Beiträge von Oehrling

    Hallo Claudia,

    du hast unter Nr. 7 eine Kollektion violettblauer Täublinge gezeigt und diese als Frauentäublinge benannt. Gehören die Nr. 9 a und b auch zu dieser Kollektion? Denn nach dem ersten Augenschein würde ich sagen, die Nr. 9 a und b sind das gleiche wie Nr. 7. Für all dies ist mMn der Frauentäubling sehr wahrscheinlich.

    FG

    Oehrling

    Gar keine Frage. Aber ob mein Wissen als Glaube abgetan wird, ist mir ziemlich egal. Heutzutage ist glauben ja wieder mächtig in Mode. Leute, die jahrzehntelang an nix geglaubt haben, sind plötzlich gläubig. Da darf ich das auch mal. Unstrittig ist ja nach wie vor, dass Beobachten besser ist als Behaupten, und zwar für jeden.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    das mache ich sicher nicht. Bei manchen Sachen langt es mir, dass ich persönlich sie weiß, aber ich muss nicht jede Erkenntnis mit anderen teilen, schon gar nicht, wenn damit viel Mühe verbunden ist.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich sehe da wie die Kollegen auch einen Stachelbeertäubling (Russula queletii). Für Russula badia, sorry Claudia, passt die Makroskopie gar nicht. Nicht das gebrochene Trübrot auf dem Hut, nicht das viele Rot am Stiel, auch nicht das nur blass ockergelbe Sporenpulver, auch nicht das "sofort scharf", wie du schriebst.

    FG

    Oehrling

    ich muss noch schnell meine Begeisterung loswerden. Bis gestern sah es ja traurig aus. Mumien von Steinpilzen, Wolligen Milchlingen, Täublingen, Perlpilzen und vielen anderen überständigen Pilzen säumten den Weg. Es gab so gut wie nichts Neues.

    Heute Nachmittag war ich wie vor den Kopf geschlagen. Was zum Teufel haben die Pilze in der letzten Nacht getrieben?

    Nun ja, die letzte Nacht war Vollmond. Klar kommen jetzt wieder welche, die sagen, hör auf mit dem Käse, es gibt keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Mondphasen und Pilzwachstum. Vor vier Wochen konnte ich es übrigens auch so beobachten: vor dem Vollmond zwar gute Witterungsbedingungen, aber kein Pilzwachstum. Danach nicht mehr ganz so gute Witterungsbedingungen, aber Pilzwachstum, als wenn der Vollmond so eine Art "Startknopf" wäre.

    FG
    Oehrling

    Hallo Shawn,

    im Berlin-/Brandenburg-Thread werden zur Zeit aus deiner Gegend immer häufiger Pilzfunde gepostet. Auch auf der Bodenfeuchte-Karte sieht das Gebiet gar nicht mehr so schlecht aus. Vielleicht findest du die dastehenden Pilze einfach nicht. Ich kenne einige Anfänger, die Pilze nicht sehen, obwohl sie dastehen. Und manchen Anfängern ist auch nicht klar, dass Pilzesammeln vor allem Pilzesuchen und nicht Pilzeabernten bedeutet.

    FG

    Oehrling

    Hallo Antoff,

    aus meiner Sicht kommen erstmal keine Bedenken gegen deine Bestimmung als Cortinarius scaurus. Durch die Schmächtigkeit der Fruchtkörper, die dunklen Wasserflecken auf der Huthaut und die olivgrünen Lamellen mMn sehr gut erkennbar. Hast du Lugol? Schmiere das mal aufs Fleisch und berichte, ob es violett wurde. Das wäre der letzte Beweis. Edit: C. herpeticus ist größer und blauer, nicht so olivgrün.

    Auf jeden Fall eine Dokumentation vom Feinsten, und der Pilz selber ist natürlich auch klasse.:thumbup:

    FG

    Oehrling

    Hallo Harald,

    okidoki. Über seltene Ritterlinge in einen Disput zu geraten, gehört wohl zu den sinnlosesten Dingen auf der Welt. Und wenn zu den angefragten Pilzen jemand T. filamentosum sagt, kann ich bestens damit leben, da ich nicht das Gegenteil beweisen kann.

    FG

    Oehrling

    ...gibt es noch eine Möglichkeit, Klarheit in die Sache zu bringen? Denn wenn ich das richtig verstanden habe, sind selbst die mikroskopischen Merkmale nir schwach unterschiedlich zwischen t. Pardinum und t. filamentosum?


    Oehrling was meinst du mit FNE4? funghi of northern europe? Ich bin neu in der Welt der Mykologie, ich kenn die Abkürzungen noch nicht so..

    Hallo Carina,


    zunächst zu der einfacheren der beiden Fragen:

    FNE4 = CHRISTENSEN/HEILMANN-CLAUSEN (2013), The genus Tricholoma, Fungi of northern Europe Vol. 4; gab es in Tanjas und Andreas' Myko-Shop zu kaufen, ob noch immer?


    Zur anderen Frage: Die meisten Bestimmungsprobleme bei Tricholoma rühren daher, dass es kaum verwertbare mikroskopische Unterschiede zwischen den einzelnen Arten geben soll bzw. dass man noch keine solchen hat dingfest machen können. Das einzige kernige Unterscheidungsmerkmal ist meines Wissens die Präsenz bzw. Absenz von Schnallen. Aber mit diesem Merkmal kommt man glaube ich nur in die Sektionen, was in der Regel auch makroskopisch recht gut möglich ist. Daher hat bei der Tricholomabestimmung die Mikroskopie im Vergleich zur Makroskopie fast kaum Bedeutung. Vor Jahren habe ich mal einige makrochemische Experimente mit Ritterlingen angestellt und dabei herausgefunden, dass die Ritterlinge mit Guajak ähnlich differenziert reagieren wie es Täublinge tun. T. filamentosum, so hatte ich mir bei meinen Aufsammlungen dieses Pilzes notiert, reagiert an der Stielspitze für einen Ritterling sehr stark, das Guajak färbt innerhalb von 10 Sekunden gänzlich auf blaugrün um. T. pardinum habe ich mangels typisch aussehender Aufsammlungen noch nicht testen können, so dass ich nicht sagen kann, ob die beiden Arten anhand der Guajak-Reaktion unterschieden werden können. Ziemlich sicher ist aber aus meiner Sicht, dass T. filamentosum bei uns in Süddeutschland deutlich häufiger ist als T. pardinum.


    FG

    Oehrling

    Hallo Werner,

    was letztlich wichtig ist: dass man den Tigerritterling in der Beratung als solchen erkennt, egal wie der nun heißt. Wenn man über die Gattung Tricholoma mal eine Genanalyse drüberlässt, tut es dumpfe Schläge, das halte ich für sehr wahrscheinlich.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    Gruppe der "Tonblassen" stimmt, und der Pilz scheint überall KOH-negativ zu sein. Gelbliche Huthaut, bläuliches Fleisch, vollständig KOH-negativ, gewachsen unter Buche: da wäre mein erster Verdacht C. anserinus, der Buchenwald-Klumpfuß. Der hätte als weiteres kennzeichnendes Merkmal eine bitter schmeckende Huthaut. Ob die gesägten Lamellen taxonomischen Wert haben oder der vorausgehenden Trockenheit geschuldet sind, kann ich dagegen nicht einschätzen.

    Von C. multiformis hatte ich mal irgendwo gelesen, dass der rundknollig und nicht gerandetknollig sein soll.

    Edit: jetzt habe ich auf Bild Nr. 1 den Eindruck gewonnen, dass auf der Hutoberfläche kleine weiße Velumflocken sein könnten. Unterhalb des großen Blattrestes sieht man etwas kleines Weißes. Ist dem so? Dann käme noch etwas aus der Gegend von C. langei in Betracht, der hat oft weiße Velumflocken auf dem Hut.

    FG

    Oehrling

    T. filamentosum soll im Vergleich zu T. pardinum einen grauen faserig bis schuppigen Hut haben, der nicht stark zur Subcutis kontrastiert. Im Gegensatz dazu soll der Hut von T. pardinum ausgesprochen schwarz-weiß kontrastieren und die Anordnung der Schuppen soll auffallend konzentrisch sein.

    Genau das meinte ich bei diesen Pilzen gesehen zu haben, was mich zu T. pardinum und nicht zu T. filamentosum geleitet hat. Dass alle Klarheiten beseitigt sind, sobald sich mehrere Leute den gleichen Pilz angeschaut haben, ist ja bei Ritterlingen nicht gerade neu.

    Aus FNE4 geht übrigens nicht hervor, dass das eine ein mediterraner und das andere ein temperater Pilz sein soll, in beiden Fällen reicht die große schwarze Fläche etwa bis in die Mitte Deutschlands, so dass ich nach der Belegquelle für diese Information fragen möchte.

    Wer die FNE4 hat, kann ja mal einen kleinen Bildvergleich machen (was bei Ritterlingen durchaus Erkenntnisgewinn bringt, vor allem wenn das so gute, verlässliche Bilder wie in FNE4 sind!) zwischen T. filamentosum und T. pardinum. Da scheint mir bei T. pardinum eine deutlich größere Ähnlichkeit zu den hier diskutierten Pilzen vorzuliegen.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    Cortinarius elegantissimus ist auch meiner Meinung nach hier sehr gut möglich. In dieser Gruppe muss man darauf achten, wie das Fleisch in der oberen Hälfte des Pilzes gefärbt ist. Ganz ohne Blautöne führt zu C. aureofulvus, mit leichtten Blautönen im Hutfleisch führt zu C. elegantissimus, stärkere Blautöne in der gesamten oberen Hälfte führen zu C. cedretorum/suberetorum. C. aureofulvus ist nach Meinung von A. Gminder ein Nadelwaldpilz, C. elegantissimus und cedretorum dagegen seien Laubwaldpilze. Selber live gesehen habe ich nur die letzten beiden.


    Hallo Maria,

    meine Bestimmungsschrittkette wäre hier:

    1) Hut schmierig-schleimig, Stiel nicht schleimig --> Phlegmacium

    2) Stiel gerandetknollig --> Klumpfuß, kein Schleimkopf

    3) Lamellen jung gelblich-grünlich --> Sektion Fulvi

    4) schwefelgelbe, aber stark oxidierende, schnell rostorange werdende Huthaut, kein chromgelbes Fleisch, kein unangenehmer Waschlappengeruch --> Gruppe um C. elegantissimus

    C. elegantissimus ist meiner Erfahrung nach ein ziemlich häufiger Cortinarius, aus dieser Gruppe jedenfalls der, den ich am häufigsten finde; also gehe ich dann von C. elegantissimus aus, suche aber nach Abweichungsmerkmalen; finde ich keine, lege ich ihn frech als C. elegantissimus ab


    FG

    Oehrling

    Hallo Mafrie,

    der dunkle Hallimasch schmeckt meiner Meinung nach ganz hervorragend und liefert ein tolles Waldpilzaroma, muss aber mindestens 15, besser noch 20 Minuten lang gegart werden, damit er bekömmlich ist. Selbst dann verträgt ihn nicht jeder, so dass man sich das erste Mal mit einer kleineren Kostprobe (maximal ein bis zwei Löffel voll) an ihn heranwagen und sich nicht gleich den Magen damit vollschlagen sollte. So kann man relativ gefahrlos testen, ob man den Hallimasch verträgt. Vom Verzehr der an Laubholz vorkommenden, gelb getönten Hallimaschen wird dagegen oft abgeraten, diese sollen besonders unverträglich sein. Unverträglich könnten auch zu alte Hallimaschen sein, also solche, bei denen die Lamellen nicht mehr weiß, sondern schon braun sind. Also beim Schnippeln und Einsammeln immer die Qualität im Blick behalten.

    FG

    Oehrling

    Hallo Jörg,

    momentan sind unverwurmte Perlpilze keine Rarität. Am vergangenen Sonntag waren dagegen verwurmte Perlpilze eine echte Rarität. So habe ich eine ganze Mahlzeitmenge finden können, was im Spätsommer ziemlich undenkbar ist.

    FG

    Oehrling

    Nein, den hakst du bitte nicht ab. Wir sind ihm doch auf der Spur und knapp hinter ihm. Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit einer aus der Gruppe um C. melanotus (auf deutsch Braunnetziger Raukopf). Zwei Leute hatten unabhängig voneinander diese Namensidee. Nun gehst du an deine Literatur und schaust, ob du ihn da irgendwo findest und wie er beschrieben ist, für den Fall, dass du ihn in ein paar Tagen in Toppzustand wiederfindest.

    FG

    Oehrling

    Danke für die Info - Der Parasol gilt ja oft als Anfängerpilz, mir scheint aber, dass man doch einiges falsch machen kann, wenn man sich bei dem vertut.

    Liebe Grüße

    Hallo lubeca,

    der Parasol ist dann sehr sicher, wenn man die wirklich großen (so ab 20 cm Stiellänge) nimmt. Je kleiner der vermutliche "Parasol", um so gefährlicher wird es. Schmächtige Macrolepiota konradii mit 8 bis 10 cm Stiellänge sind dann schon in der Gegend, wo es richtig gefährlich werden kann, denn da kommen plötzlich auch die Schirmlinge (Lepiota) ins Spiel. Fazit: auf die Größe kommt es an!

    FG

    Oehrling

    Danke für die Korrektur des wissenschaftlichen Namens. R. amoena hatte ich von der Seite 123pilzsuche genommen - das scheint aber nicht so richtig mit dem zusammen zu passen, was anderweitig unter dem Synonym R. violeipes dargestellt wird. Mit R. xerampelina finde ich den auch in der heimischen Literatur. Den kann man dann als identifiziert ansehen,

    Ganz so einfach ist das nicht. Russula xerampelina ist in einer anderen Sektion (Viridantinae) als Russula amoena (Amoenulae). Dagegen stehen Russula violeipes und Russula amoena verwandtschaftlich nahe beisammen (beides Amoenulae), sind aber unterschiedliche Arten.

    Hier hätte man, da alle drei fischig riechen können, zur Einordnung in die richtige Sektion zunächst einmal die FeSO4- Probe machen müssen. Bei R. xerampelina hätte man eine meergrüne Verfärbung am Stielfleisch festgestellt, die bei den beiden Amoenulae ausgeblieben wäre. Ersatzweise hätte man mit der Zeit am Stiel von R. xerampelina eine Braunverfärbung gesehen, auch diese wäre bei den Amoenulae ausgeblieben. Spätestens nach dem Mikroskopieren wären die Amoenulae durch fehlende Dermatozystiden aufgefallen.

    Allein aufgrund des Fotos traue ich mir die Unterscheidung zwischen R. xerampelina und R. amoena nicht zu. Lediglich R. violeipes würde ich ausschließen, da dessen Stielfarbe ziemlich kaltviolett (also mit viel Blauanteil) aber nicht so schön leuchtend pink ist.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    auf den Geruch kannst du bei diesen, ähem, Exemplaren nichts mehr geben, die sind total hinüber. Dennoch war es richtig, an den Pilzen zu riechen. In der Gruppe um C. melanotus gibt es einen, der riecht durchgeschnitten wie Petersilie. Ich meine, der hätte aber weinrote und nicht gelbe Velumgürtel am Stiel. KOH bringt in der Sektion der Rauköpfe wenig, zumindest gibt es meines Wissens keine entsprechenden Literaturreferenzen.

    FG

    Oehrling