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letzter Beitrag von Karl W am

Überraschung bei Agrocybe praecox

  • Liebe Pilzfreunde

    Seit mir bewusst geworden ist, dass es sich bei A. praecox um ein Aggregat handelt, habe ich endlich mal wieder welche gefunden. Christoph Tricholomopsis hat das Thema mal hier angesprochen. Agrocybe praecox agg.: Agrocybe cf. gibberosa

    Nun zu meinen Funden vom 23.05.21

    Agrocybe praecox s. l. auf Rindenmulch




    Die Sporen entsprechen dem einzigen Fund (ebenfalls von Rindenmulch), den ich vor Jahren mal mikroskopiert habe.




    Der zweite Fund stand in hohem Gras am Waldrand (augenscheinlich ohne Verbindung zu Holzlstückchen) und musste für ein Foto umgesetzt werden.

    auffallend war die deutliche Stielknolle (nicht bei allen Exemplaren festgestellt)

    Die Sporen unterscheiden sich von der Kollektion an Rindenmulch erheblich und ich habe zweimal alles überprüft um einen Irrtum auszuschließen




    Bei den Zystiden konnte ich bisher keinen greifbaren Unterschied ausmachen, da sie recht variabel sind,
    aber Sporenmittel 8,8 x 5,6 gegenüber 11,1 x 6,5 finde ich hammermäßig.

    Hat jemand schon ähnliche Beobachtungen gemacht?

    LG Karl

  • Hi.


    Hier steht momentan alles voll mit den schlanken, wiesenbewohnenden Versionen, die nicht so sehr rissig werden. Holzhäcksel spielen da keine Rolle. Diese typischen, dicken Rindenmulchdinger habe ich dagegen noch nicht gesehen. Mikroskopiert habe ich aber keine bisher, weil ich mal gelesen hatte, dass die Abgrenzung so schwierig sein soll in dem Aggregat.


    Lg.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo Karl,


    erst jetzt ist mir Dank deines Threads aufgefallen, dass es sich bei Agrocybe praecox, um ein Aggregat handelt.

    Leider habe ich noch nie eine Agrocybe bearbeitet, aber am Wochenende werde ich danach Ausschau halten.

    Auf jeden Fall spannend die Agrocybe praecox agg. :thumbup:


    VG : Thorben

  • Hallo Karl


    Ich habe letztes Jahr eine schäbige Kollektion aus einem knistertrockenen montanen Fichtenwald untersucht.

    Das war Anfang Juli, aber auf ca. 1800 m.ü.M. nicht ungewöhnlich.

    Normalerweise hätte ich die gar nicht mitgenommen, aber es gab sonst kaum etwas.

    A. praecox sehe ich in meiner Gegend sonst nicht oft, werde aber in Zukunft auch darauf achten.




    Ich habe nicht sonderlich viele Sporen gemessen, aber sie scheinen mit 8-10x5-5.5 µm zwischen deinen Kollektionen zu liegen.


    Gruss Raphael

  • Tja da kann ich auch noch was beisteuern. Alle von den letzten 2 Wochen:


    Ackerling Nr 1: einzeln am Wegrand im Gras


    Sporen: in Wasser: 10 × 6.1 µm ; Qe = 1.6; N = 31

    (9.1) 9.4 - 10.6 (10.8) × (5.6) 5.7 - 6.6 (6.9) µm; Q = (1.5) 1.54 - 1.76 (1.8)


    Ackerling 2 im Park auf Wiese aber umgeben von Bäumen


    Sporen in Wasser: 9.2 × 5.7 µm ; Qe = 1.6; N = 20

    (8.4) 8.9 - 9.5 ( 9.6) × (4.9) 5.4 - 5.9 (6.2) µm; Q = (1.5) 1.55 - 1.7 (1.8)


    Ackerling 3 in reiner gemähter Wiesenfläche:


    Sporen in Wasser: 9.8 × 5.5 µm ; Qe = 1.8; N = 20

    (9.3) 9.4 - 10.1 (10.6) × (5.1) 5.3 - 5.7 (6.1) µm; Q = (1.6) 1.70 - 1.8 (2.0)




    Und noch mal zusammen:

    1. Ackerling: 10.0 × 6.1 µm ; Qe = 1.6; N = 31

    2. Ackerling. : 9.2 × 5.7 µm ; Qe = 1.6; N = 20

    3. Ackerling. : 9.8 × 5.5 µm ; Qe = 1.8; N = 20


    1. Ackerling: (9.1) 9.4 - 10.6 (10.8) × (5.6) 5.7 - 6.6 (6.9) µm; Q = (1.5) 1.54 - 1.76 (1.8)

    2. Ackerling: (8.4) 8.9 -. 9.5 (9.6) × (4.9) 5.4 - 5.9 (6.2) µm; Q = (1.5) 1.55 - 1.70 (1.8)

    3. Ackerling: (9.3) 9.4 - 10.1 (10.6) × (5.1) 5.3 - 5.7 (6.1) µm; Q = (1.6) 1.70 - 1.80 (2.0)


    Gruß Nosozia

  • Hallo Karl


    Ich habe brav Ausschau gehalten und wurde heute fündig. Hier eine alpine Kollektion, ca. 2300 m.ü.M.

    Auf sandig-kiesigem Boden in der Nähe einer Dryas-Wiese.

    Sporen 9-10 x 5.5-6 µm. Cheilos teils keulig, teils mit gestrecktem Apex.

    Makroskopisch passt das gut zu der zweiten Kollektion aus deinem ersten Beitrag.







    Gruss Raphael

  • Hallo zusammen,

    der erhoffte Zusammenhang von knolliger Stielbasis und einer durchschnittlichen Sporengröße bis 11 mµ hat sich nicht bestätigt. Ich habe zwischenzeitlich eine weitere Kollektion, die eine deutlich knollige Stielbasis hatte und nicht auf Rindenmulch wuchs untersucht. Sporenmaße im Schnitt 9,4 x 5,6.
    Weiterhin hatte ich eine Kollektion, bei der einige Frk. zylindrische Stiele hatten andere wiederum eine Knolle. Wäre ja auch zu toll gewesen einen relativ einfachen Zusammenhang zu finden.

    LG Karl

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