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letzter Beitrag von Christoph76 am

'Alle Röhrenpilze sind essbar'

  • Hallo ihr Lieben,


    ich höre in letzter Zeit immer wieder die Weisheit, dass alle Röhrenpilze, kochen vorausgesetzt, essbar oder zumindest ungefährlich beim Verzehr sind. Bis auf wenige Vertreter (Satansröhrling) die 'leicht' zu unterscheiden sind, scheint mir diese Aussage auch beim Durchblättern meiner Pilzbücher richtig zu sein.


    Ich frage mich nun, ob man bei Röhrenpilzen bei der Bestimmung so vorgehen kann, dass man sicherstellt, dass es keine der giftigen Arten ist und dann davon ausgeht, dass der Pilz essbar ist. Also keine eigentliche Bestimmung sondern ein Ausschluss. Habe es bis jetzt zwar nie so gemacht, mich würde aber interessieren ob es möglich ist.


    Bin schon auf eure Meinungen gespannt,
    Schöne Grüße aus Bamberg,
    Benedikt


  • Ich frage mich nun, ob man bei Röhrenpilzen bei der Bestimmung so vorgehen kann, dass man sicherstellt, dass es keine der giftigen Arten ist und dann davon ausgeht, dass der Pilz essbar ist.


    Hiervon würde ich abraten. Es ist richtig, dass du als Speisepilzsammler zunächst die Giftpilze kennenlernen solltest, die potenziell deinen Pilzkorb bevölkern könnten. Sammelst du nur Röhrlinge, sind es nur ganz wenige. Sammelst du nur Röhrlinge mit weißen oder gelben Röhren, musst du gar keinen kennenlernen und lediglich auf einen bitteren Geschmack im Pilzgericht achten. Sammelst du auch Lamellenpilze, dann werden es ganz schnell viele.


    Gehst du streng nach dem Ausschlussverfahren vor, besteht die theoretische Möglichkeit, dass doch ein Giftpilz in deinem Korb landet - nämlich einer, der in den gebräuchlichen Pilzbüchern nicht vorkommt. Oder einer, dessen Giftigkeit erst in den letzten Jahren bekannt geworden ist und der in deinem Pilzbuch als essbar verzeichnet ist.

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Ich denke, so allgemein kann man das nicht sagen und nicht nur wegen dem Satansröhrling. Wenn dir nur ein kleiner Gallenröhrling in ein Pilzgericht "rutscht" (ist mir in meiner ANFANGSPHASE schon passiert), dann kannst das ALLES wegwerfen, so bitter schmeckt es und da gibt es auch noch andere Beispiele (etwa den "Schönfussröhrling").


    Es macht aber einfach mehr Spaß, die Pilze auch bestimmen zu können und nicht nur nach ESSBAR oder NICHT ESSBAR zu unterscheiden.

  • Hallo Benedikt,


    mit dem Link von Thomas ist schon fast alles genannt.


    Trotzdem möcht ich Dir raten dich an Diesen Pilz


    doch erstmal vorsichtig heranzutasten.


    Will bewusst keinen Roman schreiben, er wird aber in neuerer Literatur bereits als giftig bzeichnet.


    Wenn Du dich damit auseinandersetzt, auch hier im Forum gibts drüber zu lesen, lernst Du auch noch dazu.


    Ich persönlich sammle den nicht, andere tun es.

  • Hallo,


    das ist interessant. Die "neuere Literatur" würde mich interessieren.


    Im Gegenzug zitiere ich aus "Der große BLV Pilzführer ",
    Dr. Ewald Gerhardt, ISBN 978-3-8354-1124-1, Ausgabe 5 / 2013, Seite 468, zum Netzstieligen Hexenröhrling, Boletus luridus:
    "......... : :plate: Eßbar; nach neuester Erkenntnis ist auch bei Alkoholgenuß nicht mit vorübergehender Giftwirkung zu rechnen."


    Gruß,
    Markus



  • Ich hatte diesesjahr meine ersten gefunden , in dem Topic war die selbe diskuston.
    Aber klar wurde es nicht, und mitlerweile gibt es die Netzstieligen hier in Massen und ich habe sie Probiert! Alles super und ein Freund wollte es sogar wissen und Hat ein Bierchen dazu getrunken ebenfalls alles super .


    Anscheinend ist die verträglichkeit von Person zu Person unterschiedlich, aber der zusammenhang mit Alcohol ist nicht bestätigt und wie gesagt im Test jetzt so wiederlegt.


    (Und jetzt kein geschimpfe er wusste ja was er macht!)

  • Hallo Markus,
    das Thema hatten wir kürzlich erst und überall ist was anderes zu lesen. Früher war er ja in Verbindung mit Alkohol "gefährlich" über die Tage davor und danach seht auch überall was anderes.


    Ich zitiere den KOSMOS Naturführer -neueste überarbeitete Ausgabe- , Autor Flück
    "Welcher Pilz ist das?" mit Extra Pilze und ihre Baumpartner


    ISBN 978-3-440-11561-9


    Speisewert giftig
    .... Er ist als giftig zu betrachten, da er bei einigen Personen das Coprinus-Syndrom auslösen kann.


    ZITAT ENDE


    ----------------------


    Bin kein Wissenschaftler hab aber mehrfach gelesen dass der Pilz kein Coprin enthält.
    Und solange nicht eindeutig geklärt ist ob die Vergiftungen durch Verwechslungen
    mit anderen Pilzen oder sonstigem hervorgerufen wurden finde ich es schon auch wichtig
    einem "Neuling" diesen Hinweis mit auf den Weg zu geben.


    Würd mich mal persönlich interessieren, wie das Pilzsachverständige handhaben.[hr]
    Hi Kiho, keiner schimpft ...

  • Die Annahme daß man alle Röhrenpilze essen könne, auch wenn man sie nicht kennt, halte ich für eine gefährliche Einstellung.


    Mal unabhängig davon ob ein derartiger Sammler den Pilz als "Röhrling" erkennt, - übrigens ist der "Lamellenpilz" Europäisches Goldblatt, Phylloporus pelletieri auch einer von 9 "Röhrlingen" der anderen Art, weltweit - kann er evtl. nicht beurteilen ob der Pilz gesund ist oder richtig gewachsen oder vielleicht gar ein Porling.
    Der ahnungslose Pilzsammler weiß doch nimmer woran er einen alten "Strubbelkopf" erkennt oder einen nur dezent befallenen "Rotfuß" beispielsweise. Man muß schon einen Pilz als essbar erkennen um ihn verspeisen zu können und ihn nicht nur als "Röhrling" identifizieren.

  • Mausmann, das hast Du schön geschrieben.


    Die Rotfussröhrlinge (xerocomus chrysenteron) setzen ja auch gerne den weissen Schimmelpilz an
    auch oft bei ganz jungen Exemplaren. Dann gibts ja auch noch die "überständigen" Pilze
    und grad fällt mir der Hohlfussröhrling noch ein. Da gehen die Meinungen auch teilweise auseinander
    ob ungeniessbar oder nicht. Den hab ich selbst auch schon mal im Gericht gehabt.


    Ein wenig sollte Sammler schon sich mit der Materie auseinandersetzen.

  • Hallo zusammen,



    das mit dem Hohlfussröhrling ist mir neu. Sammle schon seit Jahren junge Fruchtkörper und verwende sie als Mischpilz. Noch nie irgendwelche Probleme. Dafür lasse ich die Rotfüsse stehen, die verderben mir zu schnell und der Geschmack ist auch nicht gerade der Hammer. Aber ok, das sind persönliche Präferenzen.


    Und auch bei Maronen sollte man einen genaueren Blick wagen, da sie auch gerne einmal Weissschimmel ansetzen.


    Was hast Du denn zum Hohlfuss gelesen, Helmi? Da ist mir wohl etwas entgangen.



    Viele Grüsse
    Christoph

  • Was hast Du denn zum Hohlfuss gelesen, Helmi? Da ist mir wohl etwas entgangen.



    Viele Grüsse
    Christoph


    Hallo Chritoph,
    junge exemplare nehmen wir wenige mit.


    bin neu hier im Forum und hab ht. morgen erst in nem älteren Beitrag einer Forine gelesen, die meinte dass ältere Bitter sind.


    in o.g. Pilzbuch steht essbar, aber schonenswert


    im Pocket Guide Pilze steht: kann Magenverstimmungen verursachen
    (ISBN 3-8331-2126-2 )


    irgendwo stand dann mal wieder minderwertiger Speisepilz.


    Also: Wem soll man Glauben schenken ????


    Mir persönlich ist noch Nichts aufgefallen, aber wir nehmen immer höchstens 3 junge mit in den Korb, in nem Mischgericht liebe ich es viele verschiedene Sorten zu haben.


    Mach Dir mal den Spass und vergleiche die Grössenangaben in verschiedenen Quellen zum Pfifferling.

  • Hallo Helmi,


    Danke für die rasche Antwort. Bin übrigens auch recht neu hier und sicherlich kein Experte. Alte Pilze würde ich sowieso nie zum Verzehr sammeln, deshalb mache ich mir wegen der eventuellen Bitterkeit auch wenig sorgen. (Ähnlich wie bei den Stoppelpilzen)


    Ich sehe, wir verstehen uns da. Ich bevorzuge auch Abwechslung sowie "Jung und Knackig". Dass der Hohlfussröhrling so selten ist, ist mir neu. Aber vielleicht tritt er ja nur in manchen Gegenden wie dem Spessart massenhaft auf. Trotzdem würde ich nie "Raubbau" beim Pilzesammeln betreiben.


    Lieben Gruss
    Christoph

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