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letzter Beitrag von Mreul am

Stemonitis fusca

  • Hallo zusammen,


    ein etwas größerer Schleimi als die bisherigen:


    Stemonitis fusca


    Vollständiger Name: Stemonitis fusca Roth. Mag. Bot. Römer & Usteri 1 (2): 26; 1787


    Synonyme:
    Stemonitis nigrescens Rex. Prog. Acad. Phila. 43: 329; 1891


    Deutsche Namen gibt's einige, mein Favorit ist Dunkles Fadenkeulchen.


    Sporokarpien: In Büscheln angeordnet, an der Spitze rund, ca. 1-2cm hoch. Die Farbe ist in der Regel dunkelbraun (bis fast schwarz). Stiel bis zu 7mm lang, Columella setzt den Stiel fort, am Ende die Spitze erreichend oder ins Capillitium übergehend.


    Capillitium: >=1 µm Durchmesser, Netzmaschenweite 3-40 µm, im Durchschnitt um 20 µm.


    Sporen: Dunkelbraun, rund, mit deutlicher Netzzeichnung, 7-9 µm.


    Plasmodium: Weiß, später im Übergang rosa-rötlich, geht dann allmählich ins reife braun über.


    Vorkommen: Die Art ist häufig und erscheint auf Stümpfen, Stämmen und Ästen von Laub- und Nadelbäumen. Die abgebildeten Exemplare stammen von einem Fichtenstumpf.


    Verwechslung: Normalerweise gut kenntlich durch die Größe um 1,5cm und die dunkle Sporenpulverfarbe. Nur S. axifera und S. splendens erreichen vergleichbare Größen, haben aber helleres Sporenpulver. S. axifera hat etwas kleinere, ganz fein punktierte (fast glatte) Sporen. Die seltene S. splendes zudem größere Maschenweiten im Capillitium.
    Kleine Fruktifikationen, die zudem noch heller braun sind, sind nur mikroskopisch bestimmbar, da gibt's dann noch mehr Verwechslungsmöglichkeiten.


    Reif:


    Im Übergangsstadium:


    Sporen:


    So, den kann aber jetzt jeder finden, auch ohne ne Lupe mitzuschleppen. :D


    Viele Grüße,
    Matthias

    Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.

  • Moin Matthias,


    es ist klasse, dass du die Schleimpilze in Sachen Portraits vertrittst! Die dürfen auf keinen Fall zu kurz kommen.


    Da ich dich als Experten (auch wenn du dich selbst nicht so nennen möchtest) schonmal vor Ort hab, nun meine Frage:


    Auf Grund der Größe zweifle ich in diesem Fall an Stemonitis fusca, obwohl die Gattung stimmen sollte. Ist die Größe ein Ausschlußkriterium? (Beim 2. Bild sieht man eventuell die Größenverhältnisse). Der Pilz wuchs in unmittelbarer Nähe eines Schildborstlings. Am gleichem verrottenen Stamm meine ich mich an Blutmilchpilze erinnern zu können. Das 1. Bild ist auf Grund der Aufnahme durch die Stereolupe leider farblich verfälscht.




    Danke schon einmal für deine Meinung. :)


    lg,


    Jan-Arne

                                                                               
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  • Diesen Pilz (ich hoffe, dass es bei dem keine Doppelgänger gibt, sonst muss ich den Beitrag löschen :shy: ) habe ich am 8. Juni 2013 in einem Wald mit überwiegend Kiefern auf einem toten Stamm in der Nähe von Kiew fotografiert.






    Liebe Grüße
    Lara


    Träume werden wahr! Auch Hornberg war mal ein Traum...:)

    Einmal editiert, zuletzt von Lara ()

  • Doppelgänger? Meinst du z.B. Stemonitis axifera? :D

    Projekt Fungi: 3277

    [FERTIG] Band 1a: 440 Pyrenomyceten mit 0-1fach sept. Sporen; Band 1b: 380 Pyrenomyceten mit 2-M.

    Band 2a: Pezizomycetes, Hypogäische Eurotiomycetes, Lecanoromycetes, Arthoniomycetes

    Band 2b: Leotiomycetes, Geoglossomycetes, Taphrinomycetes, Laboulbeniales, Orbiliomycetes

    Band 3: Rindenpilze, Heterobasidiomycetes, Cyphelloide Pilze
    Schwarzwälder Pilzlehrschau

  • Hallo Hella, Jan-Arne und Lara!


    Wie ich das verstanden habe, ist es in der Tat nicht so ganz einfach. Die oben von Matthias unter "Verwechslungen" erwähnten Arten können offenbar schon sehr ähnlich sein.
    >Vergleiche dazu auch dieses Thema<
    Gerade das erste Bild von Lara schaut aber schon sehr gut aus, mit diesen Käppchen. Aber besser wäre es, da die EInschätzung eines Kenners abzuwarten. Um die ergänzten Bilder wäre es schon schade, wenn die weg müssten.
    Aber mal abwarten...



    LG, Pablo.

  • Hallo alle miteinander,


    Ist leider alles nicht so einfach, so wirklich ganz sicher bin ich mir makroskopisch nur, wenn die relativ groß und recht dunkel sind, wie ich ja im Portrait auch geschrieben habe. Bisher hat die Mikrountersuchung dann die Vermutung immer bestätigt.
    Wenn ich es irgendwie schaffe, stell ich die S. axifera heut auch noch vor.


    @Jan-Arne:


    Die Größe spielt schon eine Rolle, wenn man makroskopisch weiter kommen will, über 1,5cm gibt's da nicht so viele. Darunter allerdings gibt es eine Gruppe von Stemonitis-Arten, die selbst mikroskopisch richtig schwierig sind, nämlich die Gruppe um S. pallida. Im Detail bin ich da im Portrait nicht drauf eingegangen, weil ich da selbst kaum noch durchblicke.
    Deiner kann schon eine kleinere S. fusca sein, bei der dunklen Farbe würd ich's vermuten, allerdings ganz sicher bin ich da leider nicht, kleiner gibt's nämlich schon etliche.


    Lara :
    Wenn die recht groß waren, kann das schon hinkommen. Verwechslungsmöglichkeiten gibt's durchaus, v.a. wenn der nicht sehr typisch ausgeprägt ist, dann helfen oft nur die netzigen Sporen weiter.
    Gerade beim ersten bin ich aber nicht wirklich sicher, so helle Exemplare sind meistens was anderes, aber S. fusca kann schon auch mal heller sein, nur wird's dann nicht mehr so leicht.


    Viele Grüße,
    Matthias

    Je intensiver man sich mit Pilzen beschäftigt, desto komplizierter wird es, sie zu bestimmen.

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