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letzter Beitrag von mykoma am

Anfänger-Pilzzucht die Zweite

  • - vielleicht enthält Kaffeesatz bestimmte Inhaltsstoffe, die die Wachstumsgeschwindigkeit anregen,

    Sicherlich, manche glauben ja sogar, daß Coffein wieder Haare sprießen läßt ;)

    Wenn wir übers Wochenende wegfahren, holen wir nach unserer Rückkehr oft schimmelige Filtertüten aus der Kaffeemaschine. Pilze lieben Kaffeesatz!

  • Dann pass mal auf, dass Dir der Magen nicht platzt==Gnolm7

    Ohjah - ich werde ganz vorsichtig sein und nicht alle auf einmal verputzen ==Pilz27


    Zum Patent: ich glaube das ist da durchaus schwierig, als Laie ein geeignetes Patent zu erwirken - es gibt ja nicht umsonst Patentanwälte, die sich darum kümmern, das es so weit es geht alles abdeckt... aber darüber denke ich auch erstmal gar nicht weiter nach - es geht ja schließlich in erster Linie um die Pilze ;-)




    - vielleicht enthält Kaffeesatz bestimmte Inhaltsstoffe, die die Wachstumsgeschwindigkeit anregen,

    Sicherlich, manche glauben ja sogar, daß Coffein wieder Haare sprießen läßt ;)

    Wenn wir übers Wochenende wegfahren, holen wir nach unserer Rückkehr oft schimmelige Filtertüten aus der Kaffeemaschine. Pilze lieben Kaffeesatz!

    Dass (vor allem Schimmel)Pilze Kaffeesatz mögen ist mir durchaus bewusst, aber dass alle 4 Ansätze mit dem Kaffeesatz im Vergleich zu allen anderen (vor allem zum letzten mit dem intensivsten Wachstum) schneller durchwachsen sind... da könnte was dran ... oder besser drin sein :D

    Also das Mycel wächst zwar nicht so kräftig wie beim N-Zusatz (Stickstoff), aber etwas schneller... wenn sich beides kombinieren lässt...? Auf jeden Fall behalte ich das mal im Hinterkopf für zukünftige Substrattests ;-)

  • Nach der Klausurenphase mal wieder ein kleines Update zu meinen Versuchen:


    Als erstes die weniger erfreulichen Dinge...

    Sowohl die Ansätze der krausen Glucke, als auch der grüne Anistrichterling haben bisher kein Mycelwachstum gezeigt, ein paar der Glucke habe ich mal aufgeschraubt und die rochen etwas sauer, weshalb ich hiervon schon einmal ein paar entsorgt habe. Einige werde ich aber noch aufheben, so lange ich die Gläser nicht benötige, aber die Hoffnung habe ich eigentlich schon aufgegeben. Dem Trichterling gebe ich auch noch etwas Zeit, man weiß ja nie...

    Die schon vor gut 4 Wochen zur Fruchtung aufgestellten, mit Deckerde behandelten Schopftintlinge machen leider keinerlei Anstalten, Primos auszubilden. Ich gehe mal davon aus, dass es bisher einfach zu kalt war (Minimaltemperatur nach Stamets 16 °C, tagsüber in der Fruchtungskammer im Moment ca. 12 °C) - die Temperaturen steigen ja langsam, daher einfach mal abwarten :)

    Vor 2 Wochen habe ich dann auch meine anderen Testsubstrate mit dem Pioppino mal zur Fruchtung aufgestellt:

    (mittlerweile sind auch die Einlegegitter in der Fruchtungskammer und der LED-Schlauch etwas gleichmäßiger angebracht)

    Wenn mich nicht alles täuscht, scheinen sich hier die ersten Mycelverdickungen bei dem ein oder anderen Glas zu zeigen...

    Und als ich dann heute die Gläser genauer inspizierte, dachte ich.... und ja, ein paar Millimeter unter der Deckerde:

    Kleine Pioppino-Primos (sehen ein bisschen wie Schneckeneier aus :D) - hab die vorsichtig entfernte Deckerde nach dem Foto wieder draufgepackt, bei den anderen 3 Gläsern ist es die Tage dann hoffe ich auch soweit!


    Den Parasol habe ich versucht ebenfalls mal auf Substratbrut zu überimpfen, allerdings nach über einer Woche und keinerlei auschlagenden Hyphen wurden diese entsorgt, Buche scheint hier kein geeignetes Substrat zu sein. Als nächstes werde ich mal auf Stroh überimpfen...


    Dann noch ein kleines Erfolgserlebnis; einige Sporenkeimungen mit dem rillstieligen Seitling waren erfolgreich, die Ansätze auf Stroh weisen gegenüber Buche aber ein beträchtlich intensiveres und zügigeres Wachstum auf und werden bald in Substratgläser eingebracht - mal sehen, ob ich sie zum Fruchten bringen kann =).


    Und die Austern haben mir auch nochmal eine Minimahlzeit geliefert ;-)


    Die Mönchskopf-Klone auf Substrat musste ich leider alle entsorgen, da sie entweder mit Schimmel kontaminiert waren, oder das Mycel abgestorben war... aber die früheren Klone auf Agar, die ich wegen der hohen Bakterienkontamination eigentlich schon abgeschrieben hatte, zeigen immer noch Vitalität und das Mycel hat in allen 4 Petris an Durchmesser zugelegt, mal sehen, ob ich dann bald sauberes Mycel davon gewinnen kann :S.

    Soweit bis hierher, die Tage dann hoffentlich noch mehr Bilder meiner heranreifenden Pioppinos :cool:.


    Grüße,

    euer mykoma

  • Hallo Mykoma, schade, dass aus den Glucken nichts geworden ist. Das wäre dann wirklich der Kracher gewesen. Immerhin, die Austern haben deinen Speiseplan bereichert. :daumen:

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Hallo Mykoma, schade, dass aus den Glucken nichts geworden ist.

    Joa, ich bin ja erst noch am Anfang meiner Zuchterfahrung... und zu viel auf einmal wäre auch nicht gut - hab mit den Mycelien vom Pioppino, dem Schopftintling, dem Parasol, dem noch aufzureinigenden Mönchskopf und dem jetzt gekeimten rillstieligen Seitling ja auch mal noch einiges zu tun, den Austernseitling lasse ich aus guten Gründen auch dann erst mal sein :D

    Wenn jetzt noch Anistrichterling und Glucke was ergeben, weiß ich gar nicht mehr, wie ich das alles noch in Gläser verfrachten soll :gskeptisch:

    Von daher vielleicht auch erst mal nicht so schlecht, dann kann ich noch Erfahrung sammeln und im Herbst dann vielleicht eine Glucke klonen :S

    Zudem kommen ja dann auch bald die Morcheln (hoffentlich), von denen ich gerne wenigstens mal Mycel hätte und den getigerten Sägeblättling finde ich kulinarisch auch ganz gut ^^

    Wenn ich mehr Zeit hätte... und Platz... und Geld... ;(:D

  • So liebe Forenmitglieder,


    ich entschuldige mich für die längere Abstinenz, aber ich hatte viel um die Ohren...

    Meine Versuche laufen aber weiterhin 8o

    Nun habe ich auch mal wieder ein bisschen Zeit für ein Update :S


    Die Ansätze mit der krausen Glucke wurden mittlerweile komplett entsorgt, nachdem sich weiterhin kein Wachstum zeigte, warte ich auf frische Funde im Herbst =)

    Dem Anistrichterling ging's übrigens genauso...


    Die Pioppinos haben sich dagegen prächtig entwickelt, zumindest, was die Ansätze mit der Deckschicht angeht, hier konnte ich teilweise schon 2 Ernten einfahren:

    Die Ansätze ohne Deckschicht zeigen nach wie vor keine Fruchtkörper, werde wohl alle zusammen in einem größeren Gefäß mit Deckerde behandeln...

    Die Schopftintlinge aus dem Sporenansatz zeigen sich weiterhin leider unverändert, trotz der höheren Temperaturen konnte ich bisher keine Primordien entdecken - . -

    Wie dem auch sei, stehen sie immer noch in der Fruchtungskammer - nehmen ja schließlich keinen Platz weg xD

    Zwischenzeitlich habe ich die Klone aus der Schwarzwaldexkursion vermehrt, einen Teil davon habe ich mal auf Körnerbrut vermehrt, um damit eine Freilandkultur anzulegen (das gibt dann einen separaten Thread).

    Der Rest wird verwendet, um ein paar weitere Versuche im Gurkenglas anzulegen.

    Zudem habe ich noch Körnerbrut mit Parasol beimpft, hier zeigt sich nach über einer Woche noch nicht viel... mal sehen :cool:

    Im März konnte ich dann auch noch eine schöne Kollektion vom violetten Rötelritterling entdecken, der Klon entwickelt sich, nach der Isolation im Moment auch erst mal auf Körnerbrut für ein Außenbeet =)

    Da sich im Moment die Morcheln blicken lassen, habe ich Funde von der Speisemorchel und der Käppchenmorchel geklont, die ich noch von Schimmel befreien muss und dann ebenso Außenbeete davon anlegen möchte (ebenfalls separater Thread dann).

    Auf unserer Morcheltour haben wir auch eine Gruppe Stockschwämmchen (zusammen mit grünblättrigen Schwefelköpfen) gefunden, auch hier konnte ich schonmal Mycel kultivieren, die Aufreinigung wird noch etwas brauchen...

    Vorerst werde ich mich mal auf den Schopftintling konzentrieren, um daraus Gelerntes dann auf den VRR anzuwenden, um zu versuchen, auch diesen zur Fruktifikation zu bringen - bis dahin habe ich momentan noch eine "Klimakammer" geplant, um neben der Luftfeuchtigkeit auch noch die Temperatur steuern zu können - hier werde ich wohl auch einen separaten Thread eröffnen. In diesem Thread werden dann in nicht allzu ferner Zukunft nur noch die letzten Versuche zum Pioppino dokumentiert und dann separat weitergeforscht.


    Ich hoffe, es hat euch bis dato gefallen und ich konnte den ein oder anderen mit meiner Dokumentation zur Pilzzucht animieren :cool:

    LG,

    mykoma

  • Wow, ich bin jedesmal aufs neue fasziniert, was Du da alles machst! Bin immer auf die Fortsetzung gespannt!

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich mit der Uni in den letzten Monaten viel zu tun hatte und wenig Zeit für meine Zucht, habe ich es auch leider nicht geschafft, regelmäßig Updates zu posten - dennoch ist in der Zwischenzeit einiges passiert und ich habe mal wieder einige Sachen zum zeigen da :S


    Vorweg: lepista wollte sich nicht erfolgreich am Leben erhalten lassen, mal sehen, ob ich es dieses Jahr schaffe =)
    Auch die Morcheln sind mir in der Zwischenzeit eingegangen - die werde ich jetzt auch erst Mal auf die lange Bank schieben :/

    Die Substratgläser vom comatus wollten nicht fruchten und sind mit der Zeit eingetrocknet, da ich nicht ausreichend Zeit hatte, mich darum zu kümmern ;(


    Dafür durfte ich feststellen, dass die Roggengläser, die einfach unbeachtet im Keller standen, Anzeichen von FK-Bildung aufweisen :D


    Ich konnte einige Pilzarten sauber in Buchendübel einwachsen lassen, die ich nun, in kleinen Gläschen im Kühlschrank eingelagert, als "Backup" verwenden kann - nach einer Veröffentlichung sollen viele Basidiomyceten so über Jahre hinweg vital gehalten werden können:

    (v.l.n.r.: Mairitterling, Schwefelporling, Schopftintling, Pioppino, getigerter Sägeblättling)

    Hinzu kommt bald dann noch das Stockschwämmchen, welches gerade die Dübel bewächst.

    Somit habe ich immer einen Ausgangspunkt, von dem ab ich "frisches" Mycel für die Zucht vermehren kann, wenn sich mal Kontaminationen oder Degenerationen ergeben sollten :cool:


    Ich habe mir dafür Folgendes überlegt: Die Dübel werden dann einfach auf Agar platziert (um das Wachstum zu stimulieren) und mit Buchenchips überschichtet - da alle (mehr oder weniger gut) auf Buche wachsen, habe ich so viele kleinere Inokulationskeime:

    (links: getigerter Sägeblättling, rechts: Schwefelporling)

    Die Gläser sind auch im Kühlschrank eingelagert, damit das Mycel seinen Stoffwechsel herunterfährt und nicht zu schnell altert.


    Ausgehend von diesen Chips habe ich dann mal versucht, Flüssigkulturen/Flüssigmycelien (LC, liquid culture) anzusetzen:

    (getigerter Sägeblättling - links: erste LC, rechts: daraus vermehrte LC)


    Wie zu sehen ist, mag lentinus tigrinus mein Nährmedium sehr - das rechte Gefäß habe ich mit 10 mL der LC von links beimpft und nach 5 Tagen ist schon alles voller Mycelquallen :cool:


    Der Pioppino-Ansatz ist wohl bakteriell kontaminiert (eindeutiges Zeichen ist die starke Trübung) - hier muss ich nochmal auf mein Backup zurückgreifen:


    Die anderen Arten wachsen deutlich langsamer, aber immerhin visuell kontaminationsfrei:

    (Stockschwämmchen)


    (Schopftintling)


    (Schwefelporling)


    (Mairitterling)


    Diese LCs kann ich dann verwenden, um demnächst Substrate zu beimpfen und zu sehen, ob und welche Arten ich zum Fruktifizieren "nötigen" kann ^^ - pro Gurkenglas brauche ich ca. 5 mL FlüMy, d.h. ich habe mehr Inokulationsmöglichkeiten, als ich je wachsen lassen kann =O.


    Meine restlichen schon besiedelten Buchenchips habe ich dann noch verwendet, um erste Substratgläser zu beimpfen:

    (Schopftintling auf Stroh + Kompost)


    (Stockschwämmchen auf Buche)


    (Mairitterling auf Stroh)


    Die Gläser wurden zu Beginn nach dem sterilen Beimpfen verschlossen (mit Gummiring und Verschlussbügel) zwei Wochen wachsen gelassen, damit das Mycel auf der Oberfläche eine Kontaminationsbarriere aufbauen kann. Danach war der Sauerstoff im Glas anscheinend aufgebraucht, da das Mycel in keinem der Gläser weiter wuchs - aber ich konnte dann die Dichtungen entfernen und den Deckel unsteril wieder lose auflegen (Zufuhr von Sauerstoff, dabei wenig Verdunstung). Bis jetzt zeigen sich auch noch keine Kontaminationen :thumbup:


    (getigerter Sägeblättling auf Buche)


    Hier im Substratsack war von vorneherein mehr Luft vorhanden und ich habe ihn mit einem Wattepfropf gegen das Eindringen von Keimen geschützt - hier ist deutlich mehr Wachstum zu sehen und augenscheinlich auch alles (noch) sauber =).


    Der Pioppino-Eimer ist mir leider weggegammelt (wie bei der LC schon zu sehen: kontaminiert ?(), hier muss ich erst sauberes Mycel nachziehen ;)


    Demnächst kommt dann noch ein Sack Schwefelporling auf Buche dazu, sobald das FlüMy "reif" ist 8o.


    Mal sehen, wie's weitergeht und bis dahin,

    euer mykoma

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