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letzter Beitrag von Beorn am

NSG Oembergmoor 05.01.2020 Teil 1

  • Hallo zusammen,


    am Sonntag war ich mal wieder auf Pilztour, diesmal ging es vor allem in das NSG Oembergmoor in Mülheim, wo sich wieder der eine oder andere Pilze zeigte:


    1. Trameters versicolor mit Schleimpilz


    2. Phlebia radiata


    3. Ein Gloeophyllum an Buche


    4. Dacrymyces stillatus. Warum sind die Sporen im Abwurf (da sollten ja die reifen Sporen sein) nicht oder kaum septiert und im normalen Präparat schon?

    Sporenabwurf, (15.6+-0.8) µm x (5.8+-0.4) µm, Q=2.7+-0.3

    Sporen im obigen Präparat

    Hier noch mal das Abwurf Präparat nach Zugabe von Kongorot und KOH


    5. Bei diesem Crepidotus lande ich mit glatten Sporen und ohne Schnallen bei C. epibryus

    Sporen (7.2+-0.5) µm x (2.8+-0.2) µm, Q=2.5+-0.3


    6. Phleogena faginea


    6. Fomitopsis pinicola


    8. Das sieht mir nach einer Sistotrema aus: Basidien 6-8-sporig mit Basalschnalle, Schnallen vorhanden, keine Zystiden, Sporen (6.1+-0.5) µm x (2.8+-0.3) µm, Q=2.2+-0.3


    9. Daedaleopsis tricolor. EDIT: Ist natürlich D. confragosa, wie Beli unten richtig angemerkt hat.


    Björn

  • Hallo, Björn!


    Nr. 8 ist >Sistotremastrum guttuliferum<, auch wenn Sporenlängen hier eher am unteren Rand des möglichen Spektrums. bei suecicum wären die noch schmaler, bei niveocremeum deutlich fetter und größer (und der ist auch makroskopisch anders).

    Bei dem Blättling stimmt irgdendwas nicht, kann das sein? Ob der Stamm möglicherweise mal gedreht wurde?



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    ich glaube dass die Phebia nicht radiata/merismoides, sondern rufa ist. Die Farben wären tyxpisch, und für Radiata fehlen mir die gratigen Wülste.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    ah, der/die/das Sistotremastrum ist ja so neu, daß das noch gar nicht in meinen Büchern drin ist. Und dann schaut man bei Pilze-Deutschland, wie es mit Funden aussieht und natürlich gibt es schon einen Fund von Hans Bender :D


    Der Stamm mit dem Blättling wurde sicher nicht gedreht. Das war ein meterdicker Buchenstamm, an dem auch noch Wurzeln mit Erde dranhingen. Es war aber so, daß es neben diesen langgestreckten Fruchtkörpern noch rundlicher gewachsene Exemplare gab, die dann eben eher auf der Oberseite des Stammes saßen als an der Seite (erkennt man ansatzweise auch noch ganz links im Bild).


    Was die Phlebia angeht, müßte Phlebia rufa nicht "verwinkelter" sein? Das ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mir Pablos Portrait anschaue. Ich hatte den Fund jetzt nicht mitgenommen und unters Mikro gelegt, aber vielleicht finde ich ihn am Wochenende noch wieder.


    Björn

  • MoinMoin!


    Ich denke nicht, daß eine Trennung von Phlebia radiata und Phlebia rufa nach Farbspektrum funktioniert. Dazu scheint mir Phlebia radiata zu variabel zu sein (wenn es denn wirklich nur eine Art ist). Die Form des Hymenophors dürfte (auch mitsamt der jeweiligen Variationsbreiten) wichtiger sein: Das hier wirkt auf den ersten Blick in der Tat grenzwertig, weil die strahligen Kämme doch etwas kurvig und teils stark unterbrochen sind. Aber sie sind bei Phlebia rufa (bzw. dem, was ich als Phlebia rufa interpretiere, siehe Link von Björn) doch deutlich breiter, viel stärker ineinander gewunden und bilden dabei schon zumindest stellenweise eine grubige, fast poroide Struktur.
    Auch habe ich bei Phlebia rufa noch nie centrifugal / strahlig auseinanderstrebende Strukturen gesehen. Das ist eher linear oder chaotisch angeordnet. Solche strahligen Wuchsweisen kenne ich in der Form wie hier eben nur von Phlebia radiata, Phlebia albida und Phlebia centrifuga (solange frisch zuwachsend bei den beiden letzten).

    Zwischen "typischen" Phlebia radiata und dem, was Björn zeigt, gibt es auch fließende Übergänge, also zB sowas:





    Die röten beim Antrocknen auch etwas anders als Phlebia rufa, sondern werden eher violett oder violettbraun.
    Ob diese komisch strukturierten, blassen (oft komplett ohne orangetöne) Winterkollektionen von Phlebia radiata vielleicht sogar was Eigenes sein könnten, das müssen Genetiker klären - wobei in der ITS wohl keine Abweichung zu finden ist, die eine Trennung auf Artebene rechtfertigen würde.


    Problem am Rande: Phlebia radiata und Phlebia rufa sind halt mikroskopisch nahezu identisch. Am ehesten erkennt man noch einen Unterschied bei Zystiden, die bei Phlebia rufa nach meinen Beobachtungen tendenziell fetter, breiter, insgesamt größer und oft auch zahlreicher sind.



    LG; Pablo.

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