Youtube - "Alles über Pilze | Zu Tisch mit Lucie" von ARTE (Reupload von 2025)

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 357 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Chorknabe.

  • Hallo zusammen,


    habe neulich mit Freude einige neuere Youtube-Videos über Pilze angeschaut. Dann bin ich irgendwann auf folgenden Beitrag von ARTE gestoßen:


    Alles über Pilze | Zu Tisch mit Lucie - Kitchen Hacks Reupload | ARTE Fernweh
    Magische Wesen zwischen Erde und Himmel – Pilze überraschen als kulinarische Verwandlungskünstler. Köchin und Moderatorin Lucie Fischer-Chapalain verwandelt ...
    www.youtube.com


    Es war für mich stellenweise fürchterlich, das mit anzusehen. Ca. ab Minute 2 sieht man, wie eine Person einen Pilz per Foto von dessen Hutoberseite mittels Google Lens "bestimmt". Es wird im gesamten Video nicht aufgeklärt, dass das "Bestimmen" per App keine gute Idee ist. Auch, dass Pilzpulver vor dem Verzehr erhitzt werden sollte, wird z.B. nicht erwähnt.


    In den Kommentaren unter dem Video wird allerdings auf diese und weitere Fehler hingewiesen, was ich sehr gut finde. Liest ja aber auch nicht jeder oder glaubt eher, dass das schon alles seine Richtigkeit haben wird, was im Video gezeigt wird.


    Wollte das nur mal teilen, vielleicht wills ja trotzdem jemand von euch anschauen :)


    LG

    Nika


  • ;-)) Ich sehe in solchen Dokus im TV eigentlich fast nur Fehler, leider auch in der Berichterstattung in Zeitungen, sogar wenn die Redakteure und Journalisten Fachleute interviewt haben. Es gibt mittlerweile zu wenige Wissenschafts-Journalisten mit Fachwissen ... und das wird sich auch nicht zum Besseren ändern.


    Wir können ja hier eine Challenge starten: Wer findet wo irgendwelche Fehler oder Falschdarstellungen;-)

  • Hallo,


    wir müssen aber auch lernen zu verstehen, dass die Pilzwelt außerhalb unserer Blase anders gesehen und dargestellt wird. Es hat ja nicht viel Sinn über ein Erzeugnis im Nachhinein zu debatieren, ohne dabei den Ersteller/Autor einzubeziehen. Hier im Pilzforum erreichen wir ja nur einen sehr kleinen Teil der Aufzuklärenden.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Hallo Stefan,


    das stimmt. Ich wollte auch keine Debatte lostreten, weil wir die potenziell Betreffenden hier im Forum nicht erreichen, wie du schon sagtest. Deshalb war ich auch froh, dass unter dem Video entsprechend darauf hingewiesen wurde, sodass sich die Erstellenden und auch Konsumenten ggf. noch mal in die Reflexion begeben.

    LG

  • Lieber Stefan,


    Deine Toleranz und ausgleichende Art ehrt Dich wirklich sehr. Ich bin, was Berichterstattung (Presse) angeht, leider zu oft und ziemlich heftig enttäuscht worden, gerade in der Lokalpresse tummelt sich das "Präkariat" - ist jetzt wirklich böse ausgedrückt von mir, aber leider Tatsache! Leute, die nicht mal SCHREIBEN können, und sich mit Zuhören und Verstehen schwer tun, liefern dann Artikel ab, die dann für die Leser erst recht nich nachvollziehbar sind. Ob es jetzt Video/Film-Beiträge waren oder Presseberichte ... über "unser Metier". Ich kann Dir da einige Geschichten erzählen: Zb. gibt es die Tradition des "Gegenlesens" gar nicht mehr; sobald Du darauf bestehst, machen die keinen Beitrag mit Dir, sondern suchen sich andere (Opfer) - ist denen einfach zu aufwändig. Was ich schon falsch zitiert wurde, geht auf keine Kuhhaut - und dass ich das überlebt habe, ist ein Wunder!


    ... und wenn Du glaubst, dass wir Pilzler in einer für Aussenstehenden schwer zu ergründenden Blase leben, die niemand so richtig versteht ... warum dann überhaupt noch mit Journalisten kommunizieren, die das ja noch schlimmer machen?

  • Hallo Jürgen,

    da muss ich jetzt - sorry - ein Dementi einlegen.

    Ich hatte jahrzehntelang lang mit der Presse, mit Medien, zu tun und daher kann ich Dir da zunächst einmal nur Recht geben - es ist tatsächlich und leider so wie Du sagst. ABER Du hast es in der Hand! Verlange im Vorfeld, dass Du vor der Veröffentlichung gegenlesen willst und kannst. Wird dem nicht entsprochen, dann mache das Interview nicht - so einfach ist dies. Klar, dann gibt es einige Presseberichte nicht - und? Lieber keine als fälschlich wiedergegebene - oder?

    Ich persönlich ging sogar noch weiter (dabei ging es natürlich nicht um Pilze) und verlangte, dass die Beiträge über Mediatheken und Co. nicht abrufbar sind - hat funktioniert. Es erschienen unzählige Beiträge "über mich/mit mir" (Zeitungen, sonstige Medien, Fernsehen, Rundfunk etc.) - wenn Du heute googelst wirst Du kaum etwas finden, eigentlich so gut wie gar nichts.

    Also, Du selbst hast es in der Hand - nicht die "Lokal-Reporter" und dies meine ich jetzt nicht böse oder was auch immer :) Gerne können wir darüber einmal am Telefon sprechen.

    Liebe Grüße

    Maria

  • Liebe Maria,


    Dein Dementi kann ich akzeptieren. Ich selbst habe halt eine Art Idiosynkrasie gegen die Berichterstatter. Ich glaube auch, dass dieser Beruf irgendwann aussterben wird. Schon heute wird ja nur noch per copy&paste vom Sessel aus Artikel geschrieben, mit Foto-Stock oder Archiv-Bildern ... oder noch schlimmer KI-Bildern verziert - und verdienen tun die armen Lohnschreiber ja auch nix mehr. Richtige Recherchen wird man nur noch bei Selbständigen Autoren finden, die genügend Kohle haben.


    Das krasseste was ich erlebt habe, war eine telefonische Anfrage an mich, ob ich für ein Telefoninterview bereit wäre und Pilzfotos schicken könnte. Ich hab dem Burschen (Volontär) dann gesagt, dass wenn er zu faul ist, auf eine Exkursion von mir zu kommen, das Interview knicken kann.


    Grüßle

    Jürgen

  • Hallo zusammen,


    entspannt euch und nehmt euch am Besten selbst und natürlich auch die Journalisten nicht so übermäßig wichtig. Mit der Medienarbeit sorgen wir dafür, dass die Pilze im Gespräch bleiben. Die uns so aufregenden Fehler die sich da einschleichen können, nehmen doch in der Regel nur wir wahr, weil wir es besser wissen. Der sogenannte Leser oder Medienkonsument kann das gar nicht beurteilen. Der Wandel der Medienlandschaft, der besonders die Qualität betrifft, kann sicher nicht mehr gestoppt oder gar gewandelt werden. Bei manchen Journalisten würde ich mir sogar wünschen, dass sie ihre Beiträge mit eine guten KI absprächen. Oft weiss es die KI es nämlich besser und fehlerfreier, wenn man sie gescheit fragt. Freuen wir uns, wenn das Befragen der Superexperten, die wir ja sind, überhaupt noch stattfindet und die Medienunternehmen es ihren Superreportern sogar gestatten und bezahlen.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Auch wieder wahr Stefan! :)

    Dennoch macht mich die Frustration gegenüber dem Journalismus, den Journalisten, stutzig und traurig und da will ich einfach ein wenig gegensteuern, denn da habe ich eben differenzierte Erfahrungen. Also ich denke, man sollte auch hier nicht alles und alle über einen Kamm scheren.

    Liebe Grüße

    Maria

  • In PSV-Kreisen hat es sich längst herum gesprochen: bei Pressseartikeln sollte unbedingt darauf bestanden werden, die Artikel vor Veröffentlichung korrekturzulesen. Ich habe die Erfahrung gemacht dass dies (bei entsprechender Erklärung der Gründe) gerne von den Redakteuren angenommen wird, denn sachlich korrekt berichten will jeder. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass ein Korrekturlesen nötig ist. Bei sämtlichen mir vorab zugesanden Artikeln waren grobe Fehler enthalten; von Verwechslungen über falsche Bilder zu Ungenauigkeiten.


    Just dieses Jahr hat unsere Lokalzeitung einen Artikel von vor zwei Jahren nach Absprache mit mir republiziert. Prompt war ein Bild eines Fichtenreizkers drin, der als Kahler Krempling mit Paxillus-Syndrom untertitelt war. Grund war eine falsche Benennung der Bilddatei im Bildarchiv.


    Ich mache den Redakteuren da keinerlei Vorwürfe. Es ist schlicht eine komplexe Materie, und Fehler passieren schnell wenn man nicht tief drin steckt - aber sie lassen sich durch Gegenlesen vermeiden.

  • Hallo Thomas,


    "Gegenlesen" war mal! Aus Zeitgründen machen das die meisten nicht mehr, deshalb lehne ich Interviews und Berichte über Pilze und Exkursionen von mir ab, so lange ich nicht Korrekturlesen kann.

  • "Gegenlesen" war mal! Aus Zeitgründen machen das die meisten nicht mehr, deshalb lehne ich Interviews und Berichte über Pilze und Exkursionen von mir ab, so lange ich nicht Korrekturlesen kann.

    Das würde ich auch so halten. Schließlich bleiben dann die Falschaussagen an mir hängen. Aber wie schon geschrieben: ich hatte mit der Bitte bislang keine Probleme.