Rekordtrockenheit - 2 Rundgänge in fast leeren Wäldern!

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  • Guten Tag

    Bei uns in der Schweiz im Mitteland und in der Ostschweiz in den Bergen hatten wir einen Rekordhitzesommer und auch der September und und auch der Oktober waren viel zu trocken! Dies hatte einen grossen Effekt auf unsere Pilze! Erst seit einer Woche hat nun endlich etwas geregnet! Im September fielen nur etwa 10% der Normniederschläge! In den letzten 20 Jahren habe ich dadurch noch nie so wenig Pilze in "meinen Wäldern" gesehen! Ich konnte sowohl im nahen Maiengrünwald in Hägglingen und auch in Laax GR im September und Oktober in den umliegenden Bergwäldern fast keine Röhrlinge, Pfifferlinge, Schopftintlinge und andere gute Lamellenpilze, wie Perlpilze, Täublinge oder Milchlinge, entdecken! Auch die vielen ungeniessbaren Pilze waren rar! Meine besuchten Wälder waren fast leer! War dies bei Euch in den deutschen Wäldern auch so? Rekordleere Wälder fast ohne Pilze!

    Ich zeige euch hier einige der wenigen Pilze, welche ich heute im Maiengrün (550m ü.M.) trotz der grossen Trockenheit entdeckt habe! Nur einige davon waren in stattlicher Anzahl vorhanden. Vielleicht sind sie weniger auf Feuchtigkeit angewiesen!

    liebe Grüsse

    von Adrian Meyer aus der Schweiz

    1) So zum Beispiel der Halimasch, davon entdeckte ich heute einige! Ihm macht offenbar Trockenheit nichts aus!

    2) Ich fand auch fast keine Täublinge, keine Reizker, hier zwei einsame Ledertäublinge, eventuell der Glänzende Ledertäubling, die Geschmacksprobe war mild.

    3) kleine Klebrige Hörnlinge

    4) Rostfleckiger Helmling Mycena zephirus in Gruppen wachsend

    5) Gemeiner Scheibchentintling Coprinellus xanthotrix auch in Gruppen vorhanden

    6) Einige Wurzelnde Schwefelköpfe Hypholoma radicosum junge und alte Pilze

    7) Goldmistpilze

    7)


    Pilze von Laax GR: Abstieg vom Crap Sogn Gion am 7.10.26 im trockenen Bergwald von 2200m auf 1100m

    In tiefen Lagen um 1000 bis 1300m fand ich praktisch keine Pilze in den Bergwäldern, auf einer Höhe um 1700-1800m fand ich doch noch einige faule Steinpilze und Maronnenröhrlinge neben recht vielen teils trockenen FliegenpilzenFliegenpilzen!

    ein riesiger alter Steinpilz auf 1800m, da war ich 1-2 Wochen zu spät vor Ort!

    ein weiterer alter riesiger Steinpilz-Senior!

    Dazwischen auch einmal schöne junge Fliegenpilze

    endlich ein geniessbarer Maronnenpilz

    neben alten faulen Pilzen

    Hasenboviste

    Zum Schluss fand ich auf 1300m doch noch ein noch nicht ganz alter Sommersteinpilz

  • Hallo,

    tatsächlich ja. Ich habe insgesamt noch nie meine Wälder mitte Oktober so leer erlebt wie in diesem 7ten Jahr das ich in die Pilze gehe. Bei mir hats vor allem die Trompetenpfifferlinge katastrophal erwischt, die konnte man bis jetzt jedes Jahr Mitte Oktober mit dem Rasenmäher ernten, dieses bis jetzt nur Einzelexemplare. Wenn es so weiter geht bleiben bei mir einige eigentlich zuverlässige Arten dieses Jahr komplett aus. Manch andere Arten hatten aber tatsächlich ein gutes Jahr (Satansröhrling, Pantherpilz, Hallimasche, Büschelraslinge, Schopftintlinge, Orangecherlinge, rote Gallerttrichter und allen voran Hemileccinum impolitum sind alle deutlich positiv zu nennen).Da es aber jetzt bei uns ordentlich geregnet hat, ist definitiv noch nicht aller Tage Abend.

    Viele Grüße

  • Guten Morgen Adi,


    hier in Deutschland ist es in weiten Teilen auch so - aber zum Glück nicht überall. Holzbewohner und andere Saprobionten sind noch halbwegs glimpflich davon gekommen, während viele Mykorrhiza-Pilze sich dieses Jahr rar gemacht haben. Man muss halt längere Strecken fahren und verschiedene Habitate aufsuchen. Je nachdem, wann und wo zur passenden Zeit die vereinzelten Niederschläge der vergangenen Monate herunter gekommen sind.


    Deinen "Ledertäubling" hätte ich glatt als purpurfilzigen Holzritterling Tricholomopsis rutilans benamst, auf dem dritten Foto meine ich bei Bildvergrößerung auf der unteren Stielhälfte zwischen den Nadeln purpurrötliche Stielschüppchen zu erkennen.


    Beste Grüße,


    Frank

  • Hallo Adrian,


    Wir im Westerzgebirge hatten gut Niederschläge und fast durchgängig Pilze.


    Deine Nummer 2 ist kein Täubling, das ist der purpurfilzige Holzritterling (T. rutilans).

    Deine Nummer 6 halte ich für Schüpplinge, nicht Schwefelköpfe, weil: 1. der wurzelnde Schwefelkopf eine wirklich lange Wurzel hat und 2. Deune Pilze Schüppchen auf Hut und Stiel haben. Ich würde da mal in Richtung Gummischüppling / Tonfalber Schüppling suchen.


    Deine Marone ist irgend ein Filzröhling, sieht man am deutlichen Netz am Stiel.


    Viele Grüße,


    Corne

  • und allen voran Hemileccinum impolitum sind alle deutlich positiv zu nennen

    Diese Aussage kann ich voll und ganz bestätigen! Vier so dicke Klopper auf einmal hatte ich noch nicht. Normalerweise lasse ich die stehen, aber für die Frischpilzausstellung gestern in Ober-Olm bei Mainz habe ich eine Ausnahme gemacht.


    Beste Grüße,


    Frank


  • Besten Dank für Eure Antworten

    Bei der vermeintlichen Maronne, dachte ich vor allem wegen dem Standort am Rand neben einem Bergnadelwald auf der Höhe von 1800m an eine Maronne, die vielleicht wegen der Trockenheit etwas filziger aussieht. In unmittelbarer Nähe hatte es auch diese 2 weiteren braunen angefressenen Röhrlinge. Die feine Netzstruktur am Stiel könnte doch für einen Filzröhrling passen!

    Wachsen Filzröhrlinge nicht eher bei Laubbäumen?


    Bei Nr. 2, beim Holzritterling fehlte mir der rötliche Stiel!

    Nummer 6 kann also der Tonfarbene Schüppling Pholiota lenta sein, dieser wäre neu für meine Sammlung, danke!


    Gruss

    Adrian

  • Hallo Adrian,


    So filzig kenne ich die Maronen nicht. Und ich meine auch einen leichten Oliv-Ton im Hut zu erahnen, zusammen mit den zugewachsenen Frassstellen käme ich auf Xerocomus ferrugineus. Aber vielleicht kann Schupfi was dazu beitragen Schupfnudel


    VG Corne

  • GutenTag,

    hier in Mittelhessen muss man auch sehr lange suchen, um das Eine oder Andere schöne Exemplar zu finden, zumal ich fast ausnahmslos nur Steinpilze sammle. Dafür habe ich heute den Fund meines Lebens gemacht. 502 gramm und die Röhren noch komplett weiss. Dieser Pilz ist definitiv in 2 Tagen gewachsen, da ich vorgestern erst an dieser Stelle gewesen bin. Es war nachts sehr kalt und tagsüber feucht, sodass der Pilz schnell an Masse dazugewinnen konnte und der Reifeprozess und die Sporenproduktion sich durch die niedrigen Temperaturen verzögert haben.


    Grüsse

    Eberhard