und 100x Vergrößerung unter dem Mikro


    Sporen

    7.3±0.6 µm × 4.2±0.3 µm, Q=1.7±0.2

    6.2-8.6 µm × 3.7-5.0 µm, Q=1.5-2.1


    Basidien viersporig, mit Basalschnalle, pleural, keine Zystiden beobachtet, Septen alle mit Schnallen


    Björn

    Hallo zusammen,


    das sehe ich wie Jan-Arne. Damit hat der Pilz aber amyloide Sporen! Ganz allgemein würde ich bei Rindenpilzen empfehlen, erstmal einen Sporenabwurf zu machen. Wenn der nicht gelingt, kann das Ding direkt wegschmeißen und ist fertig ;) Beim Sporenabwurf kann man dann makroskopisch auf Amyloidität und Dextrinoidität prüfen, das geht meist besser als unterm Mikro. Außerdem weiß man dann, daß die Sporen, die man unterm Mikro sieht auch wirklich alle zum zu bestimmenden Pilz gehören.


    Danach sollte man schauen, ob der Pilz Schnallen und oder Zystiden hat und wie diese so aussehen. Danach schlüsselt man sich einfach durch Bernicchia oder Larsson & Ryvarden und schon ist man fertig ;)


    Björn

    Hallo Martin,


    ja, das Programm rechnet Pixel in Mikrometer um. Im Normalfall ändert sich die Größe des Kamerasensors aber ja nur beim Kauf einer neuen Kamera, so daß man nur sehr sporadisch die Umrechnungsskala anpassen muß.


    Björn

    Hallo Martin,


    ich habe bei meiner Fiji-Installation einen Ordner Fiji.app/plugins/Scripts/Analyze/Microscope Measurement Tools/, der die Dateien Choose_Microscope_Calibration.py, Draw_Measurement_-_Line.py, Microscope_Calibrations_user_settings.py und Microscope_Calibrations_user_settings$py.class enthält.


    Vitus Schäfftlein hat übrigens in der Zwischenzeit die ganze Sache noch deutlich weiter optimiert. Die Microscope Measurement Tools braucht man dann gar nicht mehr und man kann nach dem Laden des ersten Bildes direkt losmessen. Außerdem hat er auch mein Auswerte-Script in Fiji integriert. Vielleicht findet er ja Zeit, seine Entwicklung hier mal genauer vorzustellen.


    Björn

    Zitat

    Zum Glück gab es die in unserem Hotel und-Strand nicht.

    Die findet man ja auch nicht im Hotel oder am Strand, sondern nur tief im Gebüsch!


    Björn