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letzter Beitrag von mollisia am

Gnubbel im Kartoffelkeller

  • Hallo allerseits,

    es handelt sich nicht um Kartoffeln :D

    Die Dinger (1,5 bis 2,5 cm groß) hängen an der Wand und scheinen einen ähnlich gefärbten Rasen ringsherum zu haben. Mein erster Gedanke war ein Schleimi, aber dazu passt der Schnitt wohl nicht.

    vermutlich selbiges nur in alt

    Der Kartoffelkeller ist ein freistehender Keller, ausgegraben, Wände gemauert, Decke betoniert, Erde wieder drauf (ca. 1 m), aus den 1960er Jahren. Gleich daneben Birke und diverse Obstbäume, falls es irgendwas mit Mykorrhiza zu tun haben sollte.


    Wohnen tun hier sonst regelmäßig und zahlreich einige Schmetterlinge, darunter der Höhlenfalter (Triphosa dubitata) und es überwintern mindestens 2 Arten Fledermäuse.

    LG, Bernd

  • Hi, nach etwas Suche habe ich doch was passendes gefunden. Melanogaster variegatus / broomeanum. Eine Diss. von 2009 (auf Litauisch) über die unterirdische Pilze nennt M. variegatus als in der frühen Literatur benannt, zu der aber kein Beleg vorhanden ist. Wäre also entwerde neu oder selten.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,


    Melanogaster ja, aber welche Art muss mikroskopiert werden.

    Selten? Naja, unter den Hypogäen eine der häufigsten Arten würde ich sagen, wobei nicht alle Melanogaster-Arten gleich häufig sind. M. broomeanus ist aber sicherlich nirgendwo wirklich selten.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas, ich bezog mich bei "selten" auch nur auf den Kenntnisstand und die Verbreitung in Litauen. Für M. variegatus (wohl s.l., ohne Beleg) gibt es 2 Fundberichte und für M. ambiguus (1 Beleg) 2 Funde.

    Danke für die Gattungsbestätigung.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd und alle die es interessiert,


    habe den Fund untersucht. Mit den länglichen Sporen von (6,4)7,5-8,8(9) x (4)4,2-4,5(4,7) µm ist es dann tatsächlich die vermutete Art Melanogaster broomeanus:


    Viele Grüße,

    Matthias

    Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.

  • Hallo, und ich kann dann noch einige Fotos von heute, 3 Wochen später ergänzen. Der Pilz aus Bild 1 des Eingangsposts war der Belegpilz. Die beiden Pilze aus Bild 2 sehen heute so aus:

    Daneben einige ältere verschimmelte oder vertrocknete und frische Exemplare. Sieht aus, als wächst der aus Wattebällchen.

    LG, Bernd

  • Hi.


    Da kannst du ja direkt den nächsten Beleg verschicken. Sehr praktisch.


    Danke fürs Zeigen. Mir ist noch gar keine Melanogaster über den Weg gelaufen bisher.


    LG,

    Schupfi

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hi Schupfi,

    Wenn Du magst, gern. Die wachsen offensichtlich nach. Aber nicht soviel, dass es für eine Mahlzeit reichen würde - das Zeug soll ja, geschält, essbar sein. Ich hatte gekostet, roh, war nichts beeindruckendes, aber auch nicht unangenehm.

    Die Bilder die man so sieht, sind irgendwo im Wald. Dass das Zeug in Kellern wächst, dürfte schon ein Novum sein.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    wir haben Melanogaster broomeanus schon mal spaßeshalber verkostet,

    aaaber--> Konsistenz ist schon leicht eklig (Name Schleimtrüffel sagts schon) g:D , Geschmack --> na ja :gkopfkratz:

    Konsequenz: muß man sich nicht antun! :gfiesgrins:

    Man muß ja nicht alles essen, was nicht giftig ist!


    LG Ulla

  • Hallo Ulla, also ich fand den in der Konsistenz eher ziemlich unschleimig, wie Krokant fast, nicht ganz so knusprig aber deutlich gekörnt mit zwei verschiedenen "Härtegraden". Hängt sicher vom Reifezustand ab. Und dass der komische Wuchsort zu anderen Eigenschaften führen kann, würde mich nicht wundern.


    LG, Bernd

  • Hallo,


    da Melanogaster sehr nahe mit Paxillus verwandt ist, würde ich nicht zu ausführlicheren kulinarischen Experimenten raten.


    beste Grüße,

    Andreas

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