Ein Wochenende in Bayern

  • Hallo zusammen,


    da die Pilzsaison in Karlsruhe bisher praktisch ausgefallen und auch die Frischpilzaustellung der Trockenheit zum Opfer gefallen ist, haben SimonMycet und ich das freigewordene Wochenende kurzerhand genutzt, um in den bayrischen Pilzgründen zu wildern.


    Wir verbrachten ein tolles Wochenende am Spitzingsee und konnten dank des Kurztrips doch noch einige schöne Pilze in diesem Jahr finden.

    Besonders habe ich mich auch darüber gefreut, dass ich meine neue Mikroskopkamera ausgiebig testen konnte.


    Gerne möchte ich Euch an unseren Funden teilhaben lassen.


    Da ich mich erst seit kurzem intensiver mit dem Mikroskopieren beschäftige, eine Frage vorab:

    Sporen von Täublingen schaue ich mir in Melzer an, Sporen von Cortinarien in verdünntem KOH. Ist es üblich, die Sporen auch in diesen Medien zu messen oder sollte man in einem zweiten Präparat in Wasser messen? Würde mich sehr interessieren, wie Ihr das handhabt.


    Nun zu unseren Funden. Wir freuen uns über Einschätzungen und Verbesserungsvorschläge. Gerade bei den Cortinarien stehen wir noch am Anfang:


    01. Albatrellus citrinus – Zitronengelblicher Porling


    02. Amanita muscaria – Fliegenpilz


    03. Cystoderma carcharias – Starkriechender Körnchenschiermling


    04. Clitocybe nebularis – Nebelkappe, die hat mich im ersten Moment verwirrt, da ich sie bisher nicht so bräunlich kannte.


    05. Hygrophorus agathosmus – Wohlriechender Schneckling


    06. Hygrophorus discoideus – Braunscheibiger Schneckling, ein Erstfund


    07. Mycena rosella – Rosa-Helmling, leider nicht ganz scharf


    08. Tricholoma vaccinum – Bärtiger Ritterling


    09. Conocybe rugosa – Runzeliger Glockenschüppling


    10. Handkea utriformis – Hasenstäubling


    11. Lactarius scrobiculatus – Grubiger Milchling, war extrem häufig mit teils riesigen Exemplaren

    Sporen: 7,0-7,7-8,4 x 5,5-6,0-6,6 µm, Q: 1,17-1,28-1,36


    12. Lactarius intermedius – Grubiger Tannen-Milchling, dagegen nur dieser Einzelfund

    Sporen: 7,2-8,1-9,2 x 6,1-6,5-6,8 µm, Q: 1,10-1,25-1,35


    13. Lactarius badiosanguineus – Braunroter Milchling


    14. Russula fuscorubroides – Stachelbeer-Täubling mit neuem Namen laut Kibby

    Sporen: 7,8-8,7-10,0 x 7,0-7,6-8,0 µm, Q: 1,10-1,15-1,21, (n=17)


    15. Russula viscida – Lederstiel-Täubling

    Sporen: 8,8-9,2-10,6 x 6,9-7,3-8,5 µm, Q: 1,17-1,25-1,36, (n=21)


    16. Armillaria ostoyae – Dunkler Hallimasch


    17. Boletus edulis – Gemeiner Steinpilz, ganz vereinzelt frische Exemplare


    18. Lepista nuda – Violetter Rötelritterling


    19. Gyromitra infula – Bischofsmütze, ein weiterer Erstfund


    20. Multiclavula mucida – Holz-Flechtenkeule, ein weiterer PersEr, leider nur mit Schnappschuss


    21. Direkt vor der Rückfahrt noch Infundibulicybe geotropa – Mönchskopf, etwas lebhaft gefärbt, mit kurzen kräftigen Stielen und teils kaum ausgeprägtem Buckel. Uns fiel jedoch keine Alternative ein.


    Nun zu den Cortinarien, bei denen praktisch alle außer C. varius und C. glaucopus Erstfunde waren.


    22. Cortinarius varius – Semmelgelber Schleimkopf

    Sporen: 9,5-10,6-11,7 x 5,5-6,4-7,3 µm, Q: 1,50-1,67-1,78


    22. Cortinarius glaucopus – Reihiger Klumpfuß

    Sporen: 7,5-8,0-8,5 x 4,5-4,9-5,2 µm, Q: 1,49-1,63-1,85



    23. Nur wenige Meter von der vorherigen Kollection entfernt mit kräftigeren Violetttönen, etwas anders gefärbten Hüten und etwas kleinen Sporen, trotzdem C. glaucopus?

    Sporen: 6,1-7,0-7,5 x 4,1-4,4-4,8 µm, Q: 1,46-1,58-1,71, (n=21)


    24. Cortinarius variecolor – Erdigriechender Schleimkopf

    Sporen: 9,5-10,5-11,4 x 5,1-5,7-6,1 µm, Q: 1,70-1,84-1,96, (n=28)


    25. Cortinarius elegantior – Strohgelber Klumpfuß


    26. Cortinarius odorifer – Anis-Klumpfuß


    27. Cortinarius caesiocanescens – Violettgrauer Klumpfuß

    Sporen: 8,4-8,9-9,5 x 4,9-5,2-5,5 µm, Q: 1,58-1,71-1,88, (n=15)


    Eine zweite Kollektion, bei der wir ebenfalls bei C. caesiocanescens landeten.


    Zum Abschluss ausnahmsweise noch etwas, das kein Pilz aber dennoch ein Erstfund ist: Der Alpensalamander


    Ich hoffe es hat Euch gefallen. Für mich war der Ausflug eine tolle Entschädigung für das bisher miserable Pilzjahr im Karlsruher Raum. Die Hoffnung stirbt zuletzt, so hoffe ich noch auf Funde im November.



    Viele Grüße

    Luca