Beiträge von Austernseitling

    Hallo noch einmal


    Schade, ihr seid alle so still!


    Nun habe ich selbst recherchiert - wie ich glaube, erfolgreich. Ich habe mich etwas durch die Gattungsmonografie Lentinellus (Peterson 2004) gekämpft (welche hier im Forum 2020 empfohlen wurde) und hab der Homepage von Michael Kuo verglichen. Ich glaube, das deckt sich. Kuo führt Peterson auch u.a. als Quelle an. Er hat aber eigene Beobachtungen dazu gemacht und dokumentiert sie super auf seiner Homepage. Praktisch ist, dass Kuo eine Anleitung gibt, die drei Arten L. ursinus, castoreus und vulpinus makroskopisch mittels Trocknen und Melzers auseinanderzuhalten. Das habe ich so eindeutig in der Monografie nicht gefunden, mich dünkt aber, es klingt schlüssig und sich nicht wiedersprechend. Kuo ist offenbar nicht irgendwer, sondern hat in den USA mehrere Pilzbücher geschrieben (was auch immer das heissen mag...).


    Hier die Essenz von Michael Kuo (automatisch übersetzt):

    "Lentinellus ursinus weist eine dünne schwarze Linie auf, die die Hutoberfläche vom Fleisch trennt und am besten mit mäßiger Vergrößerung und an getrockneten Exemplaren zu erkennen ist. Außerdem führt ein Tropfen Melzer-Reagenz auf dem getrockneten Fleisch zu einer sofortigen, stark amyloiden Farbveränderung zu Schwarz. Diese beiden Merkmale unterscheiden ursinus zuverlässig von vulpinus, der inamyloides Fleisch hat und keine schwarze Linie aufweist, sowie von castoreus, der zwar eine schwarze Linie haben kann, aber keine starke amyloide Reaktion zeigt."
    Und:

    "Das getrocknete Fleisch von Lentinellus castoreus verfärbt sich mit Melzers oder Lugols Reagenz braun bis rotbraun, wodurch es sich von ursinus unterscheidet, dessen Fleisch sich sofort schwarz verfärbt (eine starke Amyloidreaktion). Lentinellus vulpinus ist schwieriger zu vergleichen, da er die gleiche inamyloide Reaktion auf Melzer oder Lugol wie Lentinellus castoreus zeigt."


    Nun zu meinen Pilzen:

    Lentinellus vom letzten Samstag (siehe Anfrage oben) :

    Der getrocknete Querschnitt zeigt schön die "Ligne noire" zwischen Hutfleisch und Lamellen.


    Und ein Tropfen Melzers liess sofort alles schwarz werden.


    Das heisst, ich habe Lentinellus ursinus, den Geschichteten Zähling oder frei übersetzt den Bären gefunden:-)



    Lentinellus vom letzten Januar (siehe Link hier) :

    Hier finde ich nicht wirklich eine schwarze/dunkle Linie zwischen Hutfleisch und Lamellen (nur zwischen dem Pelz und dem Hutfleisch). Wenn ich Peterson richtig verstehe, gibts die auch nicht ganz immer.



    Auch hier wird mit einem Tropfen Melzers alles sofort schwarz.


    Das heisst, ich hatte auch damals Lentinellus ursinus, den Geschichteten Zähling oder frei übersetzt den Bären gefunden.



    Diejenigen, welche Lentinellus im 2020 diskutiert hatten, sind leider nicht mehr alle unter uns.

    Werner Edelmann

    Tricholomopsis

    Mich würde sehr interessieren, ob ihr mein Vorgehen und meine Resultate teilt. Natürlich interessieren mich auch die Meinungen von allen anderen hier. Ich merke aber, dass kaum jemand etwas sagt zu den Lentinellus ursinus/vulpinus/castoreus-Anfragen in den letzten paar Jahren...


    Herzlichen Dank und liebe Grüsse

    Andreas

    Lieber Souleimonk

    Oben sind irgendwelche Raufüsse zu sehen (einer der Birkenpilze oder der Hainbuchen-Röhrling) und unten wohl ein weicher, nicht mehr allzu frischer Flockenstieliger Hexenröhrling.


    Wenn dem so wäre, wären das zwar Speisepilze, aber wir können dir aufgrund von Bildern keine Essensfreigabe geben hier. Das muss ein PSV/Pilzkontrolleur:in live tun. Oder du entscheidest auf eigenes Risiko. Röhrlinge sollten noch hart sein, wenn man sie verspeisen will. Schimmel kann auch ein Thema sein. Das alles muss man live beurteilen. Sei also vorsichtig!


    LG Andreas

    Hallo Dodo

    Ja, die Breitblättrige Glucke hatte ich vor ein paar Jahren auch mal an einer Weisstanne - die kann das, hatte ich damals auch nachgelesen. Sollte ich sie wieder einmal begegnen, werde ich wohl ein Stück probieren, denn ich höre immer wieder, dass sie den einen durchaus mundet. Nimmt mich einfach Wunder!

    Danke für die schönen Fotos - irgendwie gefallen mir die besser als die ganzen KI-generierten ;)

    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen


    Hab heute wieder einmal einen Zähling gefunden. Aber der ist glaub nicht wirklich bestimmbar...


    Ich denke hier an Nadelholz. Fichte?


    Die noch recht jungen Fruchtkörper schauen zungenförmig (aber eigentlich stiellos) aus den Löchern im morschen Stamm hervor :)


    Gesägte Lamellen:


    Erst leicht filzig/reifig im Zentrum:


    Die Lamellen ziehen sich bis an den Ansatz durch:


    Ich hab hier im Forum den Hinweis auf diese Diskussionen gefunden:

    - Biber oder Bär - Lentinellus castoreus oder ursinus?

    - https://forum.dgfm-ev.de/threa…ng/?highlight=Lentinellus


    Gemäss Nobis Definition im Beitrag von 2020 hätte ich wohl einen Lentinus ursinus gefunden. Der Geschmack ist scharf, doch er wuchs auf Nadelholz. Gemäss anderen Interpretationen wäre es wohl ein L. castoreus, weil er auf Nadelholz wuchs.


    Hat sich die Fachwelt eigentlich noch immer nicht geeinigt, was genau ein Lentinellus ursinus, was ein L. castoreus ist und wo genau die Grenze zum L. vulpinus ist?

    Weiss jemand von euch mehr? Ich wäre sehr interessiert dran!


    Übrigens hatte ich im Januar vermeintlich Lentinellus vulpinus. Aber im Winter, war die Diskussion dessen nicht wirklich in Gang gekommen...


    Auch dazu dürft ihr natürlich gerne noch was schreiben:-)


    Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten. Danke schon im Voraus!


    LG Andreas

    Weißt zu zufällig ob die sich "halten"? Austernseitling ich gehe am Wochenende zu einer Pilzausstellung wenn die eher selten sind kann ich sie ja mitnehmen

    Die beiden halten sich gut. Ich weiss halt nicht, ob sie an deiner Ausstellung noch Pilze von aussen annehmen. Kannst ja schauen.

    Den Schärflichen Ritterling T. scioides hätte ich jetzt auch grad vorgeschlagen für 6., aber Oehrling war schneller.

    Und der Kammporling hat nicht nur verschiedene deutsche Namen, sondern auch drei wissenschaftliche: Laeticutis cristata, Albatrellus cristatus, Scutiger cristatus...

    Also toll find ich v.a. den Grauen Leistling und den Gelbgrünen Kammporling. Die sieht man selten! Letzter ist in gewissen Altersstadien durchaus gelbgrün, aber manchmal eben auch braunweiss wie deiner.

    Hallo!

    1, 2, 3 (mit Betonung auf vielleicht), 7, 10 sehe ich auch so. 5 bei Tanne ist bestimmt der Lachsreizker ("sehe" ich v.a. an der Tanne, wenn da auch noch eine Kiefer stand, müsstest du die Farbveränderung der Milch beachten - im Unterschied zum Edelreizker).


    LG Andreas

    Hallo Uschi


    Also im 1. Bild deines zweitletzten Posts ist gut zu sehen, dass das Stielfleisch nur leicht bräunt (allenfalls rötet; Kuntlicht?). Wenn du dir sicher bist, dass es einige Minuten später nicht grauviolett-schwärzlich wurde, dann kann es weder der Pappel-, noch der Hainbuchenraufuss sein - wie Emil schon im Voraus sagte. Die anderen mag ich nicht ausschliessen. Es fehlen uns hier noch immer die Stielbasis oder deine Angaben, ob sich dort etwas z.B. blaugrün verfärbte.

    Über die Braunen Poren musst du nicht irritiert sein. Das ist völlig normal bei Raufüssen, die nicht mehr taufrisch sind.


    LG Andreas

    Hallo Dieter

    Ich denke, es ist eine Netzhexe oder allenfalls etwas sehr ähnliches. Ein Rubroboletus hätte irgendwo deutlich rubin-/weinrotere Töne. Die Art des Blauens passt gut zur Netzhexe. Der Röhrenboden kann auch bei einer Netzhexe mal gelb sein. Ist er das wirklich bei deinem Pilz? Im Querschnitt kann ich mir schon so eine Art Bataillelinie vorstellen dort. Zudem: Legaliae hat gerne neutralen/sauren Boden. Hast du nicht v.a. Kalk am Bodensee?

    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen


    Das muss ich ganz kurz berichten: Ich ging heute joggen (ohne Handy) in einem Stadtwald. Am pilzmässig interessantesten Fleck musste ich kurz innehalten und mich umsehen... Und schwupp hatte ich Unbedarfter einen persönlichen Erstfund in der Hand... zu Hause merkte ich sehr bald, dass ich den wohl besser im Wald gelassen hätte:


    Der Ziegenfussporling Scutiger pes-caprae: Mit dem hätte ich nicht gerechnet am Stadtrand! Soll ja richtig selten sein hier. Ich werd ihn bald wieder aussetzen.


    LG Andreas

    Ich kam bei Dodos Rätsel schon sehr bald - vor jeglichen Phälen - auf einen Täubling. Ich sah da schwarz und weinrot, wollte bereits den Purpurschwarzen Täubling (hat exakt die Farbe des Vorhangs und der schwarzen Garderobe des Magiers) als sicheren Zielpilz einreichen, fand dann aber noch den Gefurchten Purpurtäubling, welcher für mich wie die Faust aufs Auge passte (der Vorhang hat ja Furchen im Grossformat). Das war für mich 50:50. Beim gefurchten hiess es "ein Wortteil" richtig. Hmmmm, also konnte es unmöglich der Purpurschwarze Täubling sein. Ich war am Boden zerstört, denn beiden hätten FÜR MICH exakt gepasst. Samt hatte ich auch mal in Betracht gezogen, aber da gabs ja vermeintlich nichts Passendes... und dann gabs noch ein Missverständnis zwischen mir und Dodo, aber ja, das kann bei rein schriftlicher Kommunikation nun mal passieren. Ende gut, alles gut! Ich bin glücklich auf dem 6. oder eigentlich 7. Platz:-)