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letzter Beitrag von Beorn am

Weicher Porling

  • Liebe Pilzfreunde,


    eine Frage zu diesem Porling. Blass ockerorangeweißlich, Oberseite zottig und sehr weich und saftig. Ich hätte zunächst gesagt Climacocystis borealis, aber Mittelhessen ist zwar bergig, aber nicht gebirgig, und vor allem ist das Laubholz (Buche?), woran sie wachsen. Darf er anscheinend manchmal, aber mich macht das schon stutzig.

    Meine Alternatividee war Tyromyces kmetii, aber dafür sind sie mir zu zottelig und zu wenig orange.


    KOH negativ (nach langer Zeit nachdunkelnd, aber auf keinen Fall eine deutliche, schnelle Reaktion) und im Schnitt nicht orange, wie es T. k. sein sollte (?). Eine Duplex-Trama könnte ich mir einbilden, aber sicher bin ich nicht, ich weiß auch nicht, wie das aussehen muss.


    Die Sporen passen zu beiden, die unterscheiden sich ja nicht großartig. Sie sind sehr klein, kaum messbar. So um die 4 µm lang. Dickwandig spitze Zystiden habe ich bisher noch nicht gefunden, man muss aber dazu sagen, dass ich ihn trocknen gelassen habe und an zerquetschtem, aufgeweichtem Material gesucht habe, von dem ich nur vermute, dass es Hymenium ist (muss es Hymenium sein?). Kann also gut sein, dass ich sie bisher übersehen habe. Vielleicht wäre Anfärben in Kongorot auch keine so schlechte Option.


    Für Hinweise bin ich dankbar.

    Viele Grüße, Emil


  • Morgen!


    Das sollte schon Tyromyces kmetii sein. Junge Fruchtkörper sind gerne mal so blass, und behaart sind die eigentlich immer. Die orangenen Farben sind aber ja schon angelegt, das wird mit der Zeit noch intensiver werden, wenn man die Fruchtkörper wachsen lässt. Wieso Trama und / oder Kontext im Schnittbild orange sein sollten, begreife ich nicht. Beides ist zumindest bei frischen, vitalen Fruchtkörpern weißlich. Die KOH - Reaktion ist nicht wirklich konstant, meistens aber ein +/- blasses rosarot, manchmal auch mit gelb gemischt.

    Hier ein paar Bildchen dazu:







    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo und Beli,


    ich war heute nochmal da und habe mir die Kollektion angeschaut. 11 Tage später sahen die Fruchtkörper quasi genauso aus, wenn, dann waren sie noch etwas blasser. Heute waren sie nicht ganz so durchgeweicht wie das letzte Mal, trotzdem sehr feucht. Die Porenform ist recht rundlich.


    Diesmal hat auch die KOH-Reaktion geklappt. Ich glaube, das Problem war einmal der sehr nasse Fruchtkörper beim letzten Mal, außerdem, dass ich das KOH auf die Trama aufgetragen habe. Die Reaktion ist auf dem Hut deutlich stärker als auf der Trama.


    KOH 3% (links) und 20% (rechts).


    Das mit der orangen Trama habe ich von Aphyllopower: „ Schneidet man die Hüte durch, erkennt man, dass der gesamte Tramabereich unter der Cutis stark orange durchgefärbt ist (s.Bild).


    Danke für eure Anregungen. Ich werde den Fund dann als T. kmetii ablegen.

    Viele Grüße,
    Emil

  • Hallo, Emil!


    Gemeint dürfte da tatsächlich der Tramabereich unter der Cutis sein, "gesamt" wird bedeuten, daß das durch den gesamten Fruchtkörper erkennbar ist, also nicht stellenweise fehlend. Ist vermutlich auch variabel, aber das entscheidende ist schon "unter der cutis", also der Rest vom Kontext zu den Röhren hin ist weißlich und nur in der obersten Schicht gefärbt.



    LG; Pablo.

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