Hallo zusammen,
wie Oehrling und Werner halte ich R. nigiricans für ausgeshlossen. R. anthracina hätte sich spätestens bei Berührung spontan schwarz gefärbt und ist trotz des rosa Schimmers in den Lamellen nicht möglich.
Das ist höchstwahrscheinlich eine noch unbeschriebene Art. Ich hatte selber schon einen Fund mit rosa Reflex in den Lamellen, der nicht schwärzte und einen Fund mit zunächst langsam rötenden und anschließend schwärzendem Fleisch, dichter stehenden Lamellen als bei R. nigircans und absolut mildem Geschmack, der sich keiner bekannten Art zuordnen lässt. Felix Hampe teilte mir mit, dass die Gruppe in Bearbeitung ist und es neue noch nicht publikationsreife Erkenntnisse gibt.
@ Claudia: Da von dem vorliegenden Fund weder Fleischverfärbung noch Geschmack bekannt sind, solltest Du den Fundort im Auge behalten und auf weitere Fruchtkörper hoffen.
LG Karl
PS Das Pilzportrait Nr. 236 im letzten Tintling ist übrigens auch nicht R. anthracina, was mit Sicherheit in der nächsten Ausgabe klargestellt wird.
Beiträge von Karl W
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ich stelle einen Echten Mehltau vor, der wohl stark unterkartiert ist.
Ich hab in den letzten Tagen mehrfach im Münchner Norden einen Echten Mehltau an kultiviertem wintergrünen Pfaffenhütchen gefunden, der häufig als Bodendecker oder Rankpflanze angepflanzt ist.
Der Vergleich mit Jules Buch und Klenke/Scholler ergab schnell Erysiphe euonymicola, der nur an wintergrünem Euonymus, wie E. fortunei und E. japonicum vorkommen soll. Wobei ich noch nicht herausbekommen hab, wie die beiden Arten zu trennen sind. Vllt hilft mir da jemand auf die Sprünge?
Hallo Werner,
mit Sicherheit ist die Art deutlich unterkartiert, was aber wohl mit Ausnahme von Erysiphe alphitoides auch für alle weiteren Arten der Gattung gilt
Ich habe Erysiphe euonymicola bisher an E. japonicum und einmal an E. sp. kartiert, weshalb mich Deine Frage neugierig gemacht hat. E. fortunei wird ja auch als Kletter-Spindelstrauch bezeichnet und kann im Gegensatz zu E. japonicum Haftwurzeln bilden. Ich werde zukünftig mal drauf achten.
LG Karl -
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Stimmt.



Mein Organik-Grundpratikum ist einfach zu lange her. Klar, du brauchst Nitriersäure und demzufolge Nitrosylkationen. Da war noch was.
Lieber Stefan,
das ist aber nur die halbe Wahrheit da Du dann noch einen Aromaten für die zitierte Kupplung benötigst
. Mein Praktikum ist zwar wesentlich länger her aber ich weiß noch, dass ich damals Beta-Naphtol zur Synthese eines orangenen Farbstoffs verwendet habe. 
LG Karl
PS. Mach Dir nichts draus. Organische Chemie war für mich mehr Hobby als Lehrstoff
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An dem Raustielröhrling bin ich kurz hängengeblieben: Was bei dem nun gegen Leccinum duriusculum s.l. (Pappelraufuß) spricht, habe ich allerdings nicht verstanden.
Immerhin sieht er 1:1 aus wie die Pappelraufüße bei mir in der GegendHallo Pablo,
die Graufärbung ist nur sehr schwach und tritt nach längerer Zeit auf. Keinesfalls geht die Färbung auch nur annähernd in Richtung L. duriusculum mit dem charakteristischen Farbverlauf über rosa violettlich zu fast schwarz.
LG Karl -
Große Klasse Björn

Einges habe ich ja nicht gesehen, da ich mich früher verabschiedet habe.
LG Karl -
ausschlaggebend ist immer der Feuchtigkeitsanteil in der Gallertmasse des Hexeneis. Erst wenn hier ein bestimmtes Feuchtigkeitslevel erreicht ist wird sich das Receptakulum entfalten und die Haut des Eis durchbrechen. Die Wurzelstränge können schon eine große Ausdehnung annehmen. Für die Stinkmorchel gibt es hierzu Untersuchungen. Diese pumpen das Wasser in die Gallerte und speichern es dort. Daraus versorgt sich dann das Receptakulum. Also, nicht das Ei gießen, sondern die Wurzelstrangpunkte.
Hallo Stefan,
Hier hat es weiter unten im Beitrag geklappt
Roter Gitterling -
Hallo zusammen,
Diese Arbeit führt einen weiter.
Jargeat, P., Moreau, P.-A., Gryta, H., Chaumeton, J.-P., Gardes, M.,Paxillus rubicundulus (Boletales, Paxillaceae) and two new Alder-specific ectomycorrhizal species,
P. olivellus and P. adelphus, from Europe and North Africa, Fungal Biology (2016), doi: 10.1016/ j.funbio.2016.02.008
Europe PMC
LG Karl -
Hallo Torsten,
vergleiche mal mit dem Heudüngerling.
LG Karl -
Bist du dir bei deinem Keulchen sicher ?
Die Clavaria krieglsteineri sieht dem makroskopisch sehr ähnlich.
Ja, die Keulchen sind mikroskopisch bestimmt und sicher.
Hallo Felli und Dieter,
makroskopisch kann ich mich auch nicht mit C. falcata anfreunden aber an C. krieglsteineri mag ich auch nicht so recht glauben.
Die typische C. falcata ist für mich rein weiß mit glasigem, nie braunem Stiel ohne deutlich erweiterten oder wie hier sogar runzligen Kopfteil, sondern eher zur Spitze verjüngt. C. krieglsteineri ist m. E. gedrungener und hat ebenfalls keinen braunen Stiel. Leider beschäftigen sich nur wenige Leute intensiver mit den Keulchen und ich räume ein, dass die Variabilität eventuell nicht ausreichend bekannt ist.
Hans Bender, Henk Huyser NL und ich, haben die folgenden und weitere Kollektionen in zwei Gebieten gefunden und glauben, dass es da noch mindestens eine unbeschrieben Art gibt. Interessant ist das Bild oben links mit zwei typischen Exemplaren von C. falcata und mit den getönten Frk. welche längere und schlankere Sporen haben. Auch an einer weiteren Fundstelle kamen beide Arten schon vergesellschaftet vor. Leider haben wir in den letzten drei Jahren kein Material mehr gefunden, welches man sequenzieren könnte.
LG Karl -
Immerhin eine weitere Art, die jetzt für Deutschland neu in Mykis eingetragen wird!
Hallo Hans,
in der Taxaliste von Mykis ist die Art noch als Endophragmia hyalosperma (Corda) Morgan-Jones & A.L.J. Cole 1964 drin, kannst Du also eingeben.
LG Karl -
Hallo Carina,
eine tolle Ausbeute hast Du gemacht
Das dreizähnige Knabenkraut sollte richtig erkannt sein.
Albino ist wahrschweinlich Orchis purpurea
Die teilweise verblühte Pflanze kann eine Hybride aus O. militaris und Ohnsporn sein aber Ragwurz ist da nicht drin.
LG Karl -
Diese Hybride erinnert ein bißchen an eine Affenorchis.
🐵🐒Hi,
bei der Affenorchis öffnen sich die Blüten von oben nach unten. Möglich wäre eine Hybride aus O. militaris und Ohnsporn, aber da müsste man die ganze Pflanze sehen. -
Hallo Carina,
grünliche Waldhyazinthe ist eindeutig. Viel Erfolg für Morgen.
LG Karl -
Hallo Carina,
bei der Nieswurz meintest Du sicher Netzwurz oder auch Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis)
Danach kommen Ständelwurze (Epipactis) noch nicht sicher bestimmbar.
Ob das letzte Bild tatsächlich noch eine Orchidee zeigt, bezweifle ich mal vosichtig. Ist aber mehr so ein Gefühl
LG Karl -
Ich dachte erst an Xerula radicata aber der sollte doch keine knollige Basis haben. Der Geruch war leicht süßlich.
Hallo Jörg,
die Stielbasis von X. radicata ist gerne mal knollig, das starke Ausblassen im Alter ist normal und möglicherweise steckt das Ende des Stiels noch im Substrat
Hier mal ein Beispiel
LG Karl -
Meine Cheilos sind aber zu 90 % einfach nur keulig. Das passt irgendwie nicht.
Hat jemand Erfahrungen damit? Sind die Cheilos wirklich aussagekräftig?
Hallo Nosozia,
auf Deinen Mikrobildern sehe ich fast ausschließlich junge Basidien und keine Cheilos. Trenne mal ein Lamellenschneide so dünn wie nur möglich ab und beobachte zunächst ohne zu quetschen.
Allgemein kann ich sagen, dass man eine größere Zahl von Kollektionen untersucht haben muss, um sich der Bestimmung allmählich sicherer zu werden und es bleiben immer noch Kollektionen bei denen Makroskopie und Mikroskopie nicht so ganz zusammen passen. Wenn man typische Kollektionen hatte ( z. B. G. ocior mit eindeutig gelben Lamellen) kann man den Fund sorgfältig dokumentieren und als eigene Referenz festlegen. Das Gleiche gilt sinngemäß für weitere Arten.
LG Karl -
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Ansonsten sieht das für mich auf deinem letzten Bild schon warzig aus, das sind keinesfalls irgendwelche Bläschen in der Spore.
Hallo Björn,
nach Vergleich mit diversen Aufnahmen aus meinem Bildarchiv bin ich ebenfalls der Meinung, dass die Sporen warzig sind. Die hellen Pünktchen auf einigen Sporen sind m. E. erhaben.
LG Karl -
Bei der Pflanze denke ich in Richtung Euphorbia... ...und dann ginge es in Richtung Aecidium euphorbiae
Hallo Manfred,
selbst wenn es sich um Euphorbia handelt, kann man Aecidium euphorbiae ausschließen, da keine Aecien gebildet werden.
LG Karl -
Den Hoppeaband mit der Arbeit vom Beisenherz Michi hab ich sogar.
Hallo Werner
Die Zwergformen werden bei Beisenherz als Standortabweichungen bei H. conica s. str. erwähnt.
LG Karl -
Hallo Björn,
wieder mal eine Art toll präsentiert und gleich einen interessanten Suchhinweis gegeben. Man sollte eben nicht immer nur auf Rhopographus filicinus achten
LG Karl -
Hallo Carina,
in einem tollen Gebiet warst Du unterwegs. Neben Orchis militaris auf die Björn schon hingewiesen hat, glaube ich nach den tollen Frauenschuhen auch noch Orchis purpurea zu erkennen.
LG Karl -
Hallo zusammen,
es freut mich, dass Ihr ebensoviel Freude an dem Bild habt wie ich
@ Werner: In den Regensburger Mykologischen Schriften Band 15 (2008), Die Gattungen Hydropus bis Hypsizygus, wird das H. conica agg. durch Andreas Bresinski aufgeschlüsselt und mehrere Arten, Varietäten oder Formen abgehandelt.
Neben dem Vorkommen an feuchten Standorten sind (auch nach meiner Beobachtung) die Fruchtkörper immer recht klein (bis ca. 1 cm), jung immer rein rot und blassen allenfalls zu orange aus. Gelbtöne habe ich nie beobachtet.
Boertmann hat in FUNGI OF NORTHERN EUROE- VOL 1 alles in einen Pott geschmissen, erwähnt aber H. conica var conicopalustris und hat auch eine Abbildung drin. Solange die gesamte Gruppe nicht sequenziert ist, versuche ich nach Möglichkeit zu trennen. Zusammenlegen kann man nach entsprechenden Untersuchungen immer noch, aber wenn man grundsätzlich Alles als H. conica abhakt, kriegt man das nie mehr getrennt.
Natürlich können bei üppigen Vorkommen von H. conica auch mal kleinere mehr oder weniger rote Frk. dazwischen stehen, aber die lasse ich außen vor.
Ich habe allerdings neben meinem Teichrand noch einen weiteren Standort, den ich länger beobachtet habe. Innerhalb von 4 Jahren wurde ich 3 x fündig und es traten an dem Standort nie größere oder gelben Frk. auf. Erst dann bin ich von H. conica agg. auf H. conicopalustris umgeschwenkt, wobei möglicherweise H. conica var. conicopalustris der gültige Name ist.
Hier noch interessante Beiträge von Christoph, der noch H. riparia ins Spiel bringt.
Saftling am Teichrand
LG Karl -
