Beiträge von Oehrling

    Hallo Carsten,

    im Internet stimmt lange nicht jedes einzelne Bild. Daher muss man immer 10, besser 20 Bilder des angeblichen Pilzes anschauen, um sich dann ein Urteil zu bilden. Gib doch z. B. mal Cortinarius vibratilis ein und schaue, was da kommt. Danach Cortinarius varius und so weiter.

    Edit: ich habe mir jetzt auch mal das Bild von C. largus auf tintling.com angeschaut. Es ist geblitzt und dadurch nicht farbecht. Aber selbst auf diesem Bild hat C. largus einen violetten Stiel. Und hat dein Anfragepilz einen violetten Stiel?

    FG

    Oehrling

    Über 170 mm allein im August, einem normalerweise eher trockenen Hochsommermonat? Bei einem durchschnittlichen Jahresgesamtwert von 700 mm in Deutschland und angeblicher Dürre 2020? Gab es da'n Monsun?

    Nein, aber vielleicht ein paar Gewitterregen. Und Dürre 2020 kann auch passen, falls so wie bei uns im Mai, Juni und Juli dafür zusammen nur 90 Liter fielen. Diesen Sommer würde ich schon als Dürresommer bezeichnen, mit verdorrendem Gras, vertrocknenden Maispflanzen, fruchtabwerfenden Apfelbäumen, fehlenden Stechmücken und sonst allem was dazugehört.

    Aber jetzt macht der Herbst ja alles wieder gut, so wie letztes Jahr schon.

    FG

    Oehrling

    Hallo d0 oder wie immer du heißt,

    C. largus kann ich mir auch nicht vorstellen, das wäre im Grundsatz ein blaugrauer und kein gelber Pilz. Aber es gibt ja 800 verschiedene Cortinarien, wenn's langt.

    FG

    Oehrling

    Hallo Adi,

    meine Tipps sind:

    Nr. 1 Russula lepida (Hartfleischiger Zinnobertäubling)

    Nr. 6 Gelber Knollenblätterpilz

    Nr. 9 Knopfstieliger Rübling

    Nr. 10 Russula xerampelina (Nadelwald-Heringstäubling)

    Nr. 11 Russula nigricans (Dickblättriger Schwärztäubling)

    FG

    Oehrling

    Hallo Cipoint,

    ich tippe hier auch auf die Ziegenlippe. Aber es kann nur ein Tipp sein, denn einen so aussehenden Pilz (Filzröhrling) hätte man längs von ganz oben bis ganz unten durchschneiden und dann alle Farben kontrollieren müssen. Das ist zwar gemein, aber erforderlich.

    Aber sehr jung sind diese Pilze nicht, sondern schon ziemlich ausgewachsen. Bei dieser Trockenheit werden sie halt nicht größer.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pilzfreund123,

    es hängt von den Pilzen ab, die du sehen willst. Am schnellsten auf feuchtes Wetter reagieren normalerweise eher schmächtige Pilze wie Waldfreundrübling, Hasenpfote, Behangener Faserling, Breitblatt, etwas langsamer sind z. B. Amaniten und Täublinge, und es gibt auch Pilze, die zwei Wochen Schlechtwetter am Stück brauchen, um zu erscheinen, z. B. Ritterlinge oder Totentrompeten. Aber was ist schon normal? Anfang September gab es in unserer Gegend eine kurze Feuchtwetterphase von nur drei Tagen, und danach hat es schon die Steinpilze und Flockies nur so rausgehauen, so dass es Pilze bis zum Abwinken gab.

    Verfolge doch am besten die Fundberichte hier im Forum. Sobald aus Niedersachsen viele gute Funde gemeldet werden, gehst du auch in den Wald. Hier im nördlichen Baden-Württemberg gibt es viele Leute, die schon kurz nach Regen Pilze suchen gehen und Fundberichte einstellen, da klappt das wunderbar. Dazu sollte man halt ungefähr wissen, wo die häufigen Forumsuser herkommen.

    FG

    Oehrling

    Auf diesen berg bin ich schon mal reichlich gespannt - sowohl wegen den Phlegmacien, als auch wegen den Stachelingen...
    Auch wenn ich für die dann wohl im kommenden Jahr mal die Reise machen muss.

    Hallo Pablo,

    die Phlegmacien sind in dieser Saison ja noch gar nicht draußen, die warten die jetzt kommende Herbstwetterphase (und die nächste Vollmondphase?:evil:) ab und werden in der ersten Oktoberwoche herausschießen. Auch bei den Stachelingen ist lange nicht das letzte Wort gesprochen. Z. B. Fruchtkörper von Korkstachelingen überdauern Wochen. Warum also nicht noch dieses Jahr (zusammen?) nach Treuchtlingen fahren? Ich wohne ja direkt am Weg.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,.

    wer bei den hier abgebildeten Bankeras genau hinschaut (an denen ich nicht zweifeln will), sieht, dass deren Stielbasis so wie bei einigen Sarcodon-Arten graugrün ist. Ein kleines Detail, das in keiner mir zur Verfügung stehenden Bankera-Beschreibung und in keinem Schlüssel erwähnt ist, das ich aber für bemerkenswert halte. Zumal ich im diesjährigen Österreich-Urlaub auch einige graugrünfüßige Bankeras fand, die am nächsten Tag eindeutig nach Maggi rochen.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Wer weiß, vielleicht ist das Altmühltal ein Refugium für sarcodon lepidus und der ist makroskopisch dann variabler als man denkt (und die andere Kollektion wäre auch S. lepidus?!).

    Also das, was ich bisher von diesem Wald gesehen habe, ist sensationell. Ich kenne ein paar ähnlich aussehende Stellen von der Schwäbischen Alb, aber die haben noch einmal 200 bis 300 Höhenmeter mehr als die Wälder rund um das Altmühltal und möglicherweise aufgrund rauheren Klimas eine andere Biodiversität. Das Waldstück, das mir Maria zeigte, beherbergt wahrscheinlich noch mehr seltene Stachelingsarten (ganz zu schweigen von anderen Pilzfamilien), so dass es regelmäßig begangen werden sollte. Auf einem sehr gemächlichen dreistündigen Rundgang fanden wir außerdem Arten wie Phellodon niger, Hydnellum aurantiacum, Leucopaxillus tricolor, Rubroboletus satanas, Russula maculata, Hohenbuehelia geogenia und und und. Maria berichtete auch, dass es in der Umgebung noch viele andere Habitate dieser Art gebe, so dass Stachelinge und Co. in dieser Gegend womöglich geballt auftreten und dort live und nicht nur als Exsikkat studiert werden können.

    Die andere Sarcodon-Kollektion unterscheidet sich allerdings makroskopisch erheblich von dieser hier und zeitigt mit KOH auch ganz andere Farbreaktionen.

    FG

    Oehrling

    user='9933']Oehrling[/user] kannst Du Dich an weitere Bäume erinnern?

    Hallo Maria,

    an der ersten Fundstelle (kurz nach dem Eintauchen in den Wald, da wo auch die orangenen Korkstachelinge standen) gab es auch noch etliche Kiefern. An Eichen an dieser Stelle kann ich mich dagegen nicht erinnern. Ich habe allerdings auch nicht so sehr auf alle herumstehenden Bäume geachtet. Ein einzelner junger Baum reicht ja schon für die Mykorrhizabildung und wird leicht übersehen.


    Hallo Christoph,

    wenn man die Stielbasis der rosafarbenen Stachelinge als graugrün interpretiert (was mir halt auf den vorliegenden Fotos und vor Ort nicht gelang:(), dann fügen sich die Puzzleteile in der Tat viel besser zusammen als bei der Option "Stielbasis nicht graugrün". Alles andere passt dann gut zu dem, was über Sarcodon lepidus bekannt ist. Daher hast du mich von deinem Vorschlag überzeugen können.

    Für mich selber ziehe ich nicht nur eine makroskopische Vorstellung davon, was Sarcodon lepidus ist, heraus (schon das ist extrem viel wert), sondern auch noch, dass ein nur mit Mühe zu sehendes kleines Grüngrau-Areal in der äußersten Stielbasis bestimmungstechnisch "Stielbasis graugrün" bedeutet. Auch dass die Bitterkeit der Sarcodons variieren kann, hilft bei der Anwendung der Bestimmungsschlüssel sehr weiter.

    Daher den allerbesten Dank für die wirklich erhellenden Ausführungen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Bernd,

    noch schneller kommst du zum Ziel, wenn du statt nach dem Geruch nach der ungerieften Manschette und dem "Bergsteigerstrumpf" forschst.

    FG

    Oehrling

    Hallo Christoph,

    den allerbesten Dank für diesen aufschlussreichen Beitrag. Der hilft ganz enorm dabei, sich aus dem Sarcodon-Bestimmungssumpf zu befreien. Was haben Maria und ich die letzten Wochen an ihren Sarcodons herumgerätselt. Könntest du bitte auch mal nach dem anderen schauen, den mit der rosafarbenen Huthaut und der mutmaßlich positiven KOH-Reaktion? Da sind wir damals bei Sarcodon leucopus bzw. laevigatus rausgekommen.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Insbesondere muss man wissen, wie ein Täubling grundsätzlich aussieht. Nur dann sollte man ihn kosten, das ist auf jeden Fall richtig. Also guwi, insoweit alles richtig gemacht! Es bleibt dann halt ein rothütiger Täubling. Es kann ja sein, dass dir das als Information reicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Christoph,

    der Gallenstacheling war auch meine erste Idee, als ich die Fotos sah. Aber nun zum eigentlichen Problem. Du findest Pilze, die du nachdem du sie in Augenschein genommen hast gern Sarcodon scabrosus nennen würdest. Die Pilze schmecken aber nicht gräuslich bitter, sondern halt schmeckbar bitter, so wie alte Fichtenhabichtspilze. In den einschlägigen Bestimmungsschlüsseln findest du die Verzweigung "stark bzw. außerordentlich bitter"/"schwach bitter". Ersteres leitet dich zu S. scabrosus, du kommst aber nicht da hin, weil der Pilz für dein Empfinden nur schwach bitter ist. Zweiteres leitet dich zu S. glaucopus oder S. lepidus, aber da passt der Großteil der optischen Merkmale nicht. Ergebnis: Bestimmungsnirwana. Du bist einer der größten Pilzexperten, die ich kenne: wie verlässlich ist deiner Meinung nach diese Verzweigung im Schlüssel? Und wie verlässlich sind die anderen Verzweigungen, durch die man durchmuss (grüne Stielbasis/graue Stielbasis; felderig aufspringender Hut/angedrücktschuppiger Hut, Sporenornament rundwarzig/truncatwarzig)?

    Deinen Artikel über S. amygdaliolens habe ich bereits gelesen:)

    FG

    Oehrling

    Hallo Adi,

    zu deinen Täublingen hätte ich noch folgende Vorschläge:

    Nr. 3 wäre mir für den Stachelbeertäubling zu freudig rot, da hätte ich R. fuscorubroides (vgl. PAREYs Buch der Pilze) getippt.

    Nr. 9 sieht tatsächlich sehr nach R. badia aus. Kam die Schärfe direkt, oder mit Verzögerung von ca. 15 bis 20 Sekunden?

    Nr. 10 kann sehr gut R. olivacea sein, der ist oft rot und nicht olivbraun; bei denen hätte ich mir aber mal den Spaß gemacht und per Sporenmikroskopie auf R. alutacea getestet, man kann ja mal einen Glückstreffer landen.

    Nr. 13 R. viscida kommt optisch ohne Frage hin, aber sehr scharf dann wieder eher nicht. Außerdem müssten Weißtannen am Fundort gestanden haben, ob es die in Etmißl gibt?

    Nr. 15 sieht mit dem gelben Schein in den Lamellen, die auch noch teilweise gesplittert sind, nach R. aeruginea aus.

    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    der zuletzt gezeigte ist auch T. virgatum. Die rotbraunen Milchlinge sind wahrscheinlich wirklich Rotbraune Milchlinge (L. rufus), und die Täublinge sind, falls mit mildem Geschmack, möglicherweise der Nadelwald-Heringstäubling (R. xerampelina) und der Apfeltäubling (R. paludosa). Alles andere passt aus meiner Sicht, und besonders schön und beeindruckend finde ich das sehr zutreffende Bild vom berühmten "Gelben Teppich".

    FG

    Oehrling