Mykorrhizieren Steinpilze mit Birken?

Es gibt 21 Antworten in diesem Thema, welches 4.402 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von mentor1010.

  • Moin liebe Forengemeinde :)


    Weil ich leider meine Pilzliteratur nicht dabei habe und auch nichts entsprechendes im Internet rausfinde, würde mich mal interessieren, ob eine Mykorrhizierung des Steinpilzes mit einer Birke möglich ist?
    In meinen Pilzkursen hieß es immer "nein, nur mit Fichte, Kiefer, Eiche, Buche..."


    Als Grundlage nehme ich mal diesen Beitrag hier:


    http://www.pilzforum.eu/board/thema-stammtisch?page=478
    Beitrag # 9553


    Ich bin einfach nur mal neugierig, damit ich mir im Geiste entweder einen Haken dran machen kann, oder die Idee verwerfen muss :)
    Es muss ja nicht alles richtig sein, was man in einem Kurs lernt.


    Mausmann, sorry, aber mit Deinem Beitrag hast Du einen alten Gedanken wachgerüttelt ;)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Kuschel!


    Welchen Steinpilz meinst du denn?
    Den Echten, also B. edulis?
    Der kann - wenn er will - mit so ziemlich jedem Baum. Hatte ich aber schon geschrieben.


    Edit:
    Wenn du zu B. edulis da echt nichts findest, dann such mal nach Boletus betulicolus oder Boletus edulis var. betulicola. Wobei ich die Ansicht verschiedener Autoren vertrete, daß auch diese Varietät zu Boletus edulis s.str. zu rechnen ist. Ich kenne da so ein hübsches Waldstück (Ebereschen, Ahorn, Birke), wo an einer Stelle je nach Jahreszeit und Laune des Pilzes entweder dicke, dunkelhütige, klassische Fruchtkörper auftauchen (auch durcheinander), oder eben etwas, das dann zur var. betulicola passt.


    Ansonsten kannst du das Spektrum der Baumpartner noch etwas erweitern: Auf jeden Fall kannst du noch Eßkastanie und Linde dazu nehmen. Dann natürlich Douglasie, Hainbuche, Haselnuss (hattest du am Stammtisch ja schon erwähnt).


    Platane, Ahorn, Robinie, Rosskastanie, Eschen geht natürlich nicht.
    Bei Lärche, Weide und Pappel bin ich mir jetzt nicht sicher, glaube aber die gehen auch nicht.



    LG, Pablo.

  • Nö, ich meinte keinen speziellen Steinpilz.


    Ich hörte zwar auch, das B. edulis mit fast jedem Baum kann, aber eben nur fast und Birke war in meinen Kursen immer der Baum, mit dem er nicht kann *verzweifelt-dreinguck* :/


    Das Blöde ist, dass sich dieser Spruch bei mir eingebrannt hat. Gibt es da nicht doch ernst zu nehmendes Material zu?


    Gerd hat doch sowas meist in petto, vielleicht schaut er hier mal rein.

    • Offizieller Beitrag


    Nö, ich meinte keinen speziellen Steinpilz.


    Dann machst du's echt kompliziert. 8|
    Die vier Arten haben völlig unterschiedliche ökologische Ansprüche und ein ziemlich verschiedenes Verhalten in der Wahl des Mykorrhizapartners.


    Ein kleine Ergänzung zum Fichtensteini siehe oben.


    Das Problem ist, daß - gerade in "Anfängerbüchern" - meist "bei Fichte" steht. Aber auch in weiterführender Literatur heißt es oft nur "Laub- und Nadelbäume". Eine gute Monographie habe ich leider nicht, aber so einige eigene Erfahrungen durfte ich schon machen. :)


    PS.:
    Klar, eine Gerd - Folie dazu wäre famos! :thumbup:
    Man könnte auch mal gucken, ob Björn sich dazu in seinem Buch irgendwie äußert (Schau an, jetzt hätte ich's doch gerne :) ).


    LG, Pablo.

  • Hallo Kuschel!


    In der Funga Nordica steht folgendes:
    "Micorrhizal in deciduous and coniferous forests under Fagus, Quercus, Betula and Picea, rarely Pinus..."

    LG Inken


    _____________
    Essensfreigabe nur beim PSV vor Ort!


    Pilzchips: 92 (100 + 20 APR 2013 + 5 APR 2014 - 15 Kollekte APR2015 + 17 APR 2015 -10 Kollekte APR2016-10 Einsatz Podiumswette- 15 APR2020 +9 APR2020 )=101 -APRStartgeb.2021= 86

  • Okay, vielen Dank Ihr Lieben, Ihr habt mich überzeugt :)


    Wenn ich nämlich mal einen Steinpilz in der Nähe von Birken fand und weit und breit nichts anderes zu sehen war außer Heidekraut, habe ich ihm immer unterstellt mit dem Heidekraut zu mykorrhizieren :shy:


    Unter AHORN????? 8| Pablo, das würde ich schon wieder bezweifeln :evil:


    Ich weiß, ich betreibe jetzt Haarspalterei, aber dennoch, es ist doch höllisch interessant :)


    Hier noch ein Zweifler, der sich - wie man hier im Forum den Eindruck bekommt - gut auskennt:


    http://www.pilzforum.eu/board/…aufruf-boletus-betulicola
    ich zitiere den Beitrag # 8


    Hallo Eike,
    definiere ihn doch mal genau anhand seiner Bestimmungsmerkmale, den Birkensteinpilz. Ich kann mir nichts darunter vorstellen.


    ;)


    Inni, schon witzig, die Definition, wenn ich lese, dass er unter Pinien/Kiefern selten vorkommt. Hier im Norden finde ich ihn darunter gar nicht so selten :)

    • Offizieller Beitrag

    Hi.



    Unter AHORN????? 8| Pablo, das würde ich schon wieder bezweifeln :evil:


    Darum schrieb ich ja auch:

    Zitat


    Platane, Ahorn, Robinie, Rosskastanie, Eschen geht natürlich nicht.


    Ahorn bildet überhaupt gar keine EndoEktomykorrhiza aus. Mit keiner Pilzart.



    Eben darum halte ich persönlich auch nicht von der Abtrennung eines "Birkensteinpilzes", weder als eigenständige Art, noch als Varietät. Zumal ich auch schon bei Rotbuche Fruchtkörper von B. edulis gefunden habe, die morphologisch hervorragend zur var. betulicola gepasst hätten.



    LG, Pablo.


  • Oh, tut mir leid. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil :shy:


    Fazit:
    Du plädierst also für B. edulis var. betulicola
    und nicht für B. betulicola :)

    • Offizieller Beitrag

    Fazit:
    Du plädierst also für B. edulis var. betulicola
    und nicht für B. betulicola :)


    Nein.
    Ich plädiere für B. edulis var. betulicola = B. edulis s.str. :)
    Mir scheint das einfach zur normalen Variationsbreite zu gehören.



    LG, Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Christian!



    Moin, nur kurz, der Richtigkeit halber.
    Ahorn bildet nur ENDO- und keine EKTOmykorrhiza.


    LG Christian


    Danke, habe ich oben korrigiert. :thumbup:


    Kuschel, danke für den Link. Andreas und Christoph schließe ich mich da absolut an, das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Auch wenn ich nie mikroskopiert habe und nie in Russland und / oder Finnland war.
    Aber es tut gut, wenn die eigene Ansicht von ausgewiesenen Fachleuten bestätigt wird.


    LG, Pablo.[/b]

  • Hallo Kuschel,


    diese Erfahrung mit Boletus edulis im Hochmoor habe ich vor 2 Wochen beim Heimaturlaub in Bordesholm auch gemacht. Wir waren im dir sicherlich bekannten Dosenmoor unterwegs und was sehen wir mitten im Moor auf dem Weg unter einer der hunderten von Birken Stehen? Einen wunderschönen knubbeligen Steinpilz....
    Hab mich auch gewundert. Nun bin ich aber schlauer.
    Danke an alle!

  • Sehr geehrter Herr Beorn,


    wenn Sie schreiben, Zitat: "Ahorn bildet überhaupt gar keine EndoEktomykorrhiza aus. Mit keiner Pilzart.", dann ist dies zunächst eine unbegründete Hypothese einschließlich der Unkenntnis in der Verwendung von mykologischen Termini.


    Vieleicht ist es Ihnen möglich, sie in eine begründete Hypothese samt korrekter Termini zu überführen.


    Um schließlich einen begründeten Beweis zu erbringen.


    Liebe Grüße
    Bärbel

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Bärbel.


    Vieleicht ist es Ihnen möglich, sie in eine begründete Hypothese samt korrekter Termini zu überführen.


    Nö.
    Das machen wir jetzt mal anders rum:
    Ich habe eine Behauptung in den Raum gestellt, du zweifelst sie an, wenn ich das richtig verstehe (ist leider bei deinen sonderbaren Formulierungen oft nicht so einfach zu erraten, was du eigentlich willst).
    Jetzt erklär mal, was dich denn daran zweifeln lässt. Aber bitte etwas detaillierter und aussagekräftiger als kürzlich im Portrait zu Lachnum subvirgineum, das war ja inhaltlich irgendie ganz schön mager.
    Ich habe dich nach wie vor im Verdacht, vielleicht gar nicht so unkundig in Sachen Pilze zu sein, wie du es aussehen lässt.
    Das wäre also eine gute Gelegenheit für dich, mal wirklich inhaltlich etwas beizutragen, auch ohne gleich deine Identität und deinen Zugang zur Mykologie aufzudecken.


    Denn mal ganz im ernst:
    Was soll man von jemandem halten, der / die sich immer nur zu Wort meldet, wenn es was rumzukritteln gibt, sich dann aber in der Anonymität verkriecht und keine belegbaren, sachlichen Inhalte mehr beisteuert?
    Das Verhalten finde ich eigentlich bedauerlich. Weniger für uns als Gemeinschaft (es sind hier genug durchaus fachkundige und auch sehr nette Leute aktiv), sondern viel mehr für dich, Bärbel.


    Anschluß an eine Gemeinschaft findest du nicht, wenn du dir permanent nur Mühe gibst, den Leuten auf die Nerven zu gehen. Daß sich das auch auf deine etwas groteske Art der Anreden und Formulierungen bezieht, weißt du ja wahrscheinlich.
    Klink' dich ein, sag "hallo" oder "moin" statt irgendwelcher steifen und kalt bis unehrlich wirkenden Floskeln. Erzähl mal was über dich (müssen ja keine Namen sein), was du so im Bereich Mykologie machst und wo deine Interessen liegen. Versuch Kritik anzubringen, aber versuch sie zu begründen und mal so zu formulieren, daß sich nicht alle Welt genervt fühlt.


    Wenn du das auf die Reihe bekommst, dann heißt es hier "Herzlich willkommen, Bärbel" und du wirst eine Menge Spaß und Freude haben. ;)



    LG, Pablo.

  • Tsts...müsst ihr denn immer frotzeln ? :evil: Also im Grunde gibt es doch überall Steinpilze...meine "verrückteste " Ecke ist an einem kleinem Teich, immer ! mitten im Schilf...und zwar mit schöner Regelmässigkeit..allerdings in 7-8 Metern Entfernung stehen Eichen ...die machen da wohl ein wenig an Füßchen der Eichen rum ;)