Hallo Lukas,
Du glaubst nicht wie sehr Du mir aus der Seele sprichst. Den Wiesenchampignon habe ich ewig nicht gefunden, hier wächst er schon lange nicht mehr. Dafür gibts alle möglichen nicht näher bestimmten anderen Arten, von denen ich selbst die Finger lasse. Aber auch als Nichtkorbsortiererin fragen mich die Dörfler gelegentlich, was ich von den Champignons halte, wenn sie irgendwo zuhauf wachsen. Meist kenne ich die Fundstellen und bei Karbolis fällt die Antwort noch relativ leicht. Aber dann wird's dünn. Nach der DGfM-Positivliste stehen neben den Kulturchampignons und Waldchampignons und inzwischen auch kritisch zu betrachtenden Anisegerlingen und nur 3 Egerlingsarten: Sommerchampignon, Riesenegerling und Wiesenchampignon. Die Gilbenden kann man nicht empfehlen und die Anderen müssten auch aussortiert werden. Auch Arten wie den Sparrigschuppigen Champignon, der im Alter sehr dem Wiesenchampignon ähnelt, weil die Schuppen dann fast nicht mehr erkennbar sind. Der riecht nicht so gut wie der Wiesenchampignon. Ich habe ich probiert und vertragen und finde ihn unauffällig aber freigeben dürfte man den auch nicht. Vor dem Hintergrund, dass in den Sozialen Medien allerlei Sensationsfunde gezeigt werden, ist die Akzeptanz gerade der jüngeren Leute gegenüber einer skeptischen Einschätzung relativ gering. Man möchte eben gern dazugehören und auch schicke Pilze finden und zubereiten. Was solls, Überbringer schlechter Nachrichten werden selten geliebt. Am Ende entscheidet jeder selbst, womit er sich den Magen verdirbt oder Schlimmeres.

hier im Pilzforum. wir freuen uns auf Deine Beiträge. Im Moment werden Dir wohl auf das Herzeigen von schönen Pilzfunden nicht so viele Leute antworten, weil alle im Wald sind, bzw. auf Bestimmungsanfragen antworten.