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letzter Beitrag von Werner Edelmann am

"Nectria" samt Anamorphe auf Diatrypella favacea

  • Servus beinand',

    ich machte den Fehler letzten Samstag im Rahmen einer Kartierungsexkursion der MAMU des VfP München eine "Nectria" an Diatrypella favacea mitzunehmen, weil sich auf dem Stroma der Diatrypella auch diese schönen orangefarbenen Teile befanden.



    Nach gängiger Literatur, wie z.B. Ellis & Ellis kommt bei N. magnusiana raus, wo auch eine Anamorphe, als "Dendrodochium" ausgebildet erwähnt wird.

    Die Mikroskopie ergab aber dann Ascosporen, die mit 13-15 x (5,5) 6 - 8 (9) µm zu groß, vor allem zu weit sind.



    Außerdem sind für die Anamorphe, wie auch im Abgleich mit Booth, nur Mikrokonidien mit 4,5-6 x 1,5-2 µm erwähnt.

    Bei dieser Anamorphe stellte ich aber neben den mit 6-8 x 1,5-2 µm zu großen Mikrokonidien auch Makrokonidien fest.

    Die 2-3fach septierten Makrokonidien hatten ca. 45-65 x 3-4 µm.



    Hier noch die Bilder der Zellen, an denen die Konidien abgegeben werden.



    Bei meiner Recherche im Netz hab ich mitgekriegt, dass erst 2019 eine Dialonectria diatrypellicola neu beschrieben wurde, bei der die Ascosporenmaße ziemlich gut passen würden. Leider keinerlei Angaben über die Anamorphe, außer daß sie zum Fusariumtyp gehört und wohl nur aus Kultur bekannt ist.

    Die Art wurde in diesem Artikel beschrieben, der mir leider nicht zugänglich ist.

    Lechat, C; Fournier, J; Gardiennet, A. 2019. Three new species of Dialonectria (Nectriaceae) from France. Ascomycete.org. 11(1):5-11

    Was meinen die Nectrialeskenner?

    Kann es sich um Dialonectria diatrypellicola handeln?


    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hi Werner,


    ich kenne die Fusarien etwas; zumindest weiß ich genug, dass ich mir keine Artbestimmung zutraue. ==21 Auf jeden Fall ein feiner, interessanter Fund. Waren die Makrokonidien septiert? Wenn nein, dann ist das auch kein "echtes" Fusarium, aber das nur am Rande. Eine ehemalige Arbeitskollegin war noch eine der wenigen Menschen in Deutschland, welche Fusarien morphologisch bestimmen konnten. Ich hab für mich eine Liste erstellt, auf der ich die Pilzgruppen, mit denen ich mich nicht befassen möchte, verewigt habe. Die Hypocreales stehen da sehr weit oben. ==Gnolm7==Gnolm10


    Hast du mal mit Herrn Jaklitsch Kontakt aufgenommen? Ansonsten kann ich mal meinen Freund "Toffel" anschreiben. Vielleicht hat er die entsprechende Arbeit. Er hat sich in letzter Zeit intensiver mit Nectria s.l. beschäftigt.


    Danke auf jeden Fall für den Beitrag. Übrigens als Fehler würde ich das nicht bezeichnen, dass du das mitgenommen hast. So was bildet immer ungemein, wie ich finde. ==Gnolm10


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • GriasDi Stefan,

    danke für Deine Antwort.

    Die Makrokonidien sind 2-3fach septiert, ja. Hab ich Beitrag schon geschrieben gehabt.

    Das ist vollkommen neues Terrain für mich. Ohne die Nff hätt ich den Fund gar nicht mitgenommen.

    Ich hab den Artikel mittlerweile bekommen.

    Die Ascosporen von D. diatrypellicola sollen noch größer sein, als die von mir gemessenen. (14-18 x 8-10 mü.)

    Evtl sind die von mir gemessenen aber auch noch nicht ganz reif. Sporen mit 15 x9 mü waren aber schon dabei.

    Die Makrokonidien aus Kultur sollen nur 1fach septiert und etwas kleiner sein (35) 40 - 52 (56).

    Wie gesagt...ich bin von N. magnusiana mit dem zugehörigen Fusarium epistromum ausgegangen, die ich einfach nur mikroskopisch bestätigen wollte. Die kann's aber sicher ned sein.

    An Herrn Jaklitsch hab ich mich natürlich nicht gewandt. Ich kenn den ja ned. Der hätte viel zu tun, wenn da jeder mit seinen Nectrien ankommen würde.

    Asco France wär noch eine Möglichkeit, aber französisch...

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hallo Werner du musst bei ascofrance nicht französisch schreiben da gibt es alle möglichen sprachen manche schreiben auch auf Deutsch am meisten wird aber Englisch und Französisch geschrieben sowie auch manchmal Spanisch


    Lg,Eike

  • Hallo Werner,

    Asco France wär noch eine Möglichkeit, aber französisch...

    Ich kann dir ascofrance nur empfehlen und wegen der Sprache, da kann ich mich Eike nur anschließen und sagen die sind dort flexibel.

    Das sieht man schon daran, dass man beim Beitrag schreiben auf Ascofrance, auch einen eingebauten Übersetzer benutzen kann.

    Mein Englisch ist nicht das beste, weshalb ich auch gerne deepl als Übersetzer benutze und bisher hat sich noch keiner beschwert, ganz im Gegenteil dort ist man froh, wenn interessante Pilze gezeigt werden.

    Lechat schaut da ja manchmal rein.

    Lechat, C; Fournier, J; Gardiennet, A. 2019. Three new species of Dialonectria (Nectriaceae) from France. Ascomycete.org. 11(1):5-11


    Jeder von deinen 3 genannten Personen ist auf Ascofrance vertreten und ich bin mir ziemlich sicher, dass mindestens einer von den genannten Personen dir Antworten wird ;)

    Ich bin schon gespannt, was die Experten zu deinen Fund sagen :)


    VG : Thorben

  • Hallo,

    Ansonsten kann ich mal meinen Freund "Toffel" anschreiben. Vielleicht hat er die entsprechende Arbeit. Er hat sich in letzter Zeit intensiver mit Nectria s.l. beschäftigt.

    ich habe die Arbeit leider nicht, ich kannte sie nicht mal. ;) Im Internet scheint sie nirgends abrufbar zu sein. Kannst du mir sie schicken, Werner?


    Beschreibungen der Art sind aber auch im Internet zu finden:

    All Fungi | Fungi and Lichens of Great Britain and Ireland

    Demnach sind deine Sporen in der Tat zu klein für D. diatrypellicola. Außerdem werden keine Mikrokonidien beschrieben.

    Ich glaube, bei den Sporen der Nectriaceae sollte man insbesondere die ältere Literatur nicht so ernst nehmen. Interessant ist auch, dass hier bei D. diatrypicola steht, dass die Funde auf Diatrype stigma meist D. episphaeria s. str. zuzuordnen sind. Dort gibt es aber zahlreiche Nachweise, bei denen die Ascosporen zu groß und warzig sind. Vielleicht ist die Variationsbreite bei N. magnusiana ja vielleicht auch größer als bisher angenommen. Daher würde ich deinen Funde auch erst mal unter N. magnusiana ablegen.

    Bei Ascofrance hast du es noch nicht versucht, oder?


    Viele Grüße

    Steffen

  • GriasDi Steffen,

    besten Dank für Deine Antwort.

    Bei AscoFrance hab ich's noch nicht versucht, weil ich erst noch versuchen will reifere Sporen zu finden. Immerhin war ja doch die ein oder andere dabei, die 9mü breit war, wie z.B. die oberste im mittleren Ascus auf dem ersten Mikrobild.

    N. magnusiana glaub ich auch deshalb nicht, weil nach Nectria 1959 Booth.pdf die zugehörige Anamorphe nur Mikrokonidien, und keine Macrokonidien bilden soll.

    Auch die Varianz der Macrokonidien mit deren Septierung möchte ich mir noch genauer anschaun bevor ich's im AscoFrance einstelle.

    An liabn Gruaß,

    Werner

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