Beiträge von Tomentella

    Hallo Armin,


    wenn mikroskopisch alles für Phanerochaete sordida spricht, steht die Ökologie doch nicht im Wege. Meine durchschnittlichen Verteilungen auf Laub- und Nadelholz sind private Erfahrungen, die sich momentan so ergeben. Die Aufteilung des Phanerochaete sordida-Komplexes ist ja auch erst zwei Jahre her.


    LG

    Frank

    Hallo Schorsch,


    die ungewöhnliche Ausbildung des Hymenophors deines Porlings ist sicher alters- und/oder wetterbedingt. Es ist also nicht bestimmungsrelevant. Postia tephroleuca und Postia lactea sind für mich nur Formen einer Art mit identischen mikroskopischen Merkmalen. Die ähnliche Tyromyces chioneus hat zum Unterschied Skeletthyphen im Kontext, was ich auf deinen Bildern nicht erkennen kann. Die Sporen von T. chioneus sind durchschnittlich 1,5 µm breit, die von Postia tephroleuca/lactea ca. 1,8-2 µm. Normalerweise erkennt man Tyromyces chioneus schon im Felde an der glatten Hutoberfläche und dem typischen, angenehm süßlichen Geruch. Der späte (?) Fund im Jahr lässt für mich jetzt keine makroskopische Zuodnung nach deinen Fotos zu, P. lacteaist rein weiß, P. tephroleuca mit grauen Tönen. Wenn du also keine Skeletthyphen im Kontext findest, landest du bei Postia lactea/tephroleuca, die auch eine leichte amyloide Reaktion der Kontexthyphen haben kann.


    LG

    Frank

    Hallo zusammen,


    von der Ökologie her ist es schon so, dass Ph. livescens zu ca. 95 % an Laubhölzern vorkommt und Ph. sordida zu ca. 90 % an Nadelhölzern.

    @ Andreas- Die Zystiden bei Ph. livescens sind auch für mich echte Lamprozystiden.


    LG

    Frank

    Hallo Armin,


    die gelben Elemente sind Fremdhyphen (hier Hyphen mit öligen Inhalt, lat. gloeoplerous hyphae), die nicht zu dieser Phanerochaete gehören.

    @Pablo- in "VOLOBUEV et al. (2015): The Phanerochaete sordida group (Polyporales, Basidiomycota) in temperate Eurasia, with a note on Phanerochaete pallida. Mycological Progress (2015)." sind die Zystiden sehr untypisch dargestellt und führen eher zur Verwirrung als zur Aufklärung. Die Mikrozeichnungen in Corticiaceae of Northern Europe dagegen sind ganz typisch gezeichnet.


    LG

    Frank

    Hallo Armin,


    Phanerochaete laevis ist gekennzeichnet durch sehr schmale (4-6 µm), stark inkrustierte Zystiden mit einer kleinen nackten Spitze. Sie kommt also hier nicht in Frage.

    Der Phanerochaete sordida-Komplex ist hauptsächlich gekennzeichnet durch dickwandige Basalhyphen, zylindrische Sporen und lange zylindrische bis subulate Zystiden. In Mitteleuropa unterscheiden wir drei Arten:

    Phanerochaete raduloides (Ph. cumulodentata)- Hymenophor tuberculat bis raduloid, Zystiden nackt, bis 40 µm über das Hymenium herausragend, Sporen durchschnittlich 5,5 -2,5 µm, Basalhyphen auffällig kurzzellig und stark verzweigt

    Phanerochaete livescens- Hymenophor glatt, Zystiden deutlich inkrustiert, oft eingebettet, nur bis 25 µm herausragend,

    Sporen 5-7 x 2,5-3,3 µm, Basalhyphen langzellig und nur rechtwinklig verzweigt

    Phanerochaete sordida s. str. - Hymenophor glatt, Zystiden meist nackt oder nur leicht inkrustiert, deutlich herausragend bis 80 µm,

    Sporen 5-7 x 2,8-3,4 µm, Basalhyphen langzellig und nur rechtwinklig verzweigt

    Die Kombination der Merkmale ergibt nach meiner Artauffassung Phanerochaete sordida s. str.


    Sporenmaße überlappen und sollten nur als Sporenabwurf zur Bestimmung herangezogen werden. Die Zystiden werden altersabhängig von der Basis her zunehmend dickwandig.


    LG

    Frank

    Liebe Maren,


    bei schnallenlosen resupinaten Arten mit ellipsoiden Sporen und den makroskopischen Merkmalen kommt nur Oxyporus oder Ceriporia in Frage.

    Meinen Schlüssel zur Gattung Oxyporus findest du im Anhang. Bei deiner wie immer sorgfältigen Mikroskopierarbeit hätten dir aber die typischen Zystiden mit Kristallschopf auffallen müssen. Sie scheinen also nicht vorhanden zu sein. Es gibt noch die Möglichkeit , dass es sich um Ceriporia lacerata handelt.

    Diese bis jetzt südostasiatische Art ist jetzt wahrscheinlich in Österreich aufgetaucht, was noch sequenziert werden muss. Ich werde dich auf den Laufenden halten.


    LG

    Frank

    Hallo Harald,


    wenn du ein Exsikkat hast, wäre der monomitische, schnallenlose Oxyporus ravidus "schnell" zu bestimmen, der makroskopisch, wie Pablo schon erwähnt, so aussehen kann. Zystiden mit Kristallköpfchen wären da auch noch zu finden.


    LG

    Frank

    Hallo lyd,


    rein makroskopisch könnte das Antrodia kuzyana sein. Antrodia malicola gibt es in Europa nicht! A. malicola sensu auct. europ. ist A. kuzyana. Hier im Vergleich ein Foto eines Fundes von mir aus Österreich:


    LG

    Frank

    Hallo Claudia,


    dein Porling sieht auf dem Hut behaart aus, sodass ich ihn eher für Trametes hirsuta halte. Ein wichtiges Kennzeichen für Bjerkandera fumosa wäre eine dünne gelatinöse Schicht zwischen dem Context und den Poren. Außerdem müsste im Schnitt des Hutfleisch etwas dunkler sein als die Poren, genau umgekehrt als bei Bjerkandera adusta.


    LG

    Frank

    Hallo Martin und Pablo,


    Phanerochaete septocystidiata (Odonticium septocystidiatum, Candelabrochaete septocystidiata) würde ganz gut zu deinen Bildern passen. Der rotbraune Farbton des Hymenophor war bei fast allen meinen Funden vorhanden. Die allantoiden Sporen 4,5-6,5 x 1,5-2,5 µm wären natürlich die richtige Absicherung, aber die haben wir ja leider nicht.

    Für Phanerochaete leprosa halte ich die inkrustierten Zystiden für zu stumpf und zu dünnwandig, aber ganz ausschließen

    will ich diese Art auch nicht. Man sieht auch mit etwas "guten Willen" Septocystiden.:)


    LG

    Frank

    Hallo romana,


    Sanghuangporus pilatii ist ein extrem seltener Porling, den ich auch noch nie gesehen habe. Es gibt bis jetzt keine Nachweise in Österreich und auch nicht in Deutschland. Der Fundpunkt in "Pilze-Deutschland.de" ist eine Fehleingabe!

    Hast du einen Teil des Fruchtkörpers herbarisiert?


    Weihnachtliche Grüße

    Frank

    Hallo romana,


    der zweite Pilz scheint infiziert zu sein und die geteilten Sporen gehören nicht dazu. Er sieht mikroskopisch tatsächlich wie der erste Fund aus.

    Bei der Sporengröße und den Schnallenverhältnissen des ersten Pilzes kommt C. serpens nicht in Frage. In der Gattung Athelia würden die kleinen Sporen zu A. decipiens passen, diese hat aber keine Schnallen!

    Sollten deine Sporen unreif und deshalb zu klein sein, sind wir im Athelia epiphylla-Komplex, der auch nach den neuesten Buch "Corticoid fungi of Europe" Larsson & Ryvarden 2021 nicht nachvollziehbar aufgespalten wird. Eine andere Gattung mit nur wenigen Schnallen an den Basalhyphen wäre Phanerochaete. Ohne Zystiden wären wir bei deiner Sporengröße bei Ph. tuberculata.


    LG

    Frank

    Hallo Harald,


    in den Alpen unter Picea und mit dieser Farbe könnte es Ramaria largentii sein. Sie ist dort zumindest verbreitet. Aber wenn du nur das Foto hast, bleibt die Bestimmung wage.


    LG

    Frank

    Hallo romana,


    das ist auch nach meiner Meinung die Nebenfruchtform von Botryobasidium robustius. Die Hauptfruchtform sieht unscheinbar wie die meisten Botryobasidium-Arten aus und ist ohne Nebenfruchtform kaum zu bestimmen. Die Art ist sehr selten und ich habe sie erst 3 x gefunden.

    LG

    Frank

    Hallo Bernd,


    die Sequenz und dein Foto sind inzwischen bei Slava Spirin gelandet und er kennt die Art als Polyporus ulleungus H. Lee, N.K. Kim & Y.W. Lim 2017. Sie ist genetisch sehr nahe verwandt mit P. virgatus und sie wurde zuerst aus Südkorea beschrieben. Nachweise gibt es aber inzischen auch aus Estland und Litauen. Trotzdem sensationell, da ich von dieser Art noch nie was gehört hatte.


    LG

    Frank

    Hallo zusammen,


    Polyporus virgatus ist von Argentinien bis hoch in die südöstliche USA verbreitet. Die Sequenzen lassen allerdings erkennen, dass es sich um eine weitgefasste Art handeln muss. Der Typus stammt aus Cuba. Der Fund von Bernd aus Litauen ist mit der Sequenz eines Fundes aus Costa Rica identisch. Die argentinischen Funde weichen etwas ab. Bleibt also spannend, wie der temperate Fund auf der nördlichen Halbkugel dazu passen soll.

    Nach meinen Infos ist eine Studie über tropische Polyporus-Arten in Arbeit.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,

    Lyomyces sambuci muss man allerdings wohl auch als Aggregat verstehen. ...

    das "Aggregat" Lyomyces sambuci wurde ja schon mal etwas aufgespalten (siehe Anhang). Die Anzahl der Kristalle im Fruchtkörper ist sicher witterungsbedingt und altersbedingt. Die kopfigen Zystiden bilden ich aus subulaten Zystiden, die erst zum Schluss ihr Köpfchen ausbilden.


    LG

    Frank