blaustielige, graue Entoloma → E. sublaevisporum

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 597 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kruenta.

  • N'abend,


    auf der Weide am Waldrand fand ich heute eine Entoloma, ein jüngeres Exemplar und 2 ältere, von denen ich annehme, dass die dazugehören. Sonst steht da nur E. undatum - derzeit massig vorhanden, aber bevorzugt an vegetationsärmeren Stellen.

    Hut grau, leicht genabelt, 10-15 mm, seidig matt. Lamellen weiß, Zwischenlamellen, angewachsen, leicht buchtig. Stiel blau glänzend, dünn, voll, innen weiß.

    etwas älter und mit weniger farbenfrohem Stiel

    Auflicht, Stiel

    weiß bereifter unterer Teil

    Durchlicht, Lamelle, Cheilozystiden scheinen zu fehlen; meist 4-sporig, schon hier auffällig rund

    Lamelle in KR

    Sporen 8,5-11*4,5-5 µm, Q ~2

    Bei der Beurteilung der Basidien bin ich mir nicht sicher, eindeutige Schnallen habe ich nicht gefunden. Wohl ohne Schnallen. Basidien ca. 26-

    30*9-11 µm

    HDS trichoderm, Pigment intrazellulär, äußere Hyphen bis 15 µm dick

    Das sollte eine Kaulozystide sein?

    Mehr an Daten habe ich nicht. Ich gehe davon aus, dass der zu subg. Cyanula gehört.


    Danke für's Anschauen und ggf. für weiterführende HInweise.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,


    ich habe zwar keinerlei Ahnung um was es sich hier handelt aber ich finde den ziemlich hübsch und interessant. Mal sehen was die Experten dazu sagen:


    VG Jörg

  • Hallo zusammen


    Die Schnallen-Frage müsste erstmal geklärt werden.

    Anhand der Mikrobilder habe ich zumindest den Verdacht, dass da welche sind.

    Zum Beispiel hier:



    In einem guten Präparat findet man an den kleinen Basidiolen vermutlich welche.


    Wenn der Rötling Schnallen hat, ist Cyanula raus.

    Mit diesen welligen (nicht eckigen) Sporen gibt es aber auch nicht unendlich viele Arten, aber wohl auch noch einige namenlose Arten.


    LG Raphael

  • Ich wäre mir da nicht so sicher, dass die zusammengehören. Der zweite hat ja einen deutlich gebuckelten Hut, wenn ich das richtig sehe.

    Grüße

    Matthias

  • Hallo Matthias, in diesem Fall muss ich den wohl auch noch einsammeln. Würde gleiche Sporenform, die ja relativ exotisch ist, ausreichen, um die Identität (im Rahmen einer vernünftigen Plausibilität) nachzuweisen?


    LG, Bernd

  • Hallo, vor Ort habe ich noch 2 weitere Exemplare der Art gefunden, auch die jeweils einzeln, knapp im Meterabstand voneinander.


    Nr. 4, umgeknickt, aber sonst noch ganz leidlich aussehend

    Nr. 5, anscheinend ziemlich jung, flach aufgeschirmt - der durfte stehen bleiben

    Nr. 3, der glockenförmige von gestern ist weiter geschrumpelt

    Nr. 3 und 4

    Unterm Mikroskop passt Nr. 3 vorzüglich zu dem gestern mikroskopierten Exemplar Nr. 2

    etwas überraschend gab es bei diesem älteren Exemplar auch noch viele Basidien mit Sporen in allen Entwicklungsstadien. Zunächst sind die Sporen noch kugelig.

    am besten ist der Ansatz der Basidiole hier zu sehen. Wenn das als Schnalle gezählt wird ... sowas gibt es öfters.


    Wenn es keine Cyanula ist, was kommt dann in Frage?


    LG, Bernd

  • kruenta

    Hat den Titel des Themas von „blaustieliege, graue Entoloma; sporen Q ~2, fast ohne Ecken“ zu „blaustielige, graue Entoloma → E. sublaevisporum“ geändert.
  • N'abend,


    als kleine Ergänzung ein Bild von Nr. 5, der ja stehenbleiben durfte und als letzter Mohikaner wacker die Stellung hält, von heute - eine Woche später.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd, wie sieht den nun der tief blaue Stiel im fortgeschrittenen Zustand aus?


    Ausserdem finde ich, dass junge FK leichte rötliche Töne zeigt (ersten beiden Bilder).


    Dieser Art ist sehr selten und wurde in Europa nicht oft nachgewiesen. Wirst Du in Litauen kartieren?


    lg Rainer

  • Hallo Rainer, ich meine, dass die oben gezeigten Exemplare 3 und 4 den fortgeschrittenen Zustand schon ganz gut zeigen. Mit Freiräumen, Spiegel und Lampe könnte man den Stiel vielleicht ansehen. Ich finde aber das Beobachten des ungestörten Wachstums interessanter. Kartieren in dem Sinne gibt es hier nicht. Klar kann man den Pilz bei iNaturalist eintragen, dazu muss man sich aber anmelden und ein kluges Telefon benutzen. Ich verwende aber nur dumme Telefone außer zum Fotografieren am Mikroskop. Ich hatte etliche Aufsammlungen an das Herbarium BILAS gegeben. Für die letzten drei Kollektionen habe ich aber weder die Inventarnummer des Herbars zu den jeweiligen Belegen noch eventuelle Bestätigungen, Korrekturen oder Bestimmungen erhalten. Wenn das eine Einbahnstraße ist - dann ist die Einbahnstraße zum Kompost oder zurück zu Wald und Wiese genausogut. Alternativ wäre natürlich eine Publikation möglich "first record of XY in the Baltics", aber dafür habe ich schon zig Arten die Erstfunde für's Baltikum oder wenigstens für Litauen sind, auf Halde. Man fragt sich im Übrigen, ob das Veröffentlichen einer Beobachtung auf dem Forum oder in Facebook nicht schon eine Publikation ist (Publizieren und Veröffentlcihen sind ja weitgehend Synonyme, nur aus anderen Sprachen stammend). Mehr schreibt man in einen Artikel auch nicht und das "Peer review" (eine Sache, die es erst seit den 1960/1970er Jahren gibt und die nicht essentiell zur wissenschftlichen Methode gehört) wird nicht dafür sorgen, dass der "Peer" sich an die genannten Koordinaten begibt und nachgräbt, ob vor Ort tatsächlich das entsprechende Myzel vorhanden ist. In wissenschaftlichen Arbeiten steht genauso viel Müll wie auf Facebook, nur etwas stilistischer formuliert. Meistens. Neulich begegnete mir eine Formulierung "A 5% KOH solution was used to dehydrate the material for microscopy of dried specimens." wo offensichlich die Autorin erhebliche Probleme hatte mit dem Verständnis der Bedeutung des Wortes dehydrieren, weder die rEdaktion des Blattes, noch die sprachliche Redaktion des Blattes noch die beiden anonymen "Peers" stolperten über diesen schon für den Alltagsverstand erkennbaren Unsinn. Und nein, das war kein Typo, der litauische Text ist noch unsinniger in der Entstellung dieses Begriffs.


    Aktuell habe ich die Belege noch, falls es Interesse gibt, wäre eine Zusendung möglich. Irgendwann wird aber der Platz auf dem Schreibtisch knapp. Spätestens, wen ich nicht mehr weiß was was ist, fliegt es weg.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd, das das Interesse in deinem Land für eine Kartierung so gering ist, ist schade. In Estland scheint das Ja mit der University of Tartu

    ganz anders zu laufen. DIe Sequenzieren wohl recht umfangreich und man könnte meinen einige seltene Arten sind nur in Estland zu finden.


    Leider kann ich ohne ein Mikroskop nur sehr wenig mit deinem Rötling anfangen. Vielleicht interessiert sich KaiR für diese?


    Eine Sache interessiert mich doch noch. Kannst mir/uns bitte das Habitat genau beschreiben. Handelt es sich um eine beweideter Magerasenfläche?


    lg Rainer

  • Oj, gerade aus Tartu hatte ich eine Anfrage bezüglich der Zusendung der Entoloma araneosum mit Hypomyces-Befall ([nicht: Hypomyces cf. porphyreus] auf Entoloma araneosum, sondern Mycogone perniciosa [=H. perniciosum]). Ich habe keine Empfangsbestätigung erhalten und auf spätere Rückfrage, ob die Sendung denn angekommen sei, erhielt ich auch keine Antwort mehr. Das hat mit Wissenschaft nicht mehr so viel zu tun, dass ist eine elementare Frage von Kultur und Höflichkeit. Wie lange dauert eine E-Mail an eine bekannte Adresse "Ihre Sendung ist angekommen, Danke. VG" ... 20 Sekunden?


    Das Biotop ist das gleiche wie heute bei der Inocybe beschrieben, bis 1992 oder 1993 war das Acker.


    LG, Bernd