Gelber Riesenträuschling - Stropharia rugosoannulata var. lutea

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 283 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Hannes2.

  • Hallo zusammen,

    als ich von meiner Hunderunde zurück kam, lag ein Ratepilz bei mir auf dem Fensterbrett, zusammen mit einem Zettel und einer Telefonnummer drauf. Unter der Nummer war erst einmal niemand erreichbar.

    Zunächst dachte ich an einen seltsamen Reifpilz. Inzwischen tendiere ich zur ockergelben Variation des Riesenträuschlings.

    Der Pilz riecht unauffällig und schmeckt mild und hat kapitale Ausmaße, die einem dicken Boleten um nichts nachstehen.


    Die verbeulte Hutoberfläche spricht eher gegen die Stropharia. Allerdings passen der wattige Ring, der oben gerieft ist, die sich zunehmend dunkel mit Violettstich verfärbenden Lamellen und der Stiel.


    Sporenabwurf ist in Arbeit.


    Was haltet ihr von dem Dicken?







    Danke fürs Überlegen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

    Einmal editiert, zuletzt von Wutzi ()

  • Wutzi

    Hat den Titel des Themas von „Stropharia rugosoannulata var. lutea?“ zu „Gelber Riesenträuschling - Stropharia rugosoannulata var. lutea“ geändert.
  • Hallo Claudia,


    ja da gehe ich mit den anderen mit. Weil ich den dieser Tage auch hatte.





    Imposant kann er ja werden. Der gelbe Riesenträuschling.

    Liebe Grüße vom


    Bläuling


    Meine Bestimmungsversuche sind KEINE Verzehrfreigaben



    Schipse: 100-10 Startgebühr für APR 2024= 90 + 2 = 92

    Schipse: 92-10 Startgebühr für APR 2025 = 82

  • Danke für eure Expertise.

    Heute habe ich den Fundort erkundet. Sie stehen auf dem örtliche Kompostplatz in Massen auf Holz- und Laubresten und anderem undefinierbarem Substrat. Brennnesseln und Windenstiele überwucherten die Hüte, teilweise sind sie so groß wie Klodeckel. Der Geruch der älteren Pilze war ausgesprochen unangenehm chemisch. Die jungen Pilze rochen ganz angenehm, aber den in der Literatur beschriebenen Rettichgeruch konnte ich nicht feststellen. Auch nicht die Verfärbung der Huthaut nach olivbraun mit KOH.

    Jedenfalls passt der Standort perfekt zum Riesenträuschling. Der große Zersetzer findet da jede Menge Nahrung.


    Ich habe auch die Sporen gemessen. Auch sie liegen im Normbereich des Gelben Riesenträuschlings. Dann kann ich an den Namen also einen Haken machen.


    Interessant ist, dass der Pilz zu DDR-Zeiten als Zuchtpilz gehandelt wurde, obwohl er auf der Liste der uneinheitlich bewerteten Pilze der DGfM zu finden ist, da er ab und zu gastrointestinale Beschwerden verursacht.

    Außerdem wird er wohl als Sammler von Umweltgiften bei der Dekontamination von Böden verwendet, da er diese im Fruchtkörper ansammelt. Alles in allem ein schöner Pilz, der meiner Meinung nach zwar imposant, aber kulinarisch nicht zu verwerten ist.



    Hier ein paar Standortfotos






    Foto der Sporen

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hallo Claudia,

    dass der Pilz zu DDR-Zeiten als Zuchtpilz gehandelt wurde, obwohl er auf der Liste der uneinheitlich bewerteten Pilze der DGfM zu finden ist, da er ab und zu gastrointestinale Beschwerden verursacht.

    ich glaube der wird immer noch in der braunen Form als Zuchtpilz angeboten. Guckst Du hier. Das dürfte der selbe Pilz sein.


    VG Jörg