Hallo Claudia,
Die genaue Sporenpulverfarbe von Täublingen ermittelt man am Besten, indem man das SPP zusammenschabt und zwischen zwei Objektträger bringt. Durch vorsichtiges Bewegen gegeneinander entsteht dann eine gleichmäßig dünne Schicht und ermöglicht den Vergleich mt einer entsprechenden Farbskala. Legt man das so entstandene Präparat auf weißes Papier, so erkennt man auch blasse Cremetöne, die man andernfalls für weiß halten könnte, was auf Deinen Pilz natürlich nicht zutrifft.
Beispielbild:

Basidien und Zystiden haben bei Russula nur selten taxonomischen Wert und auf Ihre Betrachtung kann man meist verzichten.
Die Huthaut von Täublingen kann verscheidene Elemente enthalten, die meistens in Kongorot ausreichen gut zu beurteilen sind. Ich nehme am Liebsten Kongo/SDS. Vorher ist jedoch zu beachten, dass kein Hutfleisch mehr mit ins Präparat gelangt. Das sind die runden Zellen auf Deinem Bild, durch welche alles überdeckt wird. Wenn Du langsam ein Stückchen Huthaut abziehst und die Rückseite anschaust, hast Du meistens eine Ecken, an der kein (weißes) Fleisch mehr hängt. Andernfalls musst Du es mit einer Rasierklinge abschaben. Von einer Stelle ohne Fleisch schneidest Du dann ein Stück ab, welches Du mit Kongorot anfärben und betrachten kannst. Eine gute Möglichkeit ist es einen sehr dünnen Streifen mit der Rasierklinge abzuschneiden, wobei sehr dünn möglichst weniger als ein 0,2 mm ist. Das angefärbte Präparat etwas quetschen. Meistens liegen die zur Beurteilung erforderlichen Elemente zumindest an einer Seite dann schon frei.

Die Elemente mit dem grieseligen Inhalt sind Pileozystiden (Dermatozystiden), die übrigen Elemente sind Endzellen der Huthautbekleidung und werden oft als Haare bezeichnet. Dann gibt es noch die sogenannten inkrustierten Primordialhyphen, die ich bei Deinem Pilz 2 allerdings nicht erwarte.
Russalasporen sind immer ornamentiert und zu besseren Beurteilung nimmt man Melzer, weil sich das Ornament färbt und besser zu beurteilen ist. Dazu später mehr
LG Karl