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letzter Beitrag von Beorn am

Gelbstieliges Rotfüßchen

  • Moin moin,


    welches Rotfüßchen darf denn solche gelben Stiele haben? Das ist die Art, die ich kürzlich mit Goldschimmel gezeigt hatte ( 2x Hypomyces ).

    Keine Verfärbung beim Druck, weder auf den Poren noch sonst. Geruch normal, Geschmack wie man das erwartet, die jungen relativ fest. Alles andere ist wohl auf den Bilder zu sehen.



    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    Sieht für mich (als Ahnungsarmer) nach Xerocomellus pruinatus aus , dem Bereiften Rotfuß.

    Der darf (muss nicht) auch ganz gelben Stiel haben.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo Norbert, der sieht passend aus, danke. Die heimische Literatur (von 1997) kennt den nicht, wobei der ja eigentlich früh beschrieben wurde - daran kann es also nicht liegen. In Lettland hat man den auch erst 2011 gefunden und meint, der sei (sehr) selten.


    Gruß, Bernd

  • Salve!


    Oder eine Mischkollektion vielleicht?
    Da ist ein fruchtkörper mit komisch aufreißender Huthaut und schlankem Habitus, das könnte zB auch Xerocomellus cisalpinus sein.

    Der müsste dann bei Druck auf die Poren relativ zügig und deutlich blauen, ebenso im Schnittbild (Stielfleisch, teils Hutfleisch). Bei Xerocomellus pruinatus blaut meistens nur die Stielrinde, und zwar einigermaßen langsam (5-10 min zuwarten), dafür dann aber kräftig.

    Die ersten drei Bilder und auch das Letzte Bild sehen aber sehr nach pruinatus aus. Wobei ich auch da nicht ausschließen würde, daß es innerhalb des Taxons noch veschiedene Sippen gibt.



    LG; pablo.

  • Hallo,


    ich halte eine Mischkollektion auch für unwahrscheinlich und würde alle gezeigten Exemplare, ohne zu zögern, X. cisalpinus zuordnen.


    Die Angabe "Keine Verfärbung beim Druck, weder auf den Poren noch sonst" wird durch das dritte und besonders das vierte Bild (Stiel!) widerlegt. Und hätte Bernd noch ein paar Minuten mit dem Foto gewartet, wäre das Stielfleisch sicher auch deutlich blau gewesen.


    Grüße, Jürgen

  • Hallo Jürgen, schön, noch eine Art in der Mixtur.

    Also neue Bilder von heute. Das halte ich für eine Mischkollektion, der rechts ist nach meinem Erachten ein ganz normales X. ch., mit schlankerem Stiel, hellerem Hut in jung, stärker und länger hütigem Hut (die Außenseite wie nach unten geknickt, wie auch immer der terminus technicus hierfür sein mag), der früher aufreißt. Wobei es sonst farblich zu den anderen beiden Pilzen der ursprunglichen Anfrage kaum Unterschiede gibt.

    Etwa 5 Minuten nach dem Anschnitt, Druckstellen auf den Poren sind dunkler, aber nicht blau


    2 Stunden und etwas Regen später - alle Blauverfärbungen wieder weg


    Mein Fazit: Rotfüßchen agg., essbar. Für cisalpinum eher nicht "stark bläuend", für pruinatus im Stiel zu schlank.


    LG, Bernd

  • Hi.


    Ich hatte mich hier zurückgehalten, aber Pablos Zweifel schon geliked. Wenn Jürgen dann noch dazustößt, umso besser. Und die neuen Bilder sind finde ich erst Recht einigermaßen typische X. cisalpinus.


    LG,

    Schupfi

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • MoinMoin!


    Die Kollektion aus Beitrag #7 sieht jetzt allerdings arg typisch aus für Xerocomellus cisalpinus. :thumbup:
    Bei den ganz dunklen mit teils fast schwarzen Hüten ohne feldrige Risse im ersten Beitrag war ich sehr skeptisch - aber Jürgen hat da doch eine wesentlich umfangreichere Formenkenntnis als ich.

    Wenn man das Verfärbungsverhalten der Fruchtkörper im Beitrag #7 sieht, ist das auch viel zu stark sowohl für X. chrysenteron (blaut in der Regel gar nicht) und für X. pruinatus (blaut in der Regel nur am Stiel und langsamer). Für X. chrysenteron fehlen auch die rötlichen Fasern im Stielfleisch, die zwar bei jungen fruchtkörpern mal fehlen können, aber nicht so konsequent wie hier. X. cisalpinus kann auch mal hier und da rötliche Stellen im Stielschnitt haben, X. pruinatus nicht, aber da wäre das Fleisch insgesamt noch leuchtender gelb (was aber nicht immer gut auf Fotos abzubilden ist).



    LG, Pablo.

  • Hallo, das wäre eine neue Art für die Region, die nächsten Funde irgendwo in Westpolen. Dass man neue Pilze für die Region findet bei Kleinzeug, oder was sonst gerade nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt, ja klar.


    Aber bei den großen essbaren Röhrenpilzen, zumal bei Arten, die auch schon länger beschrieben sind.

    Zumal ja hier auch nicht nur auf Mikroskop sondern auf Elmi verwiesen wird. Da ich aber gerade kein Elmi parat habe, um die Sporenmuster darzustellen ...


    Ist das denn normal, dass die Blaufärbung wieder verschwindet?


    ratlose Grüße,

    Bernd

  • Hallo, Bernd!


    Ja, die Blaufärbung verschwindet eigentlich bei allen Röhrlingen, wo das auf Pulvinsäure (war doch die, oder?) beruht, nach einiger Zeit.
    Wenn du einen aufgeschnittenen Flocki liegen lässt, ist der nach einer Weile auch nicht mehr blau.

    Die Sporenstreifung kann man bei X. cisalpinus mit gaaaaaanz viel Glück bei vollreifen Fruchtkörpern schon mal erahnen. Auf Bild bringen lässt sich das aber nicht wirklich:


    Wobei das in Melzer noch besser gehen sollte als in BWB - das weiß ich aber auch erst seit diesem Jahr und hab's noch nicht ausprobiert.

    Xerocomellus pruinatus hat auch gestreifte Sporen - auch da ist das im LM nicht wirklich erkennbar.


    Die makroskopischen Details reichen aber normalerweise aus, um die jeweils richtig einzuordnen. Jedenfalls reicht es dann, wenn man so aussagekräftige Kollektionen findet, wie die von dir. :thumbup:



    LG; pablo.

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