Du könntest noch versuchen einen Sporenabwurf zu machen. M. rhodosperma hat blassrosa Töne mit drin, die "der Parasol" wohl nicht haben soll.
Hallo Schupfnudel,
auch die SPP-Farbe ist bei beiden Arten leider kein konstantes Merkmal.
Gruß,
Wolfgang
Du könntest noch versuchen einen Sporenabwurf zu machen. M. rhodosperma hat blassrosa Töne mit drin, die "der Parasol" wohl nicht haben soll.
Hallo Schupfnudel,
auch die SPP-Farbe ist bei beiden Arten leider kein konstantes Merkmal.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Bernd,
die Keule hat irgendeinen Schaden, die Form ist m.E. kein Artmerkmal.
Der zweite Pilz gehört in die Gattung Hodophilus, den müsste man mit den Publikationen von Adamčík bestimmen, z.B. in
Mycological Progress 16, 811–821 (2017)
Wichtig wäre, ob der Pilz penetrant nach Naphtalin oder Gummi gestunken hat (foetens-Gruppe).
Dazu ist der Schlüssel in Mycol Progress 16:47–62 (2017)
Edit:
Die beiden nicht-Stinker mit schwarzen Punkten am Stiel, atropuncta und variabilipes, lassen sich nicht so schnell trennen, vermutlich reicht der eine alte Fruchtkörper nicht aus. Mikroskopisch unterscheiden sich die Arten nach Adamčík in der Form der Huthaut-Zellen in der Hutmitte.
Wenn es ein Stinker ist, kommt man mit den dunklen Farben und den entfernt stehenden Lamellen im Schlüssel glatt zu subfoetens.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Schrumz,
bei procera (und rhodosperma?) scheint das Röten gelegentlich vorzukommen, aber kein Art-Merkmal zu sein.
Jedenfalls anhand der ITS und der anderen bisher untersuchten Loci lässt sich der procera-Formenkreis nicht weiter differenzieren, mit oder ohne Röten.
Die Hut-Deckschicht bricht bei Deinem Fund in sehr feine Schuppen auf, und die Unterschicht scheint einen Olivton zu haben (jedenfalls auf dem 2. Bild), das ist mir nur von procera und nicht von rhodosperma bekannt.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Bernd,
die Italiener (Mauro Marchetti, Paolo Franchi, ...) sind da dran, das Buch über Keulen soll bald erscheinen. Damit will ich mir im Winter einen Überblick über die aktuelle Lage verschaffen.
Selbst mikroskopieren kann ich derzeit nur schwarzhütige Entolomen.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Bernd,
das könnte zu Clavaria krieglsteineri bzw. daulnoyae gehören, wenn das nicht sowieso die gleiche Art ist.
...auch ein Komplex, in dem noch ein paar Sequenzen gut tun würden.
Gruß,
Wolfgang
als Ergänzung: Der Pilz heißt aber nur "..trüffel", weil er halb unterirdisch wächst, ist aber mit einem Röhrling enger verwandt als mit einer echten Trüffel. Kein Speisepilz.
Gruß,
Wolfgang
Hallo ,
die "falcata" mit dem gelben Fuß ist ja spannend.
Ob wirklich der gelbe Fuß die Alterserscheinung ist, oder ob vielleicht der ganze restliche Fruchtkörper ausgeblichen ist, und die zur flavipes-Kollektion gehören? So ist die Art bei den Franzosen ( Des Ramaires aux Clavaires...) auch abgebildet, ich kenne sie leider nicht aus eigener Anschauung.
Gruß,
Wolfgang
P.S.: ganz leicht rauhe Sporen von glatten zu unterscheiden, ist nicht einfach. Das macht man am besten in 3% KOH und offener Kondensorblende, vielleicht mit etwas schiefer Beleuchtung. Letzlich gibt es aber fließende Übergänge zu Ornamenten, die unter der Auflösung von Lichtmikroskopen liegen, da braucht man ein Rasterelektronenmikroskop.
Bei Keulen braucht man das m.E. aber nur bei verzweigten Arten mit Verdacht auf Ramariopsis, das ist hier nicht der Fall. Die fingerartigen Auswüchse, wie sie bei helvola, falcata und ich glaube auch flavostellifera auftreten können (Achtung - nur bei ganz reifen Fruchtkörpern!) sind aber kein "Ornament", sondern (wenn sie da sind) schon im 40x zu sehen.
Hallo an alle,
bald haben wir alle Arten durch: m.E. haben sowohl borealis wie gallica einen spinnwebartigen Ring. Dieser hier ist sowas von häutig, wie ich es nur von mellea s.str. kenne.
Grüße,
Wolfgang
Hallo an alle,
Hier wird leider Bioluminiszenz mit Fluoreszenz durcheinander gewürfelt.
Bioluminiszenz bedeutet, dass lebende Zellen Energie in Form von Licht abstrahlen. Das ist selten.
Fluoreszenz bedeutet, dass bestimmte Inhaltsstoffe energiereiches UV-Licht absorbieren und als weniger energiereiches, sichtbares Licht wieder abstrahlen.
Das tun sehr viele Substanzen. Als bestimmungsrelevantes Merkmal von Pilzen habe ich nur bei Rauköpfen davon gelesen, aber warum sollen nicht auch Stoffe aus Schwefelköpfen oder Flämmlingen fluoreszieren.
Gruß,
Wolfgang
Hi David,
ich sehe da auch was aus der orellanus-Ecke. Manche Rauköpfe haben auch etwas blassgelbes Pigment, so ein Spiritus-Test ist noch als negativ zu werten.
Gruß,
Wolfgang
Hannes2 : Rotbuchenwald in welcher Höhenstufe?
Hallo Tim,
auf jeden Fall haben Folgezersetzer "Geschmäcker", oder auf verschiedenen Substraten unterschiedliche Konkurrenzfähigkeit, was dann letztlich ihre ökologische Nische definiert.
Ich persönlich kenne olivieri z.B. nur aus Fichtenwäldern im Bergland, was aber auch daran liegen kann, dass in meiner Region Kiefern nur im Flachland stehen, wo es dann zu warm für olivieri ist (?) und brunneum übernimmt. Gut möglich, dass olivieri woanders auch auf Kiefernstreu wächst.
Aus reinen Laubstandorten kenne ich nur rhacodes. Welcher ökologische Parameter das jetzt wie stark beeinflusst (Substrat, pH-Wert, Temperatur, ...) weiß ich nicht.
Die "Laufrille" ist die Einbuchtung zwischen beiden Teilen eines doppelten Rings, wie Du vermutet hast.
Gruß,
Wolfgang
Hallo zusammen,
also ich für meinen Teil sehe da Chlorophyllum olivieri und nicht Chlorophyllum rhacodes.
FG
Oehrling
...und unter Eiche in Hamburg?
Was den verschiebbaren Ring angeht, halte ich das Merkmal - auch wenn es 1000-fach in den Büchern wiederholt wird - für nur mittelmäßig anwendbar (wie in diesem Fall).
Ich würde immer zuerst die Gattung Chlorophyllum an der Fleischverfärbung festmachen, und dann die Art bestimmen. Die eng verwandte C. brunneum hat einen eher einfachen, nicht verschiebbaren Ring. Aber der entscheidende Unterschied ist die "Laufrille", und nicht die Verschiebbarkeit.
Ganz lockere Ringe gibt es vor allem beim Parasol, aber das ist eine andere Gattung.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Nosozia,
besser könntest Du Inger Skrede in Oslo (Autor des 2. Artikels) anschreiben, ob er noch an Hellvella 'dran ist.
Da würdest Du nicht nur eine Sequenz, sondern eine wirklich fundierte fachliche Bestätigung der Bestimmung bekommen. Das wäre ein Erstfund für Deutschland, und sollte daher publiziert werden.
Frankfurt macht meines Wissens normal nur ITS, für Helvella braucht man anscheinend LSU (das ist ein anderer Genbereich der DNA).
Hast Du die Sporen inzwischen eigentlich auch mal in Leitungswasser gemessen, ob Deine Form "echt" ist?
Gruß,
Wolfgang
P.S.: Ich hatte übrigens auch einen "costifera"-Fund in diesem Frühjahr.
Nachtrag:
ich bin eben über Helvella calycina gestolpert:
Ribbet foldhat (Helvella calycina)
Die Art ist laut Sequenzierung im costifera-Clade:
Das wäre auch ein Kandidat. Mehr weiß ich über diese Art aber nicht.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Nosozia,
die flaumige Außenseite und die Form der Rippen (bei costifera im Profil abgerundet mit Tendenz zu freien Rippenbögen und Querverbindungen) sind in den mir verfügbaren Schlüsseln die wichtigsten Abgrenzungen zwischen acetabulum und costifera, das würde m.E. beides auf costifera deuten, ich bin aber auch kein besondererer Spezialist der Gattung.
Dagegen spricht die Farbe der Fruchtkörper, die bei costifera als grau bis sandfarben angegeben wird. Aber ich habe gehört, dass andere hinter costifera ein Aggregat vermuten. Wenn man den Namen in google eingibt und die Bilder anguckt, kann ich das nachvollziehen.
Weiter kommt man aktuell wohl nicht. Solche Kollektionen müsste man wohl einfach öfter mal sequenzieren lassen, in der Hoffnung, dass sich die Artkonzepte weiterentwickeln.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Nosozia,
ich denke der passt vom Bild besser zu costifera. Kannst Du mal den haarigen äußeren Becherrand 'rausvergrößern und nachschärfen?
Ob "costifera" aber eine Art oder ein Aggregat aus mehreren Arten ist, da halte ich mich zurück.
Gruß,
Wolfgang
Hallo an alle,
könnte das nicht auch ein verwässerter Würziger Tellerling, Rhodocybe gemina sein?? Den sehe ich selten, daher mit zwei Fragezeichen.
Auch wenn mir natürlich nichts gegen Lepista einfällt.
Gruß,
Wolfgang
Hi David,
ja, ich habe auch etwas gestutzt, aber manchmal bilden sich sehr früh reife Sporen, die die Farbe verfälschen. Wenn Du sicher sein wolltest, müsstest Du mit Brennspiritus nur aus den Lamellen die Pigmente lösen und prüfen, ob sie gelb sind.
Für cinnamomeus sind mir die Lamellen nicht leuchtend zimtbraun genug, und sommerfeltii hat kein so gelbes Stielfleisch.
Gruß,
Wolfgang
Hi David,
das sehe ich wie Stefan.
Die Kollektionen mit braun gegürtelten Stielen wurden eine Zeitlang als "var. porphyreovelata" geführt, aber das ist wohl im Bereich der normalen Variabilität der Art.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Thomas,
ich finde es sehr gut, dass Du auf die geltende Rechtslage hingewiesen hast. Ja, da muss man manchmal etwas Gegenwind aushalten. Das Verständnis für notwendige Regeln scheint in Deutschland leider auf dem Rückzug zu sein, nicht nur bei Quer"denkern".
Allerdings ist das übermäßige Sammeln noch keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit, aber die Bußgelder können trotzdem ganz knackig werden (ein paar Hundert bis ein paar Tausend Euro je nach Bundesland und Sachbearbeiter). Zur Straftat kann es werden, wenn man die Tat "gewerbs- oder gewohnheitsmäßig begeht" (§71BNatschG, Abs. 3).
Grüße,
Wolfgang
Hallo Hannes,
fusiformis ist wirklich büschelig und größer, Deine sind eher dicht gesellig, wobei die äußeren allein stehen.
Nein, da ist helvola schon wahrscheinlicher, aber Keulen ohne Mikro...
Gruß,
Wolfgang
Hallo an alle,
beim sericellum-Aggregat gehe ich mit, aber ich habe mir sagen lassen, dass es da mehrere Sequenzen gibt, die noch nicht mit anderen Merkmalen korreliert wurden.
Die anderen Entolomen im Thread sind zu alt.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Wutzi,
ich wollte diesen Winter die Funde aus dem Formenkreis sequenzieren.
Deinen nehme ich mit, wenn Du mir ein Exsikkat und die Standortdaten schickst.
Gruß,
Wolfgang
