Beiträge von Karl W

    Erste Teil ist wunderschön ,aber Teil 2 ist etwas besonderes !


    Unbekannte Amanita , glaube stark das um A. lividopalescens gehet , hab ein Fund aus Dubrovnik ,


    LG beli !

    Danke beli,
    bei der Amanita kann ich mit A. lividopallescens sehr gut vorstelle. Die Art kommt in der Eifel nicht selten vor, aber es bleibt eine Unsicherheit ohne Mikro.
    LG Karl

    Hallo zusammen,

    hier die angekündigte Fortsetzung von Lange Eifeltour Teil 1

    Gegen 12:30 erreichten wir ein Gebiet, in dem es in der Woche ergiebig geregnet hatte, aber mit Massenfunden rechneten wir natürlich nicht. Bei einigen Kiefern gab es Reihen und Ringe von Körnchenröhrlingen, die allerdings schon überständig waren. Dann fiel unser Blick auf gelbe Tupfer in einer Wiese und bei näherer Betrachtung wurden daraus Teppiche. Sicherlich auf einer Länge von 50 Metern und einer Breite bis zu drei Metern stand Saftling an Saftling. Man hätte eine Drohne mit Kamera gebraucht um diesen Eindruck eindrucksvoll wiederzugeben.


    Spitzgebuckelter oder auch Safrangelber Saftling (Hygrocybe persistens = acutoconica)







    Am Rand bei einigen Fichten dann noch ein schönes Täublingsgrüppchen. Ein kleiner, recht gebrechlicher, milder Dottersporer.
    Geriefter Weich-Täubling oder Bunter Fichten-Täubling (Russula nauseosa)


    Im benachbarten reinen Buchenwald in der Laubstreu noch nicht ein Pilz, weshalb wir einen Bereich aufsuchten, der vorwiegend mit Hainbuchen, Eichen und Espen bewachsen war. Hier verbrachten wir dann mehr als eine Stunde mit unterschiedlichen Funden.

    Riesen-Rötling (Entoloma sinuatum)


    Riesen- oder Doppeltbescheideter Scheidenstreifling (Amanita ceciliae)


    Einen weiteren Scheidenstreifling hat leider niemand zur Nachbestimmung mitgenommen
    Unbestimmter Scheidenstreifling (Amanita sp.)


    Ein Milchling dessen Milch sich in Verbindung mit dem Fleisch rosa verfärbt. Eine mikroskopische Überprüfung ist in dieser Gruppe normalerweise notwendig und auch erfolgt.
    Rauchfarbener Milchling (Lactarius azonites)


    Ein milder Dottersporer unter Hainbuche, der farblich extrem variabel sein kann und oft ohne Rottöne auftritt. Olivliche Töne sind fast immer vorhanden.
    Hainbuchen-Täubling (Russula carpini)


    Ein gebrechlicher, milder Dottersporer bei Eiche, der nur jung Rottöne aufweist, die schnell verblassen.
    Wechselfarbige Dotter-Täubling (Russula risigallina)


    Es gab sicherlich noch mehr zu entdecken, aber wir wollten unseren Begleitern, noch einige Röhrlinge bieten und brachen auf. An Mittagspause war nicht zu denken und mitgenommen Verpflegung wurde während der Fahr verzehrt.

    14:00 Kurzer Stopp an einem Buchenwald, aber auch in diesem gab es keine Pilze. Immerhin zierte ein einsamer Satansröhrling (Rubroboletus satanas) den Waldrand.


    Kein Zeit verschwenden und weiter zu einem Standort an dem Rainer in der Vorwoche einen Röhrling entdeckte den ich noch nicht frisch gesehen hatte. Es war pulvertrocken und schon erstaunlich, dass noch ein junger und ein nicht mehr typischer überlebender Fruchtkörper zu finden waren. Ich war über diesen „Perser“ natürlich trotzdem hocherfreut.

    Gefleckthütiger oder Gehämmerter Röhrling (Hemileccinum depilatum)




    Wegen der Trockenheit ließen wir ein Gebiet links liegen, versorgten uns an unserer Lieblingseisdiele mit je vier Kugeln im Hörnchen und weiter ging es.
    Gegen 15:30 erreichten wir ein Gebiet in dem Rainer in der Vorwoche zwei extrem seltenen Röhrlinge gesehen hatte. Kurz vor Erreichen des Gebietes schöpften wir Hoffnung und freuten uns über den
    Schönfußröhrling (Caloboletus)


    Es war erschreckend trocken, aber die Objekte der Begierde zeigten sich davon völlig unbeeindruckt. Während wir einen Buchenwald durchstreiften, zeigten sie sich in schöner Regelmäßigkeit fast abwechselnd.
    Gelbhütiger Purpur-Röhrling (Imperator luteocupreus)






    Ein Doppelgänger des Blauendern Königsröhrling (Butyriboletus fuscoroseus) noch ohne deutschen Namen
    Butyriboletus griseoroseus roseogriseus






    Noch nicht mal 17:00 und keine Ermüdungserscheinungen. Ein benachbarter Hang geht noch. Es gab zwar noch weitere Pilze wie Sommersteinpilz, Hainbuchenraufuß, Silberröhrling und Satansröhrlinge, aber alle waren schon älter und mehr oder weniger vergammelt. Unsere Mühe wurde dennoch belohnt.

    Gelbporiger Raufußröhrling (Leccinum crocpodium)


    Kurz nach 18:00 verabschiedeten sich unsere Gäste und auch Rainer und ich traten den Rückweg an. Wir durchfuhren wieder regenreichere Bereiche es war noch hell und Rainer hatte noch eine Idee. Da oben war ich mal und das sah potentiell gut aus und schon verließ Rainer die Hauptstraße. Ein Buchenwald mit schmaler, vorgelagerter Magerwiese war das Ziel. In der Wiese tummelten sich die Wubis und durch überhängende Zweige schattierte Exemplare waren taufrisch.
    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)


    Der krönende Abschluss oder wie kurios ist das denn oder ohne Fleiß kein Preis.

    Fast 12 Stunden nach den ersten Satansröhrlingen noch einen neuen Standort zu entdecken hat schon was.
    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)


    LG Karl

    Hallo zusammen,


    ein ausgiebiges Studium der Niederschlagsmengen ging einer Exkursion voraus, die sich über den gesamten Tag erstreckte. Viele Eifelgebiete sind noch pilzleer und ohne Vorbereitung durch Rainer hätte der Tag auch ein Flop werden können.


    6:00 Abfahrt bei Dunkelheit; 6:45 an Waldrändern war es hell genug zum fotografieren; 7:00 der erste Satan war im Kasten gefolgt von Brüdern, Schwestern und einem Opa.


    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)




    Inzwischen waren zwei weitere Pilzfreunde eingetroffen, die uns begleiteten. Auf die momentan überall gegenwärtigen Wubis und unscheinbare Wiesenpilze wurde aus Zeitgründen verzichtet.


    Gegen 8:45 inspizierten wir ein mit Linden bestandenes Wiesenstück und entdeckten zwischen zahlreichen Pilzleichen von Netzstieligen Hexenröhrlingen eine mehrere Gruppen von Raslingen.

    Lehmfarbener Rasling (Lyophyllum paelochroum)



    Nach längerem Suchen fand sich zwischen Pilzleichen noch ein wunderschönes, taubedecktes, junges Exemplar

    Netzstieliger Hexenröhrling (Suilellus luridus)


    Die Anfahrt zu einem Laubwald auf Kalkboden führte an einem Hang vorbei, wurde zum Autopilzesuchen (anhalten, austeigen, fotografieren, einsteigen,.weiterfahren) und bescherte einige schöne Funde.

    Rosaanlaufender Milchling (Lactarius acris)



    Der deutsche Name Rosaanlaufender Milchling ist allerdings unglücklich gewählt, da es mehrere Arten mit dieser Eigenschaft gibt. Nur bei Lactarius acris färbt sich die Milch auch isoliert ohne in Verbindung mit dem Fleisch zu stehen rosa.


    Goldgelbe Koralle (Ramaria aurea)


    Schuppenstieliger Risspilz (Inocybe terrigena)


    Blaustieliger Schleimfuß (Cortinarius salor cf)


    Etwa um 10.15 begannen wir dann mit der Suche im Zielgebiet und wurden nicht enttäuscht

    Fleckender Schmierschirmling (Chamaemyces fracidus)


    Auch in der Eifel selten und für mich neu.
    Braunhaariger Wurzelrübling (Xerula pudens)



    Hellgelber Violett-Milchling (Lactarius flavidus)


    Queradriger Milchling (Lactarius acerrimus)


    Silberröhrling (Butyriboletus fechtneri)


    Eichen-Leberreischling (Fistulina hepatica)


    Nach etwa einer Stunde hatten wir den höchsten Punkt erreicht und durften uns über weitere Funde freuen.


    Blasshütiger oder Rosahütiger Purpur-Röhrling (Rubroboletus rhodoxanthus)



    Ein gutes Unterscheidungsmerkmal von ähnlichen Arten ist die Blaufärbung nur in Hut und oberem Stielteil


    Und noch ein Pärchen


    Gelbflockiger oder Rauer Wulstling (Amanita franchetii)

    Wie immer, wenn mehrere Fotografen am Werk sind, konnte man die Wartezeit auch mal für „normale“ Pilze nutzen

    Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla)


    Auch auf dem Rückweg zum Auto zeigten sich weitere Arten wie zum Beispiel

    Würziger Tellerling (Rhodocybe gemina) oder neuerdings (Clitopilus geminus)


    Auch das Einzelexemplar eines wie sich später zeigte leicht bestimmbaren Täublings wurde nicht verschmäht. Gibt es überhaupt leicht bestimmbare Täublinge? Wenn man die notwendigen und gut erkennbaren Merkmale beachtet sehr wohl.
    Standort: Eiche Hainbuche, Kalkboden; Geschmack: sehr scharf; Stiel grauend. Die deutlich gefärbten Lamellen lassen Sporenpulver von mindestens IV erwarten; Guajakreaktion schnell und stark. Bleiben mit der abgebildeten Hutfarbe nur zwei Arten übrig :) R. decipiens und R. vinosopurpurea.
    Die endgültige Bestätigung erfolgte am nächsten Morgen. Sporenpulver IVd-e. Die Graufärbung des Stiels hatte sich deutlich verstärkt. Das spricht eindeutig für R. decipiens. (mikroskopische Überprüfung ist erfolgt)

    Weinroter Dotter-Täubling (Russula decipiens)


    Inzwischen ist es 12:00 geworden. Abfahrt zum nächsten Exkursionsgebiet.


    Teil II folgt später


    LG Karl

    Hallo Jörg,

    eine stattliche Sammlung hast Du da zusammengestellt. Zur Täublingsbestimmung müsstest Du zumindest in allen Fällen den Geschmack angeben und vorzugsweise auch die Sporenpulverfarbe ermitteln, sonst sind da zu viele Unsicherheiten drin.

    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde,

    nach langer Abstinenz zeigte sich an letzten Tag im August in meinem Hauswald der erste Röghrling.
    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)


    Beim heutigen Kontrollbesuch zeigte sich der nächste Vertreter, den ich meistens total von Schnecken zerfressen finde, in tollem Zustand.
    Fahler Röhrling (Hemileccinum impolitum)








    Vom nächsten Vertreter waren leider drei schöne Exemplare schon herausgerissen und vergammelt aber einer war entkommen.
    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)


    LG Karl

    Hallo Hannes,

    erwähnt wird das mit der Riefung m. W. nicht. Einheitliches Merkmal ist die recht geringe Größe und ausschließlich rein rote Frk. wenn jung. So richtig greifbar ist das alles nicht, da auch H. conica schon mal so daherkommen kann. Einen weiterer Fund den ich als H. conicopalustris bestimmt habe, habe ich erst so benannt, nachdem er über drei Jahre immer nur klein und rot war, um einen Ausreißer von H. conica möglichst auszuschließen.

    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde,

    in der hier immer noch recht pilzarmen Gegend hätte ich beinahe meine Saftlinge übersehen :haue: Einen ersten Fruchtkörper hatte ich bereits im April 2014 entdeckt und war damals natürlich total aus dem Häuschen. Seither erscheinen Saftlinge in schöner Regelmäßigkeit und es werden jedes Jahr mehr. Da ich in der näheren Umgebung kaum etwas verpasse, habe ich mir mal etwas Zeit genommen, um den Gesamteindruck zu vemitteln.

    Der Standort ist ein mittelgroßer Gartenteich


    Hier mal etwas näher


    Der interessante Bereich ist etwa einen Meter breit






    Für diese Exemplare war ich schon etwas zu spät dran


    Natürlich durfte jedes Exemplar einmal aufs Bild








    Manchmal muss man ein wenig umbauen :)


    Der Kegeliger Sumpf-Saftling (Hygrocybe conicopalustris ) gehört in den Formenkreis der Schwärzenden Saftlinge, die je nach Autor unterschiedlich aufgefasst werden.

    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde,

    beim Lesen befiel mich zwar große Trauer über den viel zu frühen Tod von Erhard Ludwig, aber um so mehr habe ich mich über die beiden Neubeschreibungen gefreut.

    Entoloma erhardii Noordel., Dima, Svetash., Læssøe & Kehlet, sp. nov.

    Etymology. Named in honour of Erhard Ludwig (1938–2019), mycologist

    and master painter, remembered for his monumental Pilzkompendium.

    Pluteus ludwigii Ferisin, Justo & Dovana, sp. nov.
    Etymology. Named in honour of the famous German mycologist Erhard Ludwig.


    Literatur: Persoonia 42, 2019

    LG Karl


    Hallo Norbert,

    am körnigen teilweise braunen Velum erkennt man, das es sich um einen Pilz aus der Gruppe um C. domesticus handelt. Du musst sehr genau darauf achten, ob ein Teil der Sporen in Seitenansicht leicht bohnenförmig ist. Dann Bist Du bei C. domesticus oder C. ellisii. Die übrigen Arten aus der Gruppe haben mehr oder weniger elliptische Sporen. Eventuell musst Du die Cheilozstiden ansehen.

    LG Karl

    Hallo Raphael,

    damit kann ich gut leben. Ich habe einen Fund 2007 als E. longistriatum var. sarcitulum bestimmt, hatte aber damals noch keine Digitalkamera oder Mikroskopkamera und daher nur Dia (irgenwo) und eine Notitz. Inzwischen habe ich so viele Kollektionen und Übergänge gesehen, dass ich nicht mehr sicher bin, ob die Varietät überhaupt eine Berechtigung hat, aber das steht auf einem anderen Blatt.
    Nach den gefärbten Schneiden hatte ich nicht gefragt, da E. poliopus die ebenfalls haben kann (allerdings mehr blass blaugrau) und es ging ja zunächst nur um diese Unterscheidung. Partiell braungefärbte Schneiden finde ich bei jeder Kollektion von E. longistriatum. Meist ist nur ein Teil der Schneide blassbraun gefärbt und oft auch nicht alle Schneiden des gleichen Fruchtkörpers. Beim Mikroskopieren nehme ich unter der Stereolupe gerne den dunkelsten Abschnitt einer Lamelle, weil man die Cheilos in Wasser dann gut sieht :).


    LG Karl

    Hallo Thorben,

    ich kenne ebenfalls keine Parasola ohne Cheilozystiden und bei Parasola kollabieren die eigentlich auch nicht so schnell. P. misera ist ein Winzling der ausgebreitet 10 mm nicht ereicht und dafür erscheinen mir Deine Frk. viel zu kräftig. Die Sporenform ist auch normalerweise mehr rundlich. miser11
    Vieleicht schaut Hans coprinusspezi ja mal rein.

    LG Karl

    Hallo Raphael

    Makroskopisch bin ich nach wie vor bei E. longistriatum, wofür besonders die fast vollständig durchscheinend gerieften Hüte sprechen.

    E. poliopus ist ein Artenaggregat jedoch DNA-mäßig noch nicht abschließend bearbeitet, aber E. poliopus var. discolor ist mit E. poliopus identisch. Was mir neben der recht hellen Hutfarbe deines Fundes nicht gefällt, ist die durchgehende Riefung, die bei E. poliopus so nicht vorkommt. Das steht auch so in der FE 5, wenn auch etwas unglücklich formuliert.

    LG Karl

    Die Parasola kuehneri finde ich in meiner Gegend oft, neben P. auricoma sogar am häufigsten.

    Hallo Raphael,

    Parasola kuehneri soll hier früher auch häufiger gewesen sein, aber ich habe sie halt damals nicht erwischt.


    Hall Hans, beli und Thorben,

    die Ähnlichkeit mit von Psilopezia nummularia mit Pachyella babingtonii haben wir bei der Bestimmung berücksichtigt, aber danke für die Hinweise.

    Erst gestern war ich mit meinem Neffen im Wald unterwegs und wir fanden auch eine Parasola, aber ich Trottel habe gesagt, dass sie nicht Interessant sind :haue:

    Wie sehr man sich doch täuschen kann...:/

    Hallo Thorben,

    Du bearbeitest so viele Sachen, die nur von sehr wenigen Leuten angesehen werden und erfreust uns immer mit deren Darstellung, dass Du keinen Grund hast, Dich zu ärgern :) Häufig kann man hier P. auricoma, P. lactea früher leiocephala beide oft aber nicht nur in Verbindung mit Holz, P. schroeteri in mageren Wiesen (nicht in erster Linie auf Dung, wie es oft zu lesen ist) und die winzige P. misera nur auf Dung finden.


    Und irgendwie stellt sich mir (weil auch am Samstag wieder in reichlichen Mengen gefunden) mal wieder die verzweifelte Frage nach der Trennung zwischen Entoloma undatum und Entoloma lanicum.

    Hallo Pablo,

    leider hat sich mir die Trennung auch noch nicht völlig erschlossen und ich habe E. lanicum noch nicht bewusst gesehen. Ich habe mal gehört, man erkennt die Art sofort wenn man davor steht, falls man E. undatum häufiger gesehen hat ^^

    LG Karl