Rötling, aber welcher?

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 704 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Suku.

  • Verehrtes Fachpublikum,


    gestern fand ich im Park einige Rötlinge, es waren 4 oder 5 Fruchtkörper, mit etwas Abstand. Standort auf einer Wiese, Eichen mit Abstand. Geruch deutlich mehlig/gurkig.





    Der Stiel ist erkennbar mit Torsion. Den Rost auf dem Gras habe ich erst auf den Bildern zu Hause gesehen :giggle:.

    Sporenpulver ist erwartbar rosafarben.


    Gemessen habe ich die noch nicht, ich wüsste auch nicht genau, wie bei diesen Formen. Die Interpretation der Form finde ich schwierig, weil vielfältig.



    Hier die HDS. Weil ich gerade erst mit dem mikroskopieren beginne, bin ich mir nicht sicher, was ich sehe. Sind das Schnallen? Danach habe ich gesucht.




    Ich habe versucht mit Pilze Mitteleuropas zu schlüsseln, hatte aber mit den Entscheidungen Schwierigkeiten. Der Hut erscheint mir z.B. leicht filzig, nicht kahl, entsprechend ein Filzrötling?


    Danke für Tipps, auch zur Interpretation der Mikrobilder.


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


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  • Hi,


    Bei solchen Sporen musst du dir ein rechteckiges Kästchen denken, was die Sporen gerade so umschließt. Die Länge und Breite des Kästchens misst du dann. Das ist auch bei Inocybe-Höckersporern so üblich.


    Zum Rötling kann ich aber nix sagen, weil nicht meine Baustelle.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Schnallen sehe ich in deinen markierten Kästen keine.

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Schnallen sehe ich in deinen markierten Kästen keine.

    Danke Stefan,


    schade, dann muss ich mal noch weiter suchen. Das ist wie mit den Pilzen: hat man erst mal eine Art gefunden, ist es einfacher. Irgendwie muss das mit trainierter Mustererkennung zusammenhängen. Sterigmen finde ich inzwischen problemlos, Schnallen sind das aktuelle Lernfeld.


    LG Michael

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  • Es hilft, wenn du dir zuerst glasklare Schnallen ansiehst. Die Schnallen vom Breitblatt sind nicht zu übersehen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo zusammen,


    Schnallen sehe ich in den Mikrobildern keine, aber ich behaupte auch mal kühn, daß der Pilz keine Schnallen haben wird. Aber nach diesem Spoiler erstmal ein paar grundsätzliche Dinge. Stefan hat zur Sporenmessung ja schon geschrieben, daß man sich ein Rechteck um die Sporen denkt und dieses dann ausmißt. Dabei ist aber darauf zu achten, daß man nur Sporen vermißt, die auch richtig liegen, dergestalt, daß man seitlich auf die Spore schaut und den Apikulus gut erkennen kann. Ansonsten sollte man bei Rötlingen immer folgende Dinge machen: Einen radialen Hutschnitt anfertigen und schauen, wie das Pigment der Huthaut ist (inkrustiert oder intrazellulär, manchmal kommt auch beides zusammen vor). Lamellenschneide mikroskopieren: Gibt es Zystiden? Beim Lamellenpräparat schaut man sich dann junge Basidien an um zu prüfen, ob Schnallen an der Basidienbasis vorhanden sind.


    Ansonsten sollte man zur Bestimmung von Rötlingen auf die Fungi Europaei 5B (und in Zukunft dann auch 5C für die restlichen Untergattungen) benutzen.


    Björn

  • Hallo,

    bei Rötlingen sucht man Schnallen, sofern nicht anders angegeben, nur an den jungen Basidien (Basidiolen).


    Dazu sollte das Lamellenpräparat zuerst gründlich mit 2 Nadeln zu Mus zerzupft werden, bevor man das Deckglas auflegt.

    Dann hat man zwar 3 min mehr Vorbereitung, aber sieht dafür sofort freie Basidien.


    Gruß,


    Wolfgang

  • Danke Björn boccaccio und Wolfgang P. ,


    der schmächtige Fruchtkörper hat über das Wochenende bei schlechter Lagerung das Zeitliche gesegnet. Ich werde die Tage schauen, ob ich die Fundstelle wieder finde. Nach Zystiden an der Lamellenschneide werde ich dann ggf. suchen, ob ich sie identifizieren kann werde ich sehen. Ich glaube, das Pigment der Huthaut zu untersuchen ist bei meinem derzeitigen Kenntnisstand noch nicht dran. Auch Fungi Europaei 5B ist aktuell für mich nicht angesagt, zu speziell, ich brauche zunächst viel mehr Basiswissen. Sporenpulver habe ich verwahrt, ich werde beizeiten die Sporen nach eurer Anleitung messen. Das wird zur Bestimmung nicht reichen, aber zur Übung ist es allemal dienlich.

    Sollte ich die Fruchtkörper auf der Wiese wiederfinden, werde ich die Lamellenschneide erneut mikroskopieren und die Bilder hier einstellen. Vom aktuellen Versuch habe ich leider keine Bilder gemacht, die Unterscheidung von Basidien, Basidiolen und Zystiden ist mit dabei jedenfalls noch nicht gelungen.

    Danke für eure Unterstützung. Auch wenn ich vielleicht damit z.Z. noch überfordert bin, wird es Leser*innen geben, die davon profitieren.


    LG Michael

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  • Hallo zusammen,

    was spricht denn gegen Entoloma conferendum? Die Sporenform liegt m. E. noch im passenden Rahmen.

    LG Karl

    Hallo Karl W ,


    vielleicht nichts, aber pädagogische Erwägungen zur motivalen Unterstützung könnten diese Vermutung bislang zurückgehalten haben? Jedenfalls wäre dann klar, warum ich Basidien und Zystiden im Präparat nicht differenzieren konnte :). Danke für deinen Hinweis.


    LG Michael

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  • So, ich habe gemessen:


    Abwurfpräparat Entoloma conferendum?

    N=20

    (7,5) 8,0 (9,5) x (7,0) 7,5 (8,0)

    Q= (1,0) 1,2 (1,3)




    LG Michael

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    2 Mal editiert, zuletzt von Suku ()