Beiträge von Oehrling

    Ja, die deutschen Pilznamen, da bin ich kein großer Experte. Ich meinte Rickenella swartzii, mittlerweile habe ich entdeckt, dass der Violettstieliger Heftelnabeling heißt. Obwohl er in meinen bescheidenen Augen einfach nur grau ist.

    Nr. 2, 3, 5 und 6 würde ich bestätigen.
    Zu Nr. 1 fällt mir nichts ein.
    Und Nr. 4 sollte etwas viel Besseres als Amanita fulva sein: entweder Amanita ceciliae, Amanita eliae oder gar Amanita beckeri. Genaueres zu sagen traue ich mir nicht zu, da ich die wahre Hutfärbung nicht abschätzen kann.

    Ich muss dieses Jahr noch mehr auf A. silvicola achten. Das war für mich bisher ein "Phantom", d. h. ein Buchpilz mit keiner Entsprechung in der Realität. Bzw. ich habe bisher gemeint, das wäre das Gleiche wie A. essettei. Bisher habe ich A. arvensis von den beiden auch immer durch die Stielbeschuppung (und den Wuchs auf freien Stellen) abgetrennt, mal sehen, ob man das wirklich so machen darf.


    Für mich ist A. essettei derjenige, der einen dünnen glatten Stiel mit abrupt verbreiterter Knolle hat, in der Jugend mit ausgesprochen konischem, blass grüngelb wie ein Gelber Knolli gefärbtem Hut, der im gefüllten Pilzkorb chromgelbe Streifen bekommt, sehr gern mitten im Wald in tiefem Laubmull wachsend und fast immer vermadet. Kurz: der auf deinem letzten Foto.


    Letztes Jahr fand ich allerdings eine Kollektion ebenfalls dünn- und glattstieliger, knolliger, leicht nach Anis riechender Pilze, die aber überhaupt nicht Chromgelb färben wollten, und deren Hutfarbe reinweiß ohne jeden Grüngelb-Ton war. Das könnte dann A. silvicola gewesen sein. Vielleicht kommt der mir dieses Jahr noch einmal unter.

    Meiner Meinung nach hat Agaricus essettei einen ausgesprochen seidig glatten und nicht wie hier einen schuppigen Stiel, und die Knolle wäre auch deutlicher ausgebildet. Ich glaube daher, dass Agaricus arvensis s. l. stimmt.

    Ich schiebe auch freiwillig einen Chip zu Anna - das muss er sein! Jetzt noch schwarzbraunes Sporenpulver, dann kannst du ein Schleifchen dran machen.
    Beorn makroskopiert schon gut, aber Anna makroskopiert saugut.


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    Mich erinnert das Pilzchen vom Habitus an einen Ackerling. Mykorrhiza-Gattungen können wir glaube ich ausschließen, das ist schon ein Saprobiont. Aber bevor wir jetzt weiter munteres Gattungsraten betreiben - wir brauchen, wenn wir makroskopisch vorgehen wollen, zunächst mal die Sporenpulverfarbe. Rostbraun, Erdbraun, Rotbraun, Schwarzbraun? Und dann brauchen wir eine genaue Geruchsbeschreibung, nach Möglichkeit in den Begriffen, die man im Pilzbuch finden kann. Also nicht nur "duftet", "riecht angenehm nach Pilz", sondern "ranzig-mehlig", "spermatisch", "nach künstlichem Bonbonaroma", "nach Blattwanzen" usw.

    So wie den normalen Fliegenpilz: den Pilz längs durchschneiden. Unter der Huthaut ist eine leuchtend gelbe Linie zu sehen, das haben auch schon die ganz jungen.
    Die Velumflöckchen auf Hut und Stielknolle sind wesentlich gelblicher als beim normalen Fliegenpilz und nicht ganz so spitzschuppig.

    Zuerst die gefühlt einzigen Pilze vom Blutsee. Immerhin habe ich ermitteln können, weshalb es trotz guter Witterungsbedingungen kaum Pilze gibt: Bild 1 zeigt die Braune Wegschnecke in Aktion an Baby-Exemplaren des Spindeligen Rüblings, Bild 2 das traurige Resultat ihres Wirkens: das war mal ein stolzer Sommersteinpilz.[hr]
    An der Frankenwarte war schon etwas mehr los, es gab einige Risspilze, dazu noch Stinkmorcheleier und einen Netzstieligen HR, der hier ja schon oft gezeigt wurde.
    Bild 3: Kegeliger Risspilz (Inocybe rimosa), mit leichtem Spermageruch - übrigens ein sehr giftiger Pilz!!
    Bild 4: Inocybe rimosa var. neglecta, ohne Gelbtöne (das Bild ist gelbstichig), dafür mit leichten Rosabrauntönen, geruchlos. Mikroskopisch genau das Gleiche wie die Vorigen
    Bild 5: Inocybe godeyi (deutschen Namen kenne ich nicht), mit an diesem Einzelexemplar nicht gut erkennbarer Stielknolle, aber unterm Mikro mit mandelförmigen Sporen und metuloiden Pleurozystiden (welche der Ziegelrote Risspilz nicht hat)[hr]
    Und dann noch der Würzburger Waldfriedhof:
    leider sehr wenig, und wenn schon, dann nur abgefressenes Zeug.
    Bild 6: das dürfte Boletus legaliae (Falscher Satansröhrling?) sein
    Bild 7: sieht nach Boletus impolitus (Fahler Röhrling) aus, das war noch das am besten erhaltene Stück


    ist dies ein Egerling, evtl. ein großer Wald-Egerling?


    Geruch: meine Lieblingsdisziplin ;) ok, aber nicht so nach champignon wie ich es bisher kenne, Oberseite des Hutes riecht angenehmer als Lamellen. Nicht unbedingt unangenehm, aber auch nicht so pilzig.....ach ich weiß nicht. Jedenfalls nicht richtig Champignonmäßig.


    Hallo Xebolon,
    der Große Wald-Egerling (Agaricus langei) ist ein Röter, dies hier ist aber klar erkennbar ein Gilber. Also kann es nicht der Große Wald-Egerling sein. Dass es bei der Geruchserfassung schwierig wurde, kann am Fundstück liegen, das schon etwas ältlich daherkommt und dessen normalerweise feiner Marzipangeruch schon von unfeinerem Geruch aus den Lamellen übertönt wird.

    Beorn
    Wenn du zur Sommerszeit (Juli, August) bei günstigem Pilzwetter in den Thüringer Wald, den Harz, das Erzgebirge, das Fichtelgebirge oder den nördlichen Bayerischen Wald fährst, wirst du ihm sicher begegnen. Er wächst im sauren Bergnadelwald, an den Stellen, an denen bei uns die roten Fliegenpilze stehen.