Beiträge von Karl W

    Nachtrag: Nachdem ich jetzt die Bilder am PC gesehen habe und nicht mehr auf dem Handy, bin ich eigentlich recht zuversichtlich auf ochraceofulva.

    Hallo Harald,

    vielen Dank, dass Du mich von meiner Betriensblindheit befreit hast ;). Ich bin inzwischen fest von Lepiota ochraceofulva überzeugt und Henk Huijser ist ebenfalls der gleichen Meinung. Bei meiner einzigen Kollektion dieser Art bisher hatte ich keine Verfärbung notiert, sie soll jedoch meistens so Auftreten wie auf den Lamellen Bild 1 linkes Exemplar und am Stiel wie in Bild 2. Kongophile Sporen werden in der Flora Agaricina Neerlandica (Velinga) ausdrücklich erwähnt.

    LG Karl

    Hallo zusammen,


    am letzten Wochenende zeigte mir Rainer den Standort eines bis ca. 10 cm breiten Pilzes der etwas an Leucoagaricus badhamii erinnerte. L. badhamii rötet jedoch wesentlich stärker und die Farbe schlägt in ein dunkles braun um, was bei diesem Fund nicht der Fall ist. Lamellen und Stiel färben sich auf Druck orangerot (ohne vorheriges Gilben) und auch nach einem Tag blieb die Rotfärbung erhalten. Der Stiel ist von Velumresten bedeckt und zeigt nur eine undeutliche Ringzone. Die Stielbasis ist etwas knollig und keinesfalls spindelig oder gar wurzelnd, wie bei einigen Arten der Gattung. Die Pilze standen in lockerer mit kleinen Ästchen durchsetzter Fichtennadelstreu an einer Böschung.


    Frische Druckstelle auf den Lamellen beim linken Fruchtkörper, der liegende Fruchtkörper, in der Mitte ist vom Vortag


    Frische Druckstelle am Stiel, die Verfärbung auf dem Hut des rechten Fruchtkörpers ist vom Vortag


    Fruchtkörper mit frischen Druckstellen am Stiel, knollige Stielbasis abgebrochen

    Mikroskopisch weicht die Art von allen mir bekannten Arten ab und nach diversen Recherchen und Schlüsselversuchen bin ich nicht mal bei der Gattung Leucoagaricus sicher, oder inzwischen betriebsblind.


    Schnallen sind in allen Teilen des Fruchtkörpers vorhanden. Die Basidien sind überwiegend 4-sporig (nur ein 2-Sporige Gesehen).




    Die Cheilozystiden sind überwiegend keulig teilweise zylindrisch und weisen nie eine Papille oder gar längere Auswüchse an der Spitze auf, wie viele Vertreter der Gattung.







    Ebenfalls ungewöhnlich für Leucoagaricus sind die keuligen Endzellen der Hutdeckschicht in den pigmentierten Bereichen, sowohl im Zentrum als auch am Rand. Erinnern etwas an einige Arten von Echinodrma. Sonst sehe ich nur zylindrische Hyphen.





    Hier noch die HDS in Kongo/NH3






    Die Sporen besitzen einen deutlichen Apiculus aber keinen Porus.


    Sporen von Stieloberfläche in Kongo/NH3 kongophil


    Sporen in Melzer amyloid wohl eher dextrinoid, die Farbe täuscht etwas.

    Sporenabwurf in Wasser



    Sporen[n= 34) 5,3 - 6,3 - 7,4 x 3,3 - 3,8 - 4,3 µm; Q = 1,5 - 1,9


    MW-Konfidenzgrenzen (95%) : lav x bav = 6,3 ±0,2 x 3,8 ±0,1 µm

    Qav = 1,7 ±0,03

    Da ich nicht alle Literaturstellen einsehen kann, die bei Ludwig oder Gröger erwähnt werden, falls sie nicht durch deutlich abweichende Beschreibung rausfallen, hoffe ich auf eine Expertenmeinung.


    LG Karl

    10) Stinktäubling (Russula foetens); der Morsetäubling ist violetter im Farbton; "die "Morsezeichen" auf den Lamellenschneiden sind kein Alleinstellungsmerkmal des Morsetäublings, das können andere Stinktäublinge auch haben.

    Hallo Oehrling,

    welche von den Stinktäublingen haben denn noch einen Geruch von einer Mischung aus Marzipan und Stinktäubling?. Der Mandeltäubling hat man m. E. den reinen Bittermandelgeruch und R. fragantissima sehe ich auf dem Bild ebenfalls nicht.

    LG Karl

    Hallo Raphael,

    Schon dokumentierte Funde.
    Für die Fälblinge fehlt mir momentan leider Zeit, auch wenn ich FE14 im Regal habe.
    L. torminosus halte ich eher für L. pubescens.
    Bei R. exalbicans stimme ich bedenkenlos zu und S. collinitus sehe ich ebenfalls.

    LG Karl

    Hallo Claus,

    sehr schön dokumentiert. Die multiseptierten Dermatozystiden und die flach ornamentierten, kreisrunden Sporen sind in der Gattung wohl einmalig. Schade, dass nicht mehr Täublinge so gut gehen :)

    LG Karl

    Hallo Claus,

    ich habe einen als R. pelargonia bestimmten Fund, der den passenden Geruch hatte und ein mehr verbundenes Sporenornament und sehr schwache Guajakreaktion. Sarnari trennt R. violacea mit mehr oder weniger gilbendem Fleisch von R. pelargonia mit grauendem Fleisch, scheint aber R. violacea nicht selbst gefuden zu haben. Auch bei Marxmüller ist die Sporenzeichnung von R. violacea ohne Verbindungen und R. pelargonia mit deutlichen Verbindungen und das Gilben und grauen wird analog zu Sarnari gesehen. Das Merkmal schein aber nicht konstan zu sein. R. clariana hat andere Epcutishaare und ebenfalls Verbindungen im Sporenornament. Übereinstimmung bei Marxmüller und Sarnari.
    Aufgrund der Sporen käme für Deinen Fund nur R. violacea in Frage, wenn die schwache Guajakreaktion nicht wäre. Nach Romagnesi gibt es in der Gruppe ja intermediäre Formen und die Untersuchungen von 2 Marxmüller- Kollektionen führt zu folgendem, frustrierendem Ergebnis.

    Russula clariana (R-9523). Die Sequenz dieser Kollektion ist in der Violaceinae-Klade. In dieser

    Gruppe ist eine Artunterscheidung zwischen R. pelargonia, R. clariana, R. violacea und R. innocua auf

    Basis unseres derzeitigen Wissens nicht möglich.

    Russula violacea (R-8423). Siehe R. clariana (R-9523).

    LG Karl

    Traumfunde !


    Mir besonderes gefällt Entoloma sinuatum mit "Ring" :giggle: ein Unikat .

    Hallo beli,

    der "Ring" ist mir erst auf dem Foto augefallen und ich wollte das Bild erst weglassen, weil auch die Hutoberfläche nicht mehr typisch ist. Andererseits dachte ich es kann nicht schaden, mal ein bei Trockenheit gewachsenes Alterstadium zu zeigen. :)

    LG Karl

    :thumbup:Lieber Werner,

    vielen Dank für Deine Anmerkungen, dafür ist ein Forum ja da. Mit den weißen Ritterlingen habe ich mich länger beschäftigt und versucht, die Unterschiede herauszuarbeiten. Von T. album habe ich inzwischen zahlreiche Kollektionen gesehen. Wie Du schreibst waren alle unter Eiche oder es war Eiche in der Nähe und ich habe mir den Geruch eingeprägt. Ich empfinde ihn zumindest ungequetscht eher als angenehm und dachte auch bei dieser Aufsammlung zunächst an T. album. Der junge Frk. in der Mitte hat beim Aufnehmen aber so gestunken, dass ich Frk. mitgenommen habe. Der Sporenquotient war etwas größer als bei meinen T. album und die Frk. sind beim Liegen nachgedunkelt, was mich letztlich in der Bestimmung bestärkt hat.
    Den Schneckling hatte ich nicht selbst in der Hand und habe Rücksprache mit Rainer (Wald) genommen, von dem ich Dich herzlich grüßen soll. Leider hat er nicht dran gerochen :haue:. Da werden wir in Zukunft natürlich besser aufpassen :).

    LG Karl

    Hallo zusammen,


    nach Entspannte Eifeltour Teil 1 jetzt die Fortsetzung

    Risspilze haben es ja bestimmungstechnisch oft in sich, aber aufdringlich süßlicher Geruch und grüne Hutmitte in Kombination dürfte eindeutig sein.

    Grüngebuckelter Risspilz (Inocybe corydalina)


    Mit ähnlichem, sehr starkem Geruch und für einen Risspilz sehr kräftig werdend.

    Birnen-Risspilz (Inocybe fraudans)


    Auch Schleierlinge waren schon am Start


    Gelbgegürtelter Schleimkopf (Cortinarius cliduchus) oft noch als Cortinarius olidus bezeichnet



    Letzte Woche noch ein kleines Einzelexemplar und diesmal so toll entwickelt. Wer mag kann die Huthaut kosten :giggle:

    Bitterer Schleimkopf (Cortinarius infractus agg.)




    Eine Art aus der Gruppe, deren Fleisch sich mit KOH gelb färbt (Variecolores) im Laubwald.

    Auffallend ist die lange beständige, violette Farbe unter der Huthaut. Da muss ich noch gründlicher nachforschen

    Cortinarius cf. largus


    Erfreulicherweise zeigten sich auch einige Täublinge. Von den zahlreichen Weißtäublingen aus dem R. delica/chloroides - Aggregat, habe ich diesmal die Finger gelassen. Es gibt wohl 10 oder mehr Sequenzen, die noch Arten und Varietäten zugeordnet werden müssen.


    Auch bei den Schwärztäublingen gibt es wohl noch unbeschrieben Arten. Man findet immer mal wieder eine Kollektion deren Merkmale nicht komplett mit den bisher bekannten Arten übereinstimmen. Hier habe ich zum Glück genau hingeschaut und probiert. Sofort in allen Teilen schwärzend ohne vorheriges Röten, rosa Reflex in den Lamellen, Geschmack absolut mild, Sporenornament netzig. Extrem magerer Kalkboden mit Eichen und Hainbuchen.

    Russula atromentosa




    Auch von der nächsten Art gab es in der Vorwoche nur ein Einzelexemplar. Sehr dunkles Sporenpulver IV d-e, Geschmack scharf, Stiel bei Verletzung grauend, Guajakreaktion schnell und stark kennzeichen

    Weinroter Dottertäubling (Russula decipiens)



    Auch so kann er aussehen Weinroter Dottertäubling (Russula decipiens)


    Sehr hartes Fleisch in Hut und Stiel und ein Geschmack der nach längerem Kauen an Bleistiftholz erinnert, Sporenpulver blass creme

    Harter Zinnobertäubling (Russula lepida) oft falsch als R. rosea bezeichnet (auch in Wiki)


    Noch ein roter Täubling. Ohne Sporenabwurf ist diese Art kaum zu bestimmen. Die Lamellen bleiben sehr lange hell und man würde nie Sporenfarbe IV b erwarten, Geschmack mild.

    Ockerblättriger Zinnobertäubling (Russula pseudointegra)



    Einen roten hab ich noch. Geschmack sehr scharf, Sporenpulver weiß, bei Verletzung deutlich gilbend

    Gilbender Speitäubling (Russula luteotacta)


    Ähnlich kann R. persicina sein, Fleisch bei Verletzung leicht gilbend, etwas weniger scharf, aber Sporenpulver creme


    Von dem nächsten Täubling gibt es wohl auch mehrere Sequenzen und er ist nicht auf Artebene bestimmbar. Die Hutfarbe ist sehr variabel und enthält oft olivliche Töne kann sogar fast völlig oliv sein. Bestes Merkmal ist eine weinrote Phenolreaktion auf dem Stiel.

    Rotstieliger oder Wechselfarbige Leder-Täubling (Russula olivacea agg.)


    Die Röhrlinge sollen natürlich nicht zu kurz kommen, auch wenn die echten Raritäten inzwischen in eine unansehnliche Masse übergegangen waren. Bei einer entspannten Tour kann man sich auch mal Zeit für einen häufigen Massenpilz nehmen.

    Einfach nur schön. Goldröhrling (Suillus grevillei)


    Ein mächtiger Bronze Röhrling (Boletus aereus) ließ sich auch noch blicken


    Und zum Schluss noch ein recht ansehnlicher Satansröhrling (Rubroboletus satanas) von einem neu entdeckten Standort



    LG Karl

    hallo Karl,


    tolle Bilder und tolle Funde! Wie schlüsselst du Butyriboletus griseoroseus? In meinen Schlüsseln fehlt der!

    Hallo.
    das er fehlt ist kein Wunder denn der richtige Name ist B. roseogriseus. CM66101.pdf
    Die Erstbeschreibung ist unter Weißtanne als Wirt erfolgt, aber inzwischen gibt es weitere gesicherte Funde auch im Laubwald.
    Eine Zusammenfassung des Artikels gibt es auc hier Boletus roseogriseus, eine neue Röhrlingsart aus Tschechien
    und eine ausführliche Beschreibung hier Zobodat - Suchergebnisse

    LG karl

    Hallo zusammen,


    nach der Eifeltour von letzter Woche, Lange Eifeltour Teil 1 und Lange Eifeltour Teil 2
    ließen wir es an diesem Wochenende etwas ruhiger angehen. Wir suchten nur zwei Gebiete auf, die uns aus der Vorwoche erfolgversprechend erschienen und wurden trotz der inzwischen herrschenden Trockenheit von zahlreichen frischen Fruchtkörpern und neu erschienen Arten überrascht. Start war auch diesmal wieder bei Dunkelheit und bei Ankunft reichte das Licht noch nicht für Aufnahmen im Wald aus, aber dafür gab es eine Wiese.
    Hasenstäubling Lycoperdon utriforme)




    Im Wald angekommen ließen wir uns viel Zeit für gelegentlich Detailaufnahmen und auch eine Fundliste für die Eingabe in die DGfM-Kartierung kam diesmal nicht zu kurz.
    Braunhaariger Wurzelrübling (Xerula pudens)








    Grobwarziger Flockenschüppling (Flammulaster muricatus)






    Der mächtige Ring des Riesenchampignons (Agaricus augustus)


    Die winzigen Ochsenzungen (Fistulina hepatica) von der Vorwoche hatten sich schön entwickelt




    Neu erschienen war der Grüngelbe Ritterling (Tricholoma sejunctum)




    Nachschub vom Queradrigen Milchling (Lactarius acerrimus)




    Diesmal nahmen wir uns auch die Zeit, zu zeigen warum es sich um einen Violett-Milchling handelt. Die Milch färbt sich sehr langsam violett und das Bild entstand erst mehr als eine Stunde nach dem Anschneiden.
    Hellgelber Violett-Milchling (Lactarius flavidus)


    Einer der weißen Ritterlinge, die nicht immer leicht zu unterscheiden sind und deren Beschreibung der Trennmerkmale mir schwer fällt. Ich finde den Geruch der unverletzten Fruchtkörper grauenhaft.
    Lästiger Ritterling (Tricholoma lascivum)


    Natürlich gab es nicht immer gleich ganze Kollektionen, daher mal einige Einzelstücke in lockerer Reihenfolge.
    Der Riesen- oder Doppeltbescheideter Scheidenstreifling (Amanita ceciliae)


    Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)


    Fransenwulstling (Amanita strobiliformis)


    Riesenrötling (Entoloma sinuatum) schon von der Trockenheit gezeichnet


    Trockener Schneckling (Hygrophorus penarius) @edit: möglicherweise handelt es sich um Hygrophorus penarioides. Danke an Werner Edelmann für seinen Hinweis!


    Bisher für mich ein Phantom
    Rosafüßiger Ritterling (Tricholoma basirubens)


    Gelbliche Koralle (Ramaria flavescens)


    Es gab aber auch noch Pärchen
    Herkulekeule (Clavariadelphus pistillaris)


    Waldschneckling (Hygrophorus nemoreus)


    Teil 2 folgt
    LG Karl

    Erste Teil ist wunderschön ,aber Teil 2 ist etwas besonderes !


    Unbekannte Amanita , glaube stark das um A. lividopalescens gehet , hab ein Fund aus Dubrovnik ,


    LG beli !

    Danke beli,
    bei der Amanita kann ich mit A. lividopallescens sehr gut vorstelle. Die Art kommt in der Eifel nicht selten vor, aber es bleibt eine Unsicherheit ohne Mikro.
    LG Karl

    Hallo zusammen,

    hier die angekündigte Fortsetzung von Lange Eifeltour Teil 1

    Gegen 12:30 erreichten wir ein Gebiet, in dem es in der Woche ergiebig geregnet hatte, aber mit Massenfunden rechneten wir natürlich nicht. Bei einigen Kiefern gab es Reihen und Ringe von Körnchenröhrlingen, die allerdings schon überständig waren. Dann fiel unser Blick auf gelbe Tupfer in einer Wiese und bei näherer Betrachtung wurden daraus Teppiche. Sicherlich auf einer Länge von 50 Metern und einer Breite bis zu drei Metern stand Saftling an Saftling. Man hätte eine Drohne mit Kamera gebraucht um diesen Eindruck eindrucksvoll wiederzugeben.


    Spitzgebuckelter oder auch Safrangelber Saftling (Hygrocybe persistens = acutoconica)







    Am Rand bei einigen Fichten dann noch ein schönes Täublingsgrüppchen. Ein kleiner, recht gebrechlicher, milder Dottersporer.
    Geriefter Weich-Täubling oder Bunter Fichten-Täubling (Russula nauseosa)


    Im benachbarten reinen Buchenwald in der Laubstreu noch nicht ein Pilz, weshalb wir einen Bereich aufsuchten, der vorwiegend mit Hainbuchen, Eichen und Espen bewachsen war. Hier verbrachten wir dann mehr als eine Stunde mit unterschiedlichen Funden.

    Riesen-Rötling (Entoloma sinuatum)


    Riesen- oder Doppeltbescheideter Scheidenstreifling (Amanita ceciliae)


    Einen weiteren Scheidenstreifling hat leider niemand zur Nachbestimmung mitgenommen
    Unbestimmter Scheidenstreifling (Amanita sp.)


    Ein Milchling dessen Milch sich in Verbindung mit dem Fleisch rosa verfärbt. Eine mikroskopische Überprüfung ist in dieser Gruppe normalerweise notwendig und auch erfolgt.
    Rauchfarbener Milchling (Lactarius azonites)


    Ein milder Dottersporer unter Hainbuche, der farblich extrem variabel sein kann und oft ohne Rottöne auftritt. Olivliche Töne sind fast immer vorhanden.
    Hainbuchen-Täubling (Russula carpini)


    Ein gebrechlicher, milder Dottersporer bei Eiche, der nur jung Rottöne aufweist, die schnell verblassen.
    Wechselfarbige Dotter-Täubling (Russula risigallina)


    Es gab sicherlich noch mehr zu entdecken, aber wir wollten unseren Begleitern, noch einige Röhrlinge bieten und brachen auf. An Mittagspause war nicht zu denken und mitgenommen Verpflegung wurde während der Fahr verzehrt.

    14:00 Kurzer Stopp an einem Buchenwald, aber auch in diesem gab es keine Pilze. Immerhin zierte ein einsamer Satansröhrling (Rubroboletus satanas) den Waldrand.


    Kein Zeit verschwenden und weiter zu einem Standort an dem Rainer in der Vorwoche einen Röhrling entdeckte den ich noch nicht frisch gesehen hatte. Es war pulvertrocken und schon erstaunlich, dass noch ein junger und ein nicht mehr typischer überlebender Fruchtkörper zu finden waren. Ich war über diesen „Perser“ natürlich trotzdem hocherfreut.

    Gefleckthütiger oder Gehämmerter Röhrling (Hemileccinum depilatum)




    Wegen der Trockenheit ließen wir ein Gebiet links liegen, versorgten uns an unserer Lieblingseisdiele mit je vier Kugeln im Hörnchen und weiter ging es.
    Gegen 15:30 erreichten wir ein Gebiet in dem Rainer in der Vorwoche zwei extrem seltenen Röhrlinge gesehen hatte. Kurz vor Erreichen des Gebietes schöpften wir Hoffnung und freuten uns über den
    Schönfußröhrling (Caloboletus)


    Es war erschreckend trocken, aber die Objekte der Begierde zeigten sich davon völlig unbeeindruckt. Während wir einen Buchenwald durchstreiften, zeigten sie sich in schöner Regelmäßigkeit fast abwechselnd.
    Gelbhütiger Purpur-Röhrling (Imperator luteocupreus)






    Ein Doppelgänger des Blauendern Königsröhrling (Butyriboletus fuscoroseus) noch ohne deutschen Namen
    Butyriboletus griseoroseus roseogriseus






    Noch nicht mal 17:00 und keine Ermüdungserscheinungen. Ein benachbarter Hang geht noch. Es gab zwar noch weitere Pilze wie Sommersteinpilz, Hainbuchenraufuß, Silberröhrling und Satansröhrlinge, aber alle waren schon älter und mehr oder weniger vergammelt. Unsere Mühe wurde dennoch belohnt.

    Gelbporiger Raufußröhrling (Leccinum crocpodium)


    Kurz nach 18:00 verabschiedeten sich unsere Gäste und auch Rainer und ich traten den Rückweg an. Wir durchfuhren wieder regenreichere Bereiche es war noch hell und Rainer hatte noch eine Idee. Da oben war ich mal und das sah potentiell gut aus und schon verließ Rainer die Hauptstraße. Ein Buchenwald mit schmaler, vorgelagerter Magerwiese war das Ziel. In der Wiese tummelten sich die Wubis und durch überhängende Zweige schattierte Exemplare waren taufrisch.
    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)


    Der krönende Abschluss oder wie kurios ist das denn oder ohne Fleiß kein Preis.

    Fast 12 Stunden nach den ersten Satansröhrlingen noch einen neuen Standort zu entdecken hat schon was.
    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)


    LG Karl

    Hallo zusammen,


    ein ausgiebiges Studium der Niederschlagsmengen ging einer Exkursion voraus, die sich über den gesamten Tag erstreckte. Viele Eifelgebiete sind noch pilzleer und ohne Vorbereitung durch Rainer hätte der Tag auch ein Flop werden können.


    6:00 Abfahrt bei Dunkelheit; 6:45 an Waldrändern war es hell genug zum fotografieren; 7:00 der erste Satan war im Kasten gefolgt von Brüdern, Schwestern und einem Opa.


    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)




    Inzwischen waren zwei weitere Pilzfreunde eingetroffen, die uns begleiteten. Auf die momentan überall gegenwärtigen Wubis und unscheinbare Wiesenpilze wurde aus Zeitgründen verzichtet.


    Gegen 8:45 inspizierten wir ein mit Linden bestandenes Wiesenstück und entdeckten zwischen zahlreichen Pilzleichen von Netzstieligen Hexenröhrlingen eine mehrere Gruppen von Raslingen.

    Lehmfarbener Rasling (Lyophyllum paelochroum)



    Nach längerem Suchen fand sich zwischen Pilzleichen noch ein wunderschönes, taubedecktes, junges Exemplar

    Netzstieliger Hexenröhrling (Suilellus luridus)


    Die Anfahrt zu einem Laubwald auf Kalkboden führte an einem Hang vorbei, wurde zum Autopilzesuchen (anhalten, austeigen, fotografieren, einsteigen,.weiterfahren) und bescherte einige schöne Funde.

    Rosaanlaufender Milchling (Lactarius acris)



    Der deutsche Name Rosaanlaufender Milchling ist allerdings unglücklich gewählt, da es mehrere Arten mit dieser Eigenschaft gibt. Nur bei Lactarius acris färbt sich die Milch auch isoliert ohne in Verbindung mit dem Fleisch zu stehen rosa.


    Goldgelbe Koralle (Ramaria aurea)


    Schuppenstieliger Risspilz (Inocybe terrigena)


    Blaustieliger Schleimfuß (Cortinarius salor cf)


    Etwa um 10.15 begannen wir dann mit der Suche im Zielgebiet und wurden nicht enttäuscht

    Fleckender Schmierschirmling (Chamaemyces fracidus)


    Auch in der Eifel selten und für mich neu.
    Braunhaariger Wurzelrübling (Xerula pudens)



    Hellgelber Violett-Milchling (Lactarius flavidus)


    Queradriger Milchling (Lactarius acerrimus)


    Silberröhrling (Butyriboletus fechtneri)


    Eichen-Leberreischling (Fistulina hepatica)


    Nach etwa einer Stunde hatten wir den höchsten Punkt erreicht und durften uns über weitere Funde freuen.


    Blasshütiger oder Rosahütiger Purpur-Röhrling (Rubroboletus rhodoxanthus)



    Ein gutes Unterscheidungsmerkmal von ähnlichen Arten ist die Blaufärbung nur in Hut und oberem Stielteil


    Und noch ein Pärchen


    Gelbflockiger oder Rauer Wulstling (Amanita franchetii)

    Wie immer, wenn mehrere Fotografen am Werk sind, konnte man die Wartezeit auch mal für „normale“ Pilze nutzen

    Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla)


    Auch auf dem Rückweg zum Auto zeigten sich weitere Arten wie zum Beispiel

    Würziger Tellerling (Rhodocybe gemina) oder neuerdings (Clitopilus geminus)


    Auch das Einzelexemplar eines wie sich später zeigte leicht bestimmbaren Täublings wurde nicht verschmäht. Gibt es überhaupt leicht bestimmbare Täublinge? Wenn man die notwendigen und gut erkennbaren Merkmale beachtet sehr wohl.
    Standort: Eiche Hainbuche, Kalkboden; Geschmack: sehr scharf; Stiel grauend. Die deutlich gefärbten Lamellen lassen Sporenpulver von mindestens IV erwarten; Guajakreaktion schnell und stark. Bleiben mit der abgebildeten Hutfarbe nur zwei Arten übrig :) R. decipiens und R. vinosopurpurea.
    Die endgültige Bestätigung erfolgte am nächsten Morgen. Sporenpulver IVd-e. Die Graufärbung des Stiels hatte sich deutlich verstärkt. Das spricht eindeutig für R. decipiens. (mikroskopische Überprüfung ist erfolgt)

    Weinroter Dotter-Täubling (Russula decipiens)


    Inzwischen ist es 12:00 geworden. Abfahrt zum nächsten Exkursionsgebiet.


    Teil II folgt später


    LG Karl