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letzter Beitrag von Harzpilzchen am

Saccobolus citrinus cf. auf Rinderdung

  • Liebe Pilzfreunde

    zur Zeit habe ich noch Rinderdung und Schafdung stehen und schaue ab und an mal darauf. Diesen gelben Winzling habe ich am 08.04.2018 entdeckt, den Rinderdung habe ich am 02.04 in Neudorf eingesammelt. Sollte doch Saccobolus citrinus sein, oder? Für Saccobolus glaber sind die Sporen zu klein.







    Ralf .. bei mir steht "Original einfügen" von Vorschau finde ich nichts.:(

    Sporen [95% • 11 • QPr • v • H2O(nat) ] = 17,2 - 18,7 - 20,3 x 7,6 - 8,5 - 9,4 µm



    LG Harzi

  • Hmmm....mit den losen Sporenpaketen könnte das vielleicht S. saccoboloides sein. Die Art kenne ich jedoch nicht aus eigener Anschauung.
    S. citrinus sollte eigentlich deutlicher granulierte Sporen haben.



    Dann halt "Original einfügen", hat ja geklappt g:-)

  • Hmmm....mit den losen Sporenpaketen könnte das vielleicht S. saccoboloides sein. Die Art kenne ich jedoch nicht aus eigener Anschauung.
    S. citrinus sollte eigentlich deutlicher granulierte Sporen haben.



    Dann halt "Original einfügen", hat ja geklappt g:-)

    Vielen Dank Ralf. Da muss ich am WE gleich nochmal schauen, ob da noch mehr von drauf sind. LG Harzi

  • Schöner Beitrag mit mal wieder überragenden Fotos, Harzi!

    Schreit förmlich nach einer Antwort, wir wollen mal sehen, was geht.

    Sollte doch Saccobolus citrinus sein, oder? Für Saccobolus glaber sind die Sporen zu klein.

    Saccobolus citrinus war auch meine erste spontane Idee, da die Sporen für S. glaber tatsächlich deutlich zu klein sind.

    Im überreifen Zustand driften die Sporencluster von citrinus gern auseinander, wie auf Deinen Bildern zu sehen.

    Auch haben die Sporen dann oft irregulare feine Risse, was auch Karin Larsen "The genus Saccobolus in Denmark", Botanisk Tidsskrift 65, 1970 beschreibt und abbildet.

    Was mich stört, sind die fehlenden feinen Warzen, die citrinus eigentlich immer hat!


    Nun gibt es da noch einen von Dissing beschriebenen Saccobolus ovibovinus. (Four new coprophilous species of Ascobolus and Saccobolus from Greenland, Opera Bot. 100, 1989)

    Die Apos sind goldgelb bis ocker, die Sporen messen 18,5-20 x 8-10 µm und haben feine Risse.

    Dissing schreibt u.a., das S. glaber und ovibovinus die gleiche Sporenornamentation haben.

    S. ovibovinus ist zwar bisher wohl nur von Dung des Moschusochsen (Ovibos moschatus) bekannt, ich könnte mir den durchaus auch an Rinderdung vorstellen.

    Hmmm....mit den losen Sporenpaketen könnte das vielleicht S. saccoboloides sein. Die Art kenne ich jedoch nicht aus eigener Anschauung.
    S. citrinus sollte eigentlich deutlicher granulierte Sporen haben.

    Nach van Brummelen ist Saccobolus saccoboloides eine exotische Art, nun hat Doveri sie scheinbar mehrfach in Italien entdeckt.

    Siehe in seinem Update zu Ascobolus & Saccobolus (2014), S. 124, figs. 143-146.

    Falls es die Art tatsächlich gibt und es sich nicht nur um eine überreife andere Species der Gattung handelt, wäre das natürlich auch eine Option!


    Fazit.

    Saccobolus ist eine sehr schwierige Gattung, wo nicht jeder Fund bestimmbar ist.

    Mitunter kommt man zu einem plausiblen Ergebnis, oft muss man sich allerdings mit einem cf. begnügen.


    Liebe Grüße vom Nobi


    Selbst der kälteste Winter hat keine Chance gegen ein warmes Lächeln!

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  • hallo nobi

    Björn und ich hatten letzten eine Saccobolus die wir als saccoboloides bestimmt haben, die sporen waren allerdings kleiner als die hier beschriebenen maximal bis 15 und das ornamemt war nicht deutlich ausgeprägt das sah fast glatt aus, ich frage Björn ob er die fotos mal.hier anhängen kann.

    Lg,Eike

  • Danke für den interessanten Nachschlag, Harzi!

    Besten Dank. Ich habe diese Art heute nochmal angeschaut, dieses mal sieht das Ornament wirklich fein punktiert aus. Ich glaube aber nicht, das zwei verschiedene Arten darauf sind. Die neuen Bilder hänge ich an. LG Harzi

    Dank der neuen Bilder eindeutig Saccobolus citrinus, wie Ralf bereits bestätigte.

    Auf dem letzten Bild sieht man nun auch schön die typischen Sporenbündel (Cluster).

    Ansonsten explodiert der Dung gerade, ein paar Bilder vom Pferdedung und Rinderdung habe ich auf die Schnelle mal gemacht ...

    Das erste Bild zeigt ein Schizothecium, aufgrund der auffällig kräftigen Squamufolien sehr wahrscheinlich Schizothecium aloides.

    Die Tintlinge sind für mich ohne Infos zu Huthaut/Velum und ohne Größenangaben nicht bestimmbar.


    Interessant sind die winzigen Becherchen, die offensichtlich an dem Schizothecium schmarotzen.

    Dabei handelt es sich um einen inoperculaten Discomyceten, von denen man nur wenige Species an Dung findet.

    Was Du zeigst, hört auf den Namen Unguiculella tityrii.


    Auf eine Anfrage von Ralf hatte ich den hier mal kurz vorgestellt.

    Literatur zur Art findest Du an dieser Stelle.


    Schön, dass Du weiterhin am Dung dranbleibst.

    Deine hervorragend bebilderten Beiträge sind immer etwas Besonderes und ich genieße jeden von ihnen.


    Liebe Grüße vom Nobi


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  • Besten Dank Nobi


    Von den kleinen Bechern kann ich noch ein paar nachschießen. LG Harzi






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