Beiträge von EmilS

    Hm, schwierige Kollektion. Also am ehesten erinnern die mich optisch an H. nemoreus agg., aber da passen natürlich weder der Geruch (je nach Kleinart) und erst recht nicht das Habitat.

    Ein kurzes Schlüsseln blieb auch leider ergebnislos.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Jörg, waren die Hüte denn wirklich schmierig(/schleimig) oder nur feucht?

    H. agathosmus kenne ich (abgesehen vom Geruch) grauer, die Hutfarbe auf den Bildern sieht für mich orangebräunlich aus (?). Kommt nur Kiefer als Mykorrhiza-Partner in Betracht?

    Viele Grüße, Emil

    Also zuerst möchte ich betonen, dass der Kaiserling (ebenso wie der Bronze-Röhrling) durch die Bundesartenschutzverordnung vollumfänglich geschützt ist und nicht entnommen werden darf. Da sprechen also schon rechtliche Hürden dagegen.

    Was die „ähnlichen Habitate“ angeht, so sind die passenden Bedingungen für Mykorrhiza-Pilze bisher noch zu wenig bekannt, als dass man genau identifizieren könnte, welche Habitate wirklich geeignet wären.

    Zusätzlich ist es noch nicht damit getan, dass aus einer auskeimenden Spore ein Primärmyzel entsteht. Für die sexuelle Vermehrung der Ständerpilze wäre es außerdem notwendig, dass dieses Primärmyzel auf ein anderes, genetisch kompatibles Primärmyzel trifft (also eines anderen Individuums derselben Art, welches außerdem einen anderen Kreuzungstyp aufweist).

    Der Gedanke ist sicherlich ehrenhaft, aber aufgrund der thematisierten Probleme denke ich, dass den Pilzen mehr geholfen ist, wenn man die Exemplare einfach vor Ort alt werden und ihr Maximum an Sporen produzieren können. Ich bin generell der Überzeugung, dass man die Natur mehr sich selbst regulieren lassen und möglichst wenig eingreifen sollte – natürlich sind korrigierende Interventionen mit der Intention des Naturschutzes aufgrund von Urbanisierung und anderer menschengemachter Einflüsse zuweilen notwendig.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo zusammen,


    die oben erwähnte mittelhessische Kaiserlingsstelle wurde mir 2020 per Mail mitgeteilt, weil ich der lokale PSV für diese Region bin. Seitdem tauchen in jedem Jahr zuverlässig Exemplare auf.

    Ich habe versucht, die Stelle nicht zu bekannt werden zu lassen, aber im Laufe der Jahre waren natürlich trotzdem einige Interessierte zu Besuch. Ist ja auch in Ordnung, solange es respektvoll geschieht und die Exemplare stehen gelassen werden. Das hat an diesem Fundort aber bisher gut funktioniert, soweit ich weiß.

    Hier mein damaliger Beitrag dazu: Kaiserlicher Besuch


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Eddie,

    1 und 4 sind korrekt. Zu 2 und 3 kann ich nichts sagen, wobei gerade Gürtelfüße (subg. Telamonia) auch wirklich schwierig zu bestimmen sind, erst recht über Bilder.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Roland und Willkommen im Forum!

    Du hast richtig erkannt, dass es sich um einen Champignon (Agaricus spec.) handelt. Es gibt in Deutschland mehr als 100 Champignon-Arten (darunter giftige), die oft sehr schwer zu unterscheiden sind, selbst dann, wenn man mikrokopiert. Deshalb wird hier so eine Artbestimmung leider nicht möglich sein.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo zusammen,


    ein „klassischer Parasol“ (damit ist wohl die Art Macrolepiota procera gemeint) kann sehr wohl röten:

    Rötet er nur schwach in der Stielrinde und hat recht düstere Schuppen, nennt man ihn f. (=Forma) fuliginosa.

    Rötet er stärker im gesamten Fleisch, nennt man ihn f. permixta.

    Soweit ich weiß, ist der aktuelle Stand, dass diese Formen durch intraspezifische Variabilität zustandekommen, also keine eigenen Arten sind.


    Eine weitere rötende (und grünende) Art ist Macrolepiota olivascens. Die habe ich leider noch nie gesehen, sollte man aber auch auf dem Schirm haben.


    Bei dem hier angefragten Exemplar sehe ich eher nicht den Sternschuppigen Riesenschirmling (Macrolepiota rhodosperma). Mir gefällt da weder die Hutschuppung (sehr kleinschuppig und am Rand fransig), noch der Habitus (ich kenne M. rhodosperma sehr dünnstielig und -fleischig, besonders jung).

    Die Stielnatterung wäre für M. rhodosperma sehr stark ausgeprägt. Der Ring ist, wie der Rest, etwas untypisch ausgeprägt, scheint mir aber doppelt zu sein (dies kann ebenso bei M. rhodosperma der Fall sein, die eine recht variable Ringstruktur ausbildet).


    Deshalb wäre ich hier tendenziell schon bei einem „klassischen“ Parasol (Macrolepiota procera s. l.). Die Art (bzw. Artengruppe) scheint recht variabel zu sein, erst recht, wenn die oben erwähnten Formen wirklich keine eigenen Arten sind.

    Hast du sie mal aussporen lassen? Ist das Sporenpulver cremeweißlich oder lachsrosalich?


    Viele Grüße

    Emil


    Achso, die von Jörg geposteten Exemplare sind für mich auch Parasole, sogar noch eindeutiger mit dieser Hutschuppung, dem kräftigen Habitus und extrem stark ausgeprägten Stielnatterung.

    Hallo Rika,


    aber woher weißt du denn, dass du von der SV-Reaktion auf die Art schließen kannst und dass nicht der Austern-Seitling ebenfalls positiv reagiert?

    Pablo schreibt in seinem Artportrait zu P. ostreatus:

    Reaktion auf Sulfovanillin: Nach meinen bisherigen Versuchen reagieren alle drei Arten (P. ostreatus, P. cornucopiae, P. pulmonarius) positiv.

    Ähnliches habe ich schon des Öfteren gelesen. Die unterschiedlichen Reaktionen könnten auch auf andere Faktoren zurückzuführen sein, beispielsweise wirkt das linke Exemplar viel trockener als die rechten. Hast du die anderen Merkmale der Kollektionen auch dokumentiert? Das wäre jetzt mal interessant, ob die anderen Merkmale auch dafür sprechen, dass es wirklich zwei Arten sind und nicht ein einziges Myzel mit intraspezifischer Variabilität.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Raphael,


    wie immer tolle und schön dokumentierte Funde!

    3 sieht sehr ungewöhnlich aus, finde ich. Eher clitocybeoid, auch von den Farben her. Und Rugosomyces ist nicht mehr aktuell?


    Viele Grüße

    Emil

    Sommerformen des Austern-Seitlings sind meiner Beobachtung nach wesentlich häufiger als echte Lungen-Seitlinge.

    Kann es sein, dass es sich bei den Sommerformen um ausgebüxte Zuchtformen von P. ostreatus handelt, die auch ohne Kältereiz fruchten?

    Ja, genau davon wird aktuell ausgegangen. Also erstens, dass solche Sommerfunde ohne Frostreiz wachsen, und zweitens, dass es sich um etwas anderes handelt als P. pulmonarius s. str. (vermutlich um P. ostreatus s. l.).


    Hier beispielsweise zwei Funde von mir aus dem Sommerhalbjahr, die ich als Austern-Seitlinge bestimmt habe (die Sulfovanillin-Reaktion habe ich nicht getestet, aber die anderen in den Artportraits von Pablo beschriebenen Merkmale, inklusive Dick-/Dünnwandigkeit der Hyphen):


    Ich bin mir bei der Unterscheidung der beiden Arten oft unsicher, eben auch, weil es diffus ist, welche Merkmale wirklich relevant zur Unterscheidung sind und ob diese Sommerform des vermeintlichen Austern-Seitlings wirklich mit der Winterform identisch ist. Insgesamt ist noch einiges unklar. Beispielsweise wird für P. pulmonarius nur Laubholz als Substrat angegeben. Lässt sich daraus schließen, dass es sich bei Pleurotus-Arten auf Nadelholz immer um P. ostreatus handelt?

    Den Dritten im Bunde, P. cornucopiae, habe ich noch nie bewusst gesehen. Auch da bin ich irgendwie skeptisch, ob die weiter herablaufenden Lamellen wirklich so charakteristisch sind, um die Art wirklich sicher zu erkennen, denn auch bei den anderen beiden Arten können sie sehr weit herablaufen (und bestimmt auch anastomisieren).


    Ich bin auf weitere Erkenntnisse zu der Thematik gespannt. Helle Seitlinge im Sommer werden auch sehr oft in den Foren/Gruppen angefragt und man kann nie eine klare Antwort geben. Ich habe den Eindruck, dass helle Sommer-Seitlinge in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden sind. Das spricht für mich auch dafür, dass es die Zuchtform von P. ostreatus ist, die sich immer weiter ausbreitet.


    Viele Grüße

    Emil

    auf fast allen Substraten mit Pleurotus ostreatus im Winter finde ich im Sommer auch Pleurotus p..

    Handelt es dabei um ein Stamm-Myzel, welches beide Arten hervorbringen kann oder schlummern in den toten Bäumen etc. zwei grundsätzlich verschiedene Myzele?

    Hallo,


    dass mehrere Myzele auf einem Stamm leben, ist natürlich grundsätzlich möglich, allerdings spricht das für mich doch sehr dafür, dass es sich auch bei deinen Sommerfunden um Austern-Seitlinge (und nicht um Lungen-Seitlinge) handelt. Sommerformen des Austern-Seitlings sind meiner Beobachtung nach wesentlich häufiger als echte Lungen-Seitlinge.

    Siehe auch die Portraits von P. ostreatus und P. pulmonarius im Forum.


    Kristins Exemplare hier im Beitrag halte ich für recht typische Lungen-Seitlinge. Die meisten meiner Funde heller Seitlinge im Sommer habe ich allerdings als Austern-Seitlinge bestimmt.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Jürgen,


    also ich meinte, eine rote Subcutis gesehen zu haben, insbesondere am Hutrand auf den ersten beiden Bildern. Dann täuschen die Bilder hier also? Bildbestimmung ist eben immer schwierig.

    Dennoch stellen sich mir einige Fragen:

    1. Müsste nicht X. chrysenteron ebenfalls eine rote Subcutis haben? So gesehen, sollten sich die beiden Arten doch gar nicht unterscheiden?

    2. Meines Wissens nach muss X. pruinatus nicht blauen und tut es nur manchmal im Stiel. Stärker blauen müsste doch tendenziell eigentlich X. chrysenteron (der über den Röhren und in der Stielspitze blauen kann, aber nicht muss). Das Fehlen einer Blauverfärbung hätte ich jetzt also ebenfalls nicht als Merkmal betrachtet, sich für eine der beiden Arten zu entscheiden (und wenn, dann eher für pruinatus).

    3. Die fein körnig-filzige Hutoberfläche müsste ebenfalls doch bei pruinatus vorhanden sein, schließlich hat der auch einen ähnlich strukturierten Hut und heißt sogar „Bereifter Rotfußröhrling“ – was ist genau der Unterschied?

    4. Hier ist ja wirklich extrem wenig Rot im Stiel zu sehen. Wenn das für dich chrysenteron ist, heißt das, dass schon bei einem winzigen Bisschen Rot im Stielfleisch von chrysenteron auszugehen ist?


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo,

    ich sehe das wie Oehrling: Ein recht typisches Exemplar von X. pruinatus.

    Xerocomellus chrysenteron würde sich bläulich färben und hätte rotes Stielfleisch.

    Xerocomus s. str. sehen ganz anders aus (allein schon die Poren, Fleischfarben etc.), die kann man ausschließen.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Reiner,


    ich bin da auch bei R. rubrosanguineus. R. rhodoxanthus hätte ein stark zum gelben Stielgrund kontrastierendes blutrotes Stielnetz (hier sieht man einen einfarbig rosarötlich gefärbten Stiel mit feinem Netz).


    Butyriboletus roseogriseus blaut im Hutfleisch und hat (im Gegensatz zu B. appendiculatus) Rosatöne im Hut. Insofern ähnelt er eher B. fuscoroseus, nur ohne Rottöne am Stiel.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo,

    wie schon geschrieben wurde, ist das ganz eindeutig ein Ackerling (Agrocybe).

    Sehr wahrscheinlich aus dem praecox-Aggregat. Der fehlende Geruch könnte unter anderem auf die Feuchtigkeit zurückzuführen sein (eigentlich riecht er in den Lamellen kakaoartig und gequetscht recht stark süßlich-mehlig). Ob andere Ackerlinge infrage kommen, weiß ich nicht, aber mit dem stark ausgeprägten Ring und der Größe eher nicht. Ein Ackerling ist es jedenfalls mit Sicherheit.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo zusammen,


    ich habe mich das auch schon gefragt und zwar bei Gattungen wie Psathyrella, in denen keine giftigen Arten bekannt sind. Beispielsweise habe ich einen Stumpf mit recht kräftigen Mürblingen gefunden, ähnlich P. piluliformis. Die Art gilt als essbar, allerdings hätte ich nicht sicher sagen können, ob es sich nicht um eine ähnliche Art handelt, die möglicherweise bisher unbekannte Giftstoffe enthält. Ist es deshalb ratsam, Faserlinge zum Verzehr zu sammeln? Ich weiß es nicht.

    Ein anderes Beispiel sind die Scheidenstreiflinge. Die gelten zwar allgemein auch alle als essbar, allerdings ist die genaue Artabgrenzung diffus und schwierig, außerdem sind sie sehr nah mit amanitinhaltigen und sonstigen hoch toxischen Arten verwandt. Deshalb bin ich da auch lieber vorsichtig (sofern es sich nicht um die leicht kenntlichen orangefarbenen Arten handelt), auch wenn mir kein Fall einer Vergiftung durch Scheidenstreiflinge bekannt ist.


    Deshalb muss man bei ungenießbar deklarierten Arten differenzieren. In großen Gattungen mit vielen giftigen Arten wie beispielsweise Risspilzen, Samthäubchen, Häublingen, Schleierlingen etc. gelten viele Arten als ungenießbar, die würde ich unbedingt meiden (hier ist der Speisewert vermutlich nicht bekannt und davon auszugehen, dass sie giftig sein könnten).

    Arten, die leicht kenntlich, häufig und in manchen Büchern als essbar deklariert werden, kann man sicherlich schon eher probieren. Generell ist Vorsicht natürlich immer ratsam.


    Viele Grüße

    Emil

    Hier zur Ergänzung aus dem FunDrive Projekt: das Paxilon- Booklet 2025

    Vielen Dank!

    Der P. ammoniavirescens in dem Paper entspricht nicht wirklich dem, was ich mir unter P. validus vorstelle. Allein die Hutgrößenangabe von 3–13 cm passt nicht. Das soll aber genetisch dieselbe Art sein, oder?

    Viele Grüße

    Emil

    die filzig-haarige Stielbasis ist ein Gattungsmerkmal für Neoboletus. Für Neoboletus erythropus erscheinen mit die Stielschüppchen zu klein und dezent. Ich wäre da bei Neoboletus pseudosulphureus.

    Hallo Christoph,


    laut diesem Paper ist das Taxon „Neoboletus pseudosulphureus“ nicht auf Artebene von N. erythropus (=luridiformis) trennbar.

    Hast du dazu neue Erkenntnisse?


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo zusammen,


    ich sehe auch eine xanthoide (=gelbe) Form des Flockenstieligen Hexenröhrlings. Bitter sollte der eigentlich nicht schmecken. Bist du sicher?


    Viele Grüße

    Emil

    Lieber Christoph,


    das ist interessant. Ich meine, weder A. borealis, noch A. cepistipes bisher je bewusst gesehen zu haben, während A. gallica hier (Mittelhessen) mit Abstand die häufigste Art ist.


    Hast du vielleicht ein paar Bilder typischer Kollektionen der beiden Arten? Es ist sicherlich hilfreich, nochmal mehr sicher bestimmte Kollektionen zu sehen (bei vielen Bestimmungen im Internet bin ich unsicher, ob die Bestimmung korrekt ist).


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo zusammen,


    Nr. 1 ist für mich klar A. mellea. Die ist makroskopisch typischerweise recht einfach zu erkennen und Schnallen habe ich auf den Bildern auch nicht gesehen.


    Schwieriger ist Nr. 2. Da kämen für mich sowohl A. ostoyae, als auch die extrem wandelbare (und häufige) A. gallica sowie A. borealis infrage. Typische Kollektionen erkennt man, aber wenn die typischen Merkmale nicht eindeutig sind, kann es sehr schwierig werden, insbesondere bei Einzelexemplaren.


    Viele Grüße

    Emil

    Außerdem die Trophäe (apropos: wie fügt man die eigentlich dem Profil hinzu, wie beispielsweise romana es gemacht hat?).

    Urkunde rechtsklicken, Bild-Link kopieren, und in der Pinnwand als Bild einfügen (wenn du auf das Bilder- Icon klickst, als Quelle angeben).


    ich meinte, wie man ein kleines Icon direkt als Trophäe in seinem Profil-Kurzsteckbrief hinzufügt. Beispielsweise bei Tuppie :


    Sie hat eine anklickbare Trophäe in ihrem Steckbrief. Das wäre für mich auch eine schöne Erinnerung ans APR.


    Nach dem, was ich aber schon meine, herausgefunden zu haben, muss das vermutlich ein Admin hinzufügen. Früher hat das z.B. Takumi gemacht. Gibt es noch jemanden, der das macht? Kann das jemand beantworten? Climbingfreak


    GnG