Beiträge von mollisia

    Hallo Frank,


    für ein Planfeststellungsverfahren ist die Fläche zu klein, da muss die Gemeinde nichts derartiges unternehmen meiner Ansicht nach. Ob daher also ein Einspruch aufgrund naturschutzrechtlicher Bedenken überhaupt angenommen würde, weiß ich gar nicht.


    Pilze sind in der BArtSchV auch "nur" besonders geschützt, aber nicht streng geschützt, so dass dieses Argument vermutlich nicht zieht. Was einerseits verständlich ist, sonst könnte man praktisch jede Waldnutzung untersagen, weil dort Birkenpilze oder Trompetenpfifferlinge vorkommen ....


    Wie es mit den Eidechsen aussieht, wäre vielleicht noch die beste Chance. Ob der Standort durch das Errichten der Carports allerdings wirklich für die Eidechsen den Garaus bedeuten würde, wäre erst mal noch glaubhaft zu machen. Eventuell wäre es dann am Antragsteller, hierfür ein Gutachten beizubringen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ja, diese Ramaria mit dem großen Sklerotium drunter habe ich auch schon gefunden. Das Sklerotium gilt übrigens als essbar und wohlschmeckend, ist aber roh giftig.

    Es ist meiner Ansicht nach nicht etwa Ramaria anuum-germ, wie Peter glaubt, sondern Ramaria solanum-tuberosi. Aber manche Fachleute halten die beiden auch für synonym ..... :cool:


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass es Lepista sordida ist. Die eher grauviolette als rotviolette Färbung ist ganz typisch, ebenso die Größe (die sind nicht wuchtig für so einen gedüngten Boden!) und auch das Habitat lässt eigentlich nur diesen Schluss zu und auch die Jahreszeit. Was aber letztlich das Entscheidende ist, ist die deutliche Hygrophanität, gut auf Bild 3 zu sehen. Lepista nuda ist bestenfalls angedeutet hygrophan, niemals so deutlich.

    Alles zusammen genommen wären das für mich sehr typische sordida.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Jan,

    nein, das sind dann reine Obstbaumplantagen. Möglichst schon etwas in die Jahre gekommen, und natürlich auf Kalk. Das nachstehend gezeigte Biotop brachte einen Riesenschub Speisemorcheln, nachdem es lange fast verwildertw ar und dann eines Tages im Herbst massiv gepflegt wurde. Sämtlicher aufgekommener Unterwuchs wurde mit dem Balkenmäher entfernt und abgeräumt, so dass im Frühjahr darauf fast nur Wiesen-Schlüsselblumen und andere Magerrasenblümchen blühten.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich finde prinzipiell sieht das gut aus - aber hats denn auch Eschen dort? Nicht dass es nicht auch ohne gehen würde, aber meistens stehen halt doch Eschen bei den Morcheln .....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Schorsch,


    das verstehe ich nicht was Du schreibst. Wo hast Du denn was aligniert? Du zeigst uns doch nur ein blast-Ergebnis, und da sieht man dass deine Sequenz mit der Du geblastet hast, 279 bp lang ist. Was nur ein Bruchteil einer ITS-Sequenz ist. Daher bedeutet 100% Übereinstimmung nur, dass in diesem 279bp langen Abschnitt der ITS eine 100%ige Übereinstimmung besteht. Ob es bei den restlichen ca. 300 Basenpaare der ITS eventuell Abweichungen gibt, ist unklar, daher meinte ich dass die Bestimmung so nicht sicher ist (wenn auch wahrscheinlich).

    Alignieren ist eigentlich dass Anordnen mehrerer Sequenzen untereinander, so dass die mehrheitlich übereinstimmenden Bereiche direkt untereinander liegen. Mit einer Alignierung diverser Sequenzen kann man dann einen phylogenetischen Baum rechnen lassen - aber das hast Du ja nicht gemacht bzw. nicht gezeigt.

    Wenn Du mit alignieren meintest, dass Du die Vorwärts- und Rückwärtsrichtung der ITS zusammengefügt hast - deine Anmerkung zum Reverse-Button bringt mich auf diese Idee - dann ergibt sich dadurch aber keine längere Sequenz, sondern nur eine bessere Qualtität.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Bernd,


    ich habe den Bächen entlang auf Pestwurz in der Tatra sehr häufig und anderswo gelegentlich Typhula uncialis gefunden, die dann im Spätsommer die schwarzen alten Blattstiele komplett überzieht, so dass die Stängel fast wie Stacheldraht wirken.

    Ab Mai findest Du auf den Stängeln der weißen Pestwurzarten nicht selten Pyrenopeziza baraliana, ein kleiner schwarzer mollisioider Becherling mit relativ deutlichen weißen Randhaaren, die oft zackenartig verklebt sind. Könnte in Litauen möglicherweise noch nicht nachgewiesen sein, weil ich die Art erst 2006 beschrieben und vorgestellt habe.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Schorsch,


    warum ist deine Sequenz denn so kurz? Wenn ich das richtig sehe, dann hast Du nur eine 279 bp langen Sequenzabschnitt verwendet, die ITS müsste aber so um die 620 bp lang sein üblicherweise. Insofern würde ich das Ergebnis erst mal als unklar einstufen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich kann vielleicht noch ergänzen, dass ich früher Hyphoderma roseocremeum nie bestimmen konnte (außer makroskopisch), und erst durch den Hinweis von Frank auf die oft breiteren Sporen nun feststelle, dass die Art sicherlich die häufigste Hyphoderma mit Balkenzystiden ist. Und ich habe im Gegensatz zur Literatur so schmale Sporen von 3-4 µm Breite noch die gefunden, immer um die 5 µm ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    Winter-Porling ist richtig.


    Substrat Kiefer ist zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber sehr selten.

    In "Großpilze Baden-Württembergs" werden so etwa 700 Wirtsangaben gelistet, davon entfällt etwas mehr als ein Drittel auf Buche als Wirt. An Nadelbäumen wird gelistet: Tanne (1), Fichte (7), Kiefer (1)

    Ob es sich bei diesen Angaben von Nadelholz um eventuelle Fehlbestimmungen oder Fehleingaben handeln könnte habe ich nicht überprüft.


    Auf Deinem Bild sind auch Laubblätter zu sehen, so weit weg können also Laubbäume nicht sein. In den Kiefernforsten kommt gerne auch mal ne Birke hoch, vielleicht versteckt die sich ja unter der Moosschicht. Oder eben irgendein anderer Laubbaum der da noch von vor der Kiefern-Aufforstung stand?


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Murph,


    im Hainich kenne ich mich natürlich bestens aus, habe dort jahrelang kartiert. ABER: Im gesamten Nationalpark ist das Verlassen der Wege verboten!! Ich würde Euch daher dringend raten, eine Genehmigung zum Kartieren zu beantragen, was aber dann natürlich auch mit der Abgabe eine Fundliste verbunden wäre. Ich weiß nicht ob Euch so was liegt. Es gibt jedenfalls etliche Ranger und ich würde mir da schon eine Genehmigung holen wenn ich Euch wäre. Ein schöner Treffpunkt ist übrigens die Fuchsfarm bei Mülverstedt. Erstens ein hervorragendes Pilzgebiet, zweitens eine hervorragende Erbsensuppe (oder Linsen- oder Bohnensuppe, man weiß es nie vorher ....). Letzteres ist wirklich gut, während mich Kuckis nicht wirklich beeindruckt hat.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    für Coriolopsis sind mir die Poren zu klein und die Hüte sind nicht striegelig - die würde ich eigentlich ausschließen.

    Zu Antrodia serialis passt diese eigentümliche gelbbraune Färbung ganz gut. Aber die Hutoberfläche ist schon merkwürdig und wenn das Substrat wirklich Buche ist wie im Eingangsposting erwähnt, dann würde das auch eher dagegen sprechen.

    Einen besseren Vorschlag hab ich aber auch nicht, ich müsste den mikroskopieren.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    unsere (wenigen) europäischen Faustregeln über die Genießbarkeit der Pilze lassen sich in den seltensten Fällen weltweit anwenden. Daher ist für mich das Vorhandensein eines milden giften Täublings in Japan kein Argument.

    Was Rhabdomyolyse betrifft, so sollte man sich vielleicht auch im Klaren sein, dass diese durch alle möglichen Faktoren ausgelöst werden kann. Nicht selten werden Rhabdomyolysen als Nebenwirkung von Medikamenten beschrieben und auch Infektionen können die Ursache von Muskelzersetzungen sein. Nicht zuletzt auch Sport .....


    Man kann die Versuche mit Mäusen so interpretieren, dass Mäuse keine geeigneten Versuchstiere sind, weil sie ja nicht oder kaum Vergiftungen zeigen. Man kann aber auch argumentieren dass es eben nur in seltenen Fällen und im Zusammenhang mit anderen nicht bekannten Zusammenwirkungen zu einer Rhabdomyolyse kommt. Dass das Verdauungssystem von Nagern deutlich anders ist als bei Menschen ist schon klar. Dennoch ergibt sich für mich bisher kein klarer Hinweis aus der zitierten Literatur, dass Rhabdomyolyse alleine durch den Verzehr von übermäßig Steinpilzen und Rotkappen ausgelöst wurde.


    >>Als Rhabdomyolyse bezeichnet man einen Zerfall von Muskelfasern. Ursachen sind etwa Muskelquetschungen und extreme körperliche Aktivität, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Infektionen.<<

    >>Eine Vielzahl von erworbenen (toxisch, entzündlich) und angeborenen (degenerativ, metabolisch) Myopathien [= Muskelerkrankungen] können zur Rhabdomyolyse führen.<< (Zitat Klinikum der Universität München)


    Ich finde es sehr schwierig, wenn wir heutzutage, wo im Vergleich zu früher so viel weniger Pilze gegessen werden, alle möglichen Vergiftungssyndrome aufgrund übermäßigen Genusses feststellen - dann müssten zu früheren Zeiten ganze Landstriche entvölkert worden sein. Es ist also meines Erachtens immer eine persönliche Disposition mit entscheidend.

    Was natürlich immer noch ein Grund für eine Warnung sein sollte, aber bitte dann auch mit der bisher bekannten Wahrscheinlichkeit dazu. Und die dürfte bei Steinpilz, Rotkappe gegen 0 gehen. Und das sollte meines Erachtens auch so berichtet werden und nicht mit unheilsschwangeren Publikationen die uns schon mal darauf vorbereiten, dass auch Pfifferling und wer noch alles eigentlich ein Giftpilz wäre ....

    Meine persönliche Meinung dazu.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    Josef Christan hatte mit Russula olivacea Probleme, das ist richtig. Das ist der einzige bekannte Fall von Unverträglichkeit bei milden Täublingen. Aber: er hatte sie mit zu einem Grillfest gebracht und dort auf den bereits gut durchgeglühten heißen Grill gelegt. Nur kurz, weil sie gleich anfingen zu verbrennen. Daher waren sie nicht durchgegart, was vermutlich zur Unverträglichkeit geführt hat. Von normal gebratenen, durchgegarten Russula olivacea ist kein Fall von Unverträglichkeit bekannt. Daher gelten für mich weiterhin sämtliche milden Täublinge uneingeschränkt als essbar.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Sandra,


    mir schien ihm originalen Posting durchaus auch die Frage dabei zu sein, ob ein seriöser Arzt solche Mittel empfiehlt -> "Solche Empfehlungen erscheinen auch mir untypisch für einen Arzt". Daher fand ich es angebracht, meine Meinung dazu zu äußern, und die ist tatsächlich dass ich das empfehlen teurer Nahrungsergänzungsmittel ohne nachweisbare Wirkung als unseriös ansehe und zu so einem Arzt nicht mehr gehen wollen würde, auch wenn er ansonsten schulmedizinisch behandelt.

    Aber klar, Du hast recht, wir kennen die Situation nicht wirklich und können es eigentlich nicht beurteilen. Aber wie gesagt, wenn mein Arzt mir Cordyceps-Kapseln empfehlen würde, egal in welchem Zusammenhang, dann würde ich mir einen anderen suchen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    auf jeden Fall eine Peziza, das zeigen die operculaten, iod-positiven Asci.


    Ohne die Merkmale verglichen zu haben würde ich unbedingt auch mit den eigentlich violetteren Arten um Peziza violacea s.l. vergleichen. Das Sporenornament sieht isoliert-warzig aus und die Arten dieses Verwandtschaftskreises sind ökologisch nicht besonders anspruchsvoll (außer den Brandstellenarten). Das Violett mag vergänglich sein bei kalten Temperaturen, da fehlt mir die Erfahrung.

    Ein Präparat in Wasser zum Messen und notieren der Anzahl der Tropfen in den Sporen ist immer notwendig, neben dem Präparat in Baumwollblau. Letzteres ist für das Ornament gut, aber zum messen nicht geeignet weil es die Sporen eindellt, wie Du ja selbst erfahren hast :)


    beste Grüße,

    Andreas


    beste Grüße,

    Andreas


    Hallo,


    abgesehen vom Arztwechsel, den ich zweifellos ebenfalls empfehle, würde ich Dir zur Information über den Pilz und seine ihm nachgesagten phänomenalen Wirkungen unabhängigere Quellen empfehlen als die oben erwähnte.


    beste Grüße,

    Andreas