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letzter Beitrag von BurningBrain am

Schmetterlingstramete / Ockerfarbene Tramete

  • Guten Abend,


    ich habe mich mal ein wenig mit den Baumpilzen beschäftigt

    und konnte diese Exemplare am selben Baum finden (Photo des Stammes wird nachgeliefert).

    Dies waren einmal die helleren Pilze und die dunkleren.

    Bilder sind durcheinander aufgenommen: kleiner heller Haufen und großer dunkler Haufen.

    Ich vermute auf Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) und Ockerfarbene Tramete (Trametes ochracea).

    Diese sollen generell schwer zu unterscheiden sein, enthalten jedoch beide die heilenden Substanzen. Jedoch konnte ich keinen schwarzen Strich am Hut erkennen (siehe Schnitt),

    der in den anderen Bestimmungsthreads vorhanden war.


    Da alle Trameten ungiftig sind, trinke ich im schlimmsten Fall einfach nur bitteren Tee,

    jedoch würde ich die heilenden Effekte gerne dazu haben :D.

    Edit: Nach ausführlichem Test ist der Tee keinesfalls bitter!


    Desweiteren interessiert mich, ob jemand Erfahrung mit dem Mischen des Pilztees mit anderen

    Teesorten (Schwarztee/Grüntee) oder Kaffee hat, denn die sind sowieso schon bitter und könnten

    den Tee extrem aufwerten :D.

    Ich habe über die Boardsuche bereits erfahren, dass Milch wohl keine gute Kombination ist.


    Vielen Dank,

    Benno Latermann

  • Halllo Benno,


    dss sind, soweit ich das sehe, schon alles Schmetterlingstrameten. Auf dem ersten Bild sind Grüntöne auf den Hüten zu sehen. Das sieht nach Algen aus, die würde ich persönlich aussortieren.

    Die dunkle Cortexschicht kann bei T. versicolor auch fehlen.


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo RudiS,

    das weiß ich nicht. Aber Christoph Hahn schrieb in einem früheren Beitrag in etwa Folgendes: Die schwarze Linie fehlt auch trockenen Fruchtkörpern ( AV: bei

    T.ochracea).

    Viele Grüße

    Thomas

  • Hi,


    die dunklen Zonierungslinien im Startbeitrag deuten eindeutig auf Tr. versicolor, denn bei Tr. ochracea fehlen diese immer! Allerdings können Schmetterlinge auch so hell daherkommen; die dunklen Zonen sind nur ein Ausschlusskriterium für Tr. ochracea, fehlen die, hast du nicht automatisch Tr. ochracea in der Hand.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo zusammen,

    mir fällt gerade ein, Christoph schrieb – wenn ich mich diesbezüglich richtig erinnere – auch noch, dass T.ochracea eine dunkelbraune Linie haben kann. Vielleicht wollte er damit andeuten, dass es unter Umständen vorkommen kann, dass jemand diese dunkelbraune Linie für die schwarze von T.versicolor hält? Wissen tue ich dies aber nicht. Jedenfalls könnte man darauf mal sein Augenmerk richten.

    Viele Grüße

    Thomas

  • MoinMoin!


    Die vielzitierte, ominöse dunkle Schicht zwischen Tomentum (Hutfilz) und Kontext (Hutfleisch) kann bei folgenden drei Arten auftreten:
    Trametes versicolor

    Trametes ochracea

    Trametes hirsuta

    - sowie bei ein paar anderen Arten aus anderen Gattungen.


    Bei den drei Trametes - Arten ist sie oft nicht konstant, d.h. nicht in allen Teilen eines Fruchtkörpers ausgeprägt. Bei allen drei Arten kann sie in einzelnen Fruchtkörpern auch ganz unauffindbar sein, vor allem bei sehr jungen, blassen Fruchtkörpern.

    Bei Trametes versicolor und Trametes ochracea ist die Farbe dieser "Cortexschicht" +/- analog zur Farbe des Hutfilzes (ein wenig dunkler meist, weil Hyphen dichter). Weil das Farbspektrum von Trametes versicolor ein wenig anders ist als das von Trametes ochracea, ist auch das Farbspektrum der Schicht anders. Allerdings schließt das Farbspektrum das von ochracea größtenteils mit ein. Nur kann versicolor halt eine ganze Palette von Farbtönen, die ochracea offenbar nicht annehmen kann. Also gilt für Hutfilz wie für Trennschicht: Irgendwelche blaugrauen, grauschwarzen, schwarzbraunen ode ganz schwarzen Farben sind immer = rametes versicolor, nie Trametes ochracea - während ockerliche, gelbockerliche, orangebraune oder satt braune Farben beide Arten haben können.



    LG; Pablo.

  • Hallo :),

    Vielen Dank für die Ausführungen mit der schwarzen Cortexschicht.

    Hier der beiden Stämme (Bild 1 + 2, Bild 3 - 5) der Stämme - leider etwas verschwommen.

    Ich werde in Kürze einen neuen Thread aufmachen bezüglich der Getränkemischbarkeit (Kaffee / Grüner Tee), falls dies jemanden interessiert.

    Bis bald,

    Benno

  • Hallo Benno,

    Kaffee, Grünen Tee mischen interessiert mich. Hatte schon mal Kaffee und schwarzen Tee gemischt, war grausam. Vielleicht ist aber die Mischung mit grünem Tee besser, oder du hast bessere Mischungsverhältnisse oder Rezepte.

    Viele Grüße

    Thomas

  • Bergwald: Es geht dann nicht um das Mischen von Tee mit Kaffee, sondern das Mischen von Trametensee sowohl mit Tee, als auch mit Kaffee, oder eventuell anderen Getränken.

    Ich denke darauf will Thomas auch hinaus. :) Wenn nicht, dann würde ich mich zumindest über ein paar Rezepte freuen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Stefan und Benno,

    die Überlegung von Stefan liegt nahe, aber ich hatte es echt missverstanden🤔. Ich dachte, dass Benno tatsächlich Tee und Kaffee mischen wollte. Mir kam es zwar auch schon etwas seltsam vor, vor allem aufgrund seines vorhergehenden Beitrags mit dem Schmetterlingstrameten und dass es sich eben um ein Pilzforum handelt. Aber warum eigentlich nicht🤗? Mit Rezepten, egal in welcher Richtung kann ich aber leider gar nicht dienen, würde mich aber auch darüber freuen, eventuell tatsächlich über Kaffee Tee Mischungen und/oder Erfahrungen damit.

    Viele Grüße

    Thomas

  • Hallo Benno,

    jetzt möchte ich hier auch gern mal meinen Senf dazugeben, also nicht zum Kaffee/Tee Problem, das wär ja auch irgendwie eklig,oder? (wobei ich mich eigentlich grad frage, WARUM ihr überhaupt die Beiden mischen wollt :/)

    Beschäftige mich nämlich grad mit dem selben Problem der Unterscheidung zwischen T.versicolor u ochracea...

    Auch ich habe 2 verschiedene Formen gefunden, so wie Du. Die Eine bestimme ich sicher als versicolor, die Andere hat wie bei Dir null dunkle Töne...

    Nun frage ich mich, was unterscheidet die überhaupt? Also ertsmal makroskopisch, und dann mikroskopisch?Zu den Makromerkmalen ist in H.Dörfelt "Die pileaten Porlinge Mitteleurops" zu lesen: versic. + ochr. Härchen weniger als 1mm Länge, vers. mit Zonen aus abstehenden u Zonen anliegender, seidenhaariger Härchen, ochr. OHNE seidenhaarige Zone (wie unterscheide ich das optisch überhaupt?) Härchen verfilzt, dadurch flockig erscheinend....

    Außerdem wird erwähnt, dass die bei T.ochracea die Dicke vom Rand zur Anwachszone wächst, wobei sie bei versicolor gleichbleibend ist.

    :/ kann man das bei jüngeren FK schon gut sehen?

    ach ja, eine bräunliche Linie zw. Trama u Tormentum wird bei ochr. auch beschrieben.

    Bei den Mikromerkmalen hab ich nur gefunden, dass die Skellethyphen bei ochr. etwas größer (3-8 µm) sind. und dass versicolor fusoide Cystidiolen hat (wird bei ochr. nicht erwähnt)

    Leider weiß ich mit dem Begriff nix anzufangen, vielleicht klärt einer der Profis mich auf? Pablo?

    Ich würd die Beiden auch mal unters Mikro legen, falls das was bringen würde?

    Fang aber grad erst an, also erwartet keine Superbilder 8o


    So, genug Senf dazu,

    LG Sandra

  • Hallo, Sandra!


    In "Poroid Fungi of Europe" (was so das maßgebliche Werk derzeit für Porlinge ist) wird noch - wie in etlichen anderen veröffentlichungen auch - auf die Sporengrößen hingewiesen. Nach meinen eigenen (mikroskopischen) Erfahrungen mit den beiden, kann ich weder bei den Hyphen noch bei den Sporengrößen wirklich konstante Unterschiede feststellen. Wobei das mit den Sporen auch schwierig ist, weil man oft auch sterile Kollektionen bzw. Fruchtkörper außerhalb ihrer aktiven Sporenproduktion findet - also keinen vernünftigen Abwurf von reifen Fruchtkörpern erstellen kann. Notreifeabwürfe sind dann ebenso ungünstig und nicht vergleichbar, wie Sporen von überalterten fruchtkörpern aus Gewebepräparaten. Die Breite der Skeletthyphen habe ich bisher nicht wirklich ausführlich beobachtet - das könnte man mal noch vertiefen. Fusoide Zystidiolen kann es wohl bei allen Arten der Gattung geben - oder auch nicht. Das ist wahrscheinlich kein zielführendes Merkmal.

    Dennoch kann man typische Kollektionen von beiden Arten eigentlich makroskopisch schon sehr gut einordnen. Da spielt die Hutbehaarung auch eine Rolle (ist schon tendenziell unterschiedlich bei beiden, gleicht sich aber bei älteren fruchtkörpern an), ebenso wie das Farbspektrum (wobei das Farbspektrum von versicolor das von ochracea nahezu komplett mit einschließt) und die Wuchsform (Fruchtkörper von ochracea tendenziell fetter, mit dicker, oft knubbeliger Ansatzstelle); auch wichtig finde ich die Struktur der Zonierung: Bei versicolor oft mit scharfen, durchgehenden und dabei recht dünnen Linien, bei ochracea nicht so scharf, oftverschwommene oder gesprenkelt durchbrochene Zonierungslinien).

    Da spielt nachher auch dieser ominöse, durch Erfahrung trainierte "Gesamteindruck" eine Rolle.

    Nur gibt es halt auch immer wieder mal Kollektionen, die sich so gar nicht schlüssig einer der beiden Arten zuordnen lassen. Was halt daran liegt, daß jedes einzelne merkmal schon variabel ist, und es da bei den beiden Arten auch recht große Überschneidungen gibt. Und dann hilft unter Umstönden auch das Gesamtbild nichts mehr.
    Solche diffusen Kollektionen müsste man eigentlich noch gezielter beobachten, also jeweils ausführlich dokumentieren, herbarisieren und auch sequenzieren.



    LG, Pablo.

  • hilmgridd: Es geht weiterhin um das Mischen von Trametentee mit anderen Teesorten oder Kaffee....

    Zu deinem Erkennungsdilemma: Wie bei meinen Bildern oben zu sehen kann der Pilz auch beinahe farblos sein :(. Ich konnte bisher keinen Anhaltspunkt finden der bei solchen Exemplaren eindeutig ist.

    Da die Art Trametes ochracea jedoch die selben Inhaltsstoffe nur in geringerem Maße enthält wäre es kein großer Schaden, falls mal eine dabei ist. Ich jedoch habe beschlossen ausschließlich die jungen und dunkler Exemplare zu sammeln, es waren einfach genug da :D.


    Mein erster Versuch mit dem Tee war im Übrigen überraschend positiv.

    Wollte erst einmal probieren, wie das überhaupt schmeckt und habe einen Tee nur aus Pilzstreifen gekocht (kann für mehrer Tassen verwendet werden). Der Geschmak ist wie beschrieben ein wenig nussig, jedoch weit weniger "rindig" und pilzig als erwartet. Auch wird der Geruch/Geschmack nur sehr wenig wieder ausgeschwitzt im Gegensatz zu anderen Pilzen (vor allem bei Arbeitsstress kann dies sehr unangenehm sein).


    Daher erübrigt sich die Frage nach der (notwendigen) Mischung mit geschmacksverbessernden Zusätzen, da der Sud wirklich nicht allzu penetrant schmeckt und riecht.

    Da jedoch Rindenpilzgeschmack (die derbe Holzigkeit ist einfach nicht von der Hand zu weisen) nicht jedermanns Sache ist, kann ein solcher Teebeutel einfach zum normalen Tee dazugegeben werden,

    denn hauptsächlich soll es an dieser Stelle um die gesunden und heilsamen Inhaltstoffe gehen.


    Für mich kann daher der Thread geschlossen werden, außer ihr habt noch Fragen zur Zubereitung (Ich lasse Tee z.B. grundsätzlich ewig ziehen, 30-60Min - also bis der Tee trinkbar ist und ich mir nicht die Finger beim Herausholen der Beutel oder die Zunge beim Probieren verbrenne :D).

  • Danke Pablo für Deine tolle ausführliche Beschreibung ! Wird notiert. Ich muß wohl noch am Erfahrungs Auge arbeiten 😉, werde aber meine Funde nochmal genau unter die Lupe nehmen!


    Brain:

    Das klingt gut.Schön,dass Du mit dem Geschmack auch so zufrieden bist.

    Lange Ziehzeit heißt ja nicht immer gleich, dass nur gute Bestandteile ausgelöst werden. Viele Tees sollte man ja nicht zu lang ziehen lassen. Aber das hat wohl beim Trametentee noch niemand so richtig geprüft.

    :kaffee: aber ich will ja nicht unken :)

  • hilmgridd Die Ziehzeit bei Tees wirkt sich wohl ausschließlich auf den gewünschten Geschmack aus, vor allem bei Bitterstoffen (besonders bei Schwarz-/Grün-Tee und Kaffee führt dies zu abendfüllenden Debatten). Ich habe noch nie von etwaigen Vergiftungsfällen durch zu lange Ziehzeit gehört und bezweifle, dass dies bei "normalen"/käuflichen Tees überhaupt in Frage kommt. Auch bei diesem speziellen Trametentee halte ich dies aufgrund der umfangreichen Erforschung der (finanziell vielversprechenden) Heilwirkung für beinahe ausgeschlossen.


    Jedoch geht es hier nur sekundär um den Geschmack und primär um die enthaltenen Inhaltsstoffe, die ich dann doch gerne vollständig auslösen möchte, wenn ich schon Pilztee statt Pfefferminztee trinke.

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