Hallo Forum,
im Mai fand ich auf einem teilweise im Morast liegenden vermorschten Laubholzast eine Kolonie kleiner gestielter Objekte mit weißem Puschelkopf.
Die Stiele messen etwa 1-2mm, teilweise entspringen sie gebündelt und erst im ausgewachsenen Stadium schieben sich weiße "Hyphen" oben heraus.
Für Synnemata eines Hyphomyceten sind sie mir eher zu stabil, sie besitzen eine eigene "Cutis" und sind sehr kräftig. Innen laufen glatte, pigmentierte verzweigte "Hyphen", sobald sie oben in die Luft herausschauen werden sie hyalin und sind von feinsten Stachelchen besetzt. Auch sie sind verhältnismäßig extrem stabil.
Die Holzproben wurden nun fast 4 Wochen in der Feuchtkammer inkubiert ohne dass sich Fruchtkörper oder Sporen nachweisen ließen.
Ich habe die Stiele längs geschnitten und auch das Holz aufgeschnitten und konnte keine tierischen Spuren (Larven, Würmer etc.) finden.
Allerdings fielen mir auf der Rückseite des Holzstücks schwarz pigmentierte Demarkationslinien auf, die wiederum für pilzlichen Ursprung sprächen, falls sie dazu gehören.
Außerdem hat sich in der Feuchtkammer auf den frischen Bruchkanten des Holzes ebenfalls ein filziger Überzug, ähnlich der auf den Stielen befindlichen Pinselhaare gebildet.
Von den französischen Pilzfreunden wurden mir Feinwurzeln vorgeschlagen- das möchte ich ausschließen, denn das Holz ist mausetot und nicht von Pflanzen be/durchwachsen.
Meine momentan favorisierte Hypothese ist, dass es sich um Luftmycel eines holzbewohnenden (Basidio?)myceten handeln könnte. Nur warum das dann solche Stiele bildet?
Oder die Stiele sind von einem anderen Lebenwesen übriggeblieben und das Mycel wächst nur zufällig aus den leeren Röhrchen heraus?
Vielleicht hat ja von Euch jemand eine Idee?
Fundort:
Der Ast lag mit einem Ende im Wasser, die UMO's unterwasser hatten nur Stiele, über Wasser kamen dann die Puschelköpfe dazu
entnommenes Stück Holz
nach 3-4 Wochen in der Feuchtkammer zeigt sich auch an den Bruchkanten weissliches "Myzel", im Hintergrund die Stielchen
pigmentierte Demarkationslinien
Längsschnitt des Stieles, Blick auf die Rinde
Der Hyphenschopf lässt sich mit der Pinzette aus dem Stiel herauszupfen
"Hyphen" innerhalb des Stieles pigmentiert, glatt, verzweigt, teils schnallenartige Zellgrenzen
Hyphen mit Luftkontakt mit feinen Härchen/Spikes
keine Anfärbung mit KongoR
Ich schließe mit Spock: Faszinierend.
Aber ich habe keine Ahnung was das sein soll und ob es überhaupt ein Pilz ist.
Ich zähl auf Euch,
Ingo
