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letzter Beitrag von hopsing17 am

Pappel-Raufuss oder doch nicht?

  • Hallo Ihr Lieben,


    heute konnte ich endlich wieder einmal Pilze finden, sogar für die Pfanne war genügend dabei. Dieses reichlich mitgenommene Exemplar allerdings bereitet mir Kopfzerbrechen. Kann man da noch etwas bestimmen?

    In diesem Waldstück konnte ich letztes Jahr bereits etliche Pappelraufüße (die Bestimmung aus 2017 ist hier irgendwo im Forum dokumentiert) aber auch verschiedene andere Raufüße finden. Und nun wieder ein Raufußfund den ich nicht exakt einordnen kann und der direkt bei Pappeln und einer Fichte war.

    Vielen lieben Dank schon einmal für Eure Hilfe.


    Liebe Grüße


    Maria



  • Hallo Maria

    L. duriusculum ist das nicht der verfärbt sich nicht im Schnitt so weit oben die Röhren haben einen rosa Touch bei Deinem Fund standen Birken in der Nähe ? dann wäre L.variecolor ( Vielfärbender Birkenpilz ) eine Option :

    Lg Harry

  • Danke Harry,


    so weit ich mich erinnern kann standen da keine Birken. Der Pilz wuchs direkt bei einer Fichte und ringsrum standen Pappeln. Ich kann mich aber auch täuschen und irgendwo war doch eine Birke. An der kilometerlangen Böschung an sich jedenfalls wachsen unheimlich viele verschiedene Bäume und Sträucher und ein sehr, sehr weites Stück entfernt dann auch Birken.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo.


    In dem Zustand allerdings ein schwieriger Fund, ich bin skeptisch, ob der sich noch sinnvoll einordnen lässt.
    Denn auch variicolor (Vielfärbender Birkenpilz) blaut ja eigentlich nur an / in der Stielbasis. ich hatte mal Hainbuchenraufüße (Leccinum carpini), die etwa im Bereich der Stielmitte eine leichte, grünblaue Verfärbung gezeigt haben. Allerdings auch erst so zehn bis zwanzig Minuten nach dem schnitt, in jedem Fall ein atypisches Verhalten.

    Für variicolor finde ich die Hutoberfläche zudem ungewöhnlich, weil zu hell und zu wenig fleckig. Aber solche Formen gibt es da auch (wenn es nicht eigene Arten sind). Einen Pappelraufuß mit untypischem verfärbungsverhalten würde ich da auch nicht ausschließen wollen, aber wie gesagt: Solche alten Einzelfruchtkörper sind oft nicht mehr sicher zuzuordnen.



    LG, Pablo.

  • Hi,


    ich hab da gerade eine nicht ganz ernst Idee. ==Gnolm7==Gnolm4


    Leccinun schistophilum *duckundwech*


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo, Maria!


    Kommt drauf an: Ich würde warten, weil ich solche Einzelexemplare nicht so wirklich aussagekräftig finde. Wenn sich aber jemand wie zB Christoph damit befassen will, könnte man schon mal etwas Material verhaften und trocknen. Die Stelle sollte man aber unbedingt im Auge behalten um zu gucken, wie die aussehen, wenn sie frisch sind.



    LG, Pablo.

  • Servus Maria,


    wenn der Pilz schon geerntet war und jetzt so aufgeschnitten einen Tag bei der Hitze lag, lohnt sich ein Holen wohl kaum. Falls noch frische dastehen, sicherlich.


    Es ist übrigens hilfreich, wenn du den Pilz etwas ausführlicher Beschreibst - hier vor allem, wie das Fleisch im Laufe der Zeit weiter reagiert, ob es schwarz wird oder nur grau usw.


    Leccinum variicolor kann man ausschließen - de rist nie so fein aufreißend, hat typische kleine Buckelchen und hat einen großen Grauanteil in der Hutfarbe und zudem hellere Flecken (oder andersrum, hell mit dunklen Flecken). Der Hut ist typischerweise grau oder schwärzlich, kein reines Braun.


    Leccinum duriusculum kann so fein aufreißen (Leccinum duriusculum fm. robustum - kenne ich aus Italien).


    Leccinum schistophilum kenne ich selbst nur von einer Kollektion, die Peter Welt tätigte und die wir gemeinsam publiziert haben. Dafür wäre mir dein Pilz aber zu kräftig und das Habitat passt wohl auch nicht (kein Schieferboden oder eine Abraumhalde mit Birken...)


    Wie so oft finde ich es aber ohne Mikroskop schwierig. Rein makroskopisch wäre ich bei einem Pappelraufuß. Und wenn keine Birken in der Nähe waren, fällt L. schistophilum eh weg - wie gesagt.


    Bei mir habe ich noch nie Pappelraufüße gefunden - ich kenne sie nur aus Norditalien, Südfrankreich - im Raum München wäre dein Fund eine Rarität. Wohnst du in einer wärmebegünstigten Ecke?


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hi,


    bei meinem "Vorschlag" saß mir der Schalk im Nacken. ;) Ich wäre auch für Standort im Auge behalten und abwarten, was da ggf. noch kommt. Schiefer sollte wohl im Altmühltal bei Treuchtlingen (dort wohnt Maria) auch nicht vorkommen. Einzelfruchtkörper mit möglichen Trockenschäden sind immer so ne Sache; bei jeder Gattung.


    Btw würde ich gerne auch mal einen Leccinum mikroskopieren. In meiner Verzweiflung hab ich schon einen Hilferuf in die Sachsen-FB-Gruppe geschrieben. Deine abgelichtete Rotkappe fand ich auch richtig hübsch; Maria. ;)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Servus Stefan,


    Altmühltal ist definitiv warm genug :-) für Pappelraufüße (zumal sie ja schonmal welche hatte). Wenn das Fleich brav dunkel wurde (was ich sehr vermute), dann sehe ich trotz Einzelfruchtkörper nichts, was gegen Leccinum duriusculum sprechen würde.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    der Pilz verfärbte sich nur ganz leicht. Direkt nach dem Schnitt war er durchgehend relativ weiß, nach ein paar Minuten eine leichte Grau-Braun-Färbung und darunter der grün-bläuliche Klecks (gezeigtes Foto). Mehr kann ich nicht sagen, denn aufgrund der mich quälenden Mücken bin ich dann weiter gegangen und aufgrund des Proteins ;) im Pilz habe ich ihn dort gelassen und nicht in den Korb zu meinen Rotkappen gelegt.

    Hier findest Du einen der Pappelraufuss-Funde des letzten Jahres. In diesem Wald habe ich sie an zwei Stellen gefunden und gestern eben ganz in der Nähe der zwei anderen Stellen diesen Pilz oben.

    Der Fundort ist im Fränkischen Seenland zwischen den beiden Brombachseen. Dort ist der Boden noch kalkhaltig aber bereits leicht oberflächenversauert. Stellenweise hat man bereits Sandboden, stellenweise eher "lehmig" (mir fällt gerade der richtige Begriff nicht ein) mit dünner Humusversorgung.
    Wenn Du möchtest und wenn Du gerade in der Gegend bist, dann melde Dich einfach bei mir. Und wenn es dann gerade welche gibt, gehen wir zu diesem Wald.

    Liebe Grüße


    Maria




    Hallo Stefan,


    vielleicht klappt dies ja im Juli mit Altmühlfranken und dann kannst Du Dir direkt selbst Exemplare mitnehmen. Im letzten Jahr habe ich die Pappel-Raufüsse im Juli und August gefunden, würde also vom Zeitraum her auch passen. In diesem kleinen Wald fand ich bisher Rotkappen, Hainbuchen-Raufüsse und eben die Pappel-Raufüsse. Birken-Raufüsse dort allerdings bisher nicht, die finde ich dann wo anders. Ich schicke Dir übrigens gerne getrocknete Raufüsse zu, musst mir halt nur sagen welche Du gerne möchtest UND es müssten dann auch welche trotz Trockenheit und Hitze wachsen.


    Ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl / der über fb geposteten Rotkappe ;) schon verstanden und ich werde hier im Forum schon wieder mehr Zeigefotos posten. Aber immer noch bin ich mit der Pflanzenbestimmung beschäftigt, gestern wieder bis beinahe Mitternacht. Es ist unglaublich was für Pflanzen ich hier finde - der Wahnsinn.

    Liebe Grüße


    Maria

  • MoinMoin!


    Brauchen Pappelraufüße wirklich warmes Klima?
    Vor ein paar Jahren hatten wir mal welche im Taunus, Umgebung Hessenpark auf so um 400m üNN. OK, unter einzelnen Pappeln auf einem Feld, aber eher Nordhanglage, wenn ich mich erinnere,. Das wäre aus meiner sicht jetzt kein thermophiler Standort. Irgendwie habe ich nur noch ein Bild dieser Kollektion, ich dachte, das wären mehr gewesen:



    LG, Pablo.

  • Servus Maria,


    o.k., dann ist das nicht mehr zu klären ;-)


    Servus Pablo,


    ich gehe jetzt nur von meinen Eigenbeobachtungen aus - ich habe Pappelraufüße bei mir in der Gegend eben noch nie gefunden, im BayerWald auch nicht, sehr häufig dagegen in Norditalien - und in Deutschland eigentlich auch aus wärmeren Ecken wie Mainfranken... das heißt nicht, dass das so sein muss - da fehlt mir aber auch Felderfahrung, da ich nicht so oft rauskomme. Ich schaue relativ wenig an, das dafür ziemlich intensiv. Deshalb ist es ja so gut, dass man sich austauschen und ergänzen kann ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo.


    Tendenziell würde ich aber schon zustimmen: Ich habe die Art bisher an drei Fundstellen gesehen. Und zwei davon lagen in der Oberrheinebene (einmal Viernheim und einmal bei Offenburg) an total thermophilen Standorten. Variiert, aber vielleicht ist das ja auch mehr als eine Art...



    LG, Pablo.

  • Servus Hannes (und Pablo),


    ich kann wie gesagt nur Vermutungen äußern, warum ich Leccinum duriusculum bei mir nicht finde, andernorts aber schon. Chemnitz ist kontinentaler als der Münchner Raum - die Sommer können aber sehr warm sein. Andererseits gibt es bei uns Satanspilze und andere Wärmezeiger (und wir haben nicht nur Klakböden, am zu hohen Boden-pH kanns also nicht liegen, dass ich hier keine Pappelraufüße finde).


    Gibt's bei dir eigentlich Leccin(ell)um crocipodium? Dem ist es bei mir definitiv zu kalt, in Mainfranken habe ich ihn schon ein paarmal gefunden und in Norditalien häufig...


    Servus Maria,


    sorry, hatte ganz vergessen, auf das Exkursionsangebot einzugehen. Klar, wenn ich mal wieder zur Altmühl fahre, gebe ich einfach Bescheid. Wäre ja schön, wenn man mal gemeinsam unterwegs wäre. Ich warne nur vor: ich sammle kaum kulinarisch und brauche manchmal recht lange zum Fotografieren, Dokumentieren und Aufsammeln. Das übliche Mykologen-Schneckentempo :-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Salut!


    Leccinum crocipodium habe ich hier in der Gegend noch nie gefunden. Oder besser gesagt: Wahrscheinlich nicht. Im Odenwald hatte ich mal so komische Exemplare (leider nicht mehr wirklich frisch), die wie ein Übergang zwischen L. crocipodium und L. carpini aussahen. Oder besser: Wie keiner von beiden.


    Pappelraufüße gab's da aber nicht.



    LG, Pablo.

  • Hallo Christoph,


    ja, dies wäre schön :)

    Und ansonsten vielleicht dieses heutige Telefonat mit meiner Tochter: "Mami, was machst Du gerade?" "Ich bin wandern" "Mami! Du und wandern? Nie und nimmer! Das was Du wandern nennst ist doch normalerweise das vorwärtskriechen einer Schnecke!" In der Tat, für die ca. 2 Kilometer habe ich heute über 3 Stunden gebraucht - könntest Du da mithalten oder wäre dies noch zu schnell? ;)


    Wenn Du einmal in der Gegend bist, Lust und Zeit hast, dann melde Dich einfach - ich würde mich jedenfalls freuen.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hi,


    L. crocipodium kenne ich nur von einem Standort im Harzvorland auf Rogenstein; Toffel und ich haben letztes Jahr dort bei Harzi Urlaub gemacht, wenn ihr euch erinnert.


    Heute blau und morgen blau und übermorgen wieder


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Gibt's bei dir eigentlich Leccin(ell)um crocipodium? Dem ist es bei mir definitiv zu kalt, in Mainfranken habe ich ihn schon ein paarmal gefunden und in Norditalien häufig...

    Hallo Christoph,


    ich muß meine Angabe korrigieren. Leccinellum crocipodium wurde in Mittweida schon gefunden. Das liegt nur ca. 20 km entfernt. Da sollte ich bei mir auch einmal genauer hinsehen.


    VG Jörg

  • Servus Jörg,


    danke für das Update! Hätte mich auch gewundert. Ich finde nicht, dass die Art sooo selten ist. Mich würde auch nicht wundern, wenn sie sich ausbreiten würde. Der jetzige Hitzesommer ist genau das, was er mag ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo !

    leider konnte ich den in diesem Jahr auf Grund der Trockenheit nicht mehr wiederfinden , die Fundstelle habe ich schon seit ein paar Jahren der ist sehr standorttreu , l . duriusculum gibts bei mir übrigens auch .

    Top Fund: Gelbporiger Raufussröhrling

    Gruß Harry

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