ich würde gerne eure Meinung hören

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 969 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Mausmann.

  • Hallo,


    eben bekam ich einige Pilze aus einem Garten in meinem Wohnort. Wiese, ein Kirschbaum in der Nähe, ein paar Holzreste. Hier bei mir ist eigentlich alles saurer Boden: Kalk, fehl am Platz. Aber: Bei meinem eigenen Haus wächst vor dem Haus im Beet Seidelbast. Warum ist das so? Beim Hausbau vor mehr als 140 Jahren wurde aller Bauschutt ums Haus verteilt – daher der basische Boden. Das war damals bestimmt gängige Praxis.


    Die Pilze:


    • Körper braun wie in den Bildern, Lamellen dito

    • Stiel: leicht längs gerillt

    • Hut: wachsartig

    • Geruch: so was Übles hatte ich selten, alt, muffig, man will nicht zweimal daran riechen. Mein Bruder ist zu Besuch, dem wurde von dem Geruch ganz anders … Beim Anschneiden stark mehlig.

    • Haptik: fest, wachsig

    • Geschmack: stark mehlig, auf jeden Fall astringierend

    • Lamellen: ausbuchtet angewachsen

    • ziemlich madig


    Auf den ersten Blick recht komisch, oder? :grolleyes:






    Was denkt ihr, was das ist?



    Viele Grüße,

    Steffen

  • Irgendwie Frost- und Wassergeschädigte Mairitterlinge schließt du aus?

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • Irgendwie Frost- und Wassergeschädigte Mairitterlinge schließt du aus?

    nee, eben nicht, siehe Spoiler.

  • Hallo zusammen,


    ich sehe hier die gelbe Form des Mairittlerings.


    Björn

    Hallo Björn,


    vielen Dank fürs „Anschubsen“. Ja, das könnte gut sein, dass es Calocybe gambosa var. flavida ist. Daran habe ich, ganz ehrlich gesagt, nicht gedacht. Das wäre ein recht seltener Fund.


    Hier hat Karl im Forum was dazu gepostet.


    Zum Glück ist der Fund in meinem Wohnort gemacht worden. Ich muss da unbedingt hin.



    Viele Grüße,

    Steffen

  • ... eben konnte ich die Pilze vor dem Abmähen bewahren. Hätte ich morgen wegen eines Fototermins angefragt, wären sie dem Rasenmäher zum Opfer gefallen.


    Ich bin gespannt, was mich morgen Vormittag erwartet. Ich berichte anschließend.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo Steffen,

    ich hätte die auch so angesprochen, auch aufgrund Deiner Beschreibung.

    Die hatten wir vor einigen Jahren in Dresden auch mal gefunden, leider nur in ähnlichem Zustand.

    Bin gespannt.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende

    Björn

  • Hallo Steffen,


    mit C. gambosa solltest du richtig liegen. Vor ca. zwei Wochen habe ich eine Stelle mit weißen Maipilzen entdeckt und, wie der Zufall so will, heute sahen sie genau so aus wie auf deinen Bildern. Könnte natürlich trotzdem auch C. gambosa var. flavida sein.

    Zur Witterung: Hier war es in der Zwischenzeit hauptsächlich sehr trocken, bis es vor zwei drei Tagen mal gut geregnet hat.


    Liebe Grüße

    Marius

  • Hallo,


    ich war gestern früh unterwegs, um Calocybe gambosa, den Mairetterling, von einer Stelle zu holen, an der die Exemplare weiß sind. Ich konnte Fruchtkörper in unterschiedlichen Altersstufen finden.


    Zum Fototermin in Syrau waren neugierigerweise etliche Leute versammelt. Mein Bruder hat dabei assistiert. Das Knipsen war nicht einfach, weil ständig Leute drumherum wuselten. Kann ich aber nachvollziehen.


    Vor Ort gibt es einen großen Hexenring. Laut Aussage kamen die Pilze dort schon vor drei Wochen einmal vor. Ich habe gezielt noch einmal nachgefragt. Das wäre für Mairetterlinge an meinem Wohnort sehr, sehr zeitig. Der Termin fällt aber so ziemlich genau mit der Hauptaufkomemn von Melanoleuca cognata zusammen. Mich wundert ohnehin, dass die Mairitterlinge überhaupt schon da sind. Meist erscheinen sie hier erst Mitte Mai.





    Alle Fruchtkörper zeigen schon im juvenilen Stadium diese braungelbe Färbung. Die Lamellen haben sie mehr oder weniger ebenfalls.




    Auffällig ist der stets vorhandene, neben dem mehligen zusätzlich leicht fischige Geruch. Im Anschnitt ist der Geruch stark mehlig.


    Beide Funde stehen in 15 bis 20 cm hohem Gras. Die Hüte sind hygrophan und teils an vielen FK rissig.






    Ich bilde mir ein, dass die Stiele der braungelben Fruchtkörper allgemein etwas dünner als bei der Referenz sind.




    Die obere Reihe zeigt die Braungelben, die untere die „normalen“ C. gambosa. Auch die Lamellen unterscheiden sich. Bei C. gambosa sind sie deutlich enger.




    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo Steffen,

    Die var. flavida kenne ich an drei Stellen aus dem gleichen Myzel über Jahre immer nur in gelb.

    Was Du zeigst kenne ich nur als Trocken- bzw. Altersschaden aber an der Wuchsstelle kommen in anderen Jahrn auch weiße Frk. vor.

    LG Karl


  • Hallo Karl,


    danke für Deine Einschätzung.


    Nun, Schäden etc., daran dachte ich auch erst. Aber selbst ganz junge FK sehen so aus. Sind fest, prall, madenfrei. Und alle haben diesen leichten Fischgeruch. Beim Anschnitt ganz stark mehlig.

    Bakterienbefall durch die nasse Witterung?


    Zum Glück ist der Fundort von mir nur 2 Minuten weg. Ich sehe mir das nächstes Jahr nochmals an.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Ich kann beitragen daß ich eine solche Maipilzstelle über vielleicht 10 Jahre auf meinem Lieblingsfriedhof auch hatte. Jetzt leider Baumaßnahmen zum Opfer gefallen.

    Das Mycel begann ein, zwei Meter vom Stamm eines Nadelbaums entfernt, im daher wohl sauren und schattigen Millieu und reichte noch etwa fünf, sechs Meter weiter, hinaus auf den lichten Rasen, der zum Teil glücklicherweise vor dem häufigen Rasenmähen durch einen Baum geschützt war. In der Regel fand ich hier meist die ersten Maipilze des Jahres, meist Mitte April aber - Rekord - auch schon am 17.März. Hier sieht man die Stelle.

    Ich habe die Maipilze dort an allen Stellen schon in weißer Form sehen dürfen ABER meist waren sie in der Nähe zum Baum doch dunkler, befallener, manchmal weicher und gerne müffelnd. Haben sie den Rasenbereich erreicht geht es ihnen tendenziell stets besser und sie dürfen als weiße, küchentaugliche Art definiert werden.

    Für mich stellt es sich daher so dar daß alles Maipilze sind nur die baumnahen haben aus Gründen gelitten. Ich würde als Ursache auf den sauren Boden tippen oder/bzw. den in diesem Mikroklima und Mikrokosmos lebenden Organismen, die dem Pilz zusetzen.