Selbststudium mit Buch ist möglich, aber schwierig. Nicht von ungefähr werden viele Pilzkurse angeboten. Und auch da reicht nicht ein Kurs. Mit dem Buch in der Hand im Wald geht aber leider praktisch nichts. Der Unterschied zur App: man bekommt so gar nichts sicheres heraus, die App nennt wenigstens (meist falsche) Namen. Da ist das Buch also doch besser. 
Hallo Christoph, in fast allem gebe ich dir recht. Aber deinem Anspruch wollen oder können vermutlich die wenigsten Menschen gerecht werden: "Bestimmungsversuche sollte man erst nur bei Kollektionen von jung bis alt und mit Sporenabwurf (Farbe!) machen - und sich da zuahuse mal mehrere Stunden Zeit nehmen, die Kollektion beschreiben, alle Merkmale sichten, dann erstmal versuchen, eine Habitusgruppe zu finden, in die der Pilz passen könnte, dann eine Gattung... und vielleicht(!) sogar die Art." Das ist der wissenschaftliche Anspruch und dürfte leider den meisten, die hier ihre Anfragen stellen, die Lust auf Pilze verhageln.
Ideal zum Kennenlernen von Pilzen wäre aus meiner Sicht für Normalverbraucher aus meiner Sicht, immer jemanden begleiten zu können, der sich besser auskennt als man selbst, bis hin zum Pilzkurs.
Ich hatte nach meiner Kindheit leider nie jemanden, von dem ich lernen konnte. Bis zum ersten Pilzkurs habe ich mich mit Büchern durchgeschlagen - mit Büchern und der Regel: Alles, was ich nicht zu 100% kenne, esse ich nicht. In den ersten Jahren war mein einziges Buch eins mit 125 Arten von Henning. Da waren tatsächlich nur wenige Arten - mit Fokus auf Speisepilze- aufgeführt. Allerdings jeweils mit einer ganzen Seite Text und Handzeichnungen wie Pareys Buch der Pilze. So schlecht war das nicht. Allerdings gab da keinen Gifthäubling, nur einen einzigen Cortinarius und das ganze Rindengeschwurbel fehlte völlig.
Um irgendwann vom freien Blättern im Buch auf der Suche nach einem Pilz zum systematischen Suchen in den jeweiligen Gattungen zu kommen, hat mir der Grundkurs Pilzbestimmung von Rita Lüder seht geholfen, obwohl das Buch nicht ohne Fehler war, die mich im Kontext dieses Buches überhaupt nicht stören, da es darin ja um einen Überblick übers große Ganze geht. Aber so ein Buch muss man in Ruhe lesen, das ist nichts für unterwegs und um Arten abzugleichen.
Jetzt noch einmal zurück zur Anfängerliteratur. Was empfiehlst du Menschen, die keine bis sehr wenig Ahnung haben, um ihre Funde zu vergleichen - natürlich neben dem PSV oder dem Forum hier - an Literatur? Den zweibändigen Gerhardt für Einsteiger, von dem du oben schreibst, gibts ja offenbar nicht mehr. Ich bin seinerzeit viel mit der S-Bahn unterwegs gewesen und fand die dicken Taschenbücher von Laux und Gerhardt immer ganz praktisch. Fungi of Temperate Europe wäre natürlich um Längen besser gewesen, aber eben auch ein paar Kilo schwerer.