Ist das Hygrocybe coccinea? → Nein, sondern Hygrocybe phaeococcinea

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 318 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von boccaccio.

  • N'abend,


    von der Wiese stammt dieser knallrote Pilz. Hut 20 mm, Stiel 45 mm hoch, oben 3 unten 4+ mm dick, hohl. Lamellen rot/rosa, angewachsen, mit wenigen Zwischenlamellen. Geruch und Geschmack unauffällig, pilzig.

    Foto von vorgestern

    Heute verblasst, aber sonst in guter Verfassung

    Lamellenschneide fertil, aber auch mit Cheilozystiden (oder so)

    überwiegend 4-sporig

    Hyphen in der Lamellentrama teils über 150 µm lang, ca. 12 µm breit. Basidien/Basidiolen/Cheilozystiden mit Schnallen. Sporen 7-10*6-7 µm, gelegentlich eingeschnürt.

    HDS in KOH 3%


    So richtig überzeugen tut mich H. coccinea noch nicht, insbesondere die dicken Hyphen in der HDS. In einem Schlüssel, der wohl mal aus dem Forum stammte, steht noch ein H. marchii, der eventuell in Frage käme. DEr aber wohl nicht allgemein anerkannt ist.


    Danke fürs Anschauen und ggf. Bestätigung oder Alternativvorschläge.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    nach coccinea sieht mir das nicht aus mit den roten, herablaufenden Lamellen und der Hutoberfläche.

    Du kannst mal mit phaeococcinea vergleichen wegen der schwärzlichen Hutmitte.

    Hygrocybe phaeococcinea


    Zur klassischen Bestimmung wirst Du aber auf jeden Fall ein paar mehr reife Sporen brauchen - am besten aus einem Abwurfpräparat . Die eine Spore an der Basidie sagt nicht viel.


    H. marchii (wird wohl gerade als neomarchii neu beschrieben) wäre schleimig am Hut.

    #WaxcapWatch Surveyors | Edit: H.neomarchii | Facebook
    Edit: H.neomarchii Hygrocybe coccinea? Or not? Hello. Can someone help me with ID of that Hygrocybe, please? When I found them I was sure it's H.coccinea,…
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    Gruß,


    Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    zusätzlich zu dem was Wolfgang bereits gesagt hat, würde ich auch immer dazuraten, die Huthaut an einem Radialschnitt zu untersuchen, d.h. zwei scharfe Rasierklingen aufeinanderlegen, damit einmal radial über den Hut ziehen und das dazwischen haftende Fitzelchen Huthaut in einen Tropfen Wasser geben, ggfs. mit Präpariernadeln noch gerade ziehen und dann ein Deckglas auflegen. Da kann man dann eigentlich immer sehr gut erkennen, ob der Hut trocken oder feucht ist. Als Beispiele hier einmal die Huthaut von H. coccinea und einmal die von H. miniata


    H. coccinea


    H. miniata


    Björn

  • Moin, moin,


    Und vielen Dank für Eure Vorschläge. H. phaeococcinea passt ausgezeichnet. Den "schwarzen Belag" im Schlüssel habe ich zwar gelesen, aber immer als "schwarze Schuppen, irgendwas was obendrauf ist" verstanden - und damit, ne, is nich. "Schwarzfärbung" wäre wohl begrifflich klarer. Zu H. ph. passen dann auch die Pseudozystiden an den Lamellen.

    Sporen habe ich etliche gemessen, jeweils freie in geeigneter Lage. Halt nur über viele Bilder verteilt. Matthias hätte da eine Collage gemacht und die zusammengesetzt ... Die breiten Dinger, die ich dabei hatte, waren vielleicht Exemplare von 2-sporigen Basidien


    Nun noch die Zählung aus dem Abwurf, nicht allzu ergiebig, nebst Bildern. 8-8,8-10,5*4,5-5-5,5 µm, Q~1,6-1,75-2,1


    Björn, ich schneide einen Keil aus der HDS, mit 2 Schnitten, platziere diesen dann auf dem Träger und schneide davon dann das Stück ab, wo sich die Dicke formal mathematisch der Null nähert. Das ist dünn genug.


    LG, Bernd

  • kruenta

    Hat den Titel des Themas von „Ist das Hygrocybe coccinea?“ zu „Ist das Hygrocybe coccinea? → Nein, sondern Hygrocybe phaeococcinea“ geändert.
  • Hallo Bernd,


    der Vorteil bei der Methode mit der Rasierklinge ist meiner Meinung nach, daß man dann ein längeres Stück (teilweise mehrere mm lang) Huthaut im Präparat hat. Das hat meiner Erfahrung nach den Vorteil, daß man dann deutlicher den ggfs. geschichteten Aufbau der Huthaut erkennen kann und auch die Variabilität beurteilen kann. Es gibt ja z.T. durchaus Pilzarten, bei denen die Pileipellis in der Hutmitte anders strukturiert ist als am Rand.


    Björn