Gloeophyllum odoratum = Fenchelporling

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  • Gloeophyllum odoratum (Wulfen) Imazeki 1943
    Fenchelporling
    Synonyme siehe :
    http://www.speciesfungorum.org…ecies.asp?RecordID=297848


    Basidiomycota --> Agaricomycetes --> Incertae sedis --> Gloeophyllales --> Gloeophyllaceae --> Gloeophyllum --> Gloeophyllum odoratum



    Fruchtkörper:

    junge Pilze knollig-wulstig, ältere Pilze an senkrechtem Substrat konsolenförmig oder klumpig verwachsen,
    einzelne Fruchtkörper bis 20 cm breit, bis 10 cm abstehend, bis 6 cm dick (mehrjährig)
    Oberfläche bei jungen Pilzen matt samtig-filzig orange-braun, bei älteren Pilzen sehr uneben matt-filzig,
    nachdunkelnd bis dunkelbraun-schwarz, dabei bei mehrjährigen Exemplaren leicht zoniert und verkahlend,
    frische Zuwachskante wulstig, abgestuft von dunkel rot-braun über leuchtend-orange bis hell-gelb


    Poren:
    bei jungen Pilzen hell-gelb, leicht unregelmäßig rundlich, 1-2 pro mm, bei älteren Pilzen nachdunkelnd, bei frischem Zuwachs wieder hell

    Fleisch:

    bei jungen Pilze orange-braun und auf Fingerdruck weich und nachgebend, bei älteren Pilzen rot-braun, in Schichten bei mehrjährigen Pilzen, korkig-hart
    Röhren 5 - 15 mm lang, rötlich-braun


    Speisewert: kein Speisepilz


    Geruch:
    bei frischen und nicht zu trockenen älteren Exemplaren deutlich süß-würzig, nach Fenchel (Fenchelkräutertee, Frischgemüse) oder Anis (wobei beide Angaben keinen Widerspruch darstellen, weil botanisch und von den Pflanzeninhaltsstoffen sind beide Arten, Foeniculum vulgare und Pimpinella anisum, eng verwandt), bei ganz alten trockenen Pilze durch Anfeuchten wieder hervorzurufen


    Geschmack: lt. Laux: bitter-säuerlich


    Sporenpulverfarbe: weiß, durchscheinend (hyalin)


    Vorkommen:
    holoarktisch verbreitet, in Deutschland überwiegend ab Mittelgebirgslage in Fichtenwäldern,
    mehrjährig an alten Nadelholzstümpfen (bevorzugt an Fichte, jedoch auch an anderen Nadelhölzern, eigene Funde an Tanne und Pseudotsuga) siehe auch hier: http://cfs.nrcan.gc.ca/herbarium/fungus/1163?lang=en_CA


    Sonstiges:
    kein Schädling, da der Pilz ausschließlich an Totholz vorkommt und hilft, alte Stümpfe zu zersetzen, intensiver Braunfäule-Erreger, Färbung mit KOH schwarz

    Verwechslungen:

    durch Geruch und Poren-/Tramafarbe eigentlich unverwechselbar.
    Sehr alte Fruchtkörper mit dunkler Oberfläche könnten ohne nähere Ansicht mit ebenso alten fast zerfallenden dunklen Fruchtkörpern von Fomitopsis pinicola, Ganoderma applanatum, Heterobasidion annosum etc. verwechselt werden.
    EDIT: ich ergänze nach Pablos Hinweis: Onnia - Arten (Filzporlinge) und Inonotus - Arten (Schillerporlinge) können opt. ähnlich aussehen, kommen überwiegend an Laubholz vor.


    Bilder:
    Nr. 1 vom November 2012 legt gerade (November 2014) eine neue Runde ein, an Pseudotsuga-S.


    Nr. 2 vom Dezember 2012 an Pseudotsuga-Stumpf


    Nr. 3 von Dezember 2012 an Fichtenstumpf


    Nr. 4 von September 2013 an Tannenstumpf


    Nr. 5 von November 2013


    Nr. 6 von Dezember 2013


    Nr. 7 von September 2014 an Tannenstumpf


    <Gloeophyllum sepiarium>
    <Gloeophyllum abietinum>
    <Gleoephyllum trabeum>

    • Offizieller Beitrag

    Hi.


    :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup:


    Was potentiell noch Anlass zur Verwechlung geben kann, wären Onnia - Arten (Filzporlinge) und Inonotus - Arten (Schillerporlinge). Letztere kommen aber fast nur an Laubholz vor, beide Gattungen bilden Hymenialseten aus.



    LG, pablo.

  • Hallo zusammen,


    ich ergänze mal ein paar Mikrobilder eines Fundes aus Giershagen bei Marsberg im Sauerland vom 4.4.2026, der auf Picea abies wuchs.


    Poren

    Sporen in Wasser

    Trama mit Skeletthyphen und generativen Hyphen. Bindehyphen sollen laut Literatur auch vorhanden sein, aber wohl nur sehr zerstreut in der Trama zu finden sein

    Hymenium mit generativen Hyphen (mit Phloxin B angefärbt) und Skeletthyphen


    Björn

  • Hallo Björn,

    sagenhaft schöne Bilder! Ich bin vor allem in das dritte mit den Skelett-Hyphen verknallt (das mit der geringeren Vergrößerung und etwas "Freifläche" drumherum) und möchte dich glatt fragen, ob du es mir schicken kannst. Ich würde es mir ausdrucken und an die Wand hängen - natürlich nicht, ohne dich als Autor des Bildes zu nennen. Ich finde diese Farbüberlagerungen einfach gnadenlos schön!


    LG Simon

  • Hallo Björn,


    dieses Porlingszeugs ist so gar nicht mein Lieblingsfeld. Aber das (grüner Pfeil) sollten die reich verzweigten, knorrigen, hier farblos erscheinenden Bindehyphen sein.



    Freundliche Grüße

    Peter

  • Hallo zusammen,


    ich habe das Bild mit den Skeletthyphen hier in voller Auflösung hochgeladen. Falls das nicht das richtige Bild war, einfach noch mal kurz bescheid geben.


    Bei den markierten Hyphen mag ich nicht so recht an Bindehyphen glauben. Die sollen laut Ryvarden & Melo nicht in allen Fruchtkörpern vorkommen und dort wo sie vorkommen vor allem nahe der Anwachsstelle zu finden sein. Im Hymenium würde ich sie also erstmal nicht erwarten. Ich denke, daß die knorzeligen Elemente eher generative Hyphen sind, die aber so zerstückelt sind, daß sie "leer" sind und sich entsprechend nicht mit Phloxin B anfärben ließen.


    Björn