Alles anzeigenBestimmt kennt jemand den Namen der mikroskopischen Schönheiten.
Ja und nein, Claudia.
Ich vermute, dass Du mit Kongorot oder etwas ähnlichem angefärbt hast?
Falls ja, wäre das für die Bestimmung nicht von Vorteil, da es die Farben des Präparates verfälscht und Chemikalien die Zellen abtöten.
Desweiteren gibst Du zwar den Maßstab an, aber leider keine Maße. Das wäre in jedem Fall besser.
Nun zu den Bildern.
1. Man sieht neben dem "Hauptdarsteller" auch noch vereinzelte Sporen von Ascobolus, Sporormiella, Schizothecium und vermutlich Podospora.
Ganz schön was los auf den Kötteln!
2. + 3. Die breiten biseriaten Asci, die apikal keulig verdickten Paraphysen mit orangem Inhalt und die feinwarzigen, etwa 20 µm langen Sporen gehören ziemlich sicher zu Iodophanus carneus. Die Farbe dieser Art kann von creme über blassrosa bis orange variieren. Recht häufig an Schafdung.
4. Sporormiella spec. Solch vierzellige Sporen "kann" nur diese Gattung. Die Pilzlein verraten sich oft nur durch ihre winzigen schwarzen Hälse (genau, die "little black dots"), da der Großteil der Fruchtkörper im Substrat steckt. Die Gattung ist recht artenreich und nicht einfach zu bestimmen. Wichtig ist, dass man viele Merkmale genau studiert, neben den Makromerkmalen u.a. Länge, Breite und Form der Sporen sowie ihrer Einzelzellen, Verlauf der Keimspalten (parallel, schräg, geschwungen, mit Knick in der Mitte), Art der Septierung (gerade oder schräg), Ascusstiel (lang, kurz oder abrupt kurz). Anhand weniger Sporen kann man idR keine belastbare Aussage treffen.
Ich bin sicher, auf dem Schafdung gibt es noch viel zu entdecken, wie Dein erstes Bild offenbart. Bleib' dran!
Liebe Grüße vom Nobi
Hallo Nobi, danke für Deine umfangreichen Erklärungen.Jas, ich habe Kongorot verwendet, weil der Pilz so gar keine Farbe hatte. Aber stimmt schon, wenn die eigene Farbe des Pilzes wichtig ist, war das wohl ein Fehler. Ich gelobe Besserung. Die Maße schreibe ich an die Sporen heran.
Ich habe die Kostbarkeiten vom Schaf wieder zur Ruhe gelegt und werde in den nächsten Tagen nach weiteren Funden fahnden. Von den Sporomiella dürften sich noch weitere Exemplare finden lassen. vielleicht verraten sie noch etwas mehr von sich.
Stimmt, Nobi. Dass Schaf steckt voller netter Überraschungen
. Da waren auf jedem Präparat andere Sporen, nur waren keine Schläuche oder Basidien oder sonstige auf Pilze hinweisenden Strukturen erkennbar. Beim Wildschwein gab es ja die Erklärung, dass die Wutz die Hirsch- und andere Trüffel verspeist hat. Aber beim Schaf dürfte der Fall wohl etwas anders liegen.
Tolle Bilder Claudia! Was verwendest du für eine Mikroskop/Kamera-Kombi?
Liebe Grüße,
Florian
Hallo Florian,
danke für die (Dungi-)Blumen, Florian. Mein Mann hat mir vorletztes Weihnachten ein Primo Star von Zeiss geschenkt. Die Software dazu läuft auf dem Tablet. Ein völlig unangemessenes Geschenk für ein Greenhorn wie mich, ich vermute ja, dass er mich ruhig stellen wollte. Vernünftige Bilder kann mit dieser Technik wohl jede/r machen. Für mich ist eher das Präparieren und das Erkennen von Strukturen die Herausforderung.
