Hallo Climbingfreak /Stefan,
danke für Deine ausführliche Antwort auf meine etwas zugespitzten und bewusst einfach gehaltenen Aussagen.
Ich habe oben versucht zu priorisieren. Das heisst natürlich nicht, daß ökologische, naturschutzrelevante, notfallmedizinische Aspekte überhaupt keinen Platz haben sollten.
Gerade den letzten Punkt (Notfall und Medizin) halte ich für den kritischsten. Pilzfunde zu beurteilen, bzgl. der Verspeislichkeit traue ich mir und anderen erfahrenen Pilzlern (sinnvollerweise mit Unterstützung einer Ausbildung) zu. Ich traue mir auch zu, im Notfall bei (echten, unechten, vermeintlichen) Pilzvergiftungen, die richtigen Kontakte zu aktivieren. Mit Notfallaktionen "case of an emergency" meine ich genau die von Dir genannten Punkte. Wobei "makroskopische" Putzresteanalyse für mich persönlich ok ist (natürlich überhaupt nicht auf andere übertragbar), aber einen Grenzfall darstellt. In vielen Situationen kann ich das, weil ich lange genug mykophag bin. Aber da wo's kritisch wird, würde ich auch da immer Profis einschalten.
Ich nenne immer PSV-Kollegen, die auch Krankendiagnostik anbieten, den Betroffenen, wenn ich keine Zeit habe, bzw. nicht in Dresden bin und verweise auf die Notaufnahme...
Ein hervorragender Pilzkenner mit PSV Prüfung kann (um sich einen Namen zu machen) organisierte Sammeltouren in empfindlichen Gebieten organisieren (und aus Naturschutzsicht verbrannte Erde hinterlassen). Ich als "Laie" würde in diese gefährdeten Ecken eher keine Touren anbieten, sondern Gattungsspezialisten zu den Spots führen wollen.
Der hervorragende Pilzkenner macht sich mit solchen Aktionen in jedem Fall einen Namen und zwar keinen guten bei den PSV-Kollegen. Dann sind natürlich auch solche Touren gerade in empfindlichen Gebieten (=Naturschutzgebiet) nicht erlaubt. Ich bin kein Freund von organisierten Sammeltouren. Ich biete max. Lehrwanderungen an in unkritische Gebiete und erkläre die gefunden Pilze, bzw. sind auch die Kartierungsexkursionen der Dresdner mykologischen Fachgruppe öffentlich. Letztere aber werden selten von "Laien" besucht. Die Teilnehmer können sich die Funde mitnehmen.
Und zum Punkt 100% Sicherheit in Punkto Pilzbestimmung Speisbarkeit:Ich sammle, esse, trockne, verschenke, gebe frei. Und das seit fast 40 Jahren.
Das klingt arrogant und unbedarft. Aber wenn ich mir nicht 100% sicher bin, wird nix von anderen verspeist. Mir selbst reichen 99,99%. Dieses Restrisiko mute ich aber nur mit selbst zu.
Es ging mir nicht um die Sicherheit des Beratenden, da stimme ich dir vollkommen zu. Ich meinte die Sicherheit als statistische Größe und die ist in den seltensten Fällen 100% oder 0.