zum Beispiel bei den Schwefelköpfen ist das Substrat ja schon ein wichtigeres Merkmal zur Unterscheidung zwischen Hypholoma fasciculare und capnoides. Woher kann ich denn wissen, in welchen Gruppen ich mir sicher sein kann, dass solche Angaben richtig sind und in welchen kann ich das nicht?
Hi Jan,
don't panic.
In Anbetracht der Tatsache, dass derzeit soviel passiert im Reich der Pilze muss man einfach Ruhe bewahren. Fast täglich ändern sich die Gattungen und es werden neue Arten aus Aggregaten herausklamüsert und man kann nicht immer auf dem neuesten Stand sein. Für die PSV-Prüfung spielt das letztlich nicht eine so große Rolle.
Bzgl. der Substrate muss man oft auch "flexibel" sein. Dein Beispiel der Schwefelköpfe: fasciculare wächst auf egal welchem Holz und capnoides habe ich sogar einmal definitiv auf Laubholz gefunden. Auch den Stockschwämmchen und Gifthäublingen ist das Holz egal, obwohl das in älteren Büchern noch anders steht.
Butterpilze hab ich einmal im reinen Fichtenwald gefunden, keine Kiefer weit und breit. Habe noch kein Pilzbuch gesehen in dem steht, dass Suillus luteus auch mal unter Fichte kann. Genauso wie sein Bruder, der Ringlose (collinitus) gelegentlich schon mal unter Birke kommt, auch danach sucht man vergeblich in den Büchern. Und Ohrlöffel-Stachelinge gibts u.U. auf Fichtenzapfen....
Du siehst, es ist ein weites Feld und wer mag und sich auf dem Laufenden halten will, braucht einmal die Erfahrung und zum andern geeignete Quellen um sich den neuesten Wissenstand anzueignen. Das kann mitunter mühsam sein und nicht jeder will sich das antun.
Im alltäglichen Pilzberatergeschäft spielt das aber keine Rolle, der Esspilzfraktion ist es letztendlich egal ob es ein Fichten- oder Sommer-Steinpilz ist.
Beste Grüße
Harald