Beiträge von Climbingfreak

    Wie stehst Du denn zu der -von mir hochgeschätzten - „Küchenmykologischen Liste“? Sollte man den Mitarbeitern auch nahelegen, nur einwandfrei toxikologisch begutachtete Arten zu empfehlen?

    Hi,


    das ist ein zweischneidiges Schwert. Alex hat ja unlängst Tr. imbricatum da rein gepostet. Alex ist erfahren und erwachsen und er weiß, was er tut. Viele von uns erfahrenen Foris, können und wissen das auch. Allerdings, wenn das jemand unbedarftes liest und probiert, kann das ganz schön nach hinten los gehen.


    Selbstversuche sind natürlich ok, aber ich würde dann aufpassen, wo und wie ich dann die Ergebnisse poste.


    Ich stehe übrigens auch vielem positiv gegenüber. Ich mag nur nicht, wenn Leute irgendwelches dubioses Zeug übers Internet verticken mit den tollsten gesundheitlichen Versprechen etc. Klar gibts Vitalpilze mit tollen Wirkungen. Meiner Meinung nach wird da auch unheimlich übertrieben und das muss nicht sein.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    na ja. Bei den komplizerten Gattungen/Gruppen, wie Risspilze, Hypogäen, Rötlinge, Tintlinge und Fälblinge reicht, wenn du die Gattung/Gruppe erkennst. Es sei denn die sind makrokopisch so auffällig, dass sie deswegen gleich auf Artniveau bestimmt werden können. Bei den Cortinarien solltest du schon wissen, woran du die Untergattungen erkennst und du solltest ggf. auch die tödlich giftigen Arten erkennen. Ansonsten reicht es, wenn du den Schleierling als Schleierling erkennst.


    Bei den Champis reicht es, wenn du den "Wiesenchampignon", die Anisegerlinge und die Karbolchampis erkennst. Das Thema ist sowieso gerade im Fluss.


    Täublinge und Milchlinge: Da solltest du einfach zu bestimmende Arten auch auf Artniveau bestimmen können.


    Am wichtigsten ist, dass du die gängigsten Standardpilze, die überall sehr häufig wachsen, auf Artniveau/Aggregatsniveau erkennst und den Speisewert korrekt einschätzt. Daneben solltest du auch die wichtigsten Giftpilze erkennen. Es verlangt niemand, dass du die ganzen Birkenpilze auf Artniveau bestimmen kannst.
    Die wichtigste Gattung ist übrigens Amanita. Da solltest du die wichtigsten und häufigsten Arten aus dem FF kennen und erkennen.


    In der Korbkontrolle darfst du selbstverständlich dir die Pilze auch ansehen und in die Hand nehmen. In meinem Korbbild sind übrigens Arten drin, die du bestimmt alle schon mal gefunden hattest, denn die wachsen alle auch in Sachsen recht häufig.


    Ansonsten ist es kein Problem, wenn du 1-2 Sachen im Korb nicht (er)kennst. Wenn das aber zu häufig passiert, dann hast du die Prüfung nicht bestanden, denn eine gewisse Grundkenntnis an Arten/Gattungen brauchst du um bestehen zu können.


    l.g.

    Stefan

    Dabei ist mir die Frage aufgekommen, ob es auch reicht, die deutschen Namen dazu zu kennen.

    Da ich kein Latein-Unterricht hatte

    Hi,


    klar reicht das. Bei der Prüfung musst du "nur" die deutschen Namen kennen. Das Thema hatten wir ja auch schon mehrfach besprochen. ;)


    Die meisten von uns "Lateinern" hatte in der Schule kein Latein; meiner Wenigkeit inkl. Übrigens sind auch viele Pilznamen dem Altgriechischen entlehnt, die latinisiert wurden. Das nur mal so als Fun-Fact so am Rande.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    na ja ich habe zu Buschfunkistan eine zwiegespaltene Meinung. Klar machen die super Videos; dennoch ist mir das Video über die Prachtbecherlinge schon sauer aufgestoßen; btw hat das auch in FB einige Wellen geschlagen. Was mich konkret daran stört ist, dass Nicht-Speisepilze (wie z.B. Prachtbecherlinge) als Speisepilze angepriesen werden und auch krampfhaft versucht wird jedem vorgestellten Pilz, bzw. jeder vorgestellten Pflanze irgendwelche positiven Effekte überzuhelfen, wenn man diese verzehrt (im Fall der Prachtbecherlinge eine antioxidative Wirkung). Das ist hochgefährlich und auch bei wissenschaftlich nicht hinreichend gesicherten Fakten unseriös.


    Es wird so viel Schindluder mit diesem Thema betrieben und kursieren sehr viele Halbwahrheiten dazu. Gerade im Nahrungsergänzungsmittelbereich werden die Leute nach Strich und Faden betrogen. Das ist überhaupt nicht mehr feierlich. Dazu tragen die beiden auch noch mit solchen Aussagen dazu bei.

    Solche Auswertungen und Aussagen dazu sollten wirklich nur Experten, wie z.B. Pharmazeuten, Biochemikern, Lebensmittelchemikern und Oecotrophologen, Ärzten... vorhbehalten bleiben.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    sehr gut. Der "Röhrling" ist ein alter Butterpilz; Gymnopus oder Mycena sind nicht näher bestimmte Clitocyben, der "Wulstling" ist ein junger Fliegenpilz. Bei dem hatten 2 der 3 Prüflinge Probleme den zu erkennen. Die Cortinarie ist übrigens ein Kahler Krempling. Ansonsten passt alles.


    Neben den Gifthäublingen sind Kieferngrünlinge, die ich mitgebracht habe. Das Gelbe mit der dunklen Hutmitte ist ein Falscher Pfiffi; daneben sind Gefklecktblättrige Flämmlinge und direkt über dem Birkenporling ist eine Cortinarie.


    Die Milchlinge sind Fichtenreizker und Blasse Birkenmilchlinge.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    so was muss erforscht werden. Erst wurde ja eine Cyclopropensäure als Giftstoff vermutet, der sich allerdings im Grünling nicht bestätigt hat. Solche Untersuchungen sind 1. teuer 2. sehr aufwendig und nicht einfach 3. muss das auch jemanden mit Geld interessieren.


    So eine komplette Sekundärmetabolit-Analyse von Lebewesen ist alles andere als ein Kinderspiel und dann muss noch die toxische Substanz herausgefunden werden...


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    also ich habe die Erfahrung gemacht, dass die violetten Stielspitzen von meinen Pusio-Aufsammlungen sich lange gehalten haben. Wenn die Stielspitze nicht markant violett waren, würde ich hier I. pusio agg. eher ausschließen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    Mindestens X Personen haben den Y-mal konsumiert, ohne dass es Probleme gab? T

    darauf läuft es hinaus. Wenn in der Literatur keine Vergiftungen zu der Art beschrieben sind, bzw. der Pilz schon seit jeher ohne Vergiftungserscheinungen konsumiert wurde und der Pilz dann noch einigermaßen schmackhaft ist, dann ist das ein Speisepilz...


    Screening von irgendwelchen Inhaltsstoffen? Sorry aber das ist Wahnsinn. Du suchst die Nadel im Heuhaufen und das ist auch sehr teuer.

    l.g.

    Stefan

    Hallo Schrumz,

    ich wäre da vorsichtig, immerhin ist es ein Schleierling. Ich weiß nicht, wie viele oder wie wenige Leute Leucocortinarius bulbiger schon gegessen haben und folgenlos davongekommen sind. Weißt du es?

    Vielleicht hilft es dir auch zu wissen, dass Buchautoren für die Essbarkeitsangaben in ihren Büchern rechtlich nicht haften, das schließen die im Kleingedruckten immer aus.

    FG

    Oehrling

    Laut Uwe ist L. bulbiger eher mit den Ritterlingen verwandt als mit Schleierlingen...

    Hallo,


    ich habe oben neue Themen eingetragen. Wir Dresdner werden unsere Fundvorträge "Besondere Pilzfunde 2021" zu den Zoom-Treffen halten. Dabei wird mein Vortrag einen Abend ausfüllen, da ich viel vorzustellen habe.


    Bei Toffel und Heidrun kann es gut sein, dass wir beide an einem 2. Abend schaffen. Ich sitze auch gerade an einem Vortrag: "Tintlinge - Zerfließende Schönheiten", den ich gerne in dem Rahmen mal "Probe" halten möchte. Ich würde mich danach über ehrliche Einschätzungen freuen.


    l.g.

    Stefan

    sprach der Meister :)