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letzter Beitrag von Digitalpilz am

Anfänger-Pilzzucht die Zweite

  • - vielleicht enthält Kaffeesatz bestimmte Inhaltsstoffe, die die Wachstumsgeschwindigkeit anregen,

    Sicherlich, manche glauben ja sogar, daß Coffein wieder Haare sprießen läßt ;)

    Wenn wir übers Wochenende wegfahren, holen wir nach unserer Rückkehr oft schimmelige Filtertüten aus der Kaffeemaschine. Pilze lieben Kaffeesatz!

  • Dann pass mal auf, dass Dir der Magen nicht platzt==Gnolm7

    Ohjah - ich werde ganz vorsichtig sein und nicht alle auf einmal verputzen ==Pilz27


    Zum Patent: ich glaube das ist da durchaus schwierig, als Laie ein geeignetes Patent zu erwirken - es gibt ja nicht umsonst Patentanwälte, die sich darum kümmern, das es so weit es geht alles abdeckt... aber darüber denke ich auch erstmal gar nicht weiter nach - es geht ja schließlich in erster Linie um die Pilze ;-)




    - vielleicht enthält Kaffeesatz bestimmte Inhaltsstoffe, die die Wachstumsgeschwindigkeit anregen,

    Sicherlich, manche glauben ja sogar, daß Coffein wieder Haare sprießen läßt ;)

    Wenn wir übers Wochenende wegfahren, holen wir nach unserer Rückkehr oft schimmelige Filtertüten aus der Kaffeemaschine. Pilze lieben Kaffeesatz!

    Dass (vor allem Schimmel)Pilze Kaffeesatz mögen ist mir durchaus bewusst, aber dass alle 4 Ansätze mit dem Kaffeesatz im Vergleich zu allen anderen (vor allem zum letzten mit dem intensivsten Wachstum) schneller durchwachsen sind... da könnte was dran ... oder besser drin sein :D

    Also das Mycel wächst zwar nicht so kräftig wie beim N-Zusatz (Stickstoff), aber etwas schneller... wenn sich beides kombinieren lässt...? Auf jeden Fall behalte ich das mal im Hinterkopf für zukünftige Substrattests ;-)

  • Nach der Klausurenphase mal wieder ein kleines Update zu meinen Versuchen:


    Als erstes die weniger erfreulichen Dinge...

    Sowohl die Ansätze der krausen Glucke, als auch der grüne Anistrichterling haben bisher kein Mycelwachstum gezeigt, ein paar der Glucke habe ich mal aufgeschraubt und die rochen etwas sauer, weshalb ich hiervon schon einmal ein paar entsorgt habe. Einige werde ich aber noch aufheben, so lange ich die Gläser nicht benötige, aber die Hoffnung habe ich eigentlich schon aufgegeben. Dem Trichterling gebe ich auch noch etwas Zeit, man weiß ja nie...

    Die schon vor gut 4 Wochen zur Fruchtung aufgestellten, mit Deckerde behandelten Schopftintlinge machen leider keinerlei Anstalten, Primos auszubilden. Ich gehe mal davon aus, dass es bisher einfach zu kalt war (Minimaltemperatur nach Stamets 16 °C, tagsüber in der Fruchtungskammer im Moment ca. 12 °C) - die Temperaturen steigen ja langsam, daher einfach mal abwarten :)

    Vor 2 Wochen habe ich dann auch meine anderen Testsubstrate mit dem Pioppino mal zur Fruchtung aufgestellt:

    (mittlerweile sind auch die Einlegegitter in der Fruchtungskammer und der LED-Schlauch etwas gleichmäßiger angebracht)

    Wenn mich nicht alles täuscht, scheinen sich hier die ersten Mycelverdickungen bei dem ein oder anderen Glas zu zeigen...

    Und als ich dann heute die Gläser genauer inspizierte, dachte ich.... und ja, ein paar Millimeter unter der Deckerde:

    Kleine Pioppino-Primos (sehen ein bisschen wie Schneckeneier aus :D) - hab die vorsichtig entfernte Deckerde nach dem Foto wieder draufgepackt, bei den anderen 3 Gläsern ist es die Tage dann hoffe ich auch soweit!


    Den Parasol habe ich versucht ebenfalls mal auf Substratbrut zu überimpfen, allerdings nach über einer Woche und keinerlei auschlagenden Hyphen wurden diese entsorgt, Buche scheint hier kein geeignetes Substrat zu sein. Als nächstes werde ich mal auf Stroh überimpfen...


    Dann noch ein kleines Erfolgserlebnis; einige Sporenkeimungen mit dem rillstieligen Seitling waren erfolgreich, die Ansätze auf Stroh weisen gegenüber Buche aber ein beträchtlich intensiveres und zügigeres Wachstum auf und werden bald in Substratgläser eingebracht - mal sehen, ob ich sie zum Fruchten bringen kann =).


    Und die Austern haben mir auch nochmal eine Minimahlzeit geliefert ;-)


    Die Mönchskopf-Klone auf Substrat musste ich leider alle entsorgen, da sie entweder mit Schimmel kontaminiert waren, oder das Mycel abgestorben war... aber die früheren Klone auf Agar, die ich wegen der hohen Bakterienkontamination eigentlich schon abgeschrieben hatte, zeigen immer noch Vitalität und das Mycel hat in allen 4 Petris an Durchmesser zugelegt, mal sehen, ob ich dann bald sauberes Mycel davon gewinnen kann :S.

    Soweit bis hierher, die Tage dann hoffentlich noch mehr Bilder meiner heranreifenden Pioppinos :cool:.


    Grüße,

    euer mykoma

  • Hallo Mykoma, schade, dass aus den Glucken nichts geworden ist. Das wäre dann wirklich der Kracher gewesen. Immerhin, die Austern haben deinen Speiseplan bereichert. :daumen:

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo Mykoma, schade, dass aus den Glucken nichts geworden ist.

    Joa, ich bin ja erst noch am Anfang meiner Zuchterfahrung... und zu viel auf einmal wäre auch nicht gut - hab mit den Mycelien vom Pioppino, dem Schopftintling, dem Parasol, dem noch aufzureinigenden Mönchskopf und dem jetzt gekeimten rillstieligen Seitling ja auch mal noch einiges zu tun, den Austernseitling lasse ich aus guten Gründen auch dann erst mal sein :D

    Wenn jetzt noch Anistrichterling und Glucke was ergeben, weiß ich gar nicht mehr, wie ich das alles noch in Gläser verfrachten soll :gskeptisch:

    Von daher vielleicht auch erst mal nicht so schlecht, dann kann ich noch Erfahrung sammeln und im Herbst dann vielleicht eine Glucke klonen :S

    Zudem kommen ja dann auch bald die Morcheln (hoffentlich), von denen ich gerne wenigstens mal Mycel hätte und den getigerten Sägeblättling finde ich kulinarisch auch ganz gut ^^

    Wenn ich mehr Zeit hätte... und Platz... und Geld... ;(:D

  • So liebe Forenmitglieder,


    ich entschuldige mich für die längere Abstinenz, aber ich hatte viel um die Ohren...

    Meine Versuche laufen aber weiterhin 8o

    Nun habe ich auch mal wieder ein bisschen Zeit für ein Update :S


    Die Ansätze mit der krausen Glucke wurden mittlerweile komplett entsorgt, nachdem sich weiterhin kein Wachstum zeigte, warte ich auf frische Funde im Herbst =)

    Dem Anistrichterling ging's übrigens genauso...


    Die Pioppinos haben sich dagegen prächtig entwickelt, zumindest, was die Ansätze mit der Deckschicht angeht, hier konnte ich teilweise schon 2 Ernten einfahren:

    Die Ansätze ohne Deckschicht zeigen nach wie vor keine Fruchtkörper, werde wohl alle zusammen in einem größeren Gefäß mit Deckerde behandeln...

    Die Schopftintlinge aus dem Sporenansatz zeigen sich weiterhin leider unverändert, trotz der höheren Temperaturen konnte ich bisher keine Primordien entdecken - . -

    Wie dem auch sei, stehen sie immer noch in der Fruchtungskammer - nehmen ja schließlich keinen Platz weg xD

    Zwischenzeitlich habe ich die Klone aus der Schwarzwaldexkursion vermehrt, einen Teil davon habe ich mal auf Körnerbrut vermehrt, um damit eine Freilandkultur anzulegen (das gibt dann einen separaten Thread).

    Der Rest wird verwendet, um ein paar weitere Versuche im Gurkenglas anzulegen.

    Zudem habe ich noch Körnerbrut mit Parasol beimpft, hier zeigt sich nach über einer Woche noch nicht viel... mal sehen :cool:

    Im März konnte ich dann auch noch eine schöne Kollektion vom violetten Rötelritterling entdecken, der Klon entwickelt sich, nach der Isolation im Moment auch erst mal auf Körnerbrut für ein Außenbeet =)

    Da sich im Moment die Morcheln blicken lassen, habe ich Funde von der Speisemorchel und der Käppchenmorchel geklont, die ich noch von Schimmel befreien muss und dann ebenso Außenbeete davon anlegen möchte (ebenfalls separater Thread dann).

    Auf unserer Morcheltour haben wir auch eine Gruppe Stockschwämmchen (zusammen mit grünblättrigen Schwefelköpfen) gefunden, auch hier konnte ich schonmal Mycel kultivieren, die Aufreinigung wird noch etwas brauchen...

    Vorerst werde ich mich mal auf den Schopftintling konzentrieren, um daraus Gelerntes dann auf den VRR anzuwenden, um zu versuchen, auch diesen zur Fruktifikation zu bringen - bis dahin habe ich momentan noch eine "Klimakammer" geplant, um neben der Luftfeuchtigkeit auch noch die Temperatur steuern zu können - hier werde ich wohl auch einen separaten Thread eröffnen. In diesem Thread werden dann in nicht allzu ferner Zukunft nur noch die letzten Versuche zum Pioppino dokumentiert und dann separat weitergeforscht.


    Ich hoffe, es hat euch bis dato gefallen und ich konnte den ein oder anderen mit meiner Dokumentation zur Pilzzucht animieren :cool:

    LG,

    mykoma

  • Wow, ich bin jedesmal aufs neue fasziniert, was Du da alles machst! Bin immer auf die Fortsetzung gespannt!

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich mit der Uni in den letzten Monaten viel zu tun hatte und wenig Zeit für meine Zucht, habe ich es auch leider nicht geschafft, regelmäßig Updates zu posten - dennoch ist in der Zwischenzeit einiges passiert und ich habe mal wieder einige Sachen zum zeigen da :S


    Vorweg: lepista wollte sich nicht erfolgreich am Leben erhalten lassen, mal sehen, ob ich es dieses Jahr schaffe =)
    Auch die Morcheln sind mir in der Zwischenzeit eingegangen - die werde ich jetzt auch erst Mal auf die lange Bank schieben :/

    Die Substratgläser vom comatus wollten nicht fruchten und sind mit der Zeit eingetrocknet, da ich nicht ausreichend Zeit hatte, mich darum zu kümmern ;(


    Dafür durfte ich feststellen, dass die Roggengläser, die einfach unbeachtet im Keller standen, Anzeichen von FK-Bildung aufweisen :D


    Ich konnte einige Pilzarten sauber in Buchendübel einwachsen lassen, die ich nun, in kleinen Gläschen im Kühlschrank eingelagert, als "Backup" verwenden kann - nach einer Veröffentlichung sollen viele Basidiomyceten so über Jahre hinweg vital gehalten werden können:

    (v.l.n.r.: Mairitterling, Schwefelporling, Schopftintling, Pioppino, getigerter Sägeblättling)

    Hinzu kommt bald dann noch das Stockschwämmchen, welches gerade die Dübel bewächst.

    Somit habe ich immer einen Ausgangspunkt, von dem ab ich "frisches" Mycel für die Zucht vermehren kann, wenn sich mal Kontaminationen oder Degenerationen ergeben sollten :cool:


    Ich habe mir dafür Folgendes überlegt: Die Dübel werden dann einfach auf Agar platziert (um das Wachstum zu stimulieren) und mit Buchenchips überschichtet - da alle (mehr oder weniger gut) auf Buche wachsen, habe ich so viele kleinere Inokulationskeime:

    (links: getigerter Sägeblättling, rechts: Schwefelporling)

    Die Gläser sind auch im Kühlschrank eingelagert, damit das Mycel seinen Stoffwechsel herunterfährt und nicht zu schnell altert.


    Ausgehend von diesen Chips habe ich dann mal versucht, Flüssigkulturen/Flüssigmycelien (LC, liquid culture) anzusetzen:

    (getigerter Sägeblättling - links: erste LC, rechts: daraus vermehrte LC)


    Wie zu sehen ist, mag lentinus tigrinus mein Nährmedium sehr - das rechte Gefäß habe ich mit 10 mL der LC von links beimpft und nach 5 Tagen ist schon alles voller Mycelquallen :cool:


    Der Pioppino-Ansatz ist wohl bakteriell kontaminiert (eindeutiges Zeichen ist die starke Trübung) - hier muss ich nochmal auf mein Backup zurückgreifen:


    Die anderen Arten wachsen deutlich langsamer, aber immerhin visuell kontaminationsfrei:

    (Stockschwämmchen)


    (Schopftintling)


    (Schwefelporling)


    (Mairitterling)


    Diese LCs kann ich dann verwenden, um demnächst Substrate zu beimpfen und zu sehen, ob und welche Arten ich zum Fruktifizieren "nötigen" kann ^^ - pro Gurkenglas brauche ich ca. 5 mL FlüMy, d.h. ich habe mehr Inokulationsmöglichkeiten, als ich je wachsen lassen kann =O.


    Meine restlichen schon besiedelten Buchenchips habe ich dann noch verwendet, um erste Substratgläser zu beimpfen:

    (Schopftintling auf Stroh + Kompost)


    (Stockschwämmchen auf Buche)


    (Mairitterling auf Stroh)


    Die Gläser wurden zu Beginn nach dem sterilen Beimpfen verschlossen (mit Gummiring und Verschlussbügel) zwei Wochen wachsen gelassen, damit das Mycel auf der Oberfläche eine Kontaminationsbarriere aufbauen kann. Danach war der Sauerstoff im Glas anscheinend aufgebraucht, da das Mycel in keinem der Gläser weiter wuchs - aber ich konnte dann die Dichtungen entfernen und den Deckel unsteril wieder lose auflegen (Zufuhr von Sauerstoff, dabei wenig Verdunstung). Bis jetzt zeigen sich auch noch keine Kontaminationen :thumbup:


    (getigerter Sägeblättling auf Buche)


    Hier im Substratsack war von vorneherein mehr Luft vorhanden und ich habe ihn mit einem Wattepfropf gegen das Eindringen von Keimen geschützt - hier ist deutlich mehr Wachstum zu sehen und augenscheinlich auch alles (noch) sauber =).


    Der Pioppino-Eimer ist mir leider weggegammelt (wie bei der LC schon zu sehen: kontaminiert ?(), hier muss ich erst sauberes Mycel nachziehen ;)


    Demnächst kommt dann noch ein Sack Schwefelporling auf Buche dazu, sobald das FlüMy "reif" ist 8o.


    Mal sehen, wie's weitergeht und bis dahin,

    euer mykoma

  • Wow, was für ein beeindruckender Prozess die Pilzzucht doch darstellt. Auf jeden Fall unglaublich spannend, da mal so tiefe und detaillierte Einblicke zu bekommen. Hast es dann ja bald echt perfektioniert :)

    Wünsche weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen. Bin auf weitere Updates gespannt.

  • Hallo ihr lieben =)


    Ich hatte mal wieder etwas Zeit, mich mit der Zucht zu beschäftigen und habe auch mal ein paar Euro in Petrischalen investiert, die ich mal versucht habe einfach ohne die Glovebox zu gießen - und ich muss sagen, dass es besser funktioniert, als ich erwartet hatte :/

    Da Platz immer Mangelware ist, werde ich die Einmachgläser nun Stück für Stück gegen die deutlich flachereren Petris austauschen...

    Ich habe zum Üben direkt mal 60 Petris hintereinander weg im sterilen Kegel meines Campingkochers befüllt - und es waren nach 10 Tagen im Brutschrank nur 6 Stück kontaminiert, allerdings habe ich auch Wasserstoffperoxid verwendet, welches nach dem Sterilisieren des Nährmediums kurz vor dem Gießen zugesetzt wurde (6 mL 3%-iges pro Liter Agar).


    Ich werde angesichts der Erfolge wohl nur noch im sterilen Kegel arbeiten :S


    Nun zum Zuchtfortschritt:


    Ich war natürlich auch draußen unterwegs, um ein paar Pilze zu sammeln und konnte ein paar Arten finden, bei denen ich gerne Zuchtversuche unternehmen würde =)


    Zum einen habe ich wieder Pioppino vor der Haustür geerntet und da ich meine alte Kultur an den Schimmel verloren habe, habe ich die auch direkt auf PDA geklont:


    Zum Testen habe ich dann auf PDA mit Zusätzen transferiert:

    oben mit Buchenextrakt als Zusatz und unten mit Strohextrakt, wächst auf beiden gut an :cool:


    Dann konnte ich Mönchsköpfe ergattern, in frischem Alter... aber die Art scheint PDA mit Kalk nicht wirklich zu mögen:

    Nach 2 Wochen sind sie zwar immer noch kontifrei, aber das Wachstum ist... naja ==14

    Ich hoffe, der Kollege adaptiert seinen Metabolismus noch etwas an die ihm angebotene Nahrung, dass ich etwas mehr Mycel für andere Nährmedientest zusammenbekomme ==Gnolm19...


    Dann habe ich noch zwei Klone (der dritte ist mir "wegbakterisiert" worden) vom violetten Rötelritterling, der etwas besser auf dem PDA wächst:


    Da die auch noch gefundenen rauchblättrigen Schwefelköpfe leider nicht viel Trama besitzen, hatte ich parallel die Stielbasen einfach mal auf sterilisierte Kiefernspäne gegeben, in der Hoffnung, dass die Art auch pinustauglich ist und mir der Schimmel keinen Strich durch die Rechnung macht - die Klone auf Agar sind mir wie erwartet direkt weggegammelt g:D, aber die Substratklone scheinen in Ordnung:

    Ich habe parallel auch ein paar Sporen zum Keimen angesetzt, falls die Klone nichts werden:


    Etwas älter sind dann schon die Ansätze mit der krausen Glucke - der erste Klon war ziemlich mit Bakterien und Schimmel kontaminiert, ich konnte aber ein paar Hyphen erwischen, die sauber waren und mir zwei Petris schön besiedelt haben - eine davon ist schon im Kühlschrank eingelagert:

    Diese wurde schon etwas "ausgeschlachtet" und ich habe sie mal auf Kieferndübel transferiert:

    (Auf dem Bild sieht man das Mycel leider nicht so gut, aber die sparassis bewächst die Dübel - zwar langsam aber kontinuierlich)

    Und zum Vermehren für weitere Versuche noch Petris und Flüssigkultur:

    (Petris mit PDA + Kiefernextrakt)


    Dann sind aktuell noch Flüssigkulturen vom Stockschwämmchen und vom Schwefelporling am wachsen, die nächstes Wochenende wohl ihren Weg auf etwas Substrat finden werden:

    (Stockschwämmchen)

    (Schwefelporling)


    Die LCs habe ich gestern mal noch vermehrt (mit etwas nährstoffreicheren Rezepten und neuen Kulturflaschen) - ich hoffe, dass diese sauber bleiben und das neue Rezept gute Erträge liefert - Update folgt natürlich ;)


    Bis dahin erst mal,

    mykoma

  • Hallo Mykoma,

    vielen Dank für die Einblicke in deine Zucht, die du hier immer wieder gibst. Ich finde das wirklich total interessant!

    Ich bin auch wieder ein bisschen auf den Geschmack gekommen, allerdings nur (im Gegensatz zu dir) im kleinen Rahmen - ich habe mir bei einem Pilzversand "fertige" Pilzbrut bestellt und werde demnächst einen Strohballen beimpfen.

    Vielleicht ist die Frage etwas komisch, aber durchaus ernst gemeint - was machst du eigentlich mit den ganzen gewachsenen Pilzen?


    LG

  • Unglaublich... Dein Haus/Deine Wohnung bzw. deren Keller steht bestimmt voll mit den ganzen Ansätzen und Tests, oder?


    Und wie Geduldig man da sein muss - mir fällt es immer schon schwer, auf den nächsten Bericht zu warten.

    Ich bin so gespannt, was die ersten Fruchtkörper sein werden...

  • Guten Abend zusammen,


    es freut mich, dass ich euch mit meinen Berichten erheitern kann =)


    @Jäger_Sammler: So viele Fruchtkörper konnte ich noch gar nicht ernten - dazu fehlt leider der Platz, ich muss mich also eher auf "Grundlagenforschung" beschränken, anstatt Pilze zu essen ^^

    Ich hatte bisher nur die Austern als Einstieg zum Fruktifizieren gebracht und bin danach direkt an "schwierigere" Arten... die getigerten Sägeblättlinge waren nur mal so als kleines Experiment am Start (ich weiß noch nicht mal, ob meine Lagerkultur aktuell noch lebt :D) und brachten keinen großen Ertrag - geschmacklich sind sie zwar ganz in Ordnung, aber ich mag andere Pilze lieber :S
    Die Stockschwämmchen bildeten auch nicht wirklich viele FK, da sie auch seitlich im Glas Primordienansätze gebildet hatten, die natürlich nicht heranreifen konnten || - da ich das auch schon bei dem (nicht dokumentierten) rillstieligen Seitling und den Schopftintlingen als Schwierigkeit hatte, werde ich jetzt mal auf Sturzgläser umsteigen und nach der Durchwachsphase dann das Glas entfernen (ich möchte nach wie vor auf die Einweg-Plastikbeutel verzichten), um so rundum eine Fruchtung zu ermöglichen...

    Ähnlich ist es beim Pioppino - der fruchtete zwar, wie gewollt, oben im Glas, aber ich glaube einfach, dass die verfügbare Fruktifikations-Oberfläche im Vergleich zum Substratvolumen in den Gurkengläsern weit entfernt vom Optimum ist ==Gnolm5.


    Kurzum: wenige, aber dafür alle in der Pfanne gelandet g:D


    @Tuppie: Ja... der gerade noch verfügbare Platz im Keller wird für Versuchsansätze genutzt :gfiesgrins:
    Aber ich werde mich jetzt erst einmal auf Pioppino, Stockschwämmchen, Schwefelporling und krause Glucke konzentrieren und wenn ich da dann (in ein paar Jahren vielleicht 8o) funktionierende Vorgehensweisen gefunden habe auf weitere Arten expandieren :S. Alle anderen, die ich aktuell als Kulturen habe, werde ich "mal nebenher" zwar sporadisch weiterverfolgen, aber nicht wirklich intensiver dran "forschen" - ein Schritt nach dem anderen =).


    Und ja, es ist langwierig, da die Pilze ihre Zeit brauchen und jeder Stamm andere Bedürfnisse hat, die es herauszufinden gilt - aber eben das gibt mir auch die Möglichkeit mehr als eine Art gleichzeitig zu untersuchen - ich bleibe dran und versorge euch mit Neuigkeiten :cool:


    Bis dahin,

    mykoma

  • Ui, hier wird ja auch gebastelt :D Ich hatte mir auch mal ein "Pilzparadies" gebaut, war schon recht aufwendig. Für die einfache und kostengünstige Regelung von Temperatur und Luftfeuchte empfehle ich immer die Inkbird-Steckdosen, da kann man dann einfach seinen Luftbefeuchter und eine Heizquelle seiner Wahl anstöpseln. Ich hatte das etwas aufwendiger gemacht, auf Basis eines Arduinos in Verbindung mit Relais und Funksteckdosen. Außerdem hatte ich CO2 gemessen und entsprechend Frischluft zugeführt, zudem hatte ich Umluft. Für die Feuchtigkeit hatte ich eine Heizfolie und Vermiculite auf dem Boden, ferner mal mit einem Ultraschallnebler experimentiert. Habe leider nicht sooo viele Fotos gemacht, vor allem nicht mit Pilzen drin. Wollte ich eigentlich machen, hatte ich dann aber doch keine Zeit. Naja, hier die paar Fotos von der Entstehung sozusagen.


    Wer was von meinem Projekt nutzen kann, ich habe hier den Code und so veröffentlicht: GitHub - oliverk71/Pilzparadies: a fruiting chamber for cultivating fungi which controls humidity, temperature and carbon dioxide level


    Umluft hatte ich wegen eines gleichmäßigen Klimas und Verteilung/Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Frischluftzufuhr hatte ich, um den CO2-Gehalt schnell zu senken. Das eine Bild zeigt den Auslass: da hatte ich einfach ein Loch ins Foliengewächshaus geschnitten und einen Petrischalendeckel davor an einem Stück Isolierband aufgehangen. Als Lüfter habe ich preiswerte PC-Lüfter genommen, den für Frischluft habe ich auch einfach aufgeklebt, aber kein Loch ins Zelt geschnitten, sondern einen "Lappen" hängen lassen, als behelfsmäßiges Ventil. Die Funksteckdosen haben den enormen Vorteil, dass man nichts mit 230V machen muss. Solche Geräte kann man dann einfach in die Funksteckdose einstöpseln und mit Arduino ansteuern.


    LG Oliver