Widerspenstiger

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 1.097 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beorn.

  • Nun spendiere ich dem "einzigen Pilz von Sardinien" doch noch eine eigene Anfrage, statt ihn im Urlaubsbericht zu vergraben.


    Ich habe jetzt so oft durch die Pilzbücher geblättert, ohne auch nur bzgl. der Gattung so richtig zu Potte zu kommen.


    Fundort: künstlich bewässerter Rasen unter Laubbäumen (Fehler: kein Bestimmungsversuch), Mittelmeerraum, Meeresnähe


    Hutdurchmesser ca. 3-4 cm


    Sporenfarbe: nicht aussporen lassen (Fehler: kein Sporenabdruck), am alten vertrockneten Exemplar rechts im 1. Bild ist aber zu sehen, dass die Lamellen sich im Alter dunkelgrau färben


    Geruch: angenehm pilzig, kein Mehlgeruch


    Auffällig fand ich ferner die Velumflocken auf dem Hut und am Hutrand sowie die Radialstreifigkeit


    Am häufigsten bin ich bei Träuschlingen (Stropharia) hängengeblieben, v.a. wegen der vermuteten Sporenfarbe. Auch die Velumflocken würden recht gut passen, und der Ring darf bei einigen Arten ja auch vergänglich sein. Nur der streifige Hutrand will nicht so recht gefallen.


    Gucke ich überhaupt in die richtige Richtung?


    Danke im Voraus für alle Hinweise,
    Craterelle

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    so ganz spontan denke ich gerade an Inocybe sp. Das kann aber auch was mit Entzugserscheinungen zu tun haben, so dass ich an deiner Stelle noch eine Zweitmeinung einholen sollte. :D


    l.g.
    Stefan


    P.S. Wenn ich Recht habe ist der Pilz so natürlich nicht zu knacken. Sieht aber spannend aus. :thumbup:

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hm, Risspilz meint ihr? Ich hatte auch mal in die Richtung geguckt, aber wegen des angenehmen Geruchs nur kurz. Die Velumflocken gingen für Risspilze in Ordnung?


    Ich hadere die ganze Zeit mit den Streifen: ist das nun eine radialfaserige Huthaut oder ein geriefter Hutrand? Vor Ort hatte ich es als letzteres wahrgenommen, bin aber beim Betrachten der Bilder unschlüssig geworden.


    LG, Craterelle

  • Hallo,



    der erinnert mich irgendwie an den Runzeligen Ackerling (Agrocybe rivulosa), obwohl hier die Hutoberfläche wohl eher nur so aussieht als wäre sie runzelig. Trotzdem solltet ihr euch mal diesen Thread hier anschauen.

    Grüße aus dem Saarland, Holger smilie_ga_006.gif 

    "I'm only happy when it rains
    I'm only happy when it's complicated
    And though I know you can't appreciate it
    I'm only happy when it rains"
    (Garbage)

    • Offizieller Beitrag

    Morgen!


    Nö, kein Risspilz, sondern ziemlich sehr sicher ein Faserling. :)
    Ausgehend vom Habitus, dem Aussehen des Velums, der Stieloberfläche, dem Aussehen der Lamellen... Die radiäre Zeichnung auf der Hutoberfläche wirkt auf mich mehr wie ein wuchsbedingtes oder witterungsbedingtes Artefakt, weil wenn man sich die wegdenkt, hätte mna hier ja schlichtweg einen >Behangenen Faserling< in der Hand. Wobei man im Hinterkopf haben sollte, daß Andreas mal an einer Stelle schrieb, daß der name der Art mindestens mit einem "s.l." zu versehen ist, weil sich in Psathyrella candolleana mehrere Arten verstecken könnten.



    LG, Pablo.

  • Hallo Holger, bei den Ackerlingen hatte ich mich auch schon umgeguckt, der ist allerdings in meinen Büchern nicht drin. Aber als runzelig kann man den Fund auch nicht guten Gewissens beschreiben.


    Pablo, es fällt mir noch etwas schwer, mich mit dem behangenen Faserling anzufreunden.


    Der im Vergleich zu den Lamellen sehr dünnfleischige Hut passt natürlich gut, aber so zerbrechlich wie überall beschrieben hat er auf mich nicht gewirkt, ich fand ihn angesichts des dünnen Hutfleischs im Gegenteil eigentlich eher recht stabil. Vielleicht mache ich mir da die falschen Vorstellungen?


    Velumflocken passen, der hohle Stiel passt, die Struktur an der Stielspitze könnte vielleicht passen (noch mit Fragezeichen dran, da würde ich gern Detailaufnahmen von finden). Schwach geriefter Hutrand wird auch gelegentlich beschrieben, und der Hutfarbe ist wohl ohnehin nicht allzu viel Bedeutung beizumessen.


    Klingt alles in allem doch plausibler als die anderen Optionen :/


    Gruß & Dank,
    Craterelle

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Craterelle!


    Was mich vor allem an einem Ackerling zweifeln lässt, sind zwei Dinge. Zum einen scheint die oberste Huthautschicht irgendwie eine radiäre Struktur zu haben (und der Hut ist an zwei Stellen radial eingerissen). Die Epikutis bei Ackerlingen ist aber ein Hymeniderm, also aus aufgerichteten keuligen oder sogar kugeligen Zellen aufgebaut. Keinerlei radial verlaufende Hyphen in der Epikutis, und darum auch null radiäre Markierung und eher ein konzentrisches oder feldriges Aufplatzen als ein radiales Einreißen.
    Zum Anderen die feinen Velumflöckchen, die sich auf dem ganzen Hut bis zur Hutmitte recht gleichmäßig verteilen. Ackerlinge (gilt für alle Arten der gattung) haben zwar ein Teilvelum, aber das befindet sich nie auf dem ganzen Hut. Nur selten zieht es sich bei ganz jungen Pilzen (bisher nur bei Agrocybe dura und Agrocybe ochracea beobachtet) vom Hutrand ein Stückchen als feine, faserige Flocken den Hut hinauf, und das höchstens mal so 1/10 des Hutradius.



    LG, Pablo.